16. Jahrhundert

  • Juliana zu Stolberg wird am 15. Februar in Stolberg als Tochter des Grafen Botho und dessen Ehefrau Anna von Eppstein-Königstein geboren und damit die Wiege für ein neues europäisches Königshaus, dem Niederländischen, gelegt. Ihre Kindheit verbringt sie bis zum 13. Lebensjahr abwechselnd in Stolberg und Wernigerode.
Gräfin Juliana zu Stolberg
- Wikipedia
Gräfin Juliana zu Stolberg - Wikipedia
  • Als Rentmeister, oder auch Kanzler genannt, leitet der aus Oberursel kommende jüdische Wilhelm Reifenstein bis zu seinem Tode die gräfliche Verwaltung. Er tilgt die vom Grafen Heinrich geschaffene Schuldenlast und trägt unter Graf Botho dem Glückseeligen, wie dieser schon zu Lebzeiten genannt wird, wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Grafschaft bei. Neben seinem dienstlichen Einkommen von jährlich nur 50 Gulden kam er, vornehmlich durch Beteiligung an Bergwerken, zu Vermögen. Er pflegt regen und engen Kontakt mit den Reformatoren Philipp Melanchthon und Martin Luther. Luther und Reifenstein bezeichnen sich als "Schwager". "Wechselseitig fährt Melanchthon nach Wittenberg und kommt nach Stolberg, wo er stets im Hause des Freundes am Markt wohnt, wie dort auch Schwager Luther bei seiner Predigt an diesem Ort am 21. April 1525."
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - Nummer 216 - Dezember 1988 S. 6
  • Graf Botho zu Stolberg gestattet an der gleichen Stelle oder in der Nähe einer bereits 1413 erwähnten Schleifkote unweit der Holtemme die Errichtung einer Seigerhütte. Dieses Recht sicherten sich Heinrich Schreiber aus Halberstadt, der auch den Schreiberteich anlegen ließ, und seine aus Braunschweig stammenden Teilhaber. Die Gründung der Seigerhütte soll auf die damalige portugiesische Nachfrage nach Metallen und -produkten in Antwerpen zurückzuführen sein. Die Betreiber der Seigerhütte konnten „ihr Garkupfer bei Jakob Schütze, der in der Nähe der Saigerhütte einen Kupferhammer errichtete, oder auch in Braunschweig bei den dortigen kupferverarbeitenden Gewerben absetzen.“
    wikipedia.org - Seigerhütte_Wernigerode
  • Graf Botho zu Stolberg und Wernigerode übereignet dem Rat der Altstadt zu Wernigerode einen Teich an dem Reddeberwege mit einem Wasserlauf, um eine Sägemühle zu bauen, gegen 6 Groschen Erbenzins. Der Rat hat dagegen die Sägemühle abgetreten, die ihm Graf Heinrich, Bothos Vater, verschrieben hat.
  • Albrecht, Erzbischof von Magdeburg und Mainz, Primus Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und Administrator von Halberstadt bestätigt der Fronleichnamsbrüderschaft in der Pfarrkirche Unser Lieben Frau zu Wernigerode ihre althergebrachten Einrichtungen, insbesondere die gemeinsame Feier der Fronleichnamsmesse mit einzelnen Bestimmungen dazu.
Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490-1545)
- unbekannt
Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490-1545) - unbekannt
  • Am 6. August besucht Martin Luther das Kloster Himmelpforte, wo er sich mit seinem Freund, dem Generalvikar Johann von Staupitz, trifft.
Martin Luther
- Wikipedia
Martin Luther - Wikipedia
  • Wann der Bergbau auf Erz im Thumkuhlental aufgenommen wurde, lässt sich nicht datieren. Ein Lehnbrief des Grafen zu Stolberg-Wernigerode aus dem Jahre 1520 über die "Dhumenkuhle" auf die Mutung von Silber, Kupfer und Blei kann als ein Hinweis auf die Anfänge des Bergbaus gewertet werden.
  • Graf Botho zu Stolberg Wernigerode erhält von Herzog Georg von Sachsen eine Feldschlange als Geschenk, die auf den Namen "Schöne Treiberin" getauft wird.
