20. Jahrhundert

Fotopapierfabrik „Bergmann & Co“
- Dieter Oemler
Fotopapierfabrik „Bergmann & Co“ - Dieter Oemler
  • Das zwischen 1680 und 1684 errichtete mit seinen vier Geschossen größte bürgerliche Fachwerkhaus in der Breiten Straße 78 wird zum Hotel "Neustädter Bär" ausgebaut. Durch einen Bombentreffer am 22. Februar 1944 wird es so stark beschädigt, dass nur ein spärlicher Rest erhalten bleibt.
Hotel "Neustädter Bär"
- Dieter Oemler
Hotel "Neustädter Bär" - Dieter Oemler
450 Jahre Wernigeröder Schützengesellschaft
- Stadtarchiv Wernigerode PK XII/26
450 Jahre Wernigeröder Schützengesellschaft - Stadtarchiv Wernigerode PK XII/26
  • Die Villa auf dem Grundstück "An den wüsten Teichen" wird fertiggestellt (heute "Rektoratsvilla" der "Hochschule Harz") und bezogen von der Familie Detlev und Emmy Honig (geborene von Oppeln-Bronikowski) mit ihren Kindern Annemarie, Detlev, Heinz, Emmerich, Elisabeth, Esther, Ruth, Adolf.
Das Logenhaus der Freimaurer-Loge "Zum starken Licht am Brocken".
- Frank Wiesner
Das Logenhaus der Freimaurer-Loge "Zum starken Licht am Brocken". - Frank Wiesner
Stadtmauer-Turm in der Ringstraße vor dem Abriss 1901
- Dieter Oemler
Stadtmauer-Turm in der Ringstraße vor dem Abriss 1901 - Dieter Oemler
  • Auf dem Armeleuteberg wird am 29. Mai der Grundstein für den Bau des Kaiserturms gelegt.
Grundsteinlegung für den Bau des Kaiserturms auf dem Armeleuteberg
- Dieter Oemler
Grundsteinlegung für den Bau des Kaiserturms auf dem Armeleuteberg - Dieter Oemler
  • Auf dem 478 Meter hohen Armeleuteberg wird am 1. September der Kaiserturm nach dreimonatiger Bauzeit zu Ehren Kaiser Wilhelm II. übergeben. Die Bausteine aus Harzer Granitstein stammen hauptsächlich aus dem Steinbruch Königsberg bei Schierke. Der 12 Meter hohe Turm wurde vom fürstlich-stolbergischem Baumeister Paul Kilburger entworfen und vom Wernigeröder Hotelier Eduard Lührmann finanziert.
Im Friederikental gelegte Strecke einer fürstlichen Jagd
- Dieter Oemler
Im Friederikental gelegte Strecke einer fürstlichen Jagd - Dieter Oemler
  • Im Mühlental wird von Johannes Bürger eine Fabrikationsstätte für Arzneimittel, Vorläufer der heutigen Pharma Wernigerode GmbH, eröffnet. Johannes Bürger entwickelte ein Dialysierverfahren, mit dem er aus frischem Digitalis purpurea ("Roter Fingerhut") ein hochwertiges Heilmittel gewinnt.
  • In der Sägemühlengasse 3 wird ein von der Fabrikantengattin Caroline König gestiftetes "Wohnheim für bedürftige Damen" bezogen. Zu Beginn leben hier 12 Damen bei freier Heizung und ärztlicher Betreuung.
Caroline-König-Stift 2016
© Wolfgang Grothe
Caroline-König-Stift 2016 © Wolfgang Grothe
  • In Benzingerode wird eine neoromanische Dorfkirche erbaut.
Kirche Benzingerode
© Wolfgang Grothe
Kirche Benzingerode © Wolfgang Grothe
FDGB-Ferienheim "Brockenblick" (um 1950)
- Dieter Oemler
FDGB-Ferienheim "Brockenblick" (um 1950) - Dieter Oemler
Hexen in der Walpurgisnacht
© Wolfgang Grothe
Hexen in der Walpurgisnacht © Wolfgang Grothe
  • Das an der Straße Drängetal liegende Haus (heute Freiheit 1a) wird als Dependance des "Hotels Hohnstein" gebaut.
    S.64
Kaiser Wilhelm II. mit seinem Gefolge und der fürstlichen Familie anläßlich des Jagdbesuchs 1904
- Dieter Oemler
Kaiser Wilhelm II. mit seinem Gefolge und der fürstlichen Familie anläßlich des Jagdbesuchs 1904 - Dieter Oemler
  • Die heutige Stadtbibliothek wird als Volksbibliothek gegründet.
Harzmuseum und Stadtbibliothek 2016
© Wolfgang Grothe
Harzmuseum und Stadtbibliothek 2016 © Wolfgang Grothe
  • Am 6. März wird die Freiwillige Feuerwehr Silstedt gegründet.
  • Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode sieht sich genötigt, ein Verbot der Walpurgis-Feiern auszusprechen. Er befürchtet "durch eine große Zahl von Halbweltdamen" eine Gefahr für Sitte und Moral in der Stadt.
Walpurgiszug nach der Wende
- Dieter Oemler
Walpurgiszug nach der Wende - Dieter Oemler
Der "Katzenteich" und zwei Wehrtürme, Herkunft unbekannt
- Harzmuseum Wernigerode
Der "Katzenteich" und zwei Wehrtürme, Herkunft unbekannt - Harzmuseum Wernigerode
  • Im gesamten Jahr werden im Kreiskrankenhaus 606 Kranke an 12499 Krankentagen behandelt. Die 606 Kranken verteilen sich entsprechend ihres sozialen Standes wie folgt: I. Klasse 31, II. Klasse 67 und III. Klasse 505 Kranke. Der Jahrsbericht enthält keine konkreten Hinweise über die Unterschiede zwischen den Klassen bezüglich der medizinischen Betreuung.
  • In Schierke wird ein mondänes Kurhaus und Hotel "Fürstenhöhe", welches den Anforderungen eines neueren Kurortes entspricht, errichtet.
Hotel des Selterswasserfabrikanten "Ermisch" auf dem Armeleuteberg
- Dieter Oemler
Hotel des Selterswasserfabrikanten "Ermisch" auf dem Armeleuteberg - Dieter Oemler
  • Ein Hochwasser (Zillierbach) richtet an der Schönen Ecke erhebliche Zerstörungen an.
Hochwasser an der Schönen Ecke
- Stadtarchiv Wernigerode PK VII/22
Hochwasser an der Schönen Ecke - Stadtarchiv Wernigerode PK VII/22
  • Die Brücke über die Flutrenne an der Kanzleistraße (nach der gräftlichen Kanzlei) muss neu gebaut werden.
Neubau der Brücke über die Flutrenne an der Kanzleistraße nach dem Hochwasser
- Dieter Oemler
Neubau der Brücke über die Flutrenne an der Kanzleistraße nach dem Hochwasser - Dieter Oemler
  • Die Stadt legt eine Fortbildungsschule an, die sich 1908 in eine kaufmännische und gewerbliche Abteilung aufgliedert, im ehemaligen Volksschulgebäude Kochstraße 19.
Ehemalige Berufsschule in der Kochstraße 2015
© Wolfgang Grothe
Ehemalige Berufsschule in der Kochstraße 2015 © Wolfgang Grothe
  • Die Firma Ackert wird gegründet, welche sich bald von Nähmaschinen auf Automobile umstellt, in einer Zeit, in der Benzin noch in Drogerien in Literflaschen verkauft wird.
  • Die komplette Fertigstellung des Schienennetzes der Nordhausen-Wernigeröder-Eisenbahn (NWE) führt zur erwarteten Entwicklung des Fremdenverkehrs im Harz. Von Jahr zu Jahr erhöhen sich die Fahrgastzahlen und die Tonnagen des Güterverkehrs.
Ehemaliger Hauptbahnhof der Nordhausen-Wernigeröder-Eisenbahn (NWE) in Wernigerode
- Harzbücherei Wernigerode
Ehemaliger Hauptbahnhof der Nordhausen-Wernigeröder-Eisenbahn (NWE) in Wernigerode - Harzbücherei Wernigerode
Neoromanische Marienkirche in Hasserode
- Stadtarchiv Wernigerode V/161
Neoromanische Marienkirche in Hasserode - Stadtarchiv Wernigerode V/161
  • Vor den Toren der Stadt wird ein Schlachthof gebaut. Es ist einer der modernsten seiner Zeit. Sein Äußeres ist dank Stadtbaumeister Deistel der traditionellen Bauweise angepasst. Die Einweihung erfolgt am 28. September.
Städtischer Schlachthof im Dornbergsweg
- Fotothek Harzbücherei Wernigerode
Städtischer Schlachthof im Dornbergsweg - Fotothek Harzbücherei Wernigerode
Berghotel "Armeleuteberg"
- Stadtarchiv Wernigerode
Berghotel "Armeleuteberg" - Stadtarchiv Wernigerode
Hasserode 1906
- Dieter Oemler
Hasserode 1906 - Dieter Oemler
Das Krummelsche Haus
- Dieter Oemler
Das Krummelsche Haus - Dieter Oemler
  • Hermann Löns besucht Wernigerode. Einen Aufsatz, der am 30. September 1909 erscheint, überschreibt er "Die bunte Stadt am Harz".
Hermann-Löns-Denkmal
© Wolfgang Grothe
Hermann-Löns-Denkmal © Wolfgang Grothe
ehemaliges Amtshaus Hasserode
© Wolfgang Grothe
ehemaliges Amtshaus Hasserode © Wolfgang Grothe
Breite Straße 1907
- Dieter Oemler
Breite Straße 1907 - Dieter Oemler
  • Eberhard Steinbrecher eröffnet in Wernigerode eine Musikschule.
  • Der vor dem "Westernthore" gelegene "Kesselmühlenteich" (1558 noch "Kesselhüttenteich") sowie ein davon abgetrennter Teil "Kannegießerteich" werden bis 1908 zugeschüttet. Am Teich stand eine Mühle. Heute erstreckt sich dort quer zur Ilsenburger Strasse die "Kesselmühlenstrasse" bis zur Goethestrasse.
    Harzmuseum Wernigerode - Kesselmühlenteich
Kesselmühlenteich, T. Mehliss
- Harzmuseum Wernigerode
Kesselmühlenteich, T. Mehliss - Harzmuseum Wernigerode
  • Als Erholungsheim für Arbeiter und Angestellte lässt der Industrielle Friedrich Krupp ein Haus am oberen Ende des Papentals errichten.
Erholungshaus "Margarethenhof"
- Stadtarchiv Wernigerode
Erholungshaus "Margarethenhof" - Stadtarchiv Wernigerode
  • Aus Anlass des 70. Geburtstages der Fürstin Anna zu Stolberg-Wernigerode wird der "Höheren Mädchenschule" durch Beschluss der Stadtverordneten der Name "Fürstin Anna Schule" gegeben.
Otto 1. Fürst zu Stolberg-Wernigerode (30.10.1837 - 19.11.1898) mit Frau Anna (1837-1907)
- Fotothek Harzbücherei
Otto 1. Fürst zu Stolberg-Wernigerode (30.10.1837 - 19.11.1898) mit Frau Anna (1837-1907) - Fotothek Harzbücherei
Das 1908 erbaute Schulhaus in Silstedt 2015
© Wolfgang Grothe
Das 1908 erbaute Schulhaus in Silstedt 2015 © Wolfgang Grothe
  • In Schierke wird ein Bob-Sport-Club gegründet.
  • Zum 9. Februar wird zur Eröffnung eines Kinophon-Theaters im Saal "Zur Stadt Stolberg" (später Gaststätte "Zur schönen Ecke") eingeladen. Diese Veranstaltung ist der Beginn der Wernigeröder Kino-Historie.
  • Die Stadtverordneten beschließen am 1. Mai ein Fremdenverkehrsamt mit Kurverwaltung zu eröffnen. 18 872 "Fremde" besuchen 1908 die Stadt, davon bleiben 4 123 länger als vier Tage (damit Kurgäste).
Gasthaus und Fremdenheim "Zum Rathskopf"
- Stadtarchiv Wernigerode
Gasthaus und Fremdenheim "Zum Rathskopf" - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 18. Mai wird in Hasserode das Nesseltalbad eröffnet. Der Kaufmann und Stadtverordnete Otto Menzel hatte angeregt, den Teich im Nesseltal als Badeanstalt auszubauen. Dieser Teich war bereits im Jahre 1478 von den Vikaren der St. Silvestrikirche als fischteich angelegt worden.
Nesseltalbad
- Dieter Oemler
Nesseltalbad - Dieter Oemler
Neubau der Mädchenschule
- Dieter Oemler
Neubau der Mädchenschule - Dieter Oemler
  • Der "Harzer Wintersport-Verband in der Grafschaft Wernigerode" wird am 14. Februar von 20 Personen im Hotel "Weißer Hirsch" gegründet. Eine Rodelbahn am Nordhang des Armeleuteberges wird angelegt. Vorstandsmitglieder aus der Stadt sind Oberförster Koch und die Kaufleute Ortenberg, Eigendorf und Niehoff.
  • In der oberen Marktstraße steht das Haus des Bürgers Zeisberg. Mit seinem großen Garten reicht das Grundstück bis an die Stadtmauer. Nach dem Tod des Bürgers Zeisberg 1908 wird das Haus abgerissen und das gesamte Grundstück mit Wohn- und Geschäftshäusern im Jugendstil bebaut.
Obere Marktstraße, 1908 abgerissen
- Dieter Oemler
Obere Marktstraße, 1908 abgerissen - Dieter Oemler
Untere Marktstraße, Haus Nr. 5 im Jahr 1908
- Dieter Oemler
Untere Marktstraße, Haus Nr. 5 im Jahr 1908 - Dieter Oemler
Ratswaage 1908
- Dieter Oemler
Ratswaage 1908 - Dieter Oemler
Mitteldeutsches Gaukegeln in Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode
Mitteldeutsches Gaukegeln in Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode
Im Salzbergtal baut die Stadt eine Lesehalle. Für Sommergäste liegen Zeitungen und Zeitschriften aus.
- Dieter Oemler
Im Salzbergtal baut die Stadt eine Lesehalle. Für Sommergäste liegen Zeitungen und Zeitschriften aus. - Dieter Oemler
  • Die 1905 gegründete Firma Ackert bietet mit der "Harzer Automobilzentrale" Autotouren zu den Harzer Sehenswürdigkeiten in der Umgebung für Sommerfremde an.
  • Stadtbaurat Ernst Wilhelm Deistel versucht vergeblich, die Stadträte von der Notwendigkeit des Baus einer innerstädtischen Kanalisation und einer Kläranlage zu gewinnen. Die Stadträte lehnen die Finanzierung ab.
  • Fritz L. Brasche *08.09.1881, zuvor Oberkellner im "Weißen Hirsch", kauft das "Hotel zum Lindenberg". Das Hotel heißt nun "Kurhotel Lindenberg". "Vielen alten Pennälern wird dieses schöne Hotel... von Feiern und Bällen her in Erinnerung sein. Die Schülerverbindung Literaria, Turnclub u.a. feierten dort ihre Abschlussbälle. Wer denkt dabei nicht an die Weihnachts- Gymnasiastenbälle, die Abschlussbälle der Tanzschule Oberbach, die Feiern des Tennisclubs."
F. L. Brasche und Ehefrau
- Gerhard Bombös
F. L. Brasche und Ehefrau - Gerhard Bombös
Blick auf Hasserode
- Stadtarchiv Wernigerode
Blick auf Hasserode - Stadtarchiv Wernigerode
Kurhaus Storchmühle im Mühlental- Dieter Oemler
Kurhaus Storchmühle im Mühlental- Dieter Oemler
  • Im Schulgebäude Kochstraße befindet sich die städtische Volksbücherei.
  • Die südliche und östliche Begrenzung des Vorwerks bildet die Stadtmauer der ehemaligen Wernigeröder Altstadt, besetzt mit zwei Türmen, die noch heute erhalten sind. Durch das sogenannte "Kammertor" an der Südost-Ecke des Vorwerks werden die Milchkühe auf die Wiesen und Wälder außerhalb des Vorwerks zur Weide getrieben.
