Wernigerode im Jahr 1943

  • Das "Kurhaus" oder auch die "Fürstenhöhe" in Schierke brennt vollständig nieder und wird in dieser Form nicht wieder aufgebaut.
    Bei dem Brand starben fünf junge Frauen.

     

  • Die Feierlichkeiten der Hochzeit von Thilo von Werthern, Graf und Herr von Werther-Beichlingen und Prinzessin Walpurgis zu Stolberg-Wernigerode finden im September auf dem Brocken statt.

Hochzeit von Thilo von Werthern, Graf und Herr von Werther-Beichlingen und Prinzessin Walpurgis zu Stolberg-Wernigerode 1943
- Fotothek Harzbücherei
Hochzeit von Thilo von Werthern, Graf und Herr von Werther-Beichlingen und Prinzessin Walpurgis zu Stolberg-Wernigerode 1943 - Fotothek Harzbücherei
  • Das Haus der Diakonie "Zum guten Hirten" wird von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Das Heim wird Kinderheim der "Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt".

    43 Bewohnerinnen werden im Rahmen der Euthanasie verschleppt. Von den Nationalsozialisten aufgrund ihrer Behinderung als "lebensunwert" bezeichnet, überleben lediglich sieben diese Aktion. Bei elf Bewohnerinnen lässt sich die Ermordung durch Dokumente belegen. Das Schicksal von 25 weiteren Personen bleibt ungeklärt.

  • Am 18. April stirbt im Ghetto Theresienstadt der aus Wernigerode stammende angesehene jüdische Unternehmer Benno Russo. Nach der Machtergreifung der Faschisten 1933 wurde die Firma "arisiert" und die Villa in der Feldstraße 7 enteignet. Sie erhielten zunächst eine kleine Wohnung in der Lindenbergstraße 30. Mit einem Sammeltransport aus Wernigerode erfolgte die Deportation nach Theresienstadt. Die Ehefrau Clara Russo, ehedem eine bekannte Opernsängerin, wurde in den Gaskammern des KZ Auschwitz ermordet.

  • Die "Wernigeröder Zeitung" erscheint am 9. November unter der Überschrift: "Unbeirrbare Siegeszuversicht des Führers".

  • Auch in Wernigerode passt sich die Politik der Nationalsozialisten den kriegswirtschaftlichen Erfordernissen an. Wegen des Arbeitskräftemangels sind die Betriebe, und nicht nur die Rüstungsbetriebe, verstärkt auf Zwangsarbeiter angewiesen, zivile, aber auch Kriegsgefangene. Fast jedes kleine Unternehmen in Wernigerode beschäftigt ausländische Zwangsarbeiter.