"Schöne Treiberin"- Dieter Oemler
"Schöne Treiberin"- Dieter Oemler
  • Die erste evangelische Predigt wird in Wernigerode von Johann Kleppio "mit vielen Beyfall gehalten". Die "völlige Bekehrung der Einwohner dieser Grafschaft" wird dem Bischof zu Halberstadt "Hildegrino", seinem Bruder "Lutgero", Bischof zu Münster, wie auch dem Bischof zu Hildesheim zugeschrieben.
  • Zur Zeit des Bauernkrieges rauben aufständische Bauern das Kloster Himmelpforte aus. Die Bausubstanz bleibt zunächst weitestgehend erhalten. Der Haupträdelsführer, der gräfliche Leibarzt (in anderen Quellen als Barbier bezeichnete) Wilhelm Wiardes wird zum Tode verurteilt, aber schließlich mit Landesverrat begnadigt.
  • Am 4. Mai stürmen aufständische Bauern das stattliche Haus am Markt Stolberg und bringen ihren Unwillen gegen den Kanzler Reifenstein im Artikel 3 der dem Grafen vorgelegten 23 Artikel, die dieser sofort genehmigt, zum Ausdruck: "Desglichen wollen wyr auch nit stathen, wey bisher geschen, unsern Renthenmeystern und andern unsern dynnern mit genanthem bergwerg zu handeln, besundern irer Renthery und dienstes, so bey uns in erher lon dynnen und warten."
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - Nummer 216 - Dezember 1988 S. 6
  • In das leere Gebäude des ehemaligen Klosters Himmelpforte wird zunächst eine Ziegelei eingerichtet zur Herstellung von Baumaterial für den Wiederaufbau der Stadt nach dem Stadtbrand.
  • Wernigerode besitzt eine "Feuerlöschordnung", die zu den ältesten des Reiches gehört. Die Feuerlöschordnung ist auf Veranlassung des Offiziers des Fürstbischofs von Halberstadt, Heinrich Horn, eines gebürtigen Nöschenröders entstanden. Auch sonst hat Horn mit seinem Rat und vor allem mit seinen Geldmitteln der Stadt beim Wiederaufbau helfend zur Seite gestanden, u.a. mit einer Holzwasserleitung.
Die "historischen Ratsherren" zur Feier des 725-jährigen Stadtjubiläums 1954
- Dieter Oemler
Die "historischen Ratsherren" zur Feier des 725-jährigen Stadtjubiläums 1954 - Dieter Oemler
  • Der Rat erwirbt das sich südwestlich an das Spelhus anschließende Ackerbürgerhaus der Familie Schierstedt am Klint und richtet dort das städtische Waaghaus ein, in dem dann auch Stadtkämmerer und Stadtschreiber wohnen.
Rathaus mit Klint um 1925 vor dem Umbau
- Stadtarchiv Wernigerode
Rathaus mit Klint um 1925 vor dem Umbau - Stadtarchiv Wernigerode
  • Um 1530 entsteht nach dem Stadtbrand von 1528 ein Fachwerkbau Ecke Marktstraße/Unterengengasse im niedersächsischen Stil mit herrlichen Schiffskehlen, Schnürrollen und Fächerrosetten. In diesem Gebäude wird zeitweilig das Stadtgefängnis untergebracht. Zu diesem Bau gehört auch eine Kemenate, heute restauriert von einer Interessengemeinschaft Denkmalpflege und für Veranstaltungen genutzt.
Niedersächsische Kemenate Marktstraße/Unterengengasse
© Wolfgang Grothe
Niedersächsische Kemenate Marktstraße/Unterengengasse © Wolfgang Grothe
  • Kaiser Karl V. gewährt dem Grafen Botho zu Stolberg einen am Mittwoch abzuhaltenden Wochenmarkt für Wernigerode.
    Stadtarchiv Wernigerode - Urkundenbuch Wernigerode, Teil II/Band3
  • Das Dorf Hasserode ist nahezu unbewohnt, die Kirche wird nicht mehr genutzt. Die Kirchenglocken werden von Hasserode nach Wernigerode gebracht.