Austrieb der Milchkühe durch das Kammer-Tor
- Dieter Oemler
Austrieb der Milchkühe durch das Kammer-Tor - Dieter Oemler
  • Im Haus Friedrichstraße 13, das zuvor Hütteninspektor Beyrich bewohnt hatte, richtet der Frauenarzt Dr. med. Otto Thielemann eine "Privat-Frauenklinik" ein.
Privat-Frauenklinik im Hasseröder Tal
- Gerhard Bombös
Privat-Frauenklinik im Hasseröder Tal - Gerhard Bombös
  • Nach Abriss der Kesselmühle (zwischen Ilsenburger Straße und Goethestraße) und Trockenlegung des Teiches wird das Gelände mit Wohnhäusern bebaut.
Kesselmühle (zwischen Ilsenburger Straße und Goethestaße)
- Dieter Oemler
Kesselmühle (zwischen Ilsenburger Straße und Goethestaße) - Dieter Oemler
Berghotel "Armeleuteberg"
- Stadtarchiv Wernigerode PK VI/61
Berghotel "Armeleuteberg" - Stadtarchiv Wernigerode PK VI/61
Dampfmaschine zur Stromerzeugung für den Schlachthof
- Dieter Oemler
Dampfmaschine zur Stromerzeugung für den Schlachthof - Dieter Oemler
  • Die Hakerbräu-Brauerei übernimmt den Ratskeller. Bei der Renovierung wird der bisherige Eingang mit dem Erker überbaut.
  • Der "Jahrhundertsommer" 1911 bringt 32 376 Gäste in die Stadt, darunter 6 656 Kurgäste, davon 318 Ausländer.
Forsthaus Hundsrück
- Stadtarchiv Wernigerode PK VI/240
Forsthaus Hundsrück - Stadtarchiv Wernigerode PK VI/240
  • Ein drittes Kino wird in der Burgstraße 1 eröffnet, die "Schlosslichtspiele".
"Warmbadeanstalt" in der Johann-Sebastian-Bach-Straße.
- Frank Wiesner
"Warmbadeanstalt" in der Johann-Sebastian-Bach-Straße. - Frank Wiesner
  • Alljährlich suchen die "Pankgrafen", eine Vereinigung Berliner Kaufleute, eine Stadt im Deutschen Reich "heim". In diesem Jahr ist es, am 16. Juni, Wernigerode. In einem "Fehdebrief" fordern sie ihr Tribut von einigen hundert Schweinen. In einer "Schlacht" wird Wernigerode erobert und ein großes "Siegesfest" gefeiert.
"Siegesfest" der "Pankgrafen" 1911 auf dem Marktplatz  
- Dieter Oemler
"Siegesfest" der "Pankgrafen" 1911 auf dem Marktplatz   - Dieter Oemler
Verwaltungsgebäude in der Friedrichstraße 2016
© Wolfgang Grothe
Verwaltungsgebäude in der Friedrichstraße 2016 © Wolfgang Grothe
  • Am 24. Juni erfüllt der Fürst von Stolberg-Wernigerode die Forderung der Deutschen Stahlwerke Duisburg und legt, bei einer Abfindungssumme von 858 000 Mark für die Abtretung der vom Deutschen Stahlwerksverband zugesicherten Stahlquote von jährlich 30 000 t das für 3,5 Mio Mark gebaute, hochmoderne Siemens-Martin-Stahlwerk in Ilsenburg (1906 Produktionsbeginn) still. 300 Beschäftigte werden mit einem Überbrückungsgeld zwischen 10 und 15 Mark und dem Hinweis, in Westfalen Arbeit zu suchen, entlassen.
  • 16. November: In Minsleben wird ein Erdbeben registriert. Einwohner laufen in Panik auf die Straße.
  • Wernigerode entwickelt sich dank seiner Fachwerkarchitektur zu einem touristischen Magnet für Gäste aus den deutschen Ländern, aber auch aus den Nachbarländern.
Marktplatz mit Rathaus und Gothischem Haus
- Stadtarchiv Wernigerode PK II/159
Marktplatz mit Rathaus und Gothischem Haus - Stadtarchiv Wernigerode PK II/159
  • Am 27. April kommt es zu einem weiteren großen Stadtbrand in der Neustadt, dem siebten in der bisherigen Geschichte der Stadt Wernigerode. Häuser am Neuen Markt und in der Pfarrstraße brennen restlos ab.
  • Im Harzklub, einem sehr aktiven und mitgliederstarken Interessenverband von Heimat- und Wanderfreunden, wird ein neuer Vorstand gewählt.
Vorstand des Harzklubs
- Stadtarchiv Wernigerode
Vorstand des Harzklubs - Stadtarchiv Wernigerode
  • Die bis dahin täglich ab Bahnhof Wernigerode verkehrende Postkutsche in das neun Kilometer entfernte Elbingerode stellt mit der letzten Fahrt am 30. April mit dem Postillion Karl Friedrich Anger ihren Betrieb ein.
Letzte Fahrt der Postkutsche von Wernigerode nach Elbingerode
- Dieter Oemler
Letzte Fahrt der Postkutsche von Wernigerode nach Elbingerode - Dieter Oemler
  • Im Rathaus gibt es erstmals elektrisches Licht.
Rathaus Wernigerode
- Harzbücherei Wernigerode
Rathaus Wernigerode - Harzbücherei Wernigerode
  • Der Ortsverein Wernigerode der SPD hat 861 Mitglieder.
  • Im Winter 1913/14 werden auf dem Brocken Rentiere aus Norwegen eingeführt. Mit ihrer Hilfe sollen die Transportschwierigkeiten über die Wintermonate überwunden werden. Da jedoch während des Ersten Weltkrieges die Nahrungsbeschaffung für diese Tiere nicht möglich ist, wird die Rentierhaltung auf dem Brocken wieder aufgegeben.
  • Die Stadt verfügt einschließlich des noch kommunal selbständigen Nöschenrode über 79 Industriebetriebe (11 Mühlen, ein holzverarbeitendes Werk, eine Fabrik für photographische Papiere, vier Brauereien, Brandweinbrennereien, Likör- und Zigarrenfabriken, Buchdruckereien, Farbenfabriken, Schokoladenfabrik).
Spedition Faulbaum Pfarrstraße 40
- Stadtarchiv Wernigerode PK III/2
Spedition Faulbaum Pfarrstraße 40 - Stadtarchiv Wernigerode PK III/2
  • Unter den Handwerkern gibt es 92 Schuhmacher, 72 Schneider, 38 Schneiderinnen, 48 Gärtner, 46 Tischler, 44 Bäcker, 37 Maler, 22 Frisöre, 17 Schlosser und 12 Dachdecker.
  • In der Bahnhofstraße 18 wird eine Knaben-Mittelschule eröffnet. Damit besitzt Wernigerode mit dem nun dazugehörenden Hasserode neben dem Gymnasium über vier Volksschulen (je eine Knaben- und eine Mädchen-Volksschule in Wernigerode und in Hasserode), zwei Mittelschulen (eine für Jungen und eine für Mädchen) und für die "höhere Mädchenerziehung" das "Fürstin-Anna-Lyzeum".
Fürstin-Anna-Lyzeum 1921/22
- gemeinfrei
Fürstin-Anna-Lyzeum 1921/22 - gemeinfrei
  • Der Beginn des 1. Weltkrieges löst auch in Wernigerode wie in anderen deutschen Städten eine wahre Kriegsbegeisterung aus. Die "Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt" schreibt am 15. August: "Mit Stolz lesen wir allenthalben, daß die Zahl unserer Kriegsfreiwilligen so groß ist, daß der vorläufige Bedarf unseres Heeres reichlich gedeckt ist. Die Meldungen sind so zahlreich, wie sie selbst optimistische Berechner nicht voraussehen konnten...".
  • Mit 19 571 Einwohnern (mit Nöschenrode 21 749) geht Wernigerode in den Ersten Weltkrieg. Wernigerode wandelt sich in eine Lazarettstadt. Viele Hotels und Fremdenheime werden in Abteilungen des Reserve-Lazaretts Wernigerode umgewandelt. Bereits in den ersten Monaten des Krieges treffen die ersten 280 Verwundeten ein. Ab Ende 1914 bis 1918 befinden sich ständig 900 bis 1000 Verwundete in der Stadt.
Hotel "Lindenberg"
- Stadtarchiv Wernigerode PK/IV 259
Hotel "Lindenberg" - Stadtarchiv Wernigerode PK/IV 259
Kriegsverwundete vor einer Lazarettbaracke in Wernigerode
- Phototkek Harzbüchere Wernigerodei
Kriegsverwundete vor einer Lazarettbaracke in Wernigerode - Phototkek Harzbüchere Wernigerodei
  • Am 5. Januar stellt das "Wernigeröder Intelligenzblatt" ein "Kriegskochbuch" vor, dass den Menschen eine dem Krieg angemessene Lebensmittelnutzung nahebringt. "Jeder Deutsche sollte lieber täglich dreimal Kartoffeln essen, statt durch den großen Brotkonsum die Friedensausichten zu beeinträchtigen."
Verwundete und medizinisches Personal des Lazarettes Brockenweg vor dem Denkmal für Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg
- Dieter Oemler
Verwundete und medizinisches Personal des Lazarettes Brockenweg vor dem Denkmal für Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg - Dieter Oemler
  • "Seine Durchlaucht", Fürst zu Stolberg-Wernigerode besucht "seine Landeskinder" am westlichen Kriegsschauplatz.
Der Fürst zu Besuch bei Wernigeröder Soldaten an der Westfront.
- Stadtarchiv Wernigerode
Der Fürst zu Besuch bei Wernigeröder Soldaten an der Westfront. - Stadtarchiv Wernigerode
  • Die deutsche Kriegsblindenstiftung verlegt das erste Kriegsblindenheim am 4. Oktober von Binz nach Wernigerode in die Pension "Waldheimat" am Jägerkopf 3. Betreiber ist der "Reichsdeutsche Blindenverband". Zweck dieser Einrichtung ist anfangs, im Ersten Weltkrieg erblindete Soldaten zu rehabilitieren und ihnen Erholung zu bieten.
Blindengenesungsheim Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode PK IV/63
Blindengenesungsheim Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode PK IV/63
Kriegsverwundete als Gäste auf dem Schloss
- Photothek Harzbücherei Wernigerode
Kriegsverwundete als Gäste auf dem Schloss - Photothek Harzbücherei Wernigerode
  • In der Burgmühlenstraße wird von Ferdinand Karnatzki eine Schokoladenfabrik gegründet.
Das Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik 2006
© Wolfgang Grothe
Das Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik 2006 © Wolfgang Grothe
Kohlrübenwinter
- Stadtarchiv Wernigerode
Kohlrübenwinter - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 16. Februar informiert die Schulaufsicht in Wernigerode die Öffentlichkeit über die Folgen der mangelhaften kriegsbedingten Ernährung der Kinder. Bei Schuluntersuchungen sei bei der Mehrheit der Kinder eine Gewichtseinbuße ermittelt worden. Die Behörde weist auf die Gefahren für die Schädigung der Gesundheit und die Leistungsfähigkeit hin. Viele Eltern sind objektiv nicht in der Lage, ihre Kinder gesund zu ernähren. Deshalb soll die Schulspeisung ausgebaut werden.
Todesanzeige für August Stallmann
© Wolfgang Grothe
Todesanzeige für August Stallmann © Wolfgang Grothe
© Wolfgang Grothe
© Wolfgang Grothe
  • Am 31. März findet in der Aula der Knaben-Mittelschule eine Versammlung "der Bezirksdamen und Gemeindehelferinnen" statt. Stadtrat Schneider bezeichnet als den Zweck aller Maßnahmen die ausreichende Unterstützung der Kriegerfamilien. Es sei "eine soziale Pflicht für uns alle..., alle Bedürftigen nach Möglichkeit zu unterstützen, damit die Frauen nicht in die Lage kommen, ihren Männern im Felde Klagen über Not zu schreiben". Dies würde sich wieder hemmend auf ihre Tatkraft auswirken.
Suppenmarken 1916
- Stadtarchiv Wernigerode
Suppenmarken 1916 - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 10. Oktober stirbt Malermeister Albert Bartels, Mitbegründer und erster Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Wernigerode. "Mit ihm ist eine führende Persönlichkeit aus dem öffentlichen Leben unserer Stadt geschieden. Er verdankte diese Stellung seinem rastlosen Fleisse, seiner glühenden Liebe zu der Sache, die er vertrat, und der massvollen Art in der er sie vertrat. Auch seine Gegner haben ihm deshalb die persönliche Achtung nie versagen können. In der Stadtverordneten-Versammlung, der er seit dem 1. Januar 1898 ununterbrochen angehört hat, war er der Eifrigsten einer. Pflichttreu und streng gegen sich selbst wie gegen andere waltete er seines Amtes. Seine reichen Erfahrungen und sein selbstloses Arbeiten werden die Lücke, die der Tod hier gerissen hat, noch oft schmerzlich empfinden lassen und das Andenken an den wackeren Mann wach halten". (Nachruf des Magistrats vom 11.10.1916)
Gedenkstein für Albert Bartels auf dem Zentralfriedhof - "Ein Sohn des Volkes wollte er sein und bleiben"

 
© Wolfgang Grothe
Gedenkstein für Albert Bartels auf dem Zentralfriedhof - "Ein Sohn des Volkes wollte er sein und bleiben"   © Wolfgang Grothe
Patriotische Konzerte zur Aufrechterhaltung der Kriegsmoral
© Wolfgang Grothe
Patriotische Konzerte zur Aufrechterhaltung der Kriegsmoral © Wolfgang Grothe
  • Der Sportverein "FC Germania 1916 Wernigerode" wird gegründet. 
  • Mitte des Jahres wird das Kriegsblindenheim in den Amelungsweg 6 verlegt.
  • Die Goldankaufstelle des Kreises hat im Monat Januar an fünf Aufkaufstagen 2.672,85 Mark Goldsachen angekauft. Der Gesamtankauf seit Eröffnung bis Ende Januar beläuft sich nun auf 50.475,25 Mark. "Jeder Mann und jede Frau, die sich bisher von ihrem Goldschmuck nicht trennen konnte, sollte bedenken, dass es eine Ehrenpflicht ist, alles Gold jetzt in den Dienst für das Vaterland zu stellen." "Gold gab ich zur Wehr - Eisen nahm ich zur Ehr!"
  • Die 1903 von Johannes Bürger im Mühlental gegründete Firma zur Gewinnung von Digitalis-Dialysat erhält den Namen "Johannes Bürger Ysatfabrik Wernigerode".
  • Am 8. April ruft das "Wernigeröder Tageblatt" die Wernigeröder auf, die "VI. Kriegsanleihe" zu zeichnen. "Hilf, zum vollen Sieg, zum ehrenvollen Friede, zur baldigen Heimkehr unserer Truppen beizutragen. Alle, Deine Angehörigen, Deine Verwandten, Deine Nachbarn müssen helfen! Zeichne Kriegsanleihe, dann warst auch Du dabei, als die Entscheidung erzwungen wurde. Wie bei den Wahlen auf jede Stimme, so kommt es bei dieser Kriegsanleihe auf jede Mark an."
  • Am 18. Mai wird das Blindenheim vom Jägerkopf mit 18 Bewohnern zum Amelungsweg 6 verlegt. Dort stehen neue moderne Räume zur Verfügung. Das Blindenheim ist darauf vorbereitet, weitere Kriegsblinde aufzunehmen und zu betreuen.
Blindenheim
- Dieter Oemler
Blindenheim - Dieter Oemler
  • Ab 20. Juli erhält jeder Einwohner 350 g Fleisch und 50 g Wurst pro Woche. Erstmalig werden Frühkartoffen verkauft, jeder einmalig 500 g. Die Wochenzuteilungen werden wöchentlich neu festgelegt und auf Lebensmittelkarten verkauft. Immer wieder kommt es zu Klagen von Einwohnern, dass auf dem Wochenmarkt "Fremde" einkaufen, die dann die gekauften Waren per Post in ihre Heimatorte senden. Den Wernigerödern stehen dann die auf den Karten stehenden Mengen nicht mehr in der festgelegten Höhe zur Verfügung.
