19. Jahrhundert

  • Neue Industriebetriebe kommen hinzu (Holz-, Stein- und Metallverarbeitung).
  • Hasserode hat 839 Einwohner.
"Triangel" von der Hohen Warte auf Hasserode um 1895
- gemeinfrei
"Triangel" von der Hohen Warte auf Hasserode um 1895 - gemeinfrei
  • Heinrich von Kleist besucht Wernigerode. Nach Wernigerode besucht er auch zum zweiten Mal den Brocken.
Heinrich von Kleist
- Wikipedia
Heinrich von Kleist - Wikipedia
  • Graf Christian Friedrich erläßt ein Edikt gegen den "unsittlichen Gebrauch des so genannten Polterabends". Er verordnet, "daß das nächtliche Zusammenlaufen des Volkes, das Schreien und Lärmen vor den Hochzeitshäusern, vor und an dem Hochzeitstage, wie jeder andere unerlaubte Volkszusammenlauf, verboten seyen..." Es wird mit "Arretierung", Gefängnis und Strafarbeit gedroht.
  • Der Stadtphysikus Hardege ruft alle Eltern auf, ihre Kinder gegen die "jetzt herrschenden bösartigen Blattern" impfen zu lassen. "Bei Armen geschieht die Impfung unentgeltlich".
  • In der Grafschaft werden 1801 insgesamt 421 Kinder geboren (379 eheliche und 30 uneheliche). Gleichzeitig sterben 521 Einwohner (davon 79 an Pocken, 69 "an Nerven-, Faul- und Fleckfieber" und 53 "an der Auszehrung und Lungensucht")
  • Erbgraf Hermann zu Stolberg-Wernigerode wird am 30. September als erster Sohn von Henrich zu Stolberg-Wernigerode und Prinzessin Jenny von Schönberg-Waldenburg geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und trat in den preußischen Staatsdienst ein. Er kümmerte sich später um die Reorganisation des gräflichen Hüttenwesens und die Förderung der gräflichen Wirtschaftsbetriebe. Er starb, erst 39jährig, aus Verzweiflung über den Verlust seines ältesten Sohnes. Sein zweiter Sohn, Otto, wurde später Vizekanzler des Deutschen Reiches.
  • In den "Wernigerödischen Intelligenzblättern" wird in mehreren Folgen in einer "gemeinnützigen Mittheilung" auf die Gefahren einer "Vergiftung mit Branntwein" hingewiesen.
  • Das Stadtvoigtei-Gericht verweist auf den Innungsbrief der Bäcker aus dem Jahre 1717, wonach niemand Honigkuchen verkaufen darf, der nicht zur Gilde gehört, "bei Verlust der Ware".
  • In der Grafschaft werden in diesem Jahr 418 Kinder geboren (davon 389 "eheliche", 18 "uneheliche" und 11 "todtgeborene"). 123 "kopulierte" Paare nennt die Statistik, 97 in erster, 31 in zweiter und 4 in dritter Ehe. Im Jahr sterben 301 Personen. Als häufigste Todesursache wird in 50 Fällen "Auszehrung und Lungensucht" genannt.   
  • Die pädagogischen Methoden Pestalozzis werden auch in Wernigerode von interessierten Bürgern diskutiert und geben Anlass, ihre Anwendung in den Schulen zu empfehlen.
  • Die Gräfl. Stolb. Wernigerödische Regierung stellt die Herstellung und Verbreitung von antisemitischen Druckschriften als "schädlich und sittenwidrig" unter Strafe.
  • Der Physikus Herdege fordert die Bürger auf, die Möglichkeiten der Impfung gegen "Menschenpocken" zu nutzen. In Derenburg und Benzingerode breiten sich die Pocken besorgniserregend aus.
  • Die Gräfl.Stolb. Wernigerödische Regierung und die Polizei achten mit "Nachdruck darauf", dass "weder Unkoncessionierte die Chirurgie ausüben, noch Koncessionierte ihre Grenzen überschreiten. Der Physikus und Landchirurgus müssen darauf mit aller Sorgfalt Obacht haben, die Apotheker müssen bei 20 Taler Strafe an solche Chirurgen keine Arzneien, zu deren Verschreibung sie nicht berechtigt sind, dispensieren, und sobald eine Kontravention denunciiret oder kund wird, muß die fiskalische Untersuchung eröffnet, oder nach Befinden der Fiscal exitirt werden".
ehemalige Bebauung der Marktstraße 8
- Dieter Oemler
ehemalige Bebauung der Marktstraße 8 - Dieter Oemler
  • Auf dem Grundstück Friedrichstraße/ Ecke Am Eichberg wird eine neue Schäferei gebaut. Es entstehen für den Schäfer ein Haus und Ställe für die Tiere. Das Ganze wird aber 1870 wieder aufgegeben.
  • Reste der Schnakenburg, eine Niederungsburg auf dem heutigen Klint, werden abgebrochen. Als Rest ist nur noch das Haus Gadenstedt erhalten.
Haus Gadenstedt vor der Sanierung 1898 mit Blick auf den späteren Post-Hof
- gemeinfrei
Haus Gadenstedt vor der Sanierung 1898 mit Blick auf den späteren Post-Hof - gemeinfrei
Festsaal im Schloss
- Stadtarchiv Wernigerode PK/1/33
Festsaal im Schloss - Stadtarchiv Wernigerode PK/1/33
  • Das Gebäude am heutigen Sylvestrikirchhof 14 wird als Gutshaus auf dem Gelände eines befestigten ehemaligen Adelshofes errichtet.
Gebäude am Sylvestrikirchhof 14, 2016
© Wolfgang Grothe
Gebäude am Sylvestrikirchhof 14, 2016 © Wolfgang Grothe
  • Der Straßenname im Wortlaut verändert zu "Unter den Zindeln", erscheint erstmals in der Stadt. Die frühere lateinische Bezeichnung "cingulum", zu deutsch Gürtel, bezeichnet die Befestigung der Stadt. In einem Innungsbrief an die Krämer 1410 wird die Stadtbefestigung als "czingelen" bezeichnet, sowie in der Stadtordnung "Wernigeröder Willkür" um 1540 als "zcingelen". "Unter den Zindeln" beschreibt eine Grünanlage vor der höher gelegenen Stadtmauer. Besonders im Bereich vor dem Westerntor dehnten sich Gärten der Bürger aus. 1540 dienen sie noch der Verteidigung, da "auf Beschädigung des Rates Zingelen" Strafe ausgesetzt ist. 1529 bessert Zimmermeister Simon Hilleborch "vor de Singeln vor der Nyenstadt" das dort eingebaute hölzerne Pfahlwerk aus.
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - Nummer 214 - Juni 1988 S. 13
  • Im Mühlental wird eine Heilebartsmühle erwähnt, aus der dann 1910 die Storchmühle hervorgeht.
spätere "Storchmühle"
- Dieter Oemler
spätere "Storchmühle" - Dieter Oemler
  • Die ersten französischen Soldaten treffen am 19. Oktober in Wernigerode ein und beginnen sofort mit einer Plünderung in Privathäusern. Der Schaden, den marodierende französische Soldaten verursachen, beläuft sich auf 2630 Reichstaler. 59 Uhren wechseln in Wernigerode den Besitzer. In den ersten Wochen leidet die Bevölkerung besonders unter den ständigen Einquartierungen.
  • Die Stadt und die gesamte Grafschaft gehören zum neu gebildeten Königreich Westfalen und ist Bestandteil des Distrikts Blankenburg im Saale-Departements. Die ehemalige Grafschaft untergliedert sich als Bestandteil des Distrikts Blankenburg in drei Kantone: Landkanton Ilsenburg (Ilsenburg, Drübeck, Veckenstedt, Stapelburg, Langeln Wasserleben, Schmatzfeld), Landkanton Wernigerode (Nöschenrode, Hasserode/Friedrichsthal, Silstedt, Minsleben, Reddeber, Altenrode, Darlingerode, Schierke) und Stadtkanton Wernigerode. Die bisherigen Beamten bleiben im Amt und werden auf den König und die Verfassung vereidigt.
  • Heinrich Conrad Boeters erbaut in Hasserode eine Mühle (heute Amtsgasse 1) zur Herstellung von Blaupapier und Blaupappe.
  • Am 23. Januar erlässt die westfälische Regierung ein Dekret zur Umgestaltung der Agrarverhältnisse. Im Artikel 1 wird die Aufhebung der Leibeigenschaft festgelegt. Nach Artikel 2 hat der bisherige Grundherr kein Recht mehr auf Erziehung, Berufswahl und Aufenthalt der Kinder der Bauern. Nach Artikel 5 genießt die Landbevölkerung Freizügigkeit.
Einzelbauer in den 1950er Jahren
- Dieter Oemler
Einzelbauer in den 1950er Jahren - Dieter Oemler
  • Der seiner Regierung enthobene Graf verlässt Wernigerode und zieht sich auf eine seiner schlesischen Besitzungen zurück. Erbgraf Henrich verbleibt zur Verwaltung des Hausbesitzes in Wernigerode.
  • Von der Einführung der bürgerlichen Grundrechte durch die westfälische Regierung, wie u.a. Gewerbefreiheit, profitiert die Stadt in ökonomischer Hinsicht. Die napolionischen Kriege belasten auch die Wernigeröder durch tributpflichtige Bereitstellung von Menschen, Geld und Gütern. Das führt zu Hass und Aversion gegen die Besatzer.
Ansicht der Stadt und des Schlosses um 1810 auf einem Gemälde von Anton Balzer
- gemeinfrei
Ansicht der Stadt und des Schlosses um 1810 auf einem Gemälde von Anton Balzer - gemeinfrei
  • Am 9. August trifft König Jerome im Zusammenhang mit einer "Inspektions- und Huldigungsreise" in Wernigerode ein und wird von Maire (franz. Bürgermeister) Scheller begrüßt.
  • Carl Friedrich Forcke kauft das kleine in der Reihe der anderen Häuser in der Straße bescheiden anmutende Haus aus der Zeit nach 1751, dem Jahr des verheerenden Stadtbrandes, der ganze Straßenzüge in Schutt und Asche gelegt hatte. Forcke zieht mit der Rathsapotheke in dieses Haus und wird es in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts abreißen und durch einen repräsentativen Massivbau aus rotem Sandstein im Stil der Neorenaissance ersetzen lassen.
Vorgängerbau der Rathsapotheke, erbaut nach 1751
- Dieter Oemler
Vorgängerbau der Rathsapotheke, erbaut nach 1751 - Dieter Oemler
  • Caspar David Friedrich besucht während seiner Harzwanderung Wernigerode und besteigt am 29. Juni den Brocken. Stets fleißig skizzierend, entstehen daraus große Gemälde, wie "Das Grab des Arminius", "Gräber der Freiheitskämpfer" und andere.
  • Die Dekrete der westfälichen Regierung zur Bauernbefreiung werden von den Kleinbauern der Dörfer in der Grafschaft, wie z.B. in Silstedt und Veckenstedt, so ausgelegt, dass keine Frondienste mehr für den Grafen und die Großgrundbesitzer geleistet werden brauchen. Das führt zu Rechtsstreitigkeiten, die sich über Jahre hinziehen, in nahezu allen Fällen zugunsten des Grafen und der Großgrundbesitzer entschieden werden und das soziale Klima in der Grafschaft belasten.
  • Wernigerode wird in den neu gebildeten Landkreis Osterwieck der preußischen Provinz Sachsen integriert.
  • Der Rückfall in die deutsche Kleinstaaterei nach der Auflösung des Königreichs "Westfalen" und der Vertreibung der Franzosen beendet allerdings für Wernigerode und für die Grafschaft die gewonnenen wirtschaftlichen Vorteile.