  • Nennung eines "Dikdam" ("Teichdamm"). Der Teichdamm führt entlang eines heute verdeckten Mühlgrabens. Er dient der Abdämmung eines Teiches, der bei niederen Wasserständen den Mühlengraben speist. Die heutige Klintgasse hieß nach einem Teichmüller Mühlenstraße.
Teichdamm mit Tischlerei und Schiefem Haus um 1885
- gemeinfrei
Teichdamm mit Tischlerei und Schiefem Haus um 1885 - gemeinfrei
Grüne Straße in der Neustadt (1990er Jahre)
© Wolfgang Grothe
Grüne Straße in der Neustadt (1990er Jahre) © Wolfgang Grothe
  • Das Haus Breite Straße 4 wird gebaut.
Breite Straße 4
- Stadtarchiv Wernigerode
Breite Straße 4 - Stadtarchiv Wernigerode
  • Johann Adenbüttel, Stiftsherr an St. Silvestri, vertritt die Erbansprüche der Kinder seines verstorbenen Bruders Ludwig Adenbüttel, Besitzer des Adenbüttelschen Hauses, späteres "Gothisches Haus". Auf bitten des Rates der Stadt verkauft er nach fünf Vertragsentwürfen am 30. März das Haus im Tausch gegen ein Haus an der Marktecke den bisherigen Besitz der Stadt. Das Haus wird umgebaut. "de teigel neddertolstende in Anebuttels huse", "Kelr zu rumen", "de vacke uthoslande". Die Dachziegel werden abgerissen, der Keller geräumt, die oberen Fachwerkfächer ausgeschlagen. Nach neuen Plänen wird jedoch das Spielhaus als neues Rathaus bestimmt.
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - Nummer 216 - Dezember 1988
  • Das Hospital "Hof zum heiligen Geist", war beim Stadtbrand vom 5. und 6. August 1528 so schwer in Mitleidenschaft gezogen, dass ein Neubau notwendig wurde. Das vorübergehend als Notbehelf genutzte Gebäude erscheint es als "der armen leuthe haus bey sunt Niclas zu Wernigerode" unter dem Namen "Zum heiligen Geist".
  • Der Rat zu Wernigerode beurkundet, dass Prior und Convent des Klosters Himmelpforte deren Hauptverschreibung an sich gebracht haben. Der Bürgermeister Albrecht Meiger zu Halberstadt tritt mit diesem "Contract" diese wiederum ab.
  • In der Zeit zwischen 1535 und 1545, also in der Zeit des Bürgermeisters Balthasar Hillebrecht, erhält Wernigerode neue konkrete Bestimmungen zum Stadtrecht. Zum Beispiel: "...Es soll niemands aschen, gruden, kerich oder unflat an die gassen oder strassen schutten, es sey tag oder nacht, wer das breche, soll es mit acht teynden vorbussen alß oft es geschicht..."
  • "Jacuff Schutzen" (Jacob Schütze) wird von der Stadt der Bau eines Kupferhammers und einer Teichanlage genehmigt. Die Anlage des Kupferhammers an dieser Stelle ist deshalb günstig, weil sich westlich davon in unmittelbarer Nähe eine "Saigerhütte" befindet. Hier wird das in der Grafschaft gewonnene Kupfererz zu Rohkupfer verhüttet, welches wiederum im Kupferhammer weiterverarbeitet wird.
Graf Botho
- Dieter Oemler
Graf Botho - Dieter Oemler
  • Graf Botho zu Stolberg bestätigt am 24. Mai die "Gewerkschaft der Schieferbergwerke" in der Grafschaft Wernigerode und gestattet denselben auf vier Jahre die "Benutzung der Seigerhütte vor Wernigerode".
  • Am 21. November bestätigt "Kardinal-Erzbischof Albrecht als Administrator von Halberstadt" eine veränderte Einrichtung des "Collegiatsstiftes zu Wernigerode", die dieses mit seinem Rat Dr. Valentin von Sundhausen und dem Offiziellen Heinrich Horn zu Halberstadt getroffen hat. Danach werden "infolge des Brandes zu Wernigerode und aus anderen Umständen verminderte Einkünfte der Stiftsherren und Vikare alles zusammengetan und in zehn gleiche Teile geteilt. Alle Teilnehmer sollen Stand und Würde der Stiftsherren einnehmen".