  • Am 25. Juli findet, organisiert von der SPD, im Saale des "Hotel Monopol" eine stark besuchte öffentliche "Volksversammlung" statt. Eröffnet wurde die Versammlung durch den Stadtverordneten der SPD Niewerth mit dem Hinweis, "dass seit der letzten Versammlung zahlreiche Genossen im Kampf fürs Vaterland gefallen sind, deren Andenken durch Erheben von den Plätzen geehrt wurde". Hauptredner war der Reichstagsabgeordnete Alwin Brandes (SPD), der den Zuhörern die politische und militärische Situation erörterte. Er unterstrich die Notwendigkeit, alles zu tun, um den Krieg so schnell wie möglich zu beenden. Der Stadtverordnete Maybach begrüßte unter Beifall die Rede: "Heer und Volk haben in Bezug auf die Ernährung Hervorragendes geleistet. Wir haben die Engländer als unseren schwersten Feind bezeichnet, haben aber einen viel schwereren Feind im Lande, die Lebensmittelwucherer".
Alwin Brandes
- Wikipedia
Alwin Brandes - Wikipedia
  • Am 31. Oktober wird hinter dem ehemaligen Kloster Himmelpforte der "von Se. Durchlaucht dem Fürsten gestiftete Luther-Gedenkstein eingeweiht" und persönlich enthüllt. Der Fürst führt in seiner Rede in etwa aus: Er habe hier oben auf der hohen Warte, auf althistorischem Boden, wo vor 400 Jahren D. Martin Luther eingekehrt sei, um sich mit seinem Mitarbeiter Staupitz zu beraten, im Jubeljahre der Reformation einen Gedenkstein zu errichten entschlossen. Damals, unter der Regierung seines Vorfahren, des Grafen Botho des Glückseligen, der der Reformation größtes Verständnis entgegengebracht habe, sei die Grafschaft Wernigerode Fels und Hort der evangelischen Kirche geworden und da sei es unsererseits Pflicht, das Gedenken an die Reformation zu begehen. "Und wenn die Welt voll Teufel wär!" habe Luther gesungen und sich seiner Feinde gewehrt. Auch heute habe sich eine Welt von Feinden gegen uns verbunden, um uns zu vernichten. Es werde ihnen nicht gelingen.
Inschrift auf dem Gedenkstein von Martin Luther
© Wolfgang Grothe
Inschrift auf dem Gedenkstein von Martin Luther © Wolfgang Grothe
  • Am 31. Oktober wird von den evangelischen Christen im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther der Reformationstag gefeiert. Genau vor 400 Jahren soll der Überlieferung nach der Mönch Martin Luther am Abend vor Allerheiligen 1517 an der Tür der Schlosskirche in Wittenberg 95 Thesen in lateinischer Sprache zu Ablass und Buße angeschlagen haben. Dieses Jubiläum ist auch in Wernigerode Anlass, die Verdienste Luthers in Vorträgen in Kirchen, Gymnasium und in konservativen und nationalen Vereinen zu würdigen. Im Gymnasium hält der Rektor vor Lehrerkollegium und Schülern einen Vortrag zum Thema: "Luthers Erbe an das deutsche Volk". Nicht nur bei diesem Vortrag, sondern tendenziell wird Luther als "Glaubensheld" und "deutscher Mann" glorifiziert. "Sein ganzes Leben war durch und durch deutsch" oder "An Luthers Wesen wird und muss die Welt genesen" sind Kernsätze nahezu aller Vorträge.
  • Am 13. Dezember wird in Wernigerode die Ortsgruppe der Deutschen Vaterlandspartei gegründet. Die stark besuchte Versammlung wurde von Herrn Karl Holfelder eröffnet. Die Deutsche Vaterländische Partei (DVLP) ist die erste rechtsradikale Partei in Deutschland, die Elemente konservativer, extrem-nationalistischer, antisemitischer und völkischer Ideologen aufgreift.
Hotel "Zur Sonne"
- Stadtarchiv Wernigerode
Hotel "Zur Sonne" - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 18. Januar werden Minsleben und Umgebung von einer Unwetterkatastrophe heimgesucht. Nach starkem Schneefall geht dieser durch einen Temperaturanstieg innerhalb von sechs Stunden von 0 Grad auf plus 8,5 Grad in einen mehrstündigen extremen Regenguss über. Seit 1886 hatte es im Oberharz keinen derart starken Schneefall gegeben. Das nun plötzlich einsetzende Tauwetter liefert Wassermassen, die das Flussbett der Holtemme nicht mehr ableiten kann. Felder, Wege und Straßen werden überflutet, einige Straßen in Minsleben und Silstedt stehen bis 1,5 Meter für mehrere Stunden unter Wasser. Glücklicherweise ist kein Menschenleben zu beklagen.
  • August Künne gründet in Schierke einen SPD-Ortsverein.
  • Eine beliebte Ausflugsgaststätte unterhalb der Steinernen Renne ist der "Silberne Mann".
"Silberner Mann"
- Stadtarchiv Wernigerode PK IV/96
"Silberner Mann" - Stadtarchiv Wernigerode PK IV/96
  • Ab 1918 beginnt für Wernigerode und Nöschenrode die Ausgabe von Notgeld, weil harte Münzen aus Gold gehortet werden. Dieses Notgeld ist bis 1921 im Umlauf. In der Stadt wird eigenes "Notgeld" ausgegeben. Diese Notgeldscheine haben bis 1921 in Ermangelung von Münzen Gültigkeit.
  • Das Kino "Schlosslichtspiele" in der Burgstraße 1 wird von Wilhelm Böhling in das alte Schützenhaus an der Flutrenne mit 600 Sitzplätzen verlegt. In der Burgstraße 1 richtet Richard Brandt die "Kammerlichtspiele" ein.
  • Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges verhandelte der Soldatenrat am 10. November laut Protokoll mit dem amtierenden Zweiten Bürgermeister über die Situation in der Stadt. Der Bürgermeister notierte dazu: "Die verschieden gestellte Fragen über zu treffende Maßnahmen wurden besprochen bzw. beantwortet. Der Soldatenrat gab die feste Versicherung ab, daß er alles aufbieten würde dazu beizutragen, daß Ruhe und Ordnung in unserer Stadt herrschen soll. Zum Schluß wurde darüber abgestimmt, daß auf den Landratsamt und auf dem Rathaus vom 11. des Monats ab, die rote Fahne 8 Tage gehißt werden soll."
  • Am 9. November kommt es in den beiden größten Betrieben der Stadt (Eisengießerei Lüders und Sägewerk Unter den Zindeln) zu Arbeitsniederlegungen. Die Arbeiter fordern die Verbesserung der Lebensmittelversorgung und eine Reduzierung der Arbeitszeit ohne Lohnkürzung.
  • Am 1. Dezember kann für die Bürger der Stadt die tägliche Mehlration um 50 Gramm erhöht werden.
  • Zur Stadtverordnetenwahl gibt es eine Liste mit 30 Kandidaten. "Bürgerliche" und Sozialdemokraten sind gleich verteilt. Außerdem gibt es eine "Ergänzungsliste" mit 30 Kandidaten, ebenfalls mit gleicher Anzahl aus beiden Lagern. Gewählt werden in die Stadtverordnetenversammlung 15 "Bürgerliche" und 15 Sozialdemokraten.
  • Für die im Weltkrieg 1914-1918 gefallenen Schüler des Fürstlichen Gymnasiums wird auf dem Sportplatz desselben ein Ehrenmal mit der Inschrift: "Knaben reiften zu Männern, als Helden sind sie gefallen. Trachtet Knaben, wie sie Männer und Helden zu sein", errichtet. Es wurde in den 1950er Jahren entfernt.
Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Schüler des fürstlichen Gymnasiums
- Dieter Oemler
Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Schüler des fürstlichen Gymnasiums - Dieter Oemler
Gottesdienste im Lustgarten zum Gedenken der Opfer des 1. Weltkrieges
- Dieter Oemler
Gottesdienste im Lustgarten zum Gedenken der Opfer des 1. Weltkrieges - Dieter Oemler
  • Dr. med. Richard Schlichting übernimmt Besitz und Leitung des bisherigen Reservelazaretts Friedrichstraße 13 und richtet dort eine "Privatklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten" ein.
Dr. med. Richard Schlichting starb Februar 1942 mit nur 58 Jahren
- Gerhard Bombös
Dr. med. Richard Schlichting starb Februar 1942 mit nur 58 Jahren - Gerhard Bombös
  • Hugo Wiesengrund verlagert die "Marmorwerke Berlin" nach Hasserode und setzt das "Wasserkraftwerk Steinerne Renne" nach mehrjähriger Pause wieder in Betrieb.
  • Oberstudiendirektor Professor Paul Menge, *09.04.1876, übernimmt die Leitung des Wernigeröder Gymnasiums, nachdem der Geh. Studienrat Dr. Albrecht Jordan diese am 30. September niederlegte.
Oberstudiendirektor Prof. Paul Menge
- gemeinfrei
Oberstudiendirektor Prof. Paul Menge - gemeinfrei
  • Durch fortschreitende Inflation und Preisauftrieb wird die Lage großer Teile der Bevölkerung äußerst kompliziert. Hinzu kommt die allgemeine politische Instabilität. Beschaffung von Lebensmitteln und Brennmaterial wird gerade für die sozial schwachen Bevölkerungsschichten zur Überlebensfrage.
Schreiberstraße 2016
© Wolfgang Grothe
Schreiberstraße 2016 © Wolfgang Grothe
Schlosswache um 1920
- Dieter Oemler
Schlosswache um 1920 - Dieter Oemler
Schokoladenfabrik 1920
- Dieter Oemler
Schokoladenfabrik 1920 - Dieter Oemler
Speisesaal im Kurhotel "Barenberger Hof" Schierke
- Frank Wiesner
Speisesaal im Kurhotel "Barenberger Hof" Schierke - Frank Wiesner
VEB "Schokoladenverarbeitungsmaschinen" Anfang der 1950er Jahre
- Dieter Oemler
VEB "Schokoladenverarbeitungsmaschinen" Anfang der 1950er Jahre - Dieter Oemler
  • Die 1872 von Robert Hoppe gegründete Brauerei wird in "Hasseröder Brauerei AG" umbenannt. Ab diesem Zeitpunkt werden auch überregional Kunden beliefert.
Hasseröder Brauerei
- Hasseröder Brauerei
Hasseröder Brauerei - Hasseröder Brauerei
  • Der nach Ende des Ersten Weltkrieges erneut aufgenommene Hotelbetrieb im "Hotel Hohnstein" wird, bedingt durch die schlechte wirtschaftliche Situation und das damit verbundene Ausbleiben der Gäste, endgültig am 11. Mai eingestellt. Das Hotel wird aus dem Gewerberegister gestrichen.
  • Der Hartgeldmangel zwingt auch die Stadt Wernigerode am 20. Dezember die ersten wirklich künstlerisch gestalteten Notgeldscheine herauszugeben, welche durch Handstempel nummeriert werden.
Wernigeröder Notgeld von 1920
© Wolfgang Grothe
Wernigeröder Notgeld von 1920 © Wolfgang Grothe
  • Wohlhabende Pensionäre sowie zahlreiche Adlige siedeln sich in Wernigerode an. Eine Grußbotschaft der Mitglieder der Ortsgruppe Grafschaft Wernigerode der deutschen Adelsgenossenschaft an Fürst Christian zu Stolberg-Wernigerode umfasst 125 Namen.
  • Das nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr lebensfähige "Hotel Monopol" wird von der Gewerkschaft gekauft und in ein Gewerkschaftshaus umgewandelt. Das Parteibüro der Wernigeröder SPD zieht ebenfalls ein. Dafür gibt die Partei ihr erstes Haus in der Schmatzfelder Straße auf.
Auf der Burgbreite 2016
© Wolfgang Grothe
Auf der Burgbreite 2016 © Wolfgang Grothe
  • Als 2. Bürgermeister wird der SPD-Sekretär Herrmann Reichardt gewählt. Er bleibt bis 1933 im Amt und wird nach 1945 erster Landrat nach dem Krieg.
Notgeld für Schierke 1921
© Wolfgang Grothe
Notgeld für Schierke 1921 © Wolfgang Grothe
  • Am 1. September wird die Landwirtschaftsschule Wernigerode aus der 1919 gegründeten Kreislandwirtschaftsinspektion entwickelt. Die Schule untersteht der Landwirtschaftskammer der Provinz Sachsen. Ihren Sitz hat die Schule in der Knaben-Mittelschule, der heutigen Wilhelm-Raabe-Schule. Die Schule unterrichtet ausschließlich Bauernsöhne in jeweils zwei Winterhalbjahren.
Kursanten der Landwirtschaftsschule
- gemeinfrei
Kursanten der Landwirtschaftsschule - gemeinfrei
Eishockeyspieler im Christianental
- Dieter Oemler
Eishockeyspieler im Christianental - Dieter Oemler
  • Am 1. Mai findet auch in Wernigerode eine Mai-Demonstration statt. Der 1. Mai ist noch kein gesetzlicher Feiertag.
Maidemonstration 1922
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Maidemonstration 1922 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Es gibt noch sechs Böttchereien im Stadtgebiet. Darunter auch Böttcherei Karl Rindfleisch, zugleich Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Böttcherinnung und Schriftleiter der "Böttcherzeitung", im Papental 11.
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - Nummer 214 - Juni 1988 S. 8
  • Aus dem Heer der Arbeislosen rekrutieren sich Straßenmusikanten, wie der bekannte "Orgelmeier".
Straßenmusikant in Wernigerode (nach dem 1. Weltkrieg)
- Dieter Oemler
Straßenmusikant in Wernigerode (nach dem 1. Weltkrieg) - Dieter Oemler
  • In Wernigerode werden eine Notstandsküche und im Winter Wärmestuben eröffnet.
  • Ein "Wernigeröder Verein zur Förderung der Luftfahrt" wird gebildet.
Original-Fliegeraufnahme: Liebfrauenkirche
- Stadtarchiv Wernigerode PK  III/181
Original-Fliegeraufnahme: Liebfrauenkirche - Stadtarchiv Wernigerode PK III/181
  • Wernigerode wird in den Strudel der Inflation hineingezogen.
  • Die Fürst-Otto-Bibliothek im Lustgarten in Wernigerode ist in Deutschland eine der bedeutendsten bibliographischen Sammlungen.
Fürst-Otto-Bibliothek im Lustgarten
- Stadtarchiv Wernigerode PK I/232
Fürst-Otto-Bibliothek im Lustgarten - Stadtarchiv Wernigerode PK I/232
Hotel Hohnstein
- Dieter Oemler
Hotel Hohnstein - Dieter Oemler
  • In Wernigerode existiert eine aktive Ortsgruppe des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Der 1888 gegründete deutschlandweit tätige Arbeiter-Samariter-Bund ist eine unabhängige Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation, die historisch auf Initiative von Arbeitern und Handwerkern zur Selbsthilfe und im Bereich der Unfallrettung zurückgeht.
Ortsgruppe Wernigerode des Arbeiter-Samariter-Bundes
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Ortsgruppe Wernigerode des Arbeiter-Samariter-Bundes - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
alte Ansichtskarte des "Gerlitzhauses"
- Stadtarchiv Wernigerode PK III 0154
alte Ansichtskarte des "Gerlitzhauses" - Stadtarchiv Wernigerode PK III 0154
  • Die Versorgung mit Lebensmitteln wird immer prekärer. Am 8. August strömen in die "Butterzentrale in der Breiten Straße" hunderte aufgebrachte Einwohner, " von denen jeder zuerst Butter haben" wollte. Ein herbeigerufener Polizeibeamter sorgte dafür, dass ein geordneter Verkauf möglich war. Dieses Vorkommnis veranlasst Bürgermeister Reichardt eine Besprechung im "Weißen Hirsch" zur Sicherstellung der Lebensmittelversorgung einzuberufen.