  • Zu einem freiwilligen Jäger-Detachement schließen sich 46 Wernigeröder zusammen unter dem Kommando von Graf Ferdinand zu Stolberg-Wernigerode. Am 2. März verlassen sie die Heimatstadt, werden einem Ulanen-Regiment angeschlossen, reiten über den Rhein bis an die Maas und kehren am 5. Juli wieder heim.
  • Die französische Besatzungszeit hatte Neuerungen gebracht, die sich als fortschrittlich erwiesen. Grundsätzlich besteht Gleichheit aller vor dem Gesetz, die Gewerbefreiheit ist eingeführt, so genannte unangemessene Dienste (Hand- und Spanndienste) aufgehoben.
  • Das "Freiwillige Jäger-Detachement" kehrt nach vier Monaten am 5. Juli wohlbehalten wieder heim, mit dem Urteil des einen Freiwilligen: "Wie ein schöner Traum, so schnell schien meine ganze Reise hinter mir zu liegen."
  • In Wernigerode wird ein "Leitender Stadtförster" eingestellt und ein eigenständiges Stadtforstamt geschaffen.
Forstassessor Schmidt, Förster Labesehr, Förster Salzmann und Förster Müller (Büchenberg), von links nach rechts
- gemeinfrei
Forstassessor Schmidt, Förster Labesehr, Förster Salzmann und Förster Müller (Büchenberg), von links nach rechts - gemeinfrei
Brockenfelsen 1935
- Willy Pragher
Brockenfelsen 1935 - Willy Pragher
  • Die "Gräflich Stolberg - Wernigerödische Regierung" veröffentlicht am 28. August eine Bekanntmachung, wie die "Gesindeordnung der Preußischen Monarchie" vom November 1810 in der Grafschaft Wernigerode umgesetzt wird. Danach "kann eine Herrschaft ein Gesind ohne Aufkündigung sofort unter anderen auch entlassen, wenn das Gesinde ohne Erlaubniß der Herrschaft seines Vergnügens wegen ausläuft, oder ohne Noth über die erlaubte, oder zu dem Geschäfte erforderliche Zeit ausbleibt, oder sonst den Dienst muthwillig vernachlässigt, und von allen diesen Fehlern, auf wiederholte Verwarnung, nicht abstellt." (§129)
Stahlstich nach einem Bild von Ludwig Richter von Anfang des 19. Jahrhunderts
- Dieter Oemler
Stahlstich nach einem Bild von Ludwig Richter von Anfang des 19. Jahrhunderts - Dieter Oemler
  • Das Wernigerödische Intelligenzblatt veröffentlicht ein "Verzeichniß der Lectionen, welche von Michaelis 1816 bis Ostern 1817 in der hiesigen Oberschule gehalten werden". In der 5. und damit letzten Klasse der Oberschule werden unterrichtet: Christliche Religion und Sittenlehre, Biblische Geschichte, Naturgeschichte, Deutsche Geschichte, Geographie, Rechnen, Latein, Deutsch, Leseübungen und Übungen im Schönschreiben.
  • Der Pädagoge und Schriftsteller August Wilhelm Grube († 28. Januar 1884 in Bregenz) wird am 16. oder 17. Dezember in Wernigerode geboren. Er vermacht sein Vermögen seiner Geburtsstadt, die eine Straße nach ihm benennt.
    wikipedia.org - August Wilhelm Grube
  • Die Burgmühle geht in den Besitz von Ferdinand Karnatzki über, der dort Kisten für seinen Schokoladenversand anfertigen lässt.
200 Jahre später im Nationalpark Harz wieder angesiedelt
- Ole Anders
200 Jahre später im Nationalpark Harz wieder angesiedelt - Ole Anders
  • Der 1743 in Wernigerode geborene Wegbereiter der modernen Chemie, Martin Heinrich Klaproth, stirbt am 1. Januar in Berlin.
Geburtshaus von Klaproth am Liebfrauenkirchhof
© Wolfgang Grothe
Geburtshaus von Klaproth am Liebfrauenkirchhof © Wolfgang Grothe
Wanderer zum Brocken Ende 19. Jahrhundert
- Stadtarchiv Wernigerode
Wanderer zum Brocken Ende 19. Jahrhundert - Stadtarchiv Wernigerode
  • Alle Schüler von Wernigerode werden "an der hiesigen Oberschule" bis zur 5. Klasse unterrichtet. Es besteht Schulpflicht für alle Kinder. In der 5. Klasse erhalten sie "Lektionen" in den Fächern "Christliche Religion und Sittenlehre, Biblische Geschichte, Geschichte, Geographie, Naturgeschichte, Rechenkunst, Im Lateinischen, Im Deutschen, Leseübungen, Übungen im Schönschreiben" und "Übungen im Choralsingen".
  • Am 7. Juli brennen in der Neustadt 3. Wohnhäuser und 14 Hinterhäuser ab.
Ehemaliges Burgtor von innen vor 1820
- Harzbücherei Wernigerode
Ehemaliges Burgtor von innen vor 1820 - Harzbücherei Wernigerode
Christianenhäuschen im Lustgarten
- Dieter Oemler
Christianenhäuschen im Lustgarten - Dieter Oemler
  • Das Gebäude am Oberpfarrkirchhof, das seit 1954 das Harzmuseum beherbergt, wird als Wohnhaus gebaut.
  • Die Grafschaft wird endgültig in den preußischen Staatsverband eingegliedert. Die politischen Rechte der Grafschaft sind dadurch zugunsten Preußens eingeschränkt. Die durch Napoleon eingeführten demokratischen Errungenschaften gehen wieder verloren. Hasserode wird wieder Bestandteil der Grafschaft Wernigerode.
  • Hasserode wird wieder der Grafschaft Wernigerode einverleibt. Der Graf von Wernigerode erhält die Kirche und die Schulhoheit von Hasserode.
  • Nach einem Vergleich zwischen Preußen und dem Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode in diesem Jahr soll ein eigener Landkreis Stolberg-Wernigerode gebildet und aus dem bisherigen Landkreis Osterwieck herausgelöst werden. Der Landkreis Stolberg-Wernigerode gehört zum 1905 gebildeten Regierungsbezirk Magdeburg als Mittelbezirk der preußischen Provinz Sachsen.
  • Am 8. September besucht Heinrich Heine auf seiner Harzreise die Stadt, nachdem er den Brocken bestiegen hatte. Er reist von Ilsenburg über "das Harznestchen" Wernigerode nach Elbingerode weiter.
Heinrich Heine, Oppenheim 1831
- Wikipedia
Heinrich Heine, Oppenheim 1831 - Wikipedia
  • Wernigerode wird Kreisstadt eines eigenen Landkreises innerhalb des Regierungsbezirkes Magdeburg der preußischen Provinz Sachsen. Aus dem restlichen Kreisgebiet des ehemaligen Landkreises Osterwieck, zu dem die Grafschaft Stolberg-Wernigerode gehörte, wird zusammen mit der Stadt Halberstadt der Kreis Halberstadt.
     
Stadtmauer und Turm am Burgberg 1829
- Harzbücherei Wernigerode
Stadtmauer und Turm am Burgberg 1829 - Harzbücherei Wernigerode
  • Die gräfliche Bibliothek zieht in die ehemalige Orangerie ein.
  • Es wird erstmals über "Hilfsklassen" für lernbehinderte Kinder berichtet.
  • Am 23. Mai wird die gräfliche Bibliothek in der ehemaligen Orangerie wiedereröffnet. Mit 100 000 Bänden und ihrer wertvollen Bibelsammlung zählt sie zu den bedeutendsten Privatbibliotheken Mitteldeutschlands. Sie ist für jedermann kostenlos zugänglich.
Ilsenburger Nagelschmiede 2015
© Wolfgang Grothe
Ilsenburger Nagelschmiede 2015 © Wolfgang Grothe
Blumengottesdienst zu Trinitatis in der Theobaldikapelle
- Dieter Oemler
Blumengottesdienst zu Trinitatis in der Theobaldikapelle - Dieter Oemler
  • Nahe des Ottofelsens wird ein Jagdhaus errichtet, das den Namen Carlshaus erhält.
  • Wie viele andere Stadttore hat auch das Burgtor seine Bedeutung verloren, bleibt aber weiter bestehen, da keine Notwendigkeit seines Abrisses besteht.
Ehemaliges Burgtor von außen um 1830
- Harzbücherei Wernigerode
Ehemaliges Burgtor von außen um 1830 - Harzbücherei Wernigerode
  • Das erste Krankenhaus in Wernigerode, vor der Mauer in der Nähe des Dullenturmes, an der späteren Ottostraße, heutige Johann-Sebastian-Bach-Straße, verfügt bei seiner Eröffnung am 20. Dezember über 14 Krankenbetten.
  • Wernigerode erhält eine Städteordnung. Darin ist vorgesehen, eine Stadtverordnetenversammlung mit 18 Mitgliedern zu wählen. Der Bürgermeister (ein unbesoldetes Ehrenamt) wird für jeweils 12 Jahre gewählt.
  • Bei Ausgrabungsarbeiten auf der Harburg, bis 16. Jahrhundert "Hardenberg" genannt, werden Mauerreste gefunden. Vermutlich befand sich die Burg im Besitz des Klosters Ilsenburg.
Auf der Harburg 2015
© Wolfgang Grothe
Auf der Harburg 2015 © Wolfgang Grothe
Hüttenmuseum Ilsenburg 1995
© Wolfgang Grothe
Hüttenmuseum Ilsenburg 1995 © Wolfgang Grothe
  • Das 1830 in der Nähe des Dullenturmes eröffnete erste Wernigeröder Krankenhaus verfügt 1832 über 30 Krankenbetten in sieben Krankenstuben. Dazu kommt ein Aufenthaltsraum und ein Untersuchungsraum für den Arzt. Über einen eigenen Arzt verfügt das Krankenhaus nicht. Der städtische Armenarzt versorgt das Krankenhaus ärztlich neben seinen sonstigen Diensten.
  • Der nächste Stadtbrand sucht am 8. Februar die Stadt heim, bleibt aber auf die Neustadt beschränk. Von der Schäferstraße ausgehend, über die Breite Straße greift das Feuer auf die Grüne Straße über. 29 Häuser werden total und 17 teilweise zerstört. 163 Bürger sind vorübergehend obdachlos. Das Rimkertor, in Größe und Bauart dem Westerntor ähnlich, ist so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass es abgerissen werden muss.
Ehemaliges Rimkertor von Innen, 8. Februar 1833
- Harzbücherei Wernigerode
Ehemaliges Rimkertor von Innen, 8. Februar 1833 - Harzbücherei Wernigerode
  • Die "Breite Straße" ist seit 1399 als durchquerende Straße in Ost-West-Richtung bekannt. In ihrem östlichen Teil gehörte sie bis 1529 zur selbstständigen Wernigeröder Neustadt. Das bisherige durch einen Brand zerstörte Rimbecker Tor wird abgerissen.
Östliches Ende der Breiten Straße
- Dieter Oemler
Östliches Ende der Breiten Straße - Dieter Oemler
  • Vor dem 1830 umgebauten Brockenhaus wird ein Aussichtsturm aus Holz errichtet.
    Harzmuseum Wernigerode - Brockenhaus mit Turm
Brockenhaus mit Turm, Ernst Helbig 1802-1866
- Harzmuseum Wernigerode
Brockenhaus mit Turm, Ernst Helbig 1802-1866 - Harzmuseum Wernigerode
  • In Wernigerode gibt es neun kleine Brauereien.
Bierbrauer in Wernigerode
- Hasseröder Brauerei
Bierbrauer in Wernigerode - Hasseröder Brauerei
  • Das "Hotel zum Bären" ist 1836 eines der größten und beliebtesten Ziele von Besuchern der Stadt.