    Stadtarchiv Wernigerode - Urkundenbuch Teil II Band 3 Nr.1039
  • Graf Botho verstirbt am 22. Juni. Obwohl er selbst bis zum Tode Katholik bleibt, hatte er sich in letzter Zeit der neuen Glaubensrichtung gegenüber tolerant gezeigt und das Wirken protestantischer Pfarrer in Wernigerode gestattet. Am 26. August erklären die beiden Söhne Bothos, Wolfgang und Ludwig, "dass das heilige Wort und Gottes Ehre in Stolbergischen Landen allenthalben zugelassen, gepflegt und gefördert werden solle".
  • Johann Adenbüttel verkauft für sich und seine unmündigen Vettern dem Rat zu Wernigerode Haus und Hof am Markt beim Weinkeller gelegen, um darauf ein neues Rathaus zu bauen und den Markt zu erweitern.
  • Am 29. März geht die ehemalige "Sylvestrischule" in den Besitz der Stadt über. Der Übergabetermin ist der eigentliche Gründungstermin der späteren "Fürst-Otto-Schule".
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - 1938 400 Jahrfeier der Fürst-Otto-Schule
  • Der Festsaal im Rathaus wird als "tantzhaus" bezeichnet. Es wird von einem Osterspiel von Tod und Auferstehung Christi berichtet.
  • Am 2. Februar wird der Plan erwähnt, dass bisherige Spielhaus zum Rathaus zu bestimmen. Das als Rathaus geplante "Adenbüttelsche Haus" steht leer. Wilhelm Curio Reifenstein, reichster Mann der Grafschaft, Sohn Wilhelm Reifensteins übernimmt das Haus.
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - Nummer 216 - Dezember 1988 S. 6
  • Das Spelhus wird nach Plänen von Simon Hilleborch, Sohn von Thomas Hilleborch zum Rathaus umgebaut.
Rathaus 1544
- Stadtarchiv Wernigerode
Rathaus 1544 - Stadtarchiv Wernigerode
  • In der Stadt gibt es erneut einen Hexenprozess. Grethe Wroistes aus Elbingerode bekennt im öffentlichen Gericht zu Wernigerode: "Die Mastische und Andres Krusen Weib seien die rechten Zauberschen; die pflegen in Walpurgen Nacht auf den Brocken zu fahren, setzen Siebe auf die Köpfe und haben hölzerne Büchsen in den Händen und bringen solches durch teufelisch Gespenst, durch Anrufung der Teufel, zu Wege." Sie wird am 10. Januar auf den Scheiterhaufen gebracht.
  • Der verdienstvolle Wernigeröder Baumeister Thomas Hilleborch stirbt im Alter von 70 Jahren in seiner Geburtsstadt Wernigerode vermutlich an den Folgen eines Unfalls.
  • Die evangelische Gemeinde ist bereits so stark angewachsen, dass mit Pfarrer Jacob Grobecker ein zweiter Seelsorger eingestellt werden muss. Für den Unterhalt der protestantischen Pfarrer hat die Gemeinde selbst aufzukommen.  
  • "Harsrode", Hasserode, wird aus dem Patronat Drübeck entlassen. Die Kirche ist schon zerfallen. Die Äbtissin des Klosters, Anna Spangenberg, bezeichnet den Zustand von Hasserode als "desolat". Künftig sollen die Einkünfte an die St. Nicolaikirche in Wernigerode gehen.
    Stadtarchiv Wernigerode - WR I/VII/B/4/7
  • Begründung der Nöschenröder Pulvermühle (Pulvergarten).
  • In der Grafschaft Wernigerode gibt es einen Superintendenten.