  • Am 8. und 9. September herrschen in Wernigerode bürgerkriegsähnliche Verhältnisse, über die in der Presse deutschlandweit berichtet wird. Trotz polizeilichen Verbotes eines Aufmarsches zum sogenannten "Deutschen Tag" der eigentlich verbotenen ultrarechten "Mitteldeutschen Arbeiterpartei" sind mit der Bahn Hunderte angereist. Gleichzeitig versammeln sich in der Nacht vom 8. zum 9. September am "Monopol" 1500 Arbeiter, die sich in einer aufgeheizten Stimmung den Stahlhelmern und Nationalisten entgegenstellen. "Nur der ausgezeichneten Disziplin des Republikanischen Sicherheitsdienstes und der überlegenen Ruhe des Gewerkschaftsvorsitzenden Jonas ist es zu verdanken, dass die Leute vom Stahlhelm nicht glatt vernichtet worden sind und ein größeres Blutbad nachfolgte".
    Wernigeröder Tageblatt - Wernigeröder Tageblatt - Volksblatt für die werktätige Bevölkerung des Harzes - Amtlicher Bericht über die Vorgänge in Wernigerode am 8. und 9. September
  • Die Löhne in den Betrieben der Stadt werden regelmäßig der galoppierenden Geldentwertung im Deutschen Reich angepasst und täglich an die Lohnempfänger ausgezahlt. Diese sind bemüht, das Geld für den Konsum am gleichen Tag in den Geschäften auszugeben. Zum Beispiel erhöht sich der wöchentliche Bezugspreis der Tageszeitung "Wernigeröder Tageblatt" von 30 Millionen Reichsmark in der zweiten Oktoberwoche auf 105 Millionen Reichmark in der dritten Oktoberwoche.
  • Die Not der Bevölkerung, insbesondere der Arbeitslosen, nimmt dramatische Formen an. Ab 1. November verständigen sich Geschäftsleute in Nöschenrode und stellen unentgeltlich Lebensmittel zur Verfügung. Als erste spenden die Bäckermeister Kupfer, Blumeier, Wiecker, Liesmann und Querfurt je 10 Brote. Dieser Aktion schließen sich sehr viele Geschäftsinhaber in Wernigerode und Hasserode an und spenden Kartoffeln, Kakao, Nudeln, Mehl u.a.
  • Am 30. Dezember wird auf einer kleinen Schanze im Zwölfmorgental der erste Wernigeröder Sprunglauf ausgetragen.
alte Ansichtskarte vom "Zwölfmorgental"
- Stadtarchiv Wernigerode PK V 0098
alte Ansichtskarte vom "Zwölfmorgental" - Stadtarchiv Wernigerode PK V 0098
Wochenmarkt nach 1920
- Dieter Oemler
Wochenmarkt nach 1920 - Dieter Oemler
  • Die im Ortsteil Hasserode gelegene von der Holtemme angetriebene Lohmühle im Hasenwinkel brennt ab.
Lohmühle im Hasenwinkel
- Dieter Oemler
Lohmühle im Hasenwinkel - Dieter Oemler
  • Die Wernigeröder Schokoladenindustrie hat etwa 1500 Beschäftigte. Zu den bedeutendsten Betrieben der Schokoladenindustrie in Wernigerode gehören die "Ronnenberg AG" im Mühlental 12, die "Ferdinand Karnatzki AG" im oberen Hasserode ("Burgmühle"), die "Ludwig Bauermeister & Co. GmbH" (Mühlental 10) oberhalb der Storchmühle, die "Mauls AG" (Ilsenburger Straße), die "Schokoladenfabrik Walter Hildebrandt" (Breite Straße 54) und die "Konfitüren- und Schokoladenfabrik Theodor Keim" (Breiten Straße 53).
Ehemaliges Kraftwerk Argenta 2016
© Wolfgang Grothe
Ehemaliges Kraftwerk Argenta 2016 © Wolfgang Grothe
  • Zur Linderung der Wohnungsknappheit nach dem Ersten Weltkrieg werden, wie z.B. an der Wegestraße, neue Wohnungen gebaut.
Wegestraße 2016
© Wolfgang Grothe
Wegestraße 2016 © Wolfgang Grothe
  • Die evangelische Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in Deutschland richtet in der bunten Stadt eine bis heute die einzige evangelische Blindenschriftdruckerei im deutschsprachigen Raum und später ein Erholungsheim für blinde Menschen ein.
Blindenerholungsheim am Amelungsweg 2014
© Wolfgang Grothe
Blindenerholungsheim am Amelungsweg 2014 © Wolfgang Grothe
  • Wernigerode hat 19.636 Einwohner, davon 18.844 Evangelische, 461 Katholiken, 25 sonstige Christen und 22 Juden.
Blick auf Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode
Blick auf Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode
  • Das "Kurhaus" ("Stadtgarten") geht aus privaten in städtischen Besitz über.
  • Der 1922 gegründete Verein zur Förderung der Luftfahrt kauft zur Errichtung eines Flugplatzes den 68 Morgen großen Ackerplan "Unterm Wulfhorn" am Veckenstedter Weg.
Segelflugplatz an der Charlottenlust in den 20er Jahren
- Dieter Oemler
Segelflugplatz an der Charlottenlust in den 20er Jahren - Dieter Oemler
  • In Wernigerode bildet sich eine Ortsgruppe der NSDAP.
Stahlhelm-Treffen in der "Storchmühle" 1925
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Stahlhelm-Treffen in der "Storchmühle" 1925 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In Wernigerode wird der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr, nicht zuletzt aus den Erfahrungen mit den Stadtbränden in einer hauptsächlich aus Fachwerk bestehenden Altstadt, stets eine hohe Bedeutung beigemessen.
Erprobung eines Rettungsschlauches für gefährdete Personen aus oberen Stockwerken
- Dieter Oemler
Erprobung eines Rettungsschlauches für gefährdete Personen aus oberen Stockwerken - Dieter Oemler
  • In Wernigerode existiert ein sehr aktiver sozialdemokratischer Wahlverein.
SPD-Wahlverein Wernigerode
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
SPD-Wahlverein Wernigerode - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Die 1921 gegründete Landwirtschaftsschule Wernigerode wird im Oktober um eine Mädchenabteilung erweitert, welche ihren Sitz in der Mädchen-Volksschule, der heutigen Thomas-Müntzer-Schule, hat. Die Landwirtschaftsschule ist gleichzeitig die Zentrale des Milchkontrollvereins, des Kreismilchausschusses, der Versuchsvereinigung Nordharz, der Geschäftsstelle für Pflanzenschutz und des Lehrlingswesens. Darüber hinaus beraten die Lehrer der Schule die Landwirtschaftsbetriebe zu Fragen der Steigerung der Produktion und Rentabilität. Von 1921 bis 1945 werden an der Landwirtschaftsschule Wernigerode 1087 Mädchen und Jungen ausgebildet.
Eine Mädchenklasse der "Landwirtschaftsschule Wernigerode" vor dem Eingang der heutigen "Thomas-Müntzer-Schule"
- Archiv Manfred Fuhlroth
Eine Mädchenklasse der "Landwirtschaftsschule Wernigerode" vor dem Eingang der heutigen "Thomas-Müntzer-Schule" - Archiv Manfred Fuhlroth
Mittelstraße 4
- Dieter Oemler
Mittelstraße 4 - Dieter Oemler
  • Ab 1. April betreibt die Familie Siegesmund das "Cafe Wien" bis zum heutigen Tag.
Cafe Wien (heute)
© Wolfgang Grothe
Cafe Wien (heute) © Wolfgang Grothe
  • Wegen Kohlemangel stellt die Harzquerbahn am 26. April ihren Betrieb ein.
Festumzug am 1. Juli 1926 aus Anlaß des 475jährigen Bestehens des Schützenvereins
- Dieter Oemler
Festumzug am 1. Juli 1926 aus Anlaß des 475jährigen Bestehens des Schützenvereins - Dieter Oemler
  • Neben dem Stadtgarten wird eine Kegelhalle gebaut.
  • Vor der Charlottenlust wird neben dem bereits bestehenden Segelflugplatz ein Verkehrsflugplatz eingeweiht. Postflüge und Personenbeförderung mit dem Junkersflugzeug F13, aber auch Rundflüge starten und landen bis zum Beginn des Zweiten Weltkriege. Der Verkehrsflugplatz wird am 15. August eingeweiht.
Verkehrsflugplatz (eingeweiht am 15.08.1926)
- Dieter Oemler
Verkehrsflugplatz (eingeweiht am 15.08.1926) - Dieter Oemler
  • Am 30. August landet zum ersten Mal ein Pilot mit einem von 35 PS getriebenen Doppeldecker auf dem Brocken.
  • In Wernigerode wird eine Schule für lernschwache Kinder gegründet, aus der ab 1927 die Pestalozzischule hervorgeht. 53 Schüler, vom Kreisarzt ausgewählt, bilden die ersten zwei Hilfsschulklassen im Nebengebäude der damaligen Knabenschule Wernigerode - heute Grundschule Diesterweg.
 Pestalozzi-Schule in der Minslebener Straße im Stadtfeld 2015
© Wolfgang Grothe
 Pestalozzi-Schule in der Minslebener Straße im Stadtfeld 2015 © Wolfgang Grothe
  • Die Nordhausen-Wernigeröder-Eisenbahn ergänzt ihr Angebot auf der Schiene durch eine Reihe von Kraftomnibussen, die die Touristen zu Ausflugszielen befördern und Harzrundfahrten anbieten.
Kraftomnibus für die Strecke Wernigerode-Nordhausen 1926
- Dieter Oemler
Kraftomnibus für die Strecke Wernigerode-Nordhausen 1926 - Dieter Oemler
Häuser am Veckenstedter Weg 2016
© Wolfgang Grothe
Häuser am Veckenstedter Weg 2016 © Wolfgang Grothe
  • Die Stadträte von Wernigerode stimmen den seit 1909 von Stadtbaurat Wilhelm Deistel ausgearbeiteten Plänen für den Bau einer Kläranlage und der innerstädtischen Kanalisation zu. Die Situation war durch in die Gosse geleitete flüssige Abfälle aus Haushalt und Gewerbe für Einwohner und Feriengäste unerträglich geworden.
Bau einer innerstädtischen Kanalisation
- Dieter Oemler
Bau einer innerstädtischen Kanalisation - Dieter Oemler
Hotel Eichberg
- Dieter Oemler
Hotel Eichberg - Dieter Oemler
700 PS starke Dieselmotoren der ehemaligen Ferdinant Karnatzki AG um 1926.
- Frank Wiesner
700 PS starke Dieselmotoren der ehemaligen Ferdinant Karnatzki AG um 1926. - Frank Wiesner
  • Im Ortsteil Hasserode wird durch Ferdinand Karnatzki die alte Burgmühle zu einer großen, modernen Schokoladenfabrik ausgebaut (ab 1939 unter dem Namen "Argenta").
Schokoladenwerke Burgmühle von Ferdinand Karnatzki
- Dieter Oemler
Schokoladenwerke Burgmühle von Ferdinand Karnatzki - Dieter Oemler
Holländische Reisegruppe vor dem Rathaus
- Dieter Oemler
Holländische Reisegruppe vor dem Rathaus - Dieter Oemler
  • Die schon im Mittelalter beliebten Festspiele auf dem Marktplatz werden wiederbelebt. Bekannte Schauspieler wie Heinrich George (Vater von Götz George) treten vor der Kulisse des Rathauses in klassischen Stücken wie "Faust" und "Hamlet" auf.
Festspiele auf dem Marktplatz 1927
- Dieter Oemler
Festspiele auf dem Marktplatz 1927 - Dieter Oemler
  • Am 16. Juni landet die erste Maschine der Deutschen Lufthansa auf der neuen Verbindung zwischen Braunschweig und Leipzig in Wernigerode auf dem Flugplatz unterhalb der Charlottenlust.
    Harzer Volksstimme - 16.06.2017
Flugplatz Wernigerode
- Postkarte
Flugplatz Wernigerode - Postkarte
  • Hasserode wird am 6. Juli von einem starken Hochwasser heimgesucht.
 Hochwasser in Hasserode
- Stadtarchiv Wernigerode /PK XII 21
 Hochwasser in Hasserode - Stadtarchiv Wernigerode /PK XII 21
  • Der schwerste Unfall in der Geschichte der Nordhausen-Wernigeröder-Eisenbahn, Vorläufer der heutigen Harzquerbahn, wird verzeichnet. Infolge starken Regens am 6. Juli wird der Bahndamm bei der Thumkulental-Brücke unterspült. Die Lok und zwei Wagen stürzen ab, sechs Menschen sterben, über 20 Menschen werden verletzt.
Lok des Unglückszuges 6. Juli 1927
- privat
Lok des Unglückszuges 6. Juli 1927 - privat
  • Ab 1927 finden (bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges) die jährlichen Verbandstagungen des "Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverbandes" unter der Schirmherrschaft von Christian Ernst Fürst zu Stolberg-Wernigerode in Wernigerode statt (deshalb Umbenennung in "Wernigeröder Jagdcorps Senioren-Convent").
  • Mit Hacke und Schaufel, dazu Pferdewagen für den Transport, verlegen Arbeiter von 1927 bis 1930 in der Stadt 14 Kilometer Abwasserrohre, dazu zehn Kilometer Hausanschlüsse und vier Kilometer Regenwasserkanäle und schließen die Rohre an die vor der Stadt gebaute Kläranlge an.
  • Ferdinand Karnatzki ("Schokoladenwerke AG") meldet Insolvenz an.
  • In Schierke wird ein neues Rathaus gebaut.
Schierker Rathaus 2014
© Wolfgang Grothe
Schierker Rathaus 2014 © Wolfgang Grothe
  • Am 12. August erfolgt am Fuße des Lindenberges die feierliche Einweihung der modernsten deutschen Kegelsportstätte, nach dem Zweiten Weltkrieg das Lichtspielhaus "Capitol".
  • Wernigerode erhält eine zweite Blindeneinrichtung. Die 1903 gegründete "Gesellschaft für christliches Leben unter den Blinden", verbunden mit einer Druckerei für Blindenschrift, siedelte 1925 nach Wernigerode um und hat ab 1928 eigenen Hausbesitz im Pulvergarten 2.
  • Die "Rudolph Karstadt AG" übernimmt die insolvente "Karnatzki AG" und gründet die "Burgmühlen Schokoladenfabrik GmbH".
Ehemalige Schokoladenfabrik Argenta 2016
© Wolfgang Grothe
Ehemalige Schokoladenfabrik Argenta 2016 © Wolfgang Grothe
Krankenhaus Wernigerode
- Dieter Oemler
Krankenhaus Wernigerode - Dieter Oemler
  • Das alte Fachwerkhaus Marktstraße 5 wird, ohne dass die Denkmalbehörde Einspruch einlegen kann, mit einem stilwidrigen protzigen Ladeneinbau aus Sandstein verunstaltet, der den aus Rogenstein gemauerten Hochkeller und die Palmetten des Untergeschosses zerstört.
Marktstraße 5 nach dem Umbau 1928
- Dieter Oemler
Marktstraße 5 nach dem Umbau 1928 - Dieter Oemler
  • Nach einem Entwurf von Stadtbaurat Deistel wird das Nesseltalbad völlig neu gestaltet. Der Teich wird zu einem neuen, maßgerechten Schwimmbecken mit abgeteiltem Nichtschwimmerbecken umgebaut und mit einem neuen Sprungturm ausgestattet.
Nesseltalbad im Ortsteil Hasserode
- Dieter Oemler
Nesseltalbad im Ortsteil Hasserode - Dieter Oemler
  • Die Stadt kauft das fürstliche Vorwerk. Die Wirtschaftsgebäude werden abgerissen und dafür Wohnhäuser gebaut, an den hier stehenden Resten der Stadtmauer werden Grünanlagen geschaffen.
Fürstliches Vorwerk 1929
- Dieter Oemler
Fürstliches Vorwerk 1929 - Dieter Oemler
  • Der "reiche" Flecken Nöschenrode wird gegen den massiven Widerstand wohlhabender Nöschenröder Bürger von der "verschuldeten" Stadt Wernigerode durch eine definitive Entscheidung des Magdeburger Regierungspräsidiums eingemeindet. Die Nöschenröder sprechen von einer "Zwangseingemeindung".