     
"Hotel zum Bären" Breite Straße 78 vor 1836
- Harzbücherei Wernigerode
"Hotel zum Bären" Breite Straße 78 vor 1836 - Harzbücherei Wernigerode
Blick vom Galgenberg auf den Ochsenteich vor dem Bau der Bahnstrecke nach Ilsenburg
- gemeinfrei
Blick vom Galgenberg auf den Ochsenteich vor dem Bau der Bahnstrecke nach Ilsenburg - gemeinfrei
Stadt Wernigerode, zwei Flecken Ilsenburg und Nöschenrode und 13 Landgemeinden
- Frank Wiesner
Stadt Wernigerode, zwei Flecken Ilsenburg und Nöschenrode und 13 Landgemeinden - Frank Wiesner
Teichdamm vor 1895
- gemeinfrei
Teichdamm vor 1895 - gemeinfrei
  • Laut Urkunde übernimmt Michael Niehoff am 29. April die Krellsche Schmiede "für 975 Thalern in Golde" und ist mit Sorgfalt bemüht, das im süddeutschen Stil errichtete Fachwerk in Ordnung zu halten. Die Außenbalken tragen noch die Inschrift "Ich lasse den lieben Gott walten, er wird mich und die meiningen erhalten. Gott hat es geführt so daß es mir vergnüget. Der Segen des Herrn komme über mein Haus das Uebel von Uebel weiche heraus." Seither befindet sich das Haus im Besitz der Familie Niehoff. Schmiedemeister Wilhelm Niehoff, auch Wehrleiter und Oberbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr, stirbt am 10. Februar 1977.
Krellsche Schmiede
- Stadtarchiv Wernigerode
Krellsche Schmiede - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 30. Oktober wird Erbgraf Otto zu Stolberg-Wernigerode geboren.
Erbgraf Otto
- Konrad Breitenborn
Erbgraf Otto - Konrad Breitenborn
  • Auf dem Gelände der ehemaligen Burg Hartesrode befindet sich die Mühle von Carl Röhrig, der sie als Zichorienfabrik führt und 1860 eine Dampfmaschine einbaut. Zuvor wurde die Wasserkraft der Holtemme genutzt.
Reste des ehemaligen Kraftwerkes
© Wolfgang Grothe
Reste des ehemaligen Kraftwerkes © Wolfgang Grothe
  • Die Familie Küster erwirbt und bezieht das Anwesen im Bollhasental, führt zunächst eine kleine Wirtschaft und schafft damit die Grundlage für die Entwicklung des Hauses über ein Hotel, Lazarett, Kur- und Heilstätte und Pflegeheim.
Erholungsheim "Küsterskamp" in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts.
- Stadtarchiv Wernigerode PK IV/71
Erholungsheim "Küsterskamp" in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. - Stadtarchiv Wernigerode PK IV/71
  • Die Breite Straße wird erstmals gepflastert.
Ältestes bekanntes Foto der Breiten Straße um 1860
- gemeinfrei
Ältestes bekanntes Foto der Breiten Straße um 1860 - gemeinfrei
  • Der Name "Rote Mühle" wird durch Mühlenbesitzer Karl Peters für die frühere Mahlmühle an der Holtemme zwischen Wernigerode und Silstedt eingeführt. Frühere Namen sind Schwaneckesche Mühle und danach Schickesche Mühle. Die Mühle ist seit mehreren Jahrzehnten im Besitz der Familie Abel.
"Rote Mühle" 2015
© Wolfgang Grothe
"Rote Mühle" 2015 © Wolfgang Grothe
  • Die städtische Verwaltung beschließt, das auf der Pfarrstraße nahe dem Johannistor befindliche Magazinhaus als Armenhaus einzurichten (heute Pfarrstraße 30).
Liebfrauenkirche 1841
- Dieter Oemler
Liebfrauenkirche 1841 - Dieter Oemler
Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode (1785-1854)
- Dieter Oemler
Graf Anton zu Stolberg-Wernigerode (1785-1854) - Dieter Oemler
  • Der Küster der Liebfrauenkirche unterrichtet als einziger Lehrer 206 Schulkinder in drei Klassenstufen in einem einzigen Schulraum (Küsterhaus an der Liebfrauenkirche).
  • Durch einen Brand 1833 schwer beschädigt, wird das "Rimbecker Tor" ("Neustädter Tor"), bis auf die Tordurchfahrt, abgerissen. Eines der Stadttore der Stadt, das "Neustädter Tor" wird endgültig abgetragen.
Ehemalige nördliche Stadtmauer mit Gefangenemturm um 1855
- Harzbücherei Wernigerode
Ehemalige nördliche Stadtmauer mit Gefangenemturm um 1855 - Harzbücherei Wernigerode
Gebäude Kochstraße 19 (Foto 2016)
© Wolfgang Grothe
Gebäude Kochstraße 19 (Foto 2016) © Wolfgang Grothe
  • Anstelle der baufälligen Konkordienkirche wird eine neue mit gleichem Namen im byzantinischen Stil, östlich der Hohen Warte (heutiges Gemeindehaus) errichtet. Die Umfassungsmauern stellen sich aber bald als zu schwach heraus, in den Mauern zeigen sich Risse. Die Kuppel muss abgetragen werden. Ein Jahr später baut man sie neu.
 Die alte Hasseröder Kirche.
- Stadtarchiv Wernigerode PK VII/17
 Die alte Hasseröder Kirche. - Stadtarchiv Wernigerode PK VII/17
  • Der Wernigeröder Regierungsrat Stiehler bildet eine neue "Gewerkschaft" (Gesellschaft) mit dem Ziel, den Bergbau in den Gruben "Louise Charlotte", "Schlicksthal" und "Kleeblatts Glück" wieder aufzunehmen. 1847 wird der Versuch wieder aufgegeben.
Rathaus - Fassade aus Richtung Osten 1846
- Harzbücherei Wernigerode
Rathaus - Fassade aus Richtung Osten 1846 - Harzbücherei Wernigerode
  • 29. März: Fünfter großer Stadtbrand. U.a. werden das Stadtviertel mit der Hinterstraße, der Mittelstraße und der Heidestraße eingeäschert. Nur 10 Häuser, darunter das älteste Haus der Stadt, Hinterstraße 48, erbaut um 1400, bleiben erhalten. Auch das Nicolaihospital erleidet schwere Schäden. Der Schaden in der Stadt beträgt 100.000 Taler. Durch den Brand verliert ein Fünftel der Bevölkerung sein Obdach. Bedingt durch den Stadtbrand verändert sich in den folgenden Jahren das Aussehen der Stadtmitte. Die zuvor enge und winklige Westernstraße wird gerade und in Fortsetzung der Breiten Straße in deren Breite ausgebaut.
Landschaftsmaler Ernst Helbig (1802-1866) "Stadtbrände 1751 und 1847"
- Harzmuseum Wernigerode
Landschaftsmaler Ernst Helbig (1802-1866) "Stadtbrände 1751 und 1847" - Harzmuseum Wernigerode
  • Auf dem Brocken wird ein Preußisch Meteorologisches Institut gegründet.
Brocken
- gemeinfrei
Brocken - gemeinfrei
  • Nach den Plänen Friedrich August Stülers entsteht in Hasserode am Langen Stieg die im byzantinischen Stil erbaute Konkordienkirche. Ideenskizzen stammen auch von Friedrich Wilhelm IV.
Hasseröder Kirche von 1846 mit der für die Familie Honig erbauten Villa, heute Hochschule Harz, um 1900
- gemeinfrei
Hasseröder Kirche von 1846 mit der für die Familie Honig erbauten Villa, heute Hochschule Harz, um 1900 - gemeinfrei
  • Nach den revolutionären Ereignissen in Berlin kommt es auch in der Grafschaft Wernigerode zu heftigen Bevölkerungsunruhen. Nahezu alle Gemeinden wenden sich mit "März-Petitionen" an die gräfliche Regierung. Vor allem fordern die Bürger die Abschaffung noch vorhandener feudaler Lasten und die Beseitigung der Vorrechte des Grafen in der Gemeindeverwaltung und im Gerichtswesen.
  • Auf dem Rathaus Wernigerode weht erstmals die schwarz-rot-goldene Fahne. Der Bürgermeister Wilhelm Julius Hertzer (1814-1872) hatte dazu am 24. März die Zustimmung des Grafen Henrich eingeholt. Dieser hatte bemerkt, er fände es "nur angemessen", wenn "diese Fahne aufgesetzt werde".
  • Am 27. März veröffentlicht das "Wernigeröder Intelligenzblatt" eine Bekanntmachung den "Holzverkauf aus freier Hand betreffend", die Erleichterungen für die Einheimischen beim Erwerb von Holz in Aussicht stellt. "Es ist zwar bei den im Wege der Auktion angeordneten Holz-Verkäufe zum besten der Unvermögenden und der Käufer kleiner Holzportionen die Einrichtung beibehalten worden, daß das fichtene Stuken- und Anbruchholz aus freier Hand verkauft wird: indessen haben Seine Durchlaucht, unser gnädigst regierender Graf und Herr zur Erleichterung des Holzhandels sich bewogen gesehen, folgende weitere Anordnung zu treffen, in den sämmtlichen Gräflichen Forst-Revieren an Eingesessene hiesiger Grafschaft zum eigenen... Bedarf wiederum aus freier Hand zum Verkauf gestellt... Allerdings: reichen die Holzvorräthe... nicht aus, so müssen die Käufer eine unverhältnismäßige Reduktion ihrer Anforderungen sich gefallen lassen."
  • Am 31. März nimmt Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode mit einer Bekanntmachung zu den Petitionen Stellung. Er gesteht lediglich zu, bei der Besetzung der Pfarrstellen und der Ortsvorstände die Wünsche der Gemeinden berücksichtigen zu wollen.
  • Der Marktbrunnen wird in der Ilsenburger Eisenkunsthütte im neugotischen Stil gegossen.
"Wohltäterbrunnen" auf dem Markt
- Dieter Oemler
"Wohltäterbrunnen" auf dem Markt - Dieter Oemler
"Am Auerhahn" 2017
© Wolfgang Grothe
"Am Auerhahn" 2017 © Wolfgang Grothe
  • Am 12. Mai wird im Wernigeröder Schützenhaus, Ecke Sägemühlengasse/Salzbergtal, die "Liedertafel 1848" gegründet. Nach der Auflösung der Bürgerwehr, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im Zusammenhang mit der Märzrevolution gebildet wurde, rief der Führer der Demokraten, Justizrat Haushalter, dazu auf, nicht einfach auseinanderzugehen, sondern einen Gesangverein zu gründen. Im Aufruf des "Wernigeröder Intelligenzblattes" vom 8. Mai hieß es: "Zur Bildung einer Bürgerliedtafel werden die Kameraden, welche sich beim Gesange beteiligen wollen, zur Veranstaltungsstätte im hiesigen Schützenhause am 12. Mai abends 7 Uhr freundlichst eingeladen".      
  • Am 9. August wird die "Hasseröder Schützengesellschaft" gegründet. Es erscheinen 76 Mann, die das "Schützenbruderrecht" erwerben wollen. 1. Schützenmeister ist der Forstaufseher Friedrich Molle. Am 10. und 11. August findet auf der "Hohen Warte" oberhalb der neuen Kirche das erste "Hasseröder Freischießen" statt.
  • 26. November: Samuel Gottfried Erxleben gibt bekannt, "daß er unter heutigem Dato die Schenk- und Gastwirtschaft 'Zum Gothischen Hause' am Markte eröffnet hat". Die Geschichte des Hauses als Hotel und Gastwirtschaft beginnt. Zuvor erwarb Erxleben das Gebäude von Familie Stisser, nachdem er sein Haus in der Breiten Straße 11 ein Jahr zuvor bei dem Stadtbrand verlor.