Rathaus und Markt
- Dieter Oemler
Rathaus und Markt - Dieter Oemler
Haus Gadenstedt
- Stadtarchiv Wernigerode PK/III/46
Haus Gadenstedt - Stadtarchiv Wernigerode PK/III/46
  • Die Quedlinburger Äbtissin versteckt die Krone Kaiser Ottos I. für kurze Zeit auf der Wernigeröder Veste.
  • Am Oberpfarrkirchhof, hinter dem Turm von St. Silvestri, wird die Lateinschule "Horneum" erbaut, benannt nach dem Wohltäter der Stadt Heinrich Horn. Horn, ein gebürtiger Nöschenröder, der als "bischöflicher Official" von Halberstadt, juristischer Beirat und Vertreter des Bischofs ist, hilft der Stadt finanziell außerordentlich. Die Finanzlast trägt Horn allerdings nicht, die hat voll und ganz die Stadt zu leisten.
  • Am 17. Mai trifft Philipp Melanchthon nach der Niederlage der Evangelischen in der Schlacht von Mühlberg in Wernigerode ein.
Tafel am Gothischen Haus
- Gerhard Bombös
Tafel am Gothischen Haus - Gerhard Bombös
  • In Hasserode wird eine neue Mühle gebaut. "Eyne newe molen gebawet, an Mester Mechael verdingt".
  • Das Haus in der Marktstraße 5 wird Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut und mit Fachwerk-Motiven verziert. Palmetten in den Brüstungsfeldern, tiefe, doppelte Schiffskehlen und Taurollen an den Schwellen zeigen an, dass es das Haus eines wohlhabenden Bürgers ist. Reiche Bürger siedeln sich um diese Zeit, wie überall in mittelalterlichen Städten, dicht am Markt an und dokumentieren durch die Größe der Häuser und die ausgestaltete Fassade ihre gesellschaftliche Stellung.
Marktstraße 5
- Dieter Oemler
Marktstraße 5 - Dieter Oemler
  • Fünf adlige Ritter, als gräfliche Dienstleute, verfügen in der Stadt über einen Ritterhof, einen von Abgaben freien Hof.
  • Die Bürger sind in 30 Rotten zur Bewachung der 30 Türme aufgeteilt.
     
Halbschalenturm am Vorwerk 2015
© Wolfgang Grothe
Halbschalenturm am Vorwerk 2015 © Wolfgang Grothe
  • Die Gesamtbevölkerung liegt bei 2630 Seelen.
  • In Hasserode wird eine erste Zeche mit Schmelzhütte erwähnt.
  • Statt Hardenberg, seit 1352, wird die heutige Harburg jetzt Harenberg genannt und befindet sich im Besitz von St. Silvestri. 1660 ändert sich der Name in Harenburgsberg.
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - Nummer 187, 3. Vierteljahr - September 1981
  • Die Chronik eines "Thurnierbuches" aus dem Jahr 1566 nennt "Waringrode" (Wernigerode) im historisch zutreffenden Zusammenhang der Reiterübungen Heinrichs I. mit seinem Heer im Kampf gegen die Hunnen, eingefügt in die Reihe der Ortschaften, die nachweislich zu dieser Zeit bestanden, Goslar, Quedlinburg, Nordhausen, Braunschweig, Magdeburg und Halberstadt.
  • Bürgermeister und Rat zu Wernigerode bekunden, dass die Grafen zu Stolberg 8000 Goldgulden schuldig geworden sind, die durch die Erbschaft an seinen Schwiegersohn Chistoph Heufener und seinen Kindern gekommen sind. Wegen der vertagten Zinsen ist ein Vertrag abgeschlossen worden über 17000 Gulden zu 20 Mariengroschen.
  • Im Grubenrevier "Aufgeklärtes Glück" (Stollen am Braunen Wasser) wird mit dem Abbau von Erzen begonnen. Die Haupterzmineralien sind Cobald- und Nickelarsenide.
  • Am 7. November bekunden die Grafen zu Stolberg und Wernigerode, dass ihnen der Rat zu Wernigerode das Haus des Christopf von Leipzig bei der Sylvestrikirche überlassen hat.