Hotel "Lindenberg" in Nöschenrode
- Stadtarchiv Wernigerode PK/IV/253
Hotel "Lindenberg" in Nöschenrode - Stadtarchiv Wernigerode PK/IV/253
  • Mit Unterstützung des Harzklub-Zweigvereins Wernigerode stellt die Stadt unter Leitung des Stadtbaurates Wilhelm Deistel auf dem Blockshornberg ein Lönsdenkmal auf mit der Inschrift: "Dem trefflichen Schilderer der bunten Stadt am Harz. Der Harzklub Wernigerode 1919"
Aufstellen des Lönsdenkmals
- Dieter Oemler
Aufstellen des Lönsdenkmals - Dieter Oemler
  • Als Staatsgast des deutschen Reichspräsidenten besucht am 21. Juni der ägyptische König Fuad die Stadt und das Schloss. Dem ägyptischen König bietet der Fürst eine feudale Pracht, die seinen Verhältnissen nicht entspricht. König Fuads Besuch ist die verspätete Abschiedsvorstellung der feudalen Glanzzeit des Schlosses (1929 nimmt die fürstliche Verwaltung 4,6 Mio. Mark ein und gibt 10,5 Mio. aus).
Besuch des ägypischen Königs Fuad I. in Wernigerode 1929
- Dieter Oemler
Besuch des ägypischen Königs Fuad I. in Wernigerode 1929 - Dieter Oemler
  • Am 4. August 8:00 Uhr wird das Hermann-Löns-Denkmal eingeweiht. Die Löns-Plakette ist ein Entwurf und eine Herstellung von Hans Bülow. Ernst Löns, ein Bruder von Hermann Löns hält eine Ansprache.
Löns-Denkmal
© Wolfgang Grothe
Löns-Denkmal © Wolfgang Grothe
  • Der fürstliche Marstall wird als Reithalle, Remise, Werkstatt und als Wohnung für Bedienstete genutzt.
    Volksstimme - 23.6.2014 S.7
  • Schierke entwickelt sich zu einem bedeutenden Wintersportzentrum in Norddeutschland ("Sankt Moritz des Nordens"). Neu eröffnete Hotels und Pensionen ermöglichen die Entwicklung des winterlichen Fremdenverkehrs. Bei Gästen aus dem Inland, aber auch bei Gästen aus den Niederlanden und Dänemark ist Schierke als Feriendomizil populär.
Schierke im Winter - Heim "Brocken-Scheideck" mit Winterberg
- Stadtarchiv Wernigerode PK/IX/22
Schierke im Winter - Heim "Brocken-Scheideck" mit Winterberg - Stadtarchiv Wernigerode PK/IX/22
  • Das "Fürstliche Haus Stolberg-Wernigerode" begeht mit einer Festveranstaltung am 18. August in der Schlosskirche sein 500- jähriges Bestehen. Im vom "Hofchef" unterzeichneten Programm der Veranstaltung heißt es: "Sobald seine Durchlaucht der Fürst den Schlosshof betritt, halten die Führer der Abordnungen Ansprachen. Zum Schluss Rede seiner Durchlaucht des Fürsten und persönlicher Dank."
Schloss Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode
Schloss Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode
  • Fürst Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1864-1940) ist finanziell bankrott und gibt das Schloss als Wohnsitz auf. Der Fürst bezieht die von ihm gekaufte Villa "Fichtenhof" in Schierke. Erbprinz Botho zieht in die einstige Kammerpräsidentenvilla, die damit Erbprinzenpalais wird.
Schloss Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode PK I/83
Schloss Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode PK I/83
  • Die seit 1827 bestehende fürstliche Bibliothek und das Archiv in der Orangerie im Lustgarten werden aufgelöst.
Orangerie 2016
© Wolfgang Grothe
Orangerie 2016 © Wolfgang Grothe
  • Am 14. Januar wird ein Mann geboren, der später als "Meister Nadelöhr" im Kinderfernsehen der DDR bekannt wird, Eckart Friedrichson. Nach einer Schauspielausbildung hat er Engagements am Stadttheater Rostock und dem Berliner Theater der Freundschaft. Als das Fernsehen der DDR für "Meister Nadelöhr erzählt" (später "Zu Besuch im Märchenland") einen Darsteller sucht, übernimmt der 25jährige Friedrichson die Rolle. Im Alter von 46 Jahren erliegt der Schauspieler, der seit seiner Kindheit an Diabetes leidet, einem tödlichen Herzinfarkt.
    wikipedia.org - Meister Nadelöhr
Meister Nadelöhr
- Dieter Oemler
Meister Nadelöhr - Dieter Oemler
Feinkostgeschäft Großhennig in der Westernstraße 14 um 1930
- Dieter Oemler
Feinkostgeschäft Großhennig in der Westernstraße 14 um 1930 - Dieter Oemler
Postgebäude 1930 fertig gestellt
- Gerhard Bombös
Postgebäude 1930 fertig gestellt - Gerhard Bombös
Alter Platz des Bürgermeister-Erkers vor den Umbaumaßnahmen in den  Jahren nach 1936
- Dieter Oemler
Alter Platz des Bürgermeister-Erkers vor den Umbaumaßnahmen in den  Jahren nach 1936 - Dieter Oemler
"Deutsche Herrenmoden" Burgstraße 9, 1930
- Daniel Stern
"Deutsche Herrenmoden" Burgstraße 9, 1930 - Daniel Stern
  • Das Wernigeröder Schloss wird teilweise für Besichtigungen freigegeben, um aus dem Erlös Werterhaltungsmaßnahmen zu finanzieren.
 Schloss Wernigerode
- Dieter Oemler
 Schloss Wernigerode - Dieter Oemler
  • Bei den Wahlen zum Stadtparlament erringen die Nationalsozialisten mit 2900 Stimmen fünf Mandate, ein sechster Nationalsozialist wird Stadtrat (Dr. Boettcher) und Mitglied des Magistrats. Die KPD erringt erstmals in Wernigerode ein Mandat. Die NSDAP zieht nach den Wahlen zum Stadtparlament trotz geltender Uniformverbote provokant in das Rathaus ein.
Die NSDAP zieht nach den Wahlen zum Stadtparlament trotz geltender Uniformverbote provokant in das Rathaus ein.
- Dieter Oemler
Die NSDAP zieht nach den Wahlen zum Stadtparlament trotz geltender Uniformverbote provokant in das Rathaus ein. - Dieter Oemler
  • Am 1. Mai findet in Wernigerode eine Maifeier mit Demonstration statt. Der 1. Mai ist noch kein gesetzlicher Feiertag.
Maifeier 1931 in Wernigerode
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Maifeier 1931 in Wernigerode - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Am 7. Mai erhält Wernigerode ein Heimatmuseum. Der Geschichtsverein übernimmt die Einrichtung und Pflege des neuen Heimatmuseums. Die Hauptversammlung des Vereins beschließt seine Umwandlung in einen Geschichts- und Altertumsverein. Amtsgerichtsrat Grosse wird 1. Vorsitzender.
Exponate aus der Sammlung des Fürstenhauses im neuen "Heimatmuseum"
- Dieter Oemler
Exponate aus der Sammlung des Fürstenhauses im neuen "Heimatmuseum" - Dieter Oemler
  • 9. Mai: Infolge der schlechten Wirtschaftslage ist die Zahl der sogenannten Wohlfahrtserwerbslosen in Wernigerode auf 1050 gestiegen.
  • Am 1. Juni toben über der Stadt schwere Gewitter mit wolkenbruchartigen Niederschlägen. Der Marktplatz steht zeitweilig unter Wasser.
Markt nach einem Regenguss um 1930
- Stadtarchiv Wernigerode
Markt nach einem Regenguss um 1930 - Stadtarchiv Wernigerode
  • Der als "Philosoph von Schierke" bekannt gewordene Sozialdemokrat August Künne diskutiert mit Kurgästen von Rang und Namen, so auch mit Albert Einstein, von dem er das Buch "Über die Relativitätstheorie" geschenkt bekam. Einstein versah es mit der Widmung: "Dem einsamen und unabhängigen Denker August Künne als Zeichen meiner Bewunderung und Sympathie, Albert Einstein, 1931"
  • Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und daraus resultierende soziale Verelendung, werden auch in Wernigerode wie im gesamten Deutschen Reich immer spürbarer. Die Folge ist eine zunehmende seit Jahren sich entwickelnde Radikalisierung der verschiedenen politischen Richtungen. Auch in Wernigerode haben sich besonders in den extremen linken und rechten Parteien (NSDAP und KPD), aber auch bei der SPD und im Zentrum halbmilitärische "Kampfgruppen" gebildet, die offiziell als "Saalschutz" zur Absicherung von politischen Veranstaltungen eingesetzt werden.
Demonstration der NSDAP 1930 in der Burgstraße
- Dieter Oemler
Demonstration der NSDAP 1930 in der Burgstraße - Dieter Oemler
  • Von "einer Massenkundgebung, wie sie Wernigerode seit Jahren nicht gesehen hat" , berichtet am 2. November das "Halberstädter Tageblatt". Im Rahmen eines Arbeiterjugendtreffens im Gewerkschaftshaus an der Salzbergstraße 2 sprach mit dem Reichstagspräsidenten Paul Löbe einer der ranghöchsten Amtsträger Deutschlands. Zuvor bekundeten etwa 300 Teilnehmer des Treffens in Form eines - wie es in der Zeitung heißt - "von der Bevölkerung der Stadt freudig begrüßten Demonstrationsumzuges" ihre Verbundenheit zur Demokratie, die wegen der Weltwirtschaftskrise und dem Aufkommen der Extremisten bereits in Gefahr geraten ist. Paul Löbe referierte über die Ursachen der Weltwirtschaftskrise und schlug einen Bogen zum wachsenden Faschismus: "Die Verherrlicher des 3. Reiches suchen den Wundertäter, der die Krise bannen soll, in einem Diktator".
  • Der Bankverein für Stadt und Landkreis Wernigerode eGmbH wird gegründet. (Geburtsdatum der heutigen Vereinigten Volksbank). Die Zahl der Genossenschaftsanteile zu 500 Reichsmark wird auf 10 Stück begrenzt.
Walpurgisnacht mit der Brocken-Bahn
- Dieter Oemler
Walpurgisnacht mit der Brocken-Bahn - Dieter Oemler
  • Die Wahlkämpfe der politischen Parteien sind, beeinflusst durch die sich verschärfenden sozialen Spannungen aus der Weltwirtschaftskrise und der sich daraus abgeleiteten Schuldzuweisungen, immer stärker geprägt von radikalen Parolen und auch Gewalt zwischen den politischen Lagern.
Propagandawagen der KPD in Wernigerode November 1932
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Propagandawagen der KPD in Wernigerode November 1932 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Ulrich von Fresenius wird am 5. Juli in der Stadtverordnetenversammlung einstimmig durch die nationalistischen Abgeordneten zum Bürgermeister gewählt. Die Sozialdemokraten waren zu dem entscheidenden Gespräch mit dem Wahlausschuss nicht eingeladen und bleiben deshalb der eigentlichen Wahl fern, der kommunistische Abgeordnete enthält sich der Stimme. Ulrich von Fresenius tritt das Amt am 10. Januar 1933 an. Zweiter Bürgermeister wird Hermann Reichardt (SPD).
Parteibüro der NSDAP in Wernigerode am Markt
- Photothek Harzbücherei Wernigerode
Parteibüro der NSDAP in Wernigerode am Markt - Photothek Harzbücherei Wernigerode
ehemalige Geschäftsstelle der NSDAP
- unbekannt
ehemalige Geschäftsstelle der NSDAP - unbekannt
  • Am 6. November sind die Wernigeröder zum zweiten Mal in diesem Jahr aufgerufen, einen neuen Reichstag zu wählen. Die Wahl ergibt für die Stadt folgendes Bild: NSDAP 6.473 Stimmen, SPD 3.596, DNVP 1.881, KPD 1,447. Außerdem 715 Stimmen von Splitterparteien.
  • Am 30. Januar beauftragt der deutsche Reichspräsident, Paul von Hindenburg, den Führer der faschistischen NSDAP, Adolf Hitler, mit der Regierungsbildung. Die später von den Nationalsozialisten so bezeichnete "Machtergreifung" wird zunächst auch von der großen Mehrheit der Wernigeröder euphorisch bejubelt. Mit der Machtergreifung beginnt auch für die Bunte Stadt am Harz eines der finstersten Kapitel ihrer Geschichte. Die Wahl im März zur Stadtverordnetenversammlung ergab folgendes Ergebnis:16 NSDAP-Mitglieder, 4 DNVP, 7 SPD und 1 KPD.
  • 5. März: Bei den Reichstagswahlen im Landkreis erhalten bei einer Wahlbeteiligung von 91,2% die NSDAP 26.705 Stimmen. Das sind 55,9%. Bei den anderen Parteien entfallen auf die SPD 23,5%, die DNVP 10,3% und auf die KPD 7,5% der Stimmen.
  • Am 28. März, also zwei Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, ernennt der Stadtrat unter "Sieg-Heil"-Rufen Adolf Hitler einstimmig zum Ehrenbürger.
  • Ulrich von Fresenius (NSDAP, geb. am 01. September 1888) wird Bürgermeister und bekleidet das Amt bis 20. April 1945. Der Zweite Bürgermeister, Hermann Reichardt (SPD), stellt nach der Machtergreifung von sich aus sein Amt zur Verfügung.
  • Nach der Entmachtung des "Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes" (ADGB) werden die Mitglieder, inklusive der Häuser und das Vermögens der Gewerkschaften, durch die neu gegründete "Deutsche Arbeitsfront" übernommen. "Reichspropaganda-Minister" Joseph Goebbels verschleiert die Entmachtung durch ein Meisterstück seiner Propaganda. Der traditionelle Kampftag der Arbeiterbewegung, der 1. Mai, wird als "Tag der nationalen Arbeit" zum gesetzlichen Feiertag erklärt und in großen Massenveranstaltungen begangen, in denen faschistische Funktionäre die "Volksgemeinschaft" beschwören.
  • Nachdem die Nationalsozialisten am 19. Mai in Berlin unter dem Jubel Tausender die erste Bücherverbrennung inszeniert hatten, brannten im gesamten Reich, besonders in den Universitätsstädten, die Werke international und national bekannter deutscher Schriftsteller. Auch Wernigerode war davon vermutlich betroffen. Es existiert jedoch nur ein Foto. In den lokalen Zeitungen gibt es keine Hinweise. In den Universitätsstädten ging die Bücherverbrennung zur gleichen Zeit mit einer propagandistischen Hetze gegen "jüdische, kommunistische und volksfeindliche Autoren" in der Presse einher.  
Naziaufmarsch 1933 auf dem Marktplatz - Bücherverbrennung?
- Fotothek Harzbücherei Wernigerode
Naziaufmarsch 1933 auf dem Marktplatz - Bücherverbrennung? - Fotothek Harzbücherei Wernigerode
  • "Reichsinnenminister" Frick erklärt am 22. Juni die SPD zur "volks- und staatsfeindlichen Organisation". Bereits in den ersten Monaten nach der Wahl sind die Abgeordneten der SPD und der KPD auch in Wernigerode fortwährender Verfolgung und dem Terror der braunen Machthaber ausgesetzt und ihr Widerstand wird gebrochen. Führende 81 SPD-Mitglieder werden am 24. Juni verhaftet, durch die Straßen getrieben und in der Turnhalle der SA-Führerschule in der Ilsenburger Straße mißhandelt. Später wird dieses Vorgehen als "Schandmarsch" bezeichnet. Zu den misshandelten SPD-Mitgliedern gehören u.a. der langjährige Zweite Bürgermeister und Gewerkschaftssekretär Herrmann Paul Reichardt, der Fraktionsvorsitzende der SPD Otto Goedecke sowie der Gewerkschaftsvorsitzende Max Otto. Durch besonderen Sadismus zeichneten sich die Wernigeröder SA-Leute Erich Göbel und Georg Baetge aus.