    Wernigerödisches Intelligenzblatt - Nummer 216 - Dezember 1988 S. 7
Erneuerung des Hotels "Gothisches Haus" 1990
- Horst Duve
Erneuerung des Hotels "Gothisches Haus" 1990 - Horst Duve
  • In Wernigerode wird eine erste städtische Sparkasse gegründet.
  • Die seit Jahrzehnten überflüssige Stadtmauer mit ihren für Wernigerode typischen Halbschalentürmen und ihren Stadttoren stellt an einigen Stellen der Stadt ein Hindernis für bauliche Veränderungen und Erweiterungen dar. Besonders die Lage des Heideviertels bietet sich für innerstädtische Baumaßnahmen an.
Ehemaliger Findeisenturm auf der Heide (1850)
- Harzbücherei Wernigerode
Ehemaliger Findeisenturm auf der Heide (1850) - Harzbücherei Wernigerode
  • Das alte und baufällige Nicolai-Hospital wird abgerissen und durch einen großen dreistöckigen Bau ersetzt, das das Nicolai-Hospital und Salvatori-Hospital sowie das vom Feuer zerstörte Witwenhaus unter einem Dach vereint. "Die Länge des Hauses beträgt 173 Fuß, jeder der beiden Flügel 86 Fuß, bei einer Tiefe von 44 Fuß."  
  • Das beim Stadtbrand von 1847 schwer in Mitleidenschaft gezogene Nicolaihospital wird neu, in der noch heute bestehenden Form aufgebaut.
Ausgebranntes Häuserviertel nach dem Stadtbrand 1847, Ernst Helbig 1802-1866
- Harzmuseum Wernigerode
Ausgebranntes Häuserviertel nach dem Stadtbrand 1847, Ernst Helbig 1802-1866 - Harzmuseum Wernigerode
  • Victor Aime Huber, ein bedeutender deutscher Sozialreformer, politischer Denker, Reiseschriftsteller und Literaturhistoriker, siedelt sich in Wernigerode an. Er stirbt hier am 19. Juli 1869 und wird auf dem St. Theobaldifriedhof beigesetzt.
Victor Aime Huber
- Dieter Oemler
Victor Aime Huber - Dieter Oemler
  • Am 1. Juli wird in Nöschenrode ein "Mädchen-Rettungshaus" mit sieben Kindern eröffnet. Nach den Statuten der "Anstalt" sollen Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren, die sittlich verwahrlost sind oder in Gefahr sittlicher Verwahrlosung stehen, aufgenommen und christlich erzogen und zu häuslichen und weiblichen Arbeiten aller Art angehalten werden, um sie später als Haushaltshilfen einsetzen zu können. Das Haus sorgt für die Bedürfnisse der Kinder, sie erhalten Schulunterricht von hiesigen Pädagogen und sie bleiben bis zur Einsegnung oder darüber hinaus in Einzelfällen bis zum 16. Lebensjahr im Haus.
Zwölfmorgental und Harburg um 1800
- Harzbücherei Wernigerode
Zwölfmorgental und Harburg um 1800 - Harzbücherei Wernigerode
  • Das "Haus Sierakowsky" (Friedrichstraße, Ecke Mönchstieg) wird gebaut. Bauherr ist Major von Sierakowsky, Bürgermeister der selbstständigen Gemeinde Hasserode. Im Gegensatz zu anderen sich in Wernigerode ansiedelnden Pensionären, die ihre Häuser im traditionellen Fachwerkstil bauen lassen, wählt von Sierakowsky einen schlichten glatten Steinbau.
Haus Sierakowsky (gebaut 1852)
- Dieter Oemler
Haus Sierakowsky (gebaut 1852) - Dieter Oemler
  • Das Vortor und das Torwärterhaus des Westerntores werden abgerissen.
Westerntor um 1840. Der Vorbau wurde 1853 abgerissen.
- Stadtarchiv Wernigerode
Westerntor um 1840. Der Vorbau wurde 1853 abgerissen. - Stadtarchiv Wernigerode
  • Das Gothische Haus wird als Gaststätte genutzt und erstmalig auch als Gothisches Haus bezeichnet. Zuvor wurde es als "dat grote hus am Spelhus" bezeichnet.
Hotelier Willi "Gothischer Willi" Fricke
- gemeinfrei
Hotelier Willi "Gothischer Willi" Fricke - gemeinfrei
  • Der letzte Scharfrichter von Wernigerode (Ferdinand Körber, Promenade 1) gibt sein Amt auf. Auf der Höhe des Lindenberges baut er sich ein Anwesen, Hotel "Lindenberg".
Blick vom Hotel "Lindenberg" um 1865
- gemeinfrei
Blick vom Hotel "Lindenberg" um 1865 - gemeinfrei
  • Am 17. Februar wird durch Professor Huber in Wernigerode ein "Darlehns-Verein", die "Theobaldi-Darlehnscasse" gegründet, der "kleinen selbstständigen Gewerbetreibenden und Handarbeitern durch Darlehen in ihren Geschäften helfen soll". Noch im Jahr 1855 nutzen 122 Personen das Darlehen für das laufende Geschäft, zur Tilgung alter Schulden oder für die Wohnungsmiete.
Blick vom Kapitelsberg auf Hasserode
- Stadtarchiv Wernigerode
Blick vom Kapitelsberg auf Hasserode - Stadtarchiv Wernigerode
Bad Hasserode (Anfang 20. Jahrhundert)
- Stadtarchiv Wernigerode
Bad Hasserode (Anfang 20. Jahrhundert) - Stadtarchiv Wernigerode
  • Für den 22. Juli wird vermerkt: "Die Sonntagnachmittag von 3 Uhr an bei uns eingetretenen Wasserfluthen sind die stärksten und verheerendsten gewesen, welche wir seit Menschengedenken gehabt haben."
     
Überschwemmung nach extremem Starkregen (Aufnahmedatum unbekannt)
- Mahn- und Gedenkstätte Archiv
Überschwemmung nach extremem Starkregen (Aufnahmedatum unbekannt) - Mahn- und Gedenkstätte Archiv

	
		
	
	
		
			Holfelderplatz und Kaiserstraße in Nöschenrode um 1895
		
	

- Dieter Oemler
Holfelderplatz und Kaiserstraße in Nöschenrode um 1895 - Dieter Oemler
"Küsters Kamp" als Parkhotel in den 1920er Jahren
- Stadtarchiv Wernigerode
"Küsters Kamp" als Parkhotel in den 1920er Jahren - Stadtarchiv Wernigerode
Wernigerode um 1855
- Frank Wiesner
Wernigerode um 1855 - Frank Wiesner
  • Franz Liszt nimmt am 23. Juli an einem Musikfest in Wernigerode teil.
  • Das bisherige Adenbüttelsche Grundstück an der Westseite des Marktes wird erstmalig "Gothisches Haus" genannt. Nachdem das alte Rathaus an der Ostseite des Marktes beim Stadtbrand eingeäschert worden war, und der Rat der Stadt beschlossen hatte, das Rathaus nicht wieder an der alten Stelle zu errichten, war zunächst das Adenbüttelsche Grundstück als künftiges Rathaus im Gespräch.
  • Der Ilsenburger Maler Roland Riefenstahl (1823-1903) hält in einem Gemälde von 1857 den Bauzustand des Johannistores in der Wernigeröder Neustadt fest.
Am Johannistor 
- Harzmuseum Wernigerode
Am Johannistor  - Harzmuseum Wernigerode
  • Am 21. April wird der "Wernigeröder Vorschuß-Verein" gegründet und eröffnet seine Tätigkeit mit 38 Mitgliedern, deren Einzahlungen 138 Taler betragen. Die Mitglieder des Vereins zahlen ein "Eintrittsgeld" von 4 Talern und einen monatlichen Beitrag von 2 1/2 Silbergroschen und haben dafür die Möglichkeit, in "Fällen der Noth und Bedrängniß zum Betrieb" ihres "Geschäfts Capitale von 10-100 Thlr., natürlich gegen genügende Bürgschaft aufnehmen zu können".
  • Der Seilermeister Gerlitz erwirbt das Haus Krummel und lässt es bis 1874 umbauen, wobei die neuen Fassadenteile in historischer Manier den barocken Originalen angepasst werden.
Krummelsches Haus
- Dieter Oemler
Krummelsches Haus - Dieter Oemler
Parade auf dem Marktplatz aus Anlass des Regierungsantritts des Grafen Otto (Maler: Robert Riefenstahl aus Ilsenburg)
- Fotothek Harzbücherei
Parade auf dem Marktplatz aus Anlass des Regierungsantritts des Grafen Otto (Maler: Robert Riefenstahl aus Ilsenburg) - Fotothek Harzbücherei
Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode
- Fotothek Harzbücherei
Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode - Fotothek Harzbücherei
Das bisher älteste Bild von Wernigerode zeigt den Blick vom Westerntor in Richtung Friedrichstraße, die mit Kirschbäumen gesäumt ist. Im Vordergrund die steinerne Brücke über den Zillierbach.
- Dieter Oemler
Das bisher älteste Bild von Wernigerode zeigt den Blick vom Westerntor in Richtung Friedrichstraße, die mit Kirschbäumen gesäumt ist. Im Vordergrund die steinerne Brücke über den Zillierbach. - Dieter Oemler
  • Das "preußische Judenedikt von 1812", das Juden eine eingeschränkte Gleichstellung einräumte, wurde in der Grafschaft Wernigerode nicht übernommen. Erst 1859 lassen sich wieder jüdische Familien in der Stadt nieder.
  • In den Jahren 1860 bis 1880 beginnen in Wernigerode große Veränderungen. Im Heideviertel werden die Spuren des letzten großen Stadtbrandes von 1847 beseitigt. Zur bisherigen Bevölkerungsstruktur mit Kaufleuten, Ackerbürgern, Handwerkern und Tagelöhnern kommen als Folge der ökonomischen Entwicklung vermehrt Arbeiter hinzu. Die Einwohnerzahl steigt von 6.936 auf 9.110 an.
Flutrenne, Grenze zum Flecken Nöschenrode. Von ihr zweigt sich ein Mühlgraben ab, der zwei in der Stadt gelegene Mühlen versorgt. Schloss im barocken Zustand um 1865
- Dieter Oemler
Flutrenne, Grenze zum Flecken Nöschenrode. Von ihr zweigt sich ein Mühlgraben ab, der zwei in der Stadt gelegene Mühlen versorgt. Schloss im barocken Zustand um 1865 - Dieter Oemler
  • Auf dem Markt finden regelmäßig Wochenmärkte statt. Hier können die Bauern der Umgebung frei ihre Produkte verkaufen.
Markt um 1860
- Stadtarchiv Wernigerode
Markt um 1860 - Stadtarchiv Wernigerode
  • In den Jahren 1860 bis 1870 entsteht östlich der bisherigen Stadt die Johannisvorstadt (heute: Große Ziegelstraße, Kleine Ziegelstraße, Klara-Zetkin-Straße, Schreiberstraße, Dammstraße), volkstümlich auch als "Jerusalem" bezeichnet. In der Johannisvorstadt wohnen als Hauseigentümer oder Mieter überwiegend Arbeiter, die in der sich entwickelnden Industrie, im Baugewerbe und bei der Bahn beschäftigt sind.
In der ehemaligen "Johannisvorstadt" 2015
© Wolfgang Grothe
In der ehemaligen "Johannisvorstadt" 2015 © Wolfgang Grothe
  • Die alte Konkordienkirche wird abgebrochen und das jetzt noch bestehende Pfarrhaus gebaut.
Schlossblick um 1860
- Dieter Oemler
Schlossblick um 1860 - Dieter Oemler
Zu den ältesten Aufnahmen von Wernigerode gehört das Foto vom Wehr und dem Fußgängersteg in der Ilsenburger Straße. Das barocke Schloss und der alte Turm der Sylvestrikirche verweisen das Bild in die 1860er Jahre.