Urkunde vom 07.11.1571
- Stadtarchiv Wernigerode
Urkunde vom 07.11.1571 - Stadtarchiv Wernigerode
  • Eine Apotheke an der Stelle der späteren "Rathsapotheke" wird erwähnt. Sie ist die älteste Apotheke Wernigerodes und versorgt nicht nur die Stadt selbst, sondern auch die umliegenden Ortschaften. Eine andere Quelle nennt das Jahr 1574.
- gemeinfrei
- gemeinfrei
  • Der Rat der Stadt beruft erstmalig einen "Physikus" als Stadtarzt, den "Doktor der Medizin Leonhard Arnylius". In den früheren Jahrhunderten übten Kurpfuscher und Quacksalber das medizinische Handwerk aus.
  • Asche Reifenstein, Sohn Wilhelm Curio Reifensteins, tritt das Erbe des späteren "Gothischen Hauses" an. Er er lebt jedoch auf den Minslebener Besitzungen die Großvater Wilhelm von Graf Wolfgang als Geschenk erhalten hat. Hier stirbt er 1616.
    Wernigerödisches Intelligenzblatt - Nummer 216 - Dezember 1988 S. 7
  • Ab 1580 beginnt in Hasserode am Pieperberg, in der Goslarschen Gleie und am Bielstein ein lebhafter Bergbau. So wird u.a. Kupfererz in den Bergwerken Gottesgabe, Heilige Dreifaltigkeit, St. Georg, Gottesgnade und St. Michaelis abgebaut.
  • Im Alter von 74 Jahren verstirbt Gräfin Juliana von Nassau-Dillenburg, geb. Gräfin zu Stolberg-Wernigerode. Ihr ältester Sohn war Wilhelm von Oranien, der als siegreicher Heerführer auf Seiten der Niederländer im Unabhängigkeitskampf gegen Spanien das Fürstentum Oranien erbt. Juliana gilt als Stamm-Mutter des späteren holländischen Königshauses.
  • Nach einem schweren Unwetter setzt ein Glaser "ufm Haus Harssrode" 140 Fensterscheiben neu ein, was auf die stattliche Größe der Burg schließen lässt.
  • "Bürgermeister und Rath beider Städte" zu Wernigerode beschließen die Anlage einer Apotheke ("Raths-Apotheke"), nachdem die Genehmigung durch das schützende Privileg der regierenden Grafen Albrecht Georg und Wolfgang Ernst zu Stolberg-Wernigerode erlangt war.
  • Das im 15. Jh. gebaute Bürgerhaus (Oberpfarrkirchhof 13) wird aufgestockt. Bauherr ist Dietrich von Gadenstedt (gräflicher Schlosshauptmann). Das noch heute als Gadenstedtsches Haus bezeichnete Haus gehört zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Gadenstedtsches Haus
© Wolfgang Grothe
Gadenstedtsches Haus © Wolfgang Grothe
Breite Straße 4
- Stadtarchiv Wernigerode
Breite Straße 4 - Stadtarchiv Wernigerode
  • Der inhaltlich 1584 in reinem Renaissancestil erbaute Bürgermeister - Erker am Rathaus stammt vermutlich von einem anderen Gebäude. Wann und von wo er an die Rathausfront umgesetzt wurde, und welche ursprüngliche Rolle er spielte, ist unbekannt. Am Vorgängerbau des Rathauses kann er noch nicht gestanden haben, denn dieser brannte 1528 ab.
Bürgermeister-Erker
- Dieter Oemler
Bürgermeister-Erker - Dieter Oemler
  • Der Rat zu Wernigerode wendet sich am 25. Januar in einem Schreiben mit einer Bitte um Unterstützung an den Kurfürsten zu Brandenburg. Der "Comptur zu Langeln und andere Ordensverwandte haben sich zusammengeschlagen" um die Stadt Wernigerode zu überfallen.
  • Am 13. Juni verstirbt im Alter von 75 Jahren in Wernigerode Dietrich von Gadenstedt. 49 Jahre stand er als gräflich-stolbergischer Stadthauptmann im Dienst der Grafen von Stolberg. Bereits hochbetagt ließ er sich ein repräsentatives Wohnhaus am Oberpfarrkirchhof für sich und seine Familie bauen.