    Volksstimme - 1. und 3. Juli 2013 / Beitrag von Ralf Mattern "Der Schandmarsch"
Verhaftung von Funktionären der SPD 1933
- Dieter Oemler
Verhaftung von Funktionären der SPD 1933 - Dieter Oemler
  • Der größte Teil der Bevölkerung arrangiert sich mit der neuen politischen Konstellation. Viele profitieren von der sich abzeichnenden langsamen wirtschaftlichen Erholung. Die Nazifizierung des gesamten öffentlichen Lebens schreitet auch in Wernigerode schnell voran. Die von der NSDAP organisierte "Gleichschaltung" geht besonders auch in der Harzregion mit einer "Selbstgleichschaltung von unten" einher. Viele Vereine, verantwortliche Vertreter medizinischer und kultureller Einrichtungen biedern sich den neuen Machthabern vorauseilend an.
Arbeiterdelegierte besuchen den Führer
- Photothek Harzbücherei Wernigerode
Arbeiterdelegierte besuchen den Führer - Photothek Harzbücherei Wernigerode
  • Der Bau der Zillierbachtalsperre als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme beginnt in Verantwortung der Provinzialverwaltung. Mehr als 400 vorher langjährig arbeitslose Bürger werden gleichzeitig bei diesem Projekt beschäftigt.
Bau der Zillierbach - Talsperre als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
- Dieter Oemler
Bau der Zillierbach - Talsperre als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme - Dieter Oemler
  • Der Bankverein (heute Vereinigte Volksbank) beginnt seinen Geschäftsbetrieb in der Burgstraße 1a.
  • Böttchermeister Heinrich Oppermann, Schöne Ecke 26, fertigt 15 Bierfässer für die "Hasseröder Bierbrauerei" als einen seiner letzten Großaufträge.
Böttchermeister Heinrich Oppermann 1933
- Gerhard Bombös
Böttchermeister Heinrich Oppermann 1933 - Gerhard Bombös
  • Der Landkreis Wernigerode gehört ab 1933 bis 1945 zum Gau Magdeburg-Anhalt. Im Landkreis wohnen 75.047 Einwohner (davon 71.521 Evangelische, 2.468 Katholiken und 33 Juden).
Blick über das Schloss hinweg in das nördliche Vorland
© Wolfgang Grothe
Blick über das Schloss hinweg in das nördliche Vorland © Wolfgang Grothe
  • Durch die Machtübernahme durch die NSDAP ändern sich die Besitzverhältnisse des Gesellschaftshauses der Gewerkschaften im Salzbergtal erneut. Nach Zerschlagung der freien Gewerkschaften dient es der Deutschen Arbeitsfront Gau Magdeburg-Anhalt als "Erholungsheim Westerntor".
  • Die Stadt Wernigerode hat 23.296 Einwohner, davon 22.364 Evangelische, 535 Katholiken, 3 sonstige Christen und 16 Juden.
Blick auf den Marktplatz um 1934
- Willi Pragher
Blick auf den Marktplatz um 1934 - Willi Pragher
  • Die so genannte "Gleichschaltung", wie die Einordnung aller bestehenden Einrichtungen und Verbände unter dem Einfluss und der Kontrolle der NSDAP genannt wird, beherrscht das wirtschaftliche, politische und kulturelle Leben auch in Wernigerode. Die NSDAP-Führung hat sich in Wernigerode etwas Besonderes ausgedacht, um jede oppositionelle Tätigkeit zu kriminalisieren. Darüber schreiben die "Hallischen Nachrichten" am 19. Juni: "Wernigerode hat sich ein Erziehungsmittel geschaffen, daß an längst vergangene Zeiten erinnert, von dem man sich aber eine gute Wirkung verspricht. Es ist dies ein Schandpfahl, der der Bevölkerung auf dem Marktplatz von der SA vorgeführt wurde. Truppführer Schlierstedt erläuterte den Zweck dieser Einrichtung dahin, daß der Pfahl jeweils einen Tag lang für diejenigen Einwohner auf dem Marktplatz stehen werde, die sich einer Verächtlichmachung des Kanzlers, der Regierung oder irgendwelcher allgemein störender und schadender Äußerungen und Handlungen schuldig machen."
Schandpfahl
- Phototkek Harzbüchere Wernigerodei
Schandpfahl - Phototkek Harzbüchere Wernigerodei
  • Für den Gründer und Ehrenmitglied des Harzclubs Conrad Huch (1850-1931) wird im Tal der Steinernen Renne am "Silbernen Mann" ein Denkmal aufgestellt. Entwurf und Ausführung der Plakette von Hans Bülow.
"Hotel Reichshof"
- Dieter Oemler
"Hotel Reichshof" - Dieter Oemler
  • Jährlich legt die Verwaltung des Kreiskrankenhauses dem Kreistag einen Jahresbericht über die Entwicklung der Krankenzahlen, der durchschnittlichen Pflegetage, der Behandlungen und der technischen Einrichtungen vor. Erstmalig 1933 wird Bezug genommen auf die Einstellung des Personals zur politischen Entwicklung: "Wir freuten uns alle, zum Tage von Potsdam zwei große Fahnenstangen vor dem Krankenhaus errichten zu können, an denen endlich wieder die alten Farben des Reiches schwarz-weiß-rot und das neue Symbol des Reiches, die Hakenkreuzflagge gezeigt werden konnten".
Kreis-Krankenhaus
- Stadtarchiv Wernigerode
Kreis-Krankenhaus - Stadtarchiv Wernigerode
  • Der Sportverein "FC Germania Wernigerode" fusioniert mit dem "FC Victoria 1910" zum "VfL Germania 1910 Wernigerode".
  • Am 31. Dezember hat Wernigerode 24 397 Einwohner. Das sind 254 mehr als zwölf Monate zuvor.
  • Neben dem Bau der Zillierbachtalsperre werden andere Maßnahmen in Angriff genommen. Eine Publikation aus dieser Zeit: "...im Rahmen der ersten Arbeitsschlacht des Dritten Reiches...nachdem der Führer alle Kräfte aufgerufen hatte, den notleidenden Volksgenossen wieder Arbeit und Brot zu geben".
Zillierbachtalsperre
© Wolfgang Grothe
Zillierbachtalsperre © Wolfgang Grothe
  • Mit dem Umbau des Rathauses wird begonnen.
Rathaus um 1939
- Dieter Oemler
Rathaus um 1939 - Dieter Oemler
  • An der Bahnlinie der Harzquerbahn entstehen neue Bahnhöfe.
neuer Bahnhof für die Harzquerbahn
- Dieter Oemler
neuer Bahnhof für die Harzquerbahn - Dieter Oemler
  • Die Kupferhammersiedlung wird errichtet, weitestgehend durch Eigenleistungen der späteren Bewohner. Dafür stellt die Stadt Grundstücke in Erbpacht als Unterstützung für die Erwerber zur Verfügung.
Siedlungshäuser "Hinter dem Gaswerk"
- Dieter Oemler
Siedlungshäuser "Hinter dem Gaswerk" - Dieter Oemler
  • Neue Ausfallstraßen nach Schierke, Elbingerode und Ilsenburg werden gebaut.
Dorfstraße - Schierke
- gemeinfrei
Dorfstraße - Schierke - gemeinfrei
  • Am 2. Januar findet im "Hotel Monopol" eine Sitzung der "Betriebsobleute" (Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation - NSBO) aus den Wernigeröder Groß- und Kleinbetrieben unter dem Motto "Die Volksgemeinschaft marschiert" statt. Bis auf wenige Ausnahmen nehmen alle "Obleute" daran teil. "Pg." Geye referiert über das Thema "Richtet nicht wieder Mauern auf zwischen Unternehmer und Mitarbeiterschaft". Mitglieder der NSDAP werden "Pg." - Parteigenosse - genannt.
  • Der "Führer des Winterhilfswerkes" des Kreises Wernigerode ruft am 7. Januar die "Volksgenossen" (NS-Sprachgebrauch für alle Einwohner/Bürger) dazu auf, nach der Weihnachtspause wieder die festgelegten Sonntage für das "Eintopfgericht" zu berücksichtigen. Die NS-Blockwarte sammeln an dem Tag in Sammelbüchsen das durch das Eintopfessen eingesparte Geld und kontrollieren oft gleichzeitig in diesem Zusammenhang die Einhaltung dieses Gebots. Das Eintopfessen ist eine vom "Führer und Reichskanzler" Adolf Hitler angeordnete Weisung, um bestehende Probleme bei der Versorgung mit Lebensmitteln zu beseitigen.
Werbung für das Winterhilfswerk
- repro Wolfgang Grothe
Werbung für das Winterhilfswerk - repro Wolfgang Grothe
  • Auf der Grundlage des im September 1933 beschlossenen "Reichserbhofgesetzes", die in Gesetzesform gegossene nationalsozialistische Blut-und-Boden-Ideologie, wird in der Stadt am 13. Januar das "Anerbengericht Wernigerode" eröffnet und Amtsgerichtsrat Grosse als Vorsitzender berufen. In der feierlichen Eröffnung wird besonders die "Verbindung von Blut und Boden" hervorgehoben, die "wieder zum Staatsfundament erhoben" wurde und der angestrebten "Verbäuerlichung der Gesellschaft eines Volkes ohne Raum" dienen soll. Des öfteren wird in der Eröffnungsrede betont, dass das perspektivische Ziel der nationalsozialistischen Siedlungspolitik die Besiedlung osteuropäischer Gebiete ist.
Symbol des "Reichsnährstandes"
- gemeinfrei
Symbol des "Reichsnährstandes" - gemeinfrei
  • Am 16. Januar findet im Nöschenröder Schützenhaus die Jahreshauptversammlung des Harzklubs statt. Der erste Vorsitzende, Postdirektor i.R. Wendel, begrüßt die Anwesenden und überreicht an drei Mitglieder das Harzklub-Abzeichen für 25 jährige Mitgliedschaft. Der Harzklub wird in Zukunft nach dem Führerprinzip organisiert sein. Die Mitgliederversammlung hat einen Führer zu wählen und einen Beirat vorzuschlagen, der vom Führer ernannt werden muss.
  • Die "Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt" wirft am 22. Januar die Frage auf: "Was kosten die Minderwertigen?" und beantwortet sie im Beitrag selbst. "Für Geisteskranke, Idioten und Schwachsinnige müssen die gesunden Volksgenossen die Kosten aufbringen... Der Staat gibt für einen Geisteskranken etwa 1000 Reichsmark jährlich aus." Und die Schlussfolgerung der Zeitung lautet: "Aber ganz abgesehen von wirtschaftlichen Erwägungen, entspricht es wahrhaft sozialem Verständnis und echt christlicher Nächstenliebe, solch minderwertiges, nur zu Jammer, Elend, Leid und Not bestimmtes Leben zu verhindern." Die Leser werden "als verantwortungsbewusste Deutsche" aufgefordert, der "Anzeigepflicht für Erbkranke" nachzukommen.
  • Der 30. Januar steht in Wernigerode, wie die gleichgeschalteten lokalen Tageszeitungen euphorisch berichten, ganz im Zeichen des ersten Jahrestages der "nationalen Erhebung". Nicht nur auf amtlichen, sondern auch auf fast allen privaten Gebäuden "weht die Fahne der siegreichen nationalen Revolution lustig im Wind", die Hakenkreuzfahne der Nationalsozialisten. Die "SA-Formationen und die HJ" versammeln sich "abends nach einem Ummarsch" durch die Stadt und auf dem Marktplatz, wo Standartenführer Blumenstein "in kernigen Worten die Leistungen Adolf Hitlers im vergangenen Jahr" kennzeichnet und "dem Führer mit einem eindrucksvollen SIEG HEIL dankt". Zur gleichen Zeit findet in der überfüllten "Sylvestri-Kirche" ein "erhebender nationaler Festgottesdienst" statt, bei dem Superintendent D. Falke die Festpredigt hält.
  • Am 19. Februar trifft auf dem mit Fahnen festlich geschmückten Wernigeröder Reichsbahnhof der erste Urlauber-Sonderzug mit 250 Feriengästen der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" zu einem zehntägigen Aufenthalt ein. Zahlreiche Wernigeröder, darunter der Erste Bürgermeister, von Fresenius, entbieten den 250 Gästen aus Hamburg, unterstützt durch eine Blaskapelle, ein freundliches Willkommen. Bereitstehende Busse bringen die Feriengäste in die Quartiere nach Sorge, Tanne, Benneckenstein, Hohegeiß und Zorge.
  • Am 1. März wird der "Vertrag zwischen Erbprinz Botho und Preußischem Staat, Landesforstverwaltung, über den Verkauf eines Teiles des fürstlichen Nordharz- und Südharzforstes" unterschrieben. Verkauft werden im Nordharz (Kreis Wernigerode) 7928 Hektar zum Preis von 10 021 000 Mark.
vorne links, Fürst Botho zu Stolberg-Wernigerode 1957
- Gerhard Bombös
vorne links, Fürst Botho zu Stolberg-Wernigerode 1957 - Gerhard Bombös
  • Am 24. April wird die "Storchmühle" an die Magdeburger Firma "HOZO - Hohenzollern,Wirtschaftsbetriebe und Weingroßhandlung" verkauft. Inhaber ist Rudolf Kindermann. Das Nöschenröder Kurhaus "Storchmühle" wird ausgebaut und der Saal im Stil der Neo-Renaissance eingerichtet.
"Storchmühle" 1938
- Stadtarchiv Wernigerode PK/VI/279
"Storchmühle" 1938 - Stadtarchiv Wernigerode PK/VI/279
  • Das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" vom 14. Juli 1933 ist für den Kreisarzt Medizinalrat Dr. Jancke seit 1934 die gesetzliche Grundlage, nach Hinweisen aus der Wernigeröder Ärzteschaft für viele Frauen, aber auch einzelnen Männern aus dem Kreisgebiet beim "Erbgesundheitsgericht Halberstadt" den Antrag auf "Unfruchtbarmachung" zu stellen. Im Kreis Wernigerode regt sich auch Widerstand gegen die überdurchschnittlich hohe Anzahl der Anträge. In einem geheimen Schreiben wendet sich der Landrat an die Ortspolizeibehörden und fordert diese auf, gegen das "Sabotieren des Gesetzes und die Propaganda mit aller Härte" vorzugehen. Ein Ortsbürgermeister soll geäußert haben, dass die Leute nach seinem Dafürhalten nicht erbkrank sind. Die Staatsanwaltschaft leitet ein Ermittlungsverfahren gegen den Bürgermeister ein.
    Stadtarchiv Wernigerode - Geheime Tagebuchnummer der Wernigeröder Polizeibehörde 1299
  • Das "Erbgesundheitsgericht Halberstadt" unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsrat Greim behandelt in seiner Sitzung am 13. Oktober Anträge des Kreisarztes von Wernigerode, zwei Frauen aus der Stadt Wernigerode auf der Grundlage des "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" unfruchtbar zu machen. "Auf Grund des bei den Akten befindlichen ausführlichen fachärztlichen Gutachtens, dem sich das Erbgesundheitsgericht nach eingehender Prüfung angeschlossen hat, ist für festgestellt erachtet, daß vorliegendenfalls die Vorausetzungen des §1 Absatz 1 und 2 Ziffer 1 des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von 1933 gegeben sind." Die Entscheidung des Gerichts ist rechtskräftig, Einsprüche sind nicht möglich.
  • Die "NSDAP" übernimmt das Gebäude in der Burgstraße 37 als Parteihaus, im Volksmund als "Braunes Haus" bezeichnet.
  • Die "NS-Frauenschaft" zieht in das ehemalige Gebäude, später "Palmiro Togliatti", der verbotenen Freimaurerloge in der Bahnhofstraße 16 und eröffnet dies als "Haus der deutschen Frau".
  • Die "Fa. Rautenbach" aus Solingen (Leichtmetallgießerei und Modellbau) siedelt sich mit mehreren Firmen, am bekanntesten die Rautalwerke, in Wernigerode an. Die Stadt hatte aus der Konkursmasse das Gelände der ehemaligen Waggonfabrik sehr billig gekauft und kann es dadurch schnell und kostengünstig zur Verfügung stellen. Bürgermeister von Fresenius ist der Meinung, dass die Stadt nicht nur vom Tourismus leben kann und Industrieansiedlungen notwendig sind. Gegen Industrieansiedlungen gibt es aber Widerstände der Tourismuswirtschaft.
  •  Mit dem Bau der Tünneckensiedlung, vorwiegend für kinderreiche Familien von Kriegsveteranen, wird begonnen.