- Dieter Oemler
Zu den ältesten Aufnahmen von Wernigerode gehört das Foto vom Wehr und dem Fußgängersteg in der Ilsenburger Straße. Das barocke Schloss und der alte Turm der Sylvestrikirche verweisen das Bild in die 1860er Jahre. - Dieter Oemler
  • Während einer achttägigen Harzwanderung 1860 besucht Wilhelm Raabe die Stadt.
  • Am 9. Juni feiert der "Gute Hirte" in der Friedrichstraße 104 (zuvor Gemeindeschenke) seine Eröffnung. ("Erziehungsheim für schwach- und blödsinnige Mädchen") Der erste Pflegling ist die 12-jährige Luise Völkering. Sie bleibt bis zum Tag ihres Todes im Jahre 1921 als 72-jährige ihr ganzes Leben in der Anstalt.
  • Der Sozialreformer Victor Aime Huber gründet im Mühlental eine Herberge und Bildungsstätte für die unterprivilegierten Schichten. Nach ihm ist die Huberstraße benannt.
Huberhaus im Mühlental
- Dieter Oemler
Huberhaus im Mühlental - Dieter Oemler
Der Innenhof des Schlosses 1862 vor dem Umbau zum Repräsentationsschloss
- Dieter Oemler
Der Innenhof des Schlosses 1862 vor dem Umbau zum Repräsentationsschloss - Dieter Oemler
  • Graf Otto lässt das Barockschloss zu einem Repräsentationsschloss mit Kirche, Terrasse und Bergfried umbauen. Zum Abschluss bietet sich ein fast völliger Neubau. Schlossbaumeister ist der in Blankenburg geborene Carl Frühling (1839-1912).
Blick vom Pulvergarten auf das Barockschloss
- Dieter Oemler
Blick vom Pulvergarten auf das Barockschloss - Dieter Oemler
  • Für die "höhere" Knabenschule wird ein neuer Massivbau (Oberpfarrkirchhof 7) übergeben mit der Maßgabe, dass dort wieder das Abitur abgelegt werden kann.
  • Der Apotheker Arnold Forcke übereignet der Stadt einen großen Garten mit der Auflage, darauf eine Erziehungsanstalt für verwahrloste Kinder zu errichten. Die Stadt aber verkauft das Grundstück parzelliert und fasst den Erlös in eine Forcke-Stiftung zusammen. Der Stifter wird durch den Straßennamen Forckestraße geehrt.
  • Wernigerode erhält eine Gasbeleuchtung.
  • Nach den Plänen des Schlossbaumeisters Carl Frühling wird der fürstliche Marstall in den Jahren 1863/64 erbaut, da der alte Marstall auf den Schlossterassen zu klein geworden ist.
    Volksstimme - 23.06.2014 S.7
Marstall 2015
© Wolfgang Grothe
Marstall 2015 © Wolfgang Grothe
  • Auf dem Gelände des früheren Ochsenteichs wird ein gräfliches Sägewerk gebaut.
Blick vom Galgenberg auf auf das gräfliche Sägewerk
- Dieter Oemler
Blick vom Galgenberg auf auf das gräfliche Sägewerk - Dieter Oemler
  • Der Ratskeller wird als öffentliche Gaststätte geschlossen und dient nun als Leihanstalt und Feuerwache. Im Obergeschoss des Rathauses befindet sich der große Festsaal und im Untergeschoss tagen die Stadtverordneten.
Sitzungssaal der Stadtverordneten im Untergeschoss des Rathauses
- Dieter Oemler
Sitzungssaal der Stadtverordneten im Untergeschoss des Rathauses - Dieter Oemler
Flutrenne an der Schönen Ecke
- Dieter Oemler
Flutrenne an der Schönen Ecke - Dieter Oemler
  • Der Hotelier Ferdinand Körber lässt mit dem "Hotel Lindenberg" ein viel besuchtes Lokal errichten und am 1. April eröffnen.
Blick vom Hotel Lindenberg auf Stadt und Schloss
- Dieter Oemler
Blick vom Hotel Lindenberg auf Stadt und Schloss - Dieter Oemler
  • Die Gymnasialfeuerwehr (Schülerfeuerwehr) wird mit Schreiben vom Rektor Förstemann an den Magistrat am 15. Januar gegründet. Die Schülerfeuerwehr besteht nachweislich bis Kriegsende 1945.
Schüler der Gymnasial-Feuerwehr 1876
- Dieter Oemler
Schüler der Gymnasial-Feuerwehr 1876 - Dieter Oemler
  • Wie die gesamte Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen hat auch das Westerntor als "Stadteingang" seit vielen Jahrzehnten seine Notwendigkeit verloren, wird aber von den Bürgern als eines der wichtigsten Symbole des Stadtbildes empfunden.
Am "Westernthor" 1865
- Harzbücherei Wernigerode
Am "Westernthor" 1865 - Harzbücherei Wernigerode
  • Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung wird die Stadtmauer zur Behinderung in der Entwicklung der Stadt. Nach Genehmigung durch den preußischen Kriegsminister beginnt der Abriss.
Burgtor mit Stadtmauer vor dem Abriss um 1880
- Dieter Oemler
Burgtor mit Stadtmauer vor dem Abriss um 1880 - Dieter Oemler
  • Der Gastwirt Heinrich Schwanecke erhält die Genehmigung für den Bau eines einfachen Getränkeausschanks am Wasserfall "Steinerne Renne".
spätere "Steinerne Renne"
- Dieter Oemler
spätere "Steinerne Renne" - Dieter Oemler
Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode
- Konrad Breitenborn
Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode - Konrad Breitenborn
Breite Straße in der Zeit um 1867
- Dieter Oemler
Breite Straße in der Zeit um 1867 - Dieter Oemler
Fürst Otto
- Fotothek Harzbücherei
Fürst Otto - Fotothek Harzbücherei
Stadtisches Gaswerkes um 1925
- Frank Wiesner
Stadtisches Gaswerkes um 1925 - Frank Wiesner
Kanonen auf der Schlossterasse
- Stadtarchiv Wernigerode
Kanonen auf der Schlossterasse - Stadtarchiv Wernigerode
  • Das St. Georg-Hospital, an dem seit 1866 gebaut wurde, wird seiner Bestimmung übergeben.
Das Seniorenheim "St. Georg" in der Ilsenburger Straße 2015
© Wolfgang Grothe
Das Seniorenheim "St. Georg" in der Ilsenburger Straße 2015 © Wolfgang Grothe
  • Der am 15. April gegründete "Harzverein für Geschichte und Altertumsforschung" richtet in Wernigerode eine Vereinsbücherei ein. Ziel der Initiative ist die Förderung der Harzgeschichtsforschung und das Sammeln einschlägiger Publikationen zum Thema Harz.
Harzbücherei und Harzmuseum 2016
© Wolfgang Grothe
Harzbücherei und Harzmuseum 2016 © Wolfgang Grothe
  • Erste Versammlung des "Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins" in Wernigerode "im Locale des Schützenwirths Herrn Henneberg". Diese Versammlung am 18. Februar gilt als Geburtsstunde der sozialdemokratisch organisierten Arbeiterbewegung in Wernigerode.
  • Am 22. Februar tritt der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) in Wernigerode zum zweiten Mal mit einer großen Versammlung an die Öffentlichkeit. Mit hunderten Besuchern war der Saal des Schützenhauses überfüllt.
  • Der Gastwirt Schwanecke eröffnet den Getränkeausschank am Wasserfall "Steinerne Renne".
Gasthaus an der Steinernen Renne 1869
- Dieter Oemler
Gasthaus an der Steinernen Renne 1869 - Dieter Oemler
Sylvestrikirche 1869
- Dieter Oemler
Sylvestrikirche 1869 - Dieter Oemler
  • Auf Anregung des damaligen Branddirektors Frohse aus Wernigerode treffen sich am 30. Juni ca. 15 Stadt- und Feuerwehrvertreter aus dem Harz- und Altmarkraum, um über die Gründung eines Feuerwehrverbandes zu beraten. Untermalt wird die Zusammenkunft durch mehrere Schauübungen der Wernigeröder Wehr. Die Abschlusssitzung findet im "Hotel Weißer Hirsch" statt. Der 1. Verbands- und Gründungstag erfolgt in Oschersleben.Der 1. Vorsitzende ist Frohse aus Wernigerode. Der Name des Verbandes lautet "Harz-Altmärker Feuerwehrverband". Aufgabe des Verbandes ist die Interessenvertretung der Feuerwehren gegenüber den Behörden.
  • Am 28. Juli wird am Westerntor der Grundstein für ein Gymnasium gelegt, nachdem die vorher dort stehende "Schmiede Kallenbach" abgerissen worden war.
  • Um das Jahr 1870 bauen die Wernigeröder Kaufleute bevorzugt ihre Handelshäuser in der oberen Burgstraße. Diese ist auch die wichtigste Verbindung zwischen der Stadt und dem Schloss sowie dem Flecken Nöschenrode.
     
Obere Burgstraße um 1900
- Dieter Oemler
Obere Burgstraße um 1900 - Dieter Oemler
  • Die Stadtmauer befindet sich in einem sehr desolaten Zustand, nur Reste sind noch vorhanden. Historisch interessierte Bürger und selbst Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode nehmen sich der Mauerreste am Burgberg und am Vorwerk an planen eine Sanierung und damit Erhaltung der Reste.
Reste der Stadtmauer am Burgberg um 1870
- Dieter Oemler
Reste der Stadtmauer am Burgberg um 1870 - Dieter Oemler
  • Um 1870 entsteht an der Westseite des fürstlichen Bibliotheksgebäudes im Lustgarten ein Palmenhaus nach Entwürfen des Baumeisters Messow. Eine andere Quelle nennt für das Palmenhaus als Baujahr 1877 und als Baumeister Carl Frühling.
Palmenhaus im Lustgarten
- Dieter Oemler
Palmenhaus im Lustgarten - Dieter Oemler
  • Das am 29. März 1847 beim Stadtbrand total ausgebrannte Hotel "Zum weißen Hirsch" ist inzwischen neu aufgebaut eines der besten Gasthäuser der Stadt.
     
Hotel "Weißer Hirsch" um 1870
- Harzbücherei Wernigerode
Hotel "Weißer Hirsch" um 1870 - Harzbücherei Wernigerode
  • Das Fürstliche Gymnasium (heutiges Gerhart-Hauptmann-Gymnasium) wird eingeweiht.
heutiges Gerhart-Hauptmann-Gymnasium
- Dieter Oemler
heutiges Gerhart-Hauptmann-Gymnasium - Dieter Oemler
Bahnhofsgebäude 1888
- Dieter Oemler
Bahnhofsgebäude 1888 - Dieter Oemler
Alte Hasseröder Brauerei
- Hasseröder Brauerei
Alte Hasseröder Brauerei - Hasseröder Brauerei
  • Der 1804 in Wernigerode geborene spätere Generalinspekteur der preußischen Artillerie Gustav Eduard Hindersin wird erster Ehrenbürger der Stadt Wernigerode, vermutlich auch wegen seiner Verdienste bei der Einnahme von Paris während des deutsch-französischen Krieges 1870/71.
Nicolaikirche
- Dieter Oemler
Nicolaikirche - Dieter Oemler
  • Der in Deutschland stärker werdende Einfluss der Sozialdemokratie veranlasst Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode, verschiedene Sozialmaßnahmen ausarbeiten zu lassen. Als Industrieller, er ist u.a. Hütten-, Zuckerfabriken-, Maschinenfabriken-, Wald- und Bergwerksbesitzer, will er damit sozialen Forderungen die Schärfe nehmen.
Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode
- Fotothek Harzbücherei
Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode - Fotothek Harzbücherei
Fürst Otto
- Fotothek Harzbücherei
Fürst Otto - Fotothek Harzbücherei
  • Am 7. Dezember erscheint im "Wernigeröder Intelligenzblatt" folgende Anzeige: "Der Arbeiterstand von Hasserode wird zu einer Besprechung wegen der Errichtung eines Arbeitervereins sowie mehrerer Arbeiterfragen zu heute Abend 8 Uhr in den Deutschen Kaiser eingeladen".
Kanonen auf der Schlossterasse
- Stadtarchiv Wernigerode
Kanonen auf der Schlossterasse - Stadtarchiv Wernigerode
Alte Köhlerkate im Harz
- Gerhard Bombös
Alte Köhlerkate im Harz - Gerhard Bombös
  • Die Kreuzkirche wird als Gotteshaus der Altlutherischen Kirche geweiht.
    wikipedia.org - Wernigerode
Evangelische Freikirche
© Wolfgang Grothe
Evangelische Freikirche © Wolfgang Grothe
  • Das Rathaus wird gründlich renoviert und zum Teil umgebaut.
     
Rathaus
- Stadtarchiv Wernigerode
Rathaus - Stadtarchiv Wernigerode
  • Wegen Baufälligkeit wird die Nicolaikirche abgerissen. Die Kanzel und vermutlich die Emporen der abgebrochenen Kirche werden in der Kreuzkirche der Altlutheraner, der einzigen Wernigeröder Fachwerkkirche, verwendet.
Das einzige und letzte Bild der Nicolaikirche kurz vor dem Abriss 1873
- gemeinfrei
Das einzige und letzte Bild der Nicolaikirche kurz vor dem Abriss 1873 - gemeinfrei
  • Am 1. Januar wird nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in Wernigerode die Hundesteuer eingeführt.
  • Erst ab diesem Jahr sind in Wernigerode fünf jüdische Familien (Cohn, Meyerstein, Reichenbach, Spitzer, Salzmann) mit 17 Personen nachgewiesen. Ein preußisches Gesetz von 1847 hatte Juden in Preußen uneingeschränktes Wohnen gestattet.
  • Am 4. August übergibt Ernst Eckerlin seine Firma "Colonial- und Materialwaren-Geschäft" am Markt seinem Sohn Otto Eckerlin.
  • Wernigerode hat 7.577 Einwohner.
Alte Ansicht auf Wernigerode in Richtung Süden 1848
- Harzmuseum Wernigerode
Alte Ansicht auf Wernigerode in Richtung Süden 1848 - Harzmuseum Wernigerode
  • Das "Haus Krummel" in der Breiten Straße, Mitte des 19. Jahrhunderts vom Seilermeister Gerlitz erworben, wird von diesem, beginnend 1875, umgebaut. Die neuen Schnitzereien werden vom Bildhauer Carl Bormann aus Nöschenrode angefertigt.
Krummelsches Haus Ende 19. Jahrhundert
- Dieter Oemler
Krummelsches Haus Ende 19. Jahrhundert - Dieter Oemler
  • Auf dem Nicolaiplatz wird ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Krieges 1870/71 gesetzt.
  • Auf der Bergkuppe des Armeleuteberges wird eine kleine Schutzhütte, das Ahrendshäuschen, gebaut. Benannt wurde es nach dem privaten Stifter Kaufmann und Stadtrat Ferdinand Ahrends.
  • Wilhelm Lüders gründet in der Bahnhofstraße eine Eisengießerei.
Eisengießerei Lüders in der Bahnhofstra0e
- Dieter Oemler
Eisengießerei Lüders in der Bahnhofstra0e - Dieter Oemler
  • Dem Stadtforstamt wird neben den Holzrechten auch das Jagdrecht zugesprochen.
Im Stadtwald am Voigtsstieg
- Stadtarchiv Wernigerode
Im Stadtwald am Voigtsstieg - Stadtarchiv Wernigerode
  • Mit dem Bau einer neuen Gaststättenanlage, die mit der Eröffnung "Kurhaus Wernigerode - Logierhaus mit Theatersaal" genannt wird (später "Stadtgarten"), beginnen öffentliche Veranstaltungen, kulturelle und später auch politische.
Nutzung des Logier- und Gesellschaftshauses nach 1950 als "Verpflegungsstätte Leo Tolstoi" für dezentral in Privatquartieren untergebrachte FDGB-Urlauber
- Dieter Oemler
Nutzung des Logier- und Gesellschaftshauses nach 1950 als "Verpflegungsstätte Leo Tolstoi" für dezentral in Privatquartieren untergebrachte FDGB-Urlauber - Dieter Oemler
  • Auf der Grundlage des Gesetzes "Kreisordnung für die östlichen Provinzen" in Preußen entsteht aus der bisherigen Grafschaft Wernigerode mit Wirkung vom 01. Oktober der preußische Landkreis Wernigerode. Im neuen Landkreis wohnen nur knapp 24000 Einwohner, davon in der Kreistadt fast 8000. Erster Landrat ist Dr. Rudolf Elvers. Die Kreisstadt wird von einem Magistrat unter Vorsitz des Bürgermeisters regiert.
  • Wilhelm Keffel eröffnet in dem Mitte des 16. Jahrhunderts gebauten Fachwerkhaus Marktstraße 5 eine Bäckerei.
Marktstraße 5 1928 vor dem Umbau
- Stadtarchiv Wernigerode
Marktstraße 5 1928 vor dem Umbau - Stadtarchiv Wernigerode
  • Ab 25. Oktober nennt sich das "Wernigeröder Intelligenzblatt" nicht mehr "Amtsblatt der Gräflich Stolberg - Wernigerödischen Regierung", sondern "Amtsblatt des Kreises Wernigerode".
  • An der Westseite des fürstlichen Bibliotheksgebäudes wird das Palmenhaus angebaut. Für die Palmen und andere Ziergewächse aus südlichen Ländern, die in den Sommermonaten entsprechend des Zeitgeschmacks im Hof des Wernigeröder Schlosses und auf dem Gelände des Lustgartens stehen, war die Schaffung einer Überwinterungsmöglichkeit notwendig.
  • In Hasserode wird eine Freiwilligen Feuerwehr gegründet.
  • Kaiser Wilhelm I. besucht erstmals zu einer Jagd Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode.
Kaiser Wilhelm I. mit seiner Jagdgesellschaft
- Dieter Oemler
Kaiser Wilhelm I. mit seiner Jagdgesellschaft - Dieter Oemler
Das festlich geschmückte Hotel "Deutsches Haus" aus Anlass des Besuchs Kaiser Wilhelm I. im Oktober zur Jagd bei Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode.
- Dieter Oemler
Das festlich geschmückte Hotel "Deutsches Haus" aus Anlass des Besuchs Kaiser Wilhelm I. im Oktober zur Jagd bei Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode. - Dieter Oemler
  • Am 9. November gründen 23 angesehene Bürger von Wernigerode den Harzer Geflügelzüchterverein. Er ist einer der ersten Vereine in Wernigerode.
Die fürstliche Familie
- Stadtarchiv Wernigerode PK I 0019
Die fürstliche Familie - Stadtarchiv Wernigerode PK I 0019
Weingroßhandlung "Otto Menzel" in der Friedrichstraße 1878
- Dieter Oemler
Weingroßhandlung "Otto Menzel" in der Friedrichstraße 1878 - Dieter Oemler
  • In seinem Testament verfügt der Rechnungsrat Heinrich August Plemnitz, dass sein gesamter Nachlass für wohltätige Zwecke verwendet werden soll. Sein Vermögen soll der "gewissenhaften Erziehung verwaister Kinder von armen, aber braven Eltern" dienen.
  • In Wernigerode wird am 28. Juni ein neuer Verein, der sich "Verein für Gesetzlichkeit und Ordnung in der Grafschaft Wernigerode" nennt, gegründet. Den Zweck des Vereins beschreibt seine politisch-antisozialdemokratische Ausrichtung: "In den unseligen Vorgängen in den letzten Wochen sind die Früchte der sozialistischen Umtriebe, welche die Fundamente des Staates und der bürgerlichen Gesellschaft zu untergraben und Geist und Gemüht des Volkes zu verwirren und zu vergiften seit Jahren bestrebt gewesen sind, zu Tage getreten".
  • Die Kirche St. Johannis erhält eine Turmuhr.
Otto zu Stolberg-Wernigerode
- Fotothek Harzbücherei
Otto zu Stolberg-Wernigerode - Fotothek Harzbücherei
  • Die Kleinkinderschule Insel 1 wird eröffnet.
  • Der Bahnanschluss und die Reichsgründung beleben die Wirtschaft der Stadt und der Grafschaft.
Bahnwärterhäuschen am Veckenstedter Weg 1993
- Horst Duve
Bahnwärterhäuschen am Veckenstedter Weg 1993 - Horst Duve
  • 15. Juli bis 14. September: Auf dem Gelände, auf dem heute Gericht und Kreishaus stehen, findet im Sommer eine "Gewerbeausstellung für den Harzgau" statt. 600 Aussteller beschickten die unter dem Protektorat des damaligen Grafen Otto stehende Ausstellung und die mit glänzendem Erfolge abgehaltene Gewerbeschau trug viel zur schnelleren Entfaltung des örtlichen Gewerbelebens bei.
Gelände der zweiten Gewerbeschau 1879
- Dieter Oemler
Gelände der zweiten Gewerbeschau 1879 - Dieter Oemler
  • Theodor Fontane ist laut Eintrag ins Gästebuch Gast im Hotel "Waldmühle". Fontane weilt in den Jahren 1878 bis 1881 regelmäßig zur Sommerfrische in Wernigerode.
persönlicher Eintrag von Theodor Fontane
- Stadtarchiv Wernigerode
persönlicher Eintrag von Theodor Fontane - Stadtarchiv Wernigerode
  • Die Stadt hat 8.274 Einwohner.
"Deutscher Gruß" aus dem schwarz-weiß-roten Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode
"Deutscher Gruß" aus dem schwarz-weiß-roten Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode
  • In Hasserode wird eine Brauerei gegründet.
  • Am 11. Juni kommt es nach einem starken Gewitter zu Hochwasser. Das Wasser der Flüsse steigt bis 1,80 m über Normal.
  • Theodor Fontane weilt wieder zur "Sommerfrische" in Wernigerode. Er schreibt: "Ich liebe diesen Ort so, dass ich, ich will nicht sagen, hier sterben, aber hier begraben sein möchte."
Theodor Fontane
- www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
Theodor Fontane - www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
  • Graf Otto ernennt den Schlossbaumeister Carl Frühling zum "Baurat".
Carl Frühling
- Dieter Oemler
Carl Frühling - Dieter Oemler
  • Am 4. April wird die neue Schlosskirche geweiht.
Ehemalige Gaststätte "Zur Harburg" 2015
© Wolfgang Grothe
Ehemalige Gaststätte "Zur Harburg" 2015 © Wolfgang Grothe
  • Am 25. Februar wird im Schützenhaus in Wernigerode nach dem Verbot der Sozialistischen Arbeiterpartei ein sozialdemokratisch orientierter Volksbidungsverein gegründet.
  • Am 21. Juli kommt es in Wernigerode zu einer großen und vielbeachteten Demonstration. 600 Halberstädter Sozialdemokraten unternehmen unter Vorantragen eines roten Regenschirms eine Harzpartie auf den Lindenberg, in das Mühlental und nach Hasserode, wo sie im "Deutschen Kaiser" endet.