Oberpfarrkirchhof 1898, links das Gadenstedtsche Haus
- privat
Oberpfarrkirchhof 1898, links das Gadenstedtsche Haus - privat
  • Gründung der fürstlichen Bibliothek durch Graf Wolfgang Ernst.
  • Bürgermeister und Ratsmänner zu Wernigerode und Johann und Heinrich Lutterot verpachten ihre Papiermühle vor dem Westerntor über der Ratssägemühle an Hans Rettmer auf 20 Jahre für 70 Taler. Die eine Hälfte bekommt der Rat, die andere die Gebrüder Lutterot.
  • Das Wernigeröder Schloss wird dauerhafter Sitz der Stolberger Grafen durch Wolfgang Ernst.
  • Es existieren fünf Adelshäuser als Freihäuser.
Orgel in der Sylvestrikirche
- Fotothek Harzbücherei
Orgel in der Sylvestrikirche - Fotothek Harzbücherei
  • In diesem Jahr wird unter der Regierung des Grafen Wolfgang Ernst das Dorf Schierke gegründet. Dies gilt als Geburtsstunde des Ortes. Im selben Jahr wird in Schierke eine Sägemühle gebaut.
Schierke 1830
- Fotothek Harzbücherei
Schierke 1830 - Fotothek Harzbücherei
Oberengengasse
- Stadtarchiv Wernigerode
Oberengengasse - Stadtarchiv Wernigerode
Original-Urkunde des Kaisers Rudolf
- Stadtarchiv Wernigerode
Original-Urkunde des Kaisers Rudolf - Stadtarchiv Wernigerode
Mit Vermummungen und Rauch glaubten sich die Einwohner im 16. und 17. Jahrhundert vor der Pest schützen zu können (Festumzug 1954 aus Anlass des 775. Stadtrechtsverleihung) 
- Dieter Oemler
Mit Vermummungen und Rauch glaubten sich die Einwohner im 16. und 17. Jahrhundert vor der Pest schützen zu können (Festumzug 1954 aus Anlass des 775. Stadtrechtsverleihung)  - Dieter Oemler
  • Am 6. Juni wird als Opfer der Hexenverfolgung Katharina Bernburg als angebliche Kindermörderin zur Zeit der Regierung des Grafen Wolf Ernst auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Insgesamt sterben in der Zeit von 1521 bis 1665 als Folge von Hexenprozessen in Wernigerode 52 Personen (nach anderen Quellen 47), davon 43 Frauen auf dem Scheiterhaufen.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Hexenprotokolle aus der Grafschaft Wernigerode" - Hexenprotokolle aus der Grafschaft Wernigerode
  • In der Hinterstraße werden neue Wohnhäuser gebaut.
Häuser in der Hinterstraße - erbaut 1597
© Wolfgang Grothe
Häuser in der Hinterstraße - erbaut 1597 © Wolfgang Grothe
  • Das Gemeindehaus Nöschenrode (Amtshaus) wird gebaut.
heutiges Aussehen des Amtshauses Nöschenrode
© Wolfgang Grothe
heutiges Aussehen des Amtshauses Nöschenrode © Wolfgang Grothe
  • Der Graf wendet sich mit einem Schreiben an den Rat zu Wernigerode, dass es den Paten und Kindern zu gestatten ist, das "Rennei" oder Osterei nach altem Brauch für die bevorstehende Osterzeit ebenfalls holen  zu dürfen. Bei denjenigen Hauswirten, bei denen "die giftige Seuche ausgebrochen ist" ist es den "Kindern und Gesinde" nicht gestattet.
Inschrift am Rathaus - Widmung Thomas Hilleborch
- Stadtarchiv Wernigerode
Inschrift am Rathaus - Widmung Thomas Hilleborch - Stadtarchiv Wernigerode
  • Blütezeit der Stadt. Handel mit Tuchen, Bier und Branntwein bringt Wohlstand. 16. Jh. Niedergang durch mehrere Pestepidemien und dem Dreißigjährigen Krieg.
  • Die ehemalige Hansestadt sinkt zu einer Ackerbürgerstadt herab.