  • Aus der "Burgmühlen-Schokoladenfabrik GmbH" geht die "Argenta Schokoladenfabrik AG" hervor.
Ehemalige Firma "Argenta"
- Dieter Oemler
Ehemalige Firma "Argenta" - Dieter Oemler
  • Gegen den "Bäcker Friedrich Bilsing, geb. am 28.September 1900, wohnhaft in Hasserode, Friedrichstraße 85, wird Strafanzeige erstattet", weil er "im Oktober 1935 den Vater der erbkranken...(Namen liegen vor)...gegen das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses aufgewiegelt" hat. Widersprüche oder gar Kritik gegen Entscheidungen der Erbgesundheitsgerichte werden nicht akzeptiert und im schlimmsten Fall mit polizeilichen Maßnahmen geahndet. Die oben erwähnte Tochter hatte am 22. Januar 1935 vom Kreisarzt (Tgb.-Nr. 621) eine Mahnung erhalten: "Nachdem das Erbgesundheitsgericht Halberstadt Ihre Unfruchtbarmachung beschlossen hat, werden Sie hiermit aufgefordert, den Eingriff innerhalb zwei Wochen vornehmen zu lassen."
  • Die von der Transatlantischen Handels- und Aktiengesellschaft übernommenen "Marmorwerke Berlin" stellen in Hasserode den Bertrieb ein.
  • Die um 1901 erbaute Fabrikantenvilla Am Eichberg 9 wechselt in den Privatbesitz des Wernigeröder Rechtsanwalts Jacob Momsen. Momsen lässt an den beiden Klinkerpfeilern des Torweges Kupfertafeln anbringen mit dem Reliefbild einer Eule mit der Inschrift "Uhlenhorst". 13 Eulen sollen im parkähnlichen Garten wohnen.
  • Der Landrat weist am 28. Dezember den Leiter der Wernigeröder Polizeibehörde "im Auftrage des Regierungspräsidenten" an, "gegen Leute, die das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses sabotieren, mit aller Schärfe vorzugehen".
    Stadtarchiv Wernigerode - Geheime Tagebuchnummer der Wernigeröder Polizeibehörde 1299
  • "SA marschiert ins neue Jahr." Unter diesem Motto veranstaltet der SA-Sturmbann Wernigerode am 4. Januar im großen Saal des Kurhauses "Stadtgarten" einen großen Konzertabend. "Der Abend soll im Zeichen echter Volksverbundenheit stehen und neben allen Gliederungen der Partei auch die Vereine und Verbände usw. mit der SA zusammenführen. Alle Volksgenossen sind zu diesem Abend herzlich willkommen."  
  • Der Harzklub-Zweigverein Wernigerode tritt am 21. Januar im Saal des Nöschenröder Schützenhauses zur Jahreshauptversammlung zusammen. Nach der Abwicklung der Vereinsformalitäten hält der 1. Schriftführer des Zweigvereins, Walter Looke, einen stark beachteten Lichtbildervortrag zum Thema "Vom Schauen und Erleben zur Harznatur".
  • Der Westerntorbahnhof der "Harzquer-und Brockenbahn" wird vom unteren Ende der Friedrichstraße ("Eselskrug") an die heutige Stelle zwischen Ilsenburger Straße und Unter den Zindeln verlegt. Damit verbunden war die Weiterführung der Bahn bis zum Hauptbahnhof, wo ein neuer Bahnhof als Endstation erbaut wurde.
Bahnhof Westerntor
© Wolfgang Grothe
Bahnhof Westerntor © Wolfgang Grothe
Blick auf den Brocken 1935 kurz vor der Errichtung des Fernsehturms 1936
- Willy Pragher
Blick auf den Brocken 1935 kurz vor der Errichtung des Fernsehturms 1936 - Willy Pragher
  • Der Nicolaiplatz wird umgestaltet. Das bis dahin hier stehende nach Plänen des Schlossbaumeisters Carl Frühling geschaffene Denkmal für die Wernigeröder Opfer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wird abgebrochen und die Tafeln mit den Namen der Opfer an einer Mauer am Lustgarten angebracht.
Denkmal für die Wernigeröder Opfer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 auf dem Nicolaiplatz.
- Dieter Oemler
Denkmal für die Wernigeröder Opfer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 auf dem Nicolaiplatz. - Dieter Oemler
  • Die von Rudolf Kindermann mit seinen Hohenzollern - Wirtschaftsbetrieben aus Magdeburg 1934 erworbene "Storchmühle" im Mühlental wird weiter großzügig ausgebaut und renoviert und entwickelt sich zu einer bedeutenden Ausflugsgaststätte ersten Ranges. Beim Ausbau entstand auch der "Florentiner Salon" mit Täfelungen und Holzplastiken nach dem Vorbild des "Genter Altars".
Ausflugsgaststätte "Storchmühle"
- Dieter Oemler
Ausflugsgaststätte "Storchmühle" - Dieter Oemler
Ratsdienerhaus vor dem Abriss
- Dieter Oemler
Ratsdienerhaus vor dem Abriss - Dieter Oemler
  • Die "Nordhausen-Wernigeroder-Eisenbahngesellschaft GmbH", kurz NWE, testet bei Probefahrten den neu erworbenen Triebwagen mit dieselelektrischem Antrieb. Der Triebwagen, der speziell für die Schmalspur und Kurven der Strecke entwickelt wurde, soll in Kürze im fahrplanmäßigen Personenverkehr auf der Strecke Wernigerode - Nordhausen eingesetzt werden.
  • Die leer stehende Konkordienkirche in Hasserode wird zum Gemeindehaus umgebaut und am 1. Januar eingeweiht.
ehemalige Konkordienkirche 2015
© Wolfgang Grothe
ehemalige Konkordienkirche 2015 © Wolfgang Grothe
  • Wie überall im Deutschen Reich wird auch in Wernigerode der Tag der Machtübernahme 1933 durch die NSDAP als Erinnerungstag begangen. In den frühen Morgenstunden des 30. Januar werden die "Wernigeröder Volksgenossen" durch "Hörnerklang einer SA-Einheit geweckt". In den Vormittagsstunden "stehen die Schaffenden an ihrem Arbeitsplatz, an dem Arbeitsplatz, den ihn der Führer erhalten oder neu geschaffen hat". Ab 13 Uhr begeben sich, angeführt durch den "Betriebsführer, alle Gefolgschaftsleute" in vorher festgelegte Veranstaltungsräume, Gaststätten, Kinos u.a., "um gemeinsam die Übertragung der Rede des Führers im Radio anzuhören". Zeitzeugen berichten später, dass während der Übertragung der Rede die Plätze und Straßen der Stadt menschenleer waren. Der Abend endet mit einem Fackelumzug der SS,SA,"politischen Leitern", AF, HJ und BDM. Die "Parteigenossen der NSDAP" kommen abends im "Stadtgarten" zu einem "Kameradschaftsabend" zusammen.
  • Die "Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt" widmet am 24. Februar der "Zuchthausstrafe für einen Rassenschänder" einen ausführlichen Artikel. Nach der Anzeige durch den Wernigeröder SA-Mann Ernst P. einer "rasseschänderischen Beziehung" wurde der jüdische Kaufmann Max Kirchstein aus der Breiten Straße festgenommen und "einer gerechten Bestrafung zugeführt". Kirchstein habe in "echt jüdischer Gerissenheit und Gemeinheit" die "Notlage der deutschblütigen" Erna L. "in gemeinster Weise ausgenutzt, um an einer deutschen Frau seine Lust zu fröhnen". Grundlage der Zuchthausstrafe von zwei Jahren ist das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" vom 15. September 1935. Nach der Haftentlassung Kirchsteins aus der Strafanstalt Kassel-Wehlheiden verliert sich seine Spur. Sein Name erscheint noch einmal 1942 auf einer Liste Berliner Juden im Ghetto Riga.
  • Die nationalsozialistische Bewegung "Kraft durch Freude" initiiert die Förderung preiswerter Reisen. Davon profitiert auch Wernigerode. 1937 zählt die Stadt 24 500 Einwohner 67 728 "Fremde" werden registriert. Zahl der Übernachtungen: 434 148.
Urlaub im Rahmen der Organisation "Kraft durch Freude" (Busrundfahrten ab Nicolaiplatz)
- Dieter Oemler
Urlaub im Rahmen der Organisation "Kraft durch Freude" (Busrundfahrten ab Nicolaiplatz) - Dieter Oemler
  • Am 27. Juni wird mit einer großen Schwimmsportveranstaltung das Nesseltalbad eingeweiht.
Nesseltalbad in fünfziger Jahren
- Dieter Oemler
Nesseltalbad in fünfziger Jahren - Dieter Oemler
  • Neue Eigenheime werden hinter dem Gaswerk an der Feldstraße gebaut.
  • Am 27. Juli wird das neu gebaute Waldhofbad eingeweiht.
Waldhofbad 1937
- Gerhard Bombös
Waldhofbad 1937 - Gerhard Bombös
  • Der Betrieb Rautenbach wird als Rüstungsbetrieb zu den "Leichtmetallwerken Rudolf Rautenbach G.m.b.H." erweitert.
  • Die Stadt entwickelt sich zu einem der beliebtesten Urlaubsziele in Deutschland und wird auch von tausenden Tagestouristen besucht.
Kaffeehaus Ahrends
- Stadtarchiv Wernigerode PK /IV/267
Kaffeehaus Ahrends - Stadtarchiv Wernigerode PK /IV/267
  • Ernst Barlach feiert am 2. Januar seinen letzten Geburtstag im heutigen "Cafe Wien". Er wurde 68 Jahre alt. Barlach war bereits 1937 von den Nationalsozialisten gezwungen worden, aus der "Preußischen Akademie" auszutreten. Seine Werke waren im gleichen Jahr aus den deutschen Museen entfernt worden.
Der junge Ernst Barlach
- Wikipedia - Chris 75
Der junge Ernst Barlach - Wikipedia - Chris 75
  • Am 20. Januar findet im Saal des Stadtgartens eine NSDAP-Kundgebung statt, die "wieder das gewohnte Bild einer Massenversammlung hat. Den Hunderten und aber Hunderten Volksgenossen bereitete der Redner des Abends, der Stoßtruppredner Straßweg, eine Feierstunde, die noch lange nachklingen wird." Die nationalsozialistische Revolution sei zu einer Herzensangelegenheit der Deutschen geworden. Wörtlich führte der Redner aus: "Unser Weg ist uns aus göttlicher Naturordnung gewiesen und führt uns zu den Gesetzen der Rassenreinheit und des Ausleseprinzips, die wertvoller sind als das Dogma jener, die wenig überhatten für das Gesunde und Starke [...]. So stehen wir am Beginn eines gewaltigen Geistesringens und eines gigantischen Kampfes. Es geht um die Zusammenballung aller völkischen Kraft, um die Stunde unserem Volk zu bereiten, da wir Raum und Brot genug haben für Kind und Kindeskind."
  • In Wernigerode werden jüdische Mitbürger, sofern sie nicht rechtzeitig emigriert waren, wegen ihrer Herkunft und ihres Glaubens verfolgt, vertrieben oder verhaftet, in Lagern gequält und ermordet. Die Wernigeröder Polizei meldet einen Tag nach der so genannten Kristallnacht am 9. November, dass "alle reichsdeutschen Juden" verhaftet worden seien, darunter Pfarrer Bentey. Er war - weil jüdischer Abstammung - seines Amtes enthoben worden. Zu den jüdischen Geschäften gehörte auch J. Reichenbach in der Breiten Straße 7. Niemand der jüdischen Mitbürger in der Stadt ging freiwillig, niemand kehrte nach 1945 nach Wernigerode zurück.
Geschäft des jüdischen Kaufmanns Reichenbach in der Breiten Straße 7
- Dieter Oemler
Geschäft des jüdischen Kaufmanns Reichenbach in der Breiten Straße 7 - Dieter Oemler
  • Bei herrlichstem Winterwetter und entsprechenden Schneeverhältnissen findet am 6. März mit dem "Brocken-Abschlußlauf" über 18 Kilometer die letzte ski-sportliche Großveranstaltung des Harzes der Saison 1937/38 mit einer Rekordbeteiligung von über 300 Sportlern statt. Neben allen einheimischen Gau-Vereinen hatten auswärtige Gau-Vereine die günstige Gelegenheit ergriffen und zahlreiche Teilnehmer entsandt.
  • Die Rautalwerke GmbH werden zu einer modernen Leichtmetallgießerei ausgebaut. Während des Zweiten Weltkrieges werden dann Zulieferteile für die Rüstungsindustrie gefertigt, vornehmlich durch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Diese leben in einem Barackenlager am Ziegenberg.
  • Am Sonntag, dem 13. März gibt es im "Stadtgarten" wieder, diesmal von der Wehrmacht gekochtes, "Eintopfessen". Der "Eintopfsonntag" fällt dieses Jahr mit dem "Heldengedenktag" zusammen. "Heldengedenktag aber ist Mahnung an den Opfergang von zwei Millionen deutscher Väter und Söhne für des Vaterlandes Ehre und Freiheit."
  • Am 10. April sind die Wernigeröder und andere sich hier aufhaltende Reichsbürger zu einer "Volksabstimmung und Wahl des Großdeutschen Reichstages" aufgerufen. Es geht um die Zustimmung über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Großdeutschen Reich und ein Bekenntnis zur "Friedenspolitik des Führers". Seit vielen Tagen rufen in der Presse "Betriebsführer und Gefolgschaften dazu auf, dem Führer freudig ihr Ja zu geben". Die Stadt ist in 13 Stimmbezirke eingeteilt. Bereits um 7:00 Uhr werden die Bewohner durch Spielmannszüge der SA und Hitlerjugend geweckt. Die Blockwarte der NSDAP sorgen mit "Wahlhelfern" dafür, dass die Wahlberechtigten frühzeitig ihre Stimme abgeben. "Sämtliche Gliederungen der Partei stehen für den Wahldienst zur Verfügung".
Aufruf der Betriebsführung und Gefolgschaft der Leichtmetallwerke Rautenbach, dem Führer das "Ja" zu geben.
© Wolfgang Grothe
Aufruf der Betriebsführung und Gefolgschaft der Leichtmetallwerke Rautenbach, dem Führer das "Ja" zu geben. © Wolfgang Grothe
  • Am 11. April werden die Endergebnisse der Volksabstimmung vom 10. April bekannt gegeben. Bei einer Wahlbeteiligung von 99,8 Prozent in Wernigerode gaben 17.094 Wähler dem "Führer ihr Ja!". Das sind 99,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. 328 Wähler stimmten mit Nein und 41 Stimmen waren ungültig.
  • Auf dem Brocken wird ein steinerner Neubau der Wetterwarte fertig gestellt.
Brocken
- Stadtarchiv Wernigerode
Brocken - Stadtarchiv Wernigerode
  • Der Magdeburger Unternehmer Rudolf Kindermann informiert "die verehrliche Einwohnerschaft von Wernigerode", dass am 14. April die "Storchmühle" wieder eröffnet wird. "Das rühmlichst bekannte Orchester Eddy Dittke ist für die Storchmühle fest verpflichtet."
  • Am 15. Juni findet auf dem Anger der "Jugendluftschutztag der HJ" statt. "Scharführer" Offszanka erläutert in einer Ansprache Sinn und Zweck des Einsatzes der Jugend für den Luftschutzdienst. "Luftschutzdienst ist eine Angelegenheit des gesamten Volkes, und das heißt, dass dabei auch der Jugend beiderlei Geschlechts eine wichtige Aufgabe zugewiesen ist." Der aus Schülern der Mittelschule zusammengestellte Luftschutzzug der HJ zeigte dann Übungen mit Gasmasken.
  • Der Tourismus ist für Wernigerode noch der wichtigste Wirtschaftszweig. Pro Jahr gibt es 500 000 Übernachtungen. Bei angenommenen 5 Reichsmark Tagesverbrauch pro Kopf ergibt das einen Umsatz für die Stadt von 2,5 Millionen Reichsmark pro Jahr. Zum Vergleich: Rautenbach zahlt pro Jahr etwa 12 Millionen Reichsmark Löhne und Gehälter.
Gasthof zur Tanne
- Stadtarchiv Wernigerode PK/IV/235
Gasthof zur Tanne - Stadtarchiv Wernigerode PK/IV/235
  • Anfang der 30iger Jahre gibt es durch die Deutsche Reichspost erste erfolgreiche Sendeversuche zur drahtlosen Bildübertragung. Der Brocken wird auf Grund seiner exponierten Lage als Senderstandort ausgewählt. Mitte des Jahrzehnts wird ein Versuchsbetrieb mit einem transportablen Fernsehsender gefahren, der erfolgreich ist, so dass ein Jahr später mit dem Bau des ersten Fernsehturms der Welt auf dem Brocken begonnen wird. Dieser ist 1938 fertig gestellt und erreicht eine Höhe von 95 Metern. Ein Sendebetrieb als regulärer Fernsehsender erfolgt allerdings durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges nie.
Sendeturm auf dem Brocken 1938
- Frank Wiesner
Sendeturm auf dem Brocken 1938 - Frank Wiesner
  • Finanzielle Schwierigkeiten zwingen die Eigentümerin der Villa "An den wüsten Teichen", Emmy Honig, das Grundstück an den aus Solingen stammenden Großindustriellen Rudolf Artur Rautenbach zu verkaufen, der das Anwesen im Wesentlichen zu Repräsentationszwecken nutzt.
  • Der Gastwirt Walter Buchmann eröffnet am 3. August im Haus Malzmühle 1b wieder die Gaststätte "Eselskrug". In diesem Haus gab es bereits von 1799 bis 1838 eine Gaststätte dieses Namens, die nach hundert Jahren den Wernigerödern immer noch ein Begriff ist.
Eselskrug 1956
- Gerhard Bombös
Eselskrug 1956 - Gerhard Bombös
  • Die letzte jüdische Firma in Wernigerode, "Sally Lewy" in der Breiten Straße 44, wird "arisiert". Für die "Wernigeröder Zeitung" beginnt am 20. September mit der "Arisierung der jüdischen Geschäfte ...für die Wirtschaftsgeschichte unserer Stadt ein neuer Abschnitt".
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - "Nun endlich Schluß mit jüdischer Geschäftemacherei in unserer Stadt" 14.09.1938
Breite Straße 44
© Wolfgang Grothe
Breite Straße 44 © Wolfgang Grothe
  • Wenn die Mitglieder der Hitlerjugend das 18. Lebensjahr erreicht haben, verlassen sie überall im "Dritten Reich" deren Reihen und treten in die Männerbünde der NSDAP, in die SA oder in die SS oder andere nationalsozialistische Organisationen ein. Am 11. Oktober werden alle 18jährigen Hitlerjungen aus Wernigerode eingegliedert. Die "Überweisung" erfolgt wie üblich in "einer weihevollen Feierstunde" in Anwesenheit der in Frage kommenden Gliederungen durch den "Hoheitsträger der Partei". Mit dem Vorbeimarsch in der Burgstraße endet die Feier.
  • Am 24. Oktober findet im "Stadtgarten" von Wernigerode eine Mitgliederversammlung der NSDAP mit der "Verpflichtung von 550 neuen Parteigenossen auf den Führer und seine Bewegung" statt. Ortsgruppenleiter Erichsen richtet an die Versammelten eine kurze Ansprache, in der er die "Bedeutung einer solchen Verpflichtung unterstreicht und besonders die Erkenntnis betont: Nichts ist ohne die Partei! Jeder einzelne ist der Träger des Glaubens und des Willens des Führers und als solcher verpflichtet zu tatkräftigem Einsatz und Disziplin".
  • Die "Rudolf-Rautenbach GmbH Solingen" pachtet am 13. Januar die Harzer Modellbau-Werke in Wernigerode, südlich der Rautenbach-Werke und beginnt dort mit der Produktion von Gussformen, hauptsächlich für die Wernigeröder Leichtmetallgießerei.
  • Die Umbauten des Rathauses werden abgeschlossen. Auf den an der Ostseite für die Sparkasse gebauten neuen Flügel wird der bisher in ebener Erde stehende, so genannte Bürgermeister-Erker von 1584 gesetzt.
Umbauarbeiten am Rathaus
- Dieter Oemler
Umbauarbeiten am Rathaus - Dieter Oemler
  • Die Stadt hat 24.437 Einwohner, davon 22.472 Evangelische, 852 Katholiken, 184 sonstige Christen und 10 Juden.
  • Wernigerode wird nach dem Überfall auf Polen am 1. September Standort von Lazaretten, Auffanglager von Ausgebombten und Evakuierten und Stützpunkt der Rüstungsindustrie.
  • Am 31. Juli wird die "Leichtmetallgießerei der Rautenbachwerke" vom "Nationalsozialistischen Fliegerkorps" als "NS-Musterbetrieb" ausgezeichnet.
  • Bis 1945 sind in Wernigerode und Silstedt nahezu 8000 ZwangsarbeiterInnen aus elf europäischen Nationen beschäftigt. Sie lebten in 16 Unterkünften und besetzten 300 Arbeitsstellen.
Zwangsarbeiter in den Rautal-Werken
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Zwangsarbeiter in den Rautal-Werken - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Auf dem Anger demonstrieren 1940 die Mitglieder der NSDAP Macht und Siegeszuversicht
- Dieter Oemler
Auf dem Anger demonstrieren 1940 die Mitglieder der NSDAP Macht und Siegeszuversicht - Dieter Oemler
Hotel Eichberg
- Stadtarchiv Wernigerode PK IV 0423
Hotel Eichberg - Stadtarchiv Wernigerode PK IV 0423
  • Auch die Familie Löwenstein, Inhaber des Bekleidungsgeschäfts "Deutsche Herrenmoden" in der Burgstraße 9 muss, wie andere Wernigeröder Juden ab sofort den "gelben Judenstern" tragen. 1941 beginnt ihr Leidensweg im Halberstädter Altenheim unter schlimmsten Bedingungen, bevor sie 1942 auf den Transport in das Warschauer Ghetto gehen. Für Willy Löwenstein ist dies die letzte Station seines Lebens, das Schicksal von Frau Löwenstein liegt im Dunklen. Ihre Kinder Julius und Ruth überleben den Naziterror in der Emigration.
  • Am 12. Juni wird Kurt Schäfer aus Wernigerode (Name verändert - dem Autor bekannt) durch die Polizei zwangsweise zur Unfruchtbarmachung in das Kreiskrankenhaus Wernigerode eingeliefert.
  • Am 16. Juni wird das "Hotel Monopol" von der Heeresverwaltung zwangsgeräumt und an das "Erholungswerk der Deutschen Arbeitsfront Gau Magdeburg e.V" verkauft. Anlass war, dass der Eigentümer Otto Struckmeyer, der das Hotel 1935 käuflich erwarb, 1939 einem Flüchtling, Herrn Jäger, gestattete, in einem Raum des Saalgebäudes ein Lager einzurichten.
  • Der immer stärker werdende Druck der Nazis auf den ehemaligen sozialdemokratischen "Volksstimme" - Redakteur Willy Steigerwald und seine Familie treibt ihn, einen Deutschen jüdischen Glaubens, nach KZ-Haft am 28. Juni in den Selbstmord.
  • Die Thomas-Müntzer-Schule wird als Lazarett genutzt. Die Mädchen werden auf andere Schulen aufgeteilt.
  • Die Generalversammlung des Bankvereins beschließt am 12. September die Umbenennung in Volksbank Wernigerode eGmbH.
  • Die Bedeutung der Rautal-Werke als Zulieferer für die Motorenindustrie wird am 12. September durch die Einstufung in die "Dringlichkeitsstufe 0" für alle Bauvorhaben zur Betriebserweiterung durch das Reichsluftfahrtministerium unterstrichen.
  • Die längste Seilbahn Europas (8650 Meter) zwischen der Eisenerzgrube Büchenberg und dem Bahnhof Minsleben nimmt ihren Betrieb auf. Stündlich werden 50 Tonnen befördert, die in Minsleben umgeladen und bis zum Kriegsende in Salzgitter verhüttet werden.
Seilbahn für Eisenerz
- Dieter Oemler
Seilbahn für Eisenerz - Dieter Oemler
  • Im fürstlichen Marstall wird ein Lager für englische Kriegsgefangene eingerichtet.
    Volksstimme - 23.6.2014 S.7
  • In der Leichtmetallgießerei der Fa. Rautenbach in Wernigerode sind 6500 Beschäftigte tätig. Allein in diesem Betrieb werden 32 Prozent aller in Deutschland produzierten Leichtmetallgussteile für Flugzeugmotore gefertigt.
  • Das "Kurhaus" oder auch die "Fürstenhöhe" in Schierke brennt vollständig nieder und wird in dieser Form nicht wieder aufgebaut. Bei dem Brand starben fünf junge Frauen.  
  • Das Haus der Diakonie "Zum guten Hirten" wird von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Das Heim wird Kinderheim der "Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt". 43 Bewohnerinnen werden im Rahmen der Euthanasie verschleppt. Von den Nationalsozialisten aufgrund ihrer Behinderung als "lebensunwert" bezeichnet, überleben lediglich sieben diese Aktion. Bei elf Bewohnerinnen lässt sich die Ermordung durch Dokumente belegen. Das Schicksal von 25 weiteren Personen bleibt ungeklärt.
  • Am 18. April stirbt im Ghetto Theresienstadt der aus Wernigerode stammende angesehene jüdische Unternehmer Benno Russo. Nach der Machtergreifung der Faschisten 1933 wurde die Firma "arisiert" und die Villa in der Feldstraße 7 enteignet. Sie erhielten zunächst eine kleine Wohnung in der Lindenbergstraße 30. Mit einem Sammeltransport aus Wernigerode erfolgte die Deportation nach Theresienstadt. Die Ehefrau Clara Russo, ehedem eine bekannte Opernsängerin, wurde in den Gaskammern des KZ Auschwitz ermordet.
  • Die "Wernigeröder Zeitung" erscheint am 9. November unter der Überschrift: "Unbeirrbare Siegeszuversicht des Führers".
  • Auch in Wernigerode passt sich die Politik der Nationalsozialisten den kriegswirtschaftlichen Erfordernissen an. Wegen des Arbeitskräftemangels sind die Betriebe, und nicht nur die Rüstungsbetriebe, verstärkt auf Zwangsarbeiter angewiesen, zivile, aber auch Kriegsgefangene. Fast jedes kleine Unternehmen in Wernigerode beschäftigt ausländische Zwangsarbeiter.
  • Die "Wernigeröder Zeitung-Nationalzeitung für den Harz" berichtet am 12. Januar: "123 USA-Flugzeuge abgeschossen". "In den frühen Morgenstunden des 11. Januar griffen nordamerikanische Bomber einige Orte in Mitteldeutschland an. Infolge der sofort einsetzenden deutschen Abwehr kamen die Angriffe nicht zur geschlossenen Wirkung."
  • Es werden Postleitzahlen zur "schnelleren Beförderung der Post" eingeführt. Der Gau Magdeburg-Anhalt, zu dem auch Wernigerode gehört, erhält die Postleitzahl 19.
  • Bombengeschädigte aus deutschen Großstädten werden in Fremdenheimen der Stadt Wernigerode untergebracht.
  • Auch über Wernigerode werden gefälschte Reisebrot-, Butter- und Käsemarken durch gegnerische Flugzeuge abgeworfen. In der Presse wird darauf hingewiesen: "Beim Auffinden dieser Marken sind diese sofort bei der nächsten Polizeidienststelle abzugeben. Die Nichtbeachtung oder Verwertung dieser Marken wird mit schweren Zuchthausstrafen oder sogar mit dem Tode bestraft."
  • Die "Wernigeröder Zeitung" meldet am 21. Januar: "Die Ostfront bleibt undurchbrechbar". Untertitel: "Missstimmung im feindlichen Lager über die Erfolglosigkeit ihrer Angriffe".
  • Am 30. Januar begeht im "Stadtgarten" die NSDAP die Feierstunde zum "Tag der Machtübernahme". Motto dieser Veranstaltung: "Unerschütterlichkeit - kampfentschlossen - siegesbewusst!".
  • Die Einwohner von Wernigerode werden aufgefordert, "Kartoffeln sparsam zu verwenden". Die Wernigeröder Zeitung schreibt: "Die Ernährungslage ist nicht gefährdet". Die "Volksgenossen" hätten Verständnis für die "regulativen Maßnahmen".
  • Am 22. Februar bombardiert ein US-Bombengeschwader erstmalig die Stadt. Von 14:02 - 14:04 Uhr entladen 19 Flugzeuge eine ca. 50 Tonnen schwere tödliche Last. 192 Menschen verlieren im Hagel der 210 Sprengbomben ihr Leben. Es werden 67 Häuser total zerstört und ca. 400 weitere Gebäude beschädigt.
Bombenschäden in der Großen Schenkstraße
- Dieter Oemler
Bombenschäden in der Großen Schenkstraße - Dieter Oemler
  • Durch den Bombenangriff am 22. Februar werden auch die Fachwerkhäuser an der Ecke Breite Straße / Johannisstraße zerstört.
Bombenschäden Breite Straße / Ecke Johannisstraße
- Dieter Oemler
Bombenschäden Breite Straße / Ecke Johannisstraße - Dieter Oemler
  • Ecke Burgstraße/Unterengengasse schlägt eine Bombe ein.
    Harzmuseum Wernigerode - Bombenangriff in der Innenstadt von Wernigerode
Bombeneinschlag Burgstraße Ecke Unterengengasse, Ulrich Lucas *1952
- Harzmuseum Wernigerode
Bombeneinschlag Burgstraße Ecke Unterengengasse, Ulrich Lucas *1952 - Harzmuseum Wernigerode
  • Am 25. Februar werden die Einwohner von Wernigerode aufgefordert, bei Fliegeralarm jede Neugier zu unterlassen und während des Alarms im Luftschutzraum zu bleiben.
     
Bombenschäden in der unteren Burgstraße
- Dieter Oemler
Bombenschäden in der unteren Burgstraße - Dieter Oemler
  • Aus dem Leitartikel der Wernigeröder Zeitung, am 26. Februar: "Vier Tage sind es her, dass der feige Überfall britisch-amerikanischer Bomber auf unsere bunte Stadt, die so vielen Menschen Erholung und Lebenskraft gibt, erfolgte...". "Unsere Waffe aber ist das Ziel, für das wir diese Belastungsprobe bestehen: die Freiheit unseres Volkes!"
Bombenschäden in der Oberengengasse
- Dieter Oemler
Bombenschäden in der Oberengengasse - Dieter Oemler
  • Kreisleiter Detering besucht die Verletzten des Luftangriffs und zieht die Lehren aus dem Luftangriff: "Ruhe bewahren - Wasser und Sand bereitstellen - absolute Luftschutzdisziplin!"
Bombenschäden in der Innenstadt nach dem Angriff vom 22. Februar 1944
- Dieter Oemler
Bombenschäden in der Innenstadt nach dem Angriff vom 22. Februar 1944 - Dieter Oemler
  • 14. März: Die Dienstkarte der HJ (=Hitler-Jugend) ist für alle Jugendlichen alleiniger amtlicher Ausweis.
HJ - Mitglieder in Wernigerode
© Wolfgang Grothe
HJ - Mitglieder in Wernigerode © Wolfgang Grothe
  • 30. März: Die "Rautal-Betriebsgemeinschaft" wird als Kriegsmusterbetrieb ausgezeichnet.
  • 1. April: In einer Feierstunde im Stadtgarten werden ausgewählte siebzehn- und achtzehnjährige HJ-Mitglieder in die Partei (NSDAP) aufgenommen. ("In großer Zahl werden die Siebzehn- und Achtzehnjährigen...in diesem Jahr als Kriegsfreiwillige der HJ zur Wehrmacht und Waffen-SS einrücken. Auch bei den Mädeln sind zahlreiche der neuen Parteigenossinnen Arbeitsmaiden oder erfüllen ihre Aufgaben im Kriegshilfsdienst...")
  • 20. April: Aus Anlass des Geburtstages von Adolf Hitler werden auf dem Marktplatz von Wernigerode Zehnjährige feierlich in die Reihen des "Jungvolks" (Pimpfe) und in den "Jungmädelbund" aufgenommen. "Der Aufmarsch der