Flutrenne
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Flutrenne - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Das Westerntor mit Vortor und Mauerturm 1844
- Stadtarchiv Wernigerode
Das Westerntor mit Vortor und Mauerturm 1844 - Stadtarchiv Wernigerode
Schlosshof
- Stadtarchiv Wernigerode
Schlosshof - Stadtarchiv Wernigerode
Das Wernigeröder Schloss nach dem Umbau
- Stadtarchiv Wernigerode
Das Wernigeröder Schloss nach dem Umbau - Stadtarchiv Wernigerode
Festsaal im Prunkschloss für "Durchlaucht"
- Fotothek Harzbücherei
Festsaal im Prunkschloss für "Durchlaucht" - Fotothek Harzbücherei
  • Am 24. Juni wird in der Liebfrauenkirche die vom berühmten Orgelbaumeister Sauer in Frankfurt/Oder erbaute neue Orgel feierlich eingeweiht. Pastor Rathmann spricht die Weiherede. "Heute steht die Orgel, ein Werk von erfahrener Künstlerhand, vollendet und ergreift die Hörer mit ihren mächtigen Tönen...; es blieb doch wohl kein Herz von den brausenden Tönen, die bis zum leisesten Adagio abschwellten, unberührt."
  • Die Stadtverordneten verfügen die Rangerhöhung der drei Mädchenklassen der Mädchen-Mittelschule zu einer Höheren Töchterschule.
Haus Gadenstedt am Oberpfarrkirchhof
- Dieter Oemler
Haus Gadenstedt am Oberpfarrkirchhof - Dieter Oemler
  • Alle Häuser der Stadt bekommen eine Hausnummer.
  • Auch im Inneren ist der Schlossumbau vollendet. Der Baumeister Carl Frühling hat aus dem ehemals schlichten Gebäude einen stark gegliederten repräsentativen Bau geschaffen, der sich dekorativ in das Landschaftsbild des nördlichen Harzrandes einfügt.
Schloss-Innenhof 1885 nach dem Umbau
- Dieter Oemler
Schloss-Innenhof 1885 nach dem Umbau - Dieter Oemler
Neugestaltung der Albert-Bartelsstraße 1994
- Horst Duve
Neugestaltung der Albert-Bartelsstraße 1994 - Horst Duve
  • Alle Straßen Hasserodes erhalten Namen. Früher trugen sie nur Nummern.
  • Die Sylvestrikirche, älteste Kirche der Stadt, erhält einen neuen Turm im neogotischen Stil.
Sylvestrikirche 1886
- Dieter Oemler
Sylvestrikirche 1886 - Dieter Oemler
Gaststätte "Kramershöhe"
- Dieter Oemler
Gaststätte "Kramershöhe" - Dieter Oemler
  • Nach einem Entwurf des Schlossbaumeisters Carl Frühling wird ein Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des Deutsch-Dänischen Krieges (1864) und des Deutsch-Östereichischen Krieges (1866) aus der Grafschaft Wernigerode errichtet. Der 30 Tonnen schwere Granitblock stammt aus dem Gebiet um den Ottofelsen. Für den Transport muss die Wernigeröder Firma Spilker extra einen Wagen anfertigen, der die schwere Last transportieren kann. Zehn Pferde müssen den Wagen ziehen, an dem eine lange Fichte befestigt ist, um den Wagen auf dem stark abschüssigen Weg bis zur Stadt zusätzlich zu bremsen.
Adlerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen im Deutsch-Dänischen und im Deutsch-Östereichischen Krieg
- Dieter Oemler
Adlerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen im Deutsch-Dänischen und im Deutsch-Östereichischen Krieg - Dieter Oemler
  • Die Sennhütte auf dem Ratskopf wird als Hotel eröffnet.
    wikipedia.org - Sennhütte
Zu den schönsten Ausflugszielen gehört der mit 65 Metern höchste natürliche Wasserfall des Harzes, die "Steinerne Renne"
- Dieter Oemler
Zu den schönsten Ausflugszielen gehört der mit 65 Metern höchste natürliche Wasserfall des Harzes, die "Steinerne Renne" - Dieter Oemler
Kanonen auf der Schlossterrasse
- Stadtarchiv Wernigerode PK/I/218
Kanonen auf der Schlossterrasse - Stadtarchiv Wernigerode PK/I/218
Kaiserbesuch in Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode PK/XII/30
Kaiserbesuch in Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode PK/XII/30
  • Unter dem Namen "Harmonia" gründet sich in Hasserode der erste Arbeitergesangverein. Das Gründungs-, Übungs- und Stammlokal ist die "Neue Quelle".
  • Johannes Wesche lässt die abgebrannte Zichorienfabrik in Hasserode zur Schokoladenherstellung umbauen.
  • Wernigerode erhält ein neues Postgebäude.
Renaissance-Fachwerkhaus von 1541, Standort des späteren ersten Postgebäudes, um 1880
- gemeinfrei
Renaissance-Fachwerkhaus von 1541, Standort des späteren ersten Postgebäudes, um 1880 - gemeinfrei
  • Das "Hotel Monopol" am Westerntor wird gebaut.
Hotel Monopol
- Dieter Oemler
Hotel Monopol - Dieter Oemler
Pferdekopf an der Krellschen Schmiede
- Stadtarchiv Wernigerode
Pferdekopf an der Krellschen Schmiede - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 13. Mai wird in Wernigerode durch die Initiative von Wilhelm Niewerth der "Maurerfachverein" wiedergegründet, nachdem während des "Sozialistengesetzes" die Tätigkeit der Arbeitervereinigungen untersagt war.
  • Im Januar wird im Garten des Wernigeröder Kurhauses eine erste Kunsteisbahn gegossen.
  • Der Westturm der Liebfrauenkirche, mit 61,37 m der höchste Kirchturm von Wernigerode, wird nach den Plänen des Architekten C.W. Hase aus Hannover neu errichtet. Es ist der dritte Turmbau dieser Kirche. Ursprünglich sollte die Kirche neogotisch umgestaltet werden. Die hohen Kosten für den Turm schränken die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde ein. So bleiben bis zum heutigen Tag Kirchenschiff und das Innere der Kirche als einzige in Wernigerode im Rokokostil erhalten.
Liebfrauenkirche
- Dieter Oemler
Liebfrauenkirche - Dieter Oemler
  • Die Dortmunder Union-Brauerei übernimmt die Pacht und den Ausbau des Ratskellers. Der bisherige Eingang des Ratskellers wird vom Klint auf die Ostseite verlegt.
Rathaus mit Ratskeller
- Stadtarchiv Wernigerode
Rathaus mit Ratskeller - Stadtarchiv Wernigerode
  • Wanderer aus Ilsenburg und Wernigerode feiern erstmals auf dem Brocken die Walpurgisnacht.
  • Im Haus des Tiergartenwärters im Christianental wird ein Gasthaus im Tiroler Stil eröffnet.
Gasthaus Christianental
- Stadtarchiv Wernigerode PK VI/21
Gasthaus Christianental - Stadtarchiv Wernigerode PK VI/21
Bismarck-Denkmal vor der "Harburg".
- Dieter Oemler
Bismarck-Denkmal vor der "Harburg". - Dieter Oemler
  • Die Stadtmauer im Bereich der heutigen Bartelsstraße und der Ringstraße wird nach und nach abgetragen, um Platz für die Neugestaltung zu schaffen.
     
Turm an der Ringstraße/Albert-Bartels-Straße 1889
- Harzbücherei Wernigerode
Turm an der Ringstraße/Albert-Bartels-Straße 1889 - Harzbücherei Wernigerode
  • Der Wernigeröder Arbeitergesangverein "Liederbund" wird von den Sozialdemokraten Wilhelm Niewerth, Ernst Kurzberg und Karl Husung als Tarnung für ihre politische Arbeit gegründet.
  • In Wernigerode und Hasserode existieren vier Turnvereine: der "Männer-Turnverein", der "Turnverein Urania", der "Turn- und Athletenklub" und der "Hasseröder Turnverein". Dazu kommt noch ein Radfahrer-Verein.
  • Am 26. April wird durch den Pestalozziverein im Standort des Plemnitz-Stiftes in Wernigerode ein Waisenhaus eingeweiht.
  • Die für die Verarbeitung von Stoffen für die Stadt wichtige Walkmühle (heute "Schiefes Haus"), stellt nach 210 jährigem Betrieb ihre Tätigkeit ein. Damit verliert auch der einst so wichtige Mühlgraben an Bedeutung.
Alte Mühle am Teichdamm
- Stadtarchiv Wernigerode
Alte Mühle am Teichdamm - Stadtarchiv Wernigerode
Postgebäude 1890
- Dieter Oemler
Postgebäude 1890 - Dieter Oemler
  • Albert Peter, Leiter des Botanischen Gartens Göttingen, legt auf der Brockenkuppe einen Versuchsgarten mit Alpenpflanzen an.
  • Bevölkerungszahl: 9976 "Seelen", davon 136 Katholiken und 41 Juden.
Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode um 1890
- Konrad Breitenborn
Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode um 1890 - Konrad Breitenborn
  • Am 5. Mai wird der Grundstein für das neue Schulhaus der Mädchen- Mittelschule und Höheren Töchterschule gelegt.
  • Am 2. Oktober feiern die hiesigen Sozialdemokraten das Ende des Bismarckschen "Sozialistengesetzes", ausgerechnet in der Hasseröder Gaststätte "Fürst Bismarck".
Waldhofbad als naturbelassene "Volksbadeanstalt" 1891
- Dieter Oemler
Waldhofbad als naturbelassene "Volksbadeanstalt" 1891 - Dieter Oemler
  • Die Höhere Töchterschule erhält ein eigenes Schulgebäude (heute Kanzleistraße).
Landesmusik-Gymnasium 2016
© Wolfgang Grothe
Landesmusik-Gymnasium 2016 © Wolfgang Grothe
  • Am 3. Mai wird erstmals in Wernigerode der 1. Mai offiziell gefeiert. Am 4. Mai schreibt das "Wernigeröder Tageblatt": "Die diesjährige Maifeier der Arbeiter kann mit vollem Recht als eine nach allen Seiten hin befriedigende und gelungene bezeichnet werden".
  • Die so genannten "Gründerjahre" fördern auch die Entwicklung unserer Stadt. Viele alte Gebäude werden abgerissen und durch moderne Häuser ersetzt. Neue Stadtviertel entstehen mit der wachsenden Einwohnerzahl. Bedingt durch die schöne Lage, lassen sich in Wernigerode besonders viele gut situierte Pensionäre nieder. Das bringt ihr den Spitznamen "Pensionopolis" ein.
Blick von der Terrasse des Schlosses im Jahr 1891
- Dieter Oemler
Blick von der Terrasse des Schlosses im Jahr 1891 - Dieter Oemler
  • Nach dem Ende des längst wirkungslosen Sozialistengesetzes wird am 20. Dezember der "Wernigeröder Volksbildungsverein" neu gegründet. Das eingereichte Mitgliederverzeichnis umfasst 121 Wernigeröder, 44 Hasseröder und einen Nöschenröder.
  • Die Bahnlinie von Wernigerode nach Bad Harzburg ist endgültig hergestellt.
  • Wernigerode erhält ein Amtsgerichts-Gebäude.
Papierfabrik Gebrüder Marschhausen in Hasserode/Brockenweg
- Dieter Oemler
Papierfabrik Gebrüder Marschhausen in Hasserode/Brockenweg - Dieter Oemler
  • Der vordere und höhere Teil des Hohnsteins, im oberen Thumkuhlental in der Nähe "Steinerne Renne" gelegen, wird vom Wernigeröder Harzklub besteigbar gemacht und nach dem Fürsten Otto als "Ottofels" benannt.
Ottofels
- Gerhard Bombös
Ottofels - Gerhard Bombös
ehemaliges "Volkshaus" 2015
© Wolfgang Grothe
ehemaliges "Volkshaus" 2015 © Wolfgang Grothe
  • Das Palais Lindenallee 27 dient dem jeweiligen fürstlichen Kammerpräsidenten als Dienstsitz.
  • Am 22. Januar wird Otto Christoph Heinrich Herfurth in Hasserode, als Sohn des Lehrers Otto Herfurth und dessen Ehefrau Elise Herfurth, geb. Scheibel, geboren. Die Familie bewohnt das Haus Triangel 2a. Wegen seiner Teilnahme am Hitlerattentat am 20. Juli 1944 als Generalmajor wird er zum Tode verurteilt und am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
  • Als "Besonderheiten" der Stadt werden in der "Statistik des Deutschen Reiches" genannt: "Bahnhof der Linie Heudeber, Wernigerode, Ilsenburg, Harzburg, der Preußischen Staatsbahn, Vorschussverein, Oberförsterei, Landratsamt, Amtsgericht, evangelische Pfarrkirche, fürstliches Konsistorium, Gymnasium, Waisenhaus, viele Stiftungen, Rathaus, Branntweinbrennerei, Eisen- und Kunstgalerie, Fabriken für Papierwaren, Wagen, Schokolade, Marmorwaren, Farbwaren, Zigarren, Kutschgeschirr, Mineralwasser, Konserven, Lampen, Käse, landwirtschaftliche Maschinen, Wollweberei, Steinbrüche, Bierbrauerei, Sägemühlen, Kunstschlosserei, Holzhandel, Sommerfrische mit bedeutendem Fremdenverkehr, unmittelbar bei Wernigerode auf einem 260m hohen Berg Schloss Wernigerode (312 Einwohner) des Fürsten zu Stolberg-Wernigerode mit Bibliothek und einem wildreichen Park, ferner bei Wernigerode der Flecken Nöschenrode und das Dorf Hasserode."
Hotel Lindenberg
- Stadtarchiv Wernigerode
Hotel Lindenberg - Stadtarchiv Wernigerode
  • Die "Diekmole" (Teichmühle) beendet ihren Betrieb. Sie wurde bis dahin vom Wasser des Mühlgrabens angetrieben und diente den Tuchmachern als Walkmühle.
"Diekmole" (Teichmühle)
- Dieter Oemler
"Diekmole" (Teichmühle) - Dieter Oemler
  • Am 3. März wird im Volksgarten Wernigerode (Hof Ecke Feldstraße/Schmatzfelder Straße) ein "Sozialdemokratischer Diskutierklub" gegründet.
Ratsapotheke
- Dieter Oemler
Ratsapotheke - Dieter Oemler
  • Am 15. Juni gründet sich der Arbeiter-Turn-Verein "Vorwärts".
Schützenverein in der Kaiserstraße später Nöschenröder Straße um 1900
- gemeinfrei
Schützenverein in der Kaiserstraße später Nöschenröder Straße um 1900 - gemeinfrei
  • Am 4. April wird der "Reise- und Unterstützungsverein der Tabakarbeiter" gegründet.
  • In Hasserode wird mit dem Bau des Amtshauses begonnen.
  • Die Wernigeröder Stadtverordneten stimmen dem Bau der Harzquer- und Brockenbahn zu.
Haltestelle "Steinerne Renne" - Anfang 20. Jahrhundert
- Stadtarchiv Wernigerode
Haltestelle "Steinerne Renne" - Anfang 20. Jahrhundert - Stadtarchiv Wernigerode
Kaffeefahrt zur Gaststätte "Silberner Mann" 1895
- Dieter Oemler
Kaffeefahrt zur Gaststätte "Silberner Mann" 1895 - Dieter Oemler
  • Das in der 2. Hälfte des Jahrhunderts von Karl Plaisant unter seinem Namen eröffnete Hotel in der Burgstraße wird aus unbekannten Gründen abgegeben und unter dem Namen "Kastens Hotel" weiter geführt. Der Name "Karl Plaisant" erscheint 1904 als Bewohner des Nöschenröder Armenhauses.
"Kastens Hotel"
- Dieter Oemler
"Kastens Hotel" - Dieter Oemler
Brockenhaus 1935
- Willi Pragher
Brockenhaus 1935 - Willi Pragher
  • Wernigerode ist Austragungsort der ersten "Harzer Gartenbau-Ausstellung".
  • Die Einwohnerzahl beträgt 10 778.
Markttag in Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode PK/II/176
Markttag in Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode PK/II/176
  • Die "Nordhausen-Wernigeröder-Eisenbahngesellschaft" wird gegründet.
Bahnhof Steinerne Renne
- Stadtarchiv Wernigerode PK IX/129
Bahnhof Steinerne Renne - Stadtarchiv Wernigerode PK IX/129
  • Fürst Otto stirbt am 19. November. Erbprinz Christian Ernst tritt die Erbfolge an.
Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode
- Fotothek Harzbücherei
Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode - Fotothek Harzbücherei
Amtshaus Hasserode
- Dieter Oemler
Amtshaus Hasserode - Dieter Oemler
Hotel Monopol und Haltestelle Westerntor
- Stadtarchiv Wernigerode PK/IV/206
Hotel Monopol und Haltestelle Westerntor - Stadtarchiv Wernigerode PK/IV/206
  • Am 17. Oktober wird vom Naturwissenschaftlichen Verein der Stadt Wernigerode zum Gedenken an Professor Karl August Lossen (Geologische Kartierung des Harzes) an der Straße nach Drei-Annen-Hohne am Abzweig Drängetal das Lossendenkmal eingeweiht. Am 17. Oktober 1993 wird es in der heutigen erweiterten Form fertiggestellt.
Lossendenkmal
© Wolfgang Grothe
Lossendenkmal © Wolfgang Grothe
"Fürst-Otto-Museum" ("Erbgrafen-Palais") in der Burgstraße
- Dieter Oemler
"Fürst-Otto-Museum" ("Erbgrafen-Palais") in der Burgstraße - Dieter Oemler
  • Mit Albert Bartels wird am 29. November der erste Sozialdemokrat in die Wernigeröder Stadtverordnetenversammlung gewählt.
Albert Bartels
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Albert Bartels - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Ab 1897 wird das Haus Breite Straße 4 als Cafe (heute "Cafe Wien") betrieben.
"Cafe Hauer", später "Cafe Wien"
- gemeinfrei
"Cafe Hauer", später "Cafe Wien" - gemeinfrei
  • Das erste Elektrizitätswerk der Stadt nimmt an der Promenade unmittelbar am Zillierbach seine Tätigkeit auf.
  • Die aus dem 16. Jahrhundert stammenden an der Ostseite des Marktplatzes stehenden drei Hertzer´schen Häuser, die den Stadtbrand 1751 überdauern, nicht aber den wirtschaftlichen Aufschwung der Gründerjahre, werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt.
Hertzer´sche Häuser Markt 6-8 an der Ostseite des Marktplatzes um 1895 vor ihrem Abriss
- Dieter Oemler
Hertzer´sche Häuser Markt 6-8 an der Ostseite des Marktplatzes um 1895 vor ihrem Abriss - Dieter Oemler
  • Die am Teichdamm gelegenen Siegemund`schen Häuser von 1617 werden Opfer des neuen Wohlstand ihrer Besitzer. Tischlermeister Siegemund lässt die Häuser abreißen und durch einen 1897 fertiggestellten Neubau ersetzen.
"Siegemund´sche Häuser" von 1617 am Teichdamm
- Dieter Oemler
"Siegemund´sche Häuser" von 1617 am Teichdamm - Dieter Oemler
Im Heideviertel 2016
- Regina Urbat
Im Heideviertel 2016 - Regina Urbat
  • Das Wohn - und Kaufmannshaus  Marktstraße 17 aus den Jahren 1535 - 1545 wird vom Eigentümer Carl Sczesny  zum " Hotel Reichspost" (später umbenannt in" Hotel Reichshof") ausgebaut und eröffnet.
Marktstraße
- Stadtarchiv Wernigerode
Marktstraße - Stadtarchiv Wernigerode
  • Durch die Harzquer- und Brockenschmalspurbahn setzt im Harz der Fremdenverkehr ein.
Brockenbahn im Tumkuhlental
- Stadtarchiv Wernigerode PK IX/17
Brockenbahn im Tumkuhlental - Stadtarchiv Wernigerode PK IX/17
  • Am 28. Juli 1898 erfolgt die feierliche Grundsteinlegung des Bahnhofs Brocken. Am 4. Oktober läuft der erste Personenzug auf dem Brockenbahnhof ein.
  • Die Strecke Wernigerode - Drei Annen Hohne - Schierke wird am 20. Juni 1898 eröffnet.
Bau des Tunnels im Drängetal
- Dieter Oemler
Bau des Tunnels im Drängetal - Dieter Oemler
  • Am 27. März 1899 befährt der erste Zug die vollständig fertig gestellte Strecke Wernigerode-Nordhausen.
Erster Bahnhof der Harzquer- und Brockenbahn in Wernigerode
- Dieter Oemler
Erster Bahnhof der Harzquer- und Brockenbahn in Wernigerode - Dieter Oemler
  • In Wernigerode existieren 39 Betriebe der Holzindustrie, 21 Stein verarbeitende Betriebe, 20 Steinbrüche, acht Metall verarbeitende Betriebe, vier Ziegeleien, vier Schokoladenfabriken, zwei Likör- und Schnapsfabriken.
Sägewerk "Niewerth" an der Freiheit
- Dieter Oemler
Sägewerk "Niewerth" an der Freiheit - Dieter Oemler
  • In Schierke wird das Nobelhotel "Fürst zu Stolberg" gebaut.
  • Der Wirt Gustav Hesselbarth ersetzt den alten Getränkeausschank an der "Steinernen Renne" durch ein großes dreigeschossiges Fachwerkhaus, das bis heute als Hotel und Gaststätte für Wanderer dient.
"Steinerne Renne"
- Dieter Oemler
"Steinerne Renne" - Dieter Oemler
  • In Abkehr von der Fachwerktradition baut die Stadt eine massive Knabenschule.
Wilhelm-Raabe-Schule, frühere Knaben-Mittelschule 1956
- Gerhard Bombös
Wilhelm-Raabe-Schule, frühere Knaben-Mittelschule 1956 - Gerhard Bombös
  • Erneut kommt es am 11. Juli zu einem extrem starken Gewitter mit anschließenden Hochwasser.
  • Am 10. August findet das 50jährige Jubiläumsfest der Hasseröder Schützengilde statt.
Hasseröder Schützengesellschaft um 1898
- Hasseröder Schützengesellschaft
Hasseröder Schützengesellschaft um 1898 - Hasseröder Schützengesellschaft
  • Das Wasserkraftwerk "Steinerne Renne" nimmt mit einer 90 kW-Turbine seinen Betrieb auf. Es dient der Stromversorgung für das neu erbaute Schotter- und Granitwerk. Die Elektroenergie wird für dessen Beleuchtung und den Antrieb einer Lorenbahn zwischen Steinbruch und dem Werksgelände sowie für die Verarbeitung des Gesteins in den Brüchen benötigt.
Das Wasserkraftwerk "Steinerne Renne".
© Wolfgang Grothe
Das Wasserkraftwerk "Steinerne Renne". © Wolfgang Grothe
  • Am 1. Juli wird ein Krankenhaus eröffnet und in die Verantwortung des Landkreises übergeben. Mit seiner Eröffnung stehen 39 Betten zur Verfügung.
Kreiskrankenhaus Wernigerode 1912
- Stadtarchiv Wernigerode PK  XIV/4
Kreiskrankenhaus Wernigerode 1912 - Stadtarchiv Wernigerode PK XIV/4
  • Der namenlose das Mühlental eröffnende Platz wird "St.-Theobaldi-Platz" genannt. Später wird der Platz nach dem 1907-1920 leitenden Arzt des Kreiskrankenhauses, Dr. Georg Holfelder, der auch unmittelbar hier wohnte, als "Holfelder Platz" umbenannt.
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - Nummer 214 - Juni 1988 S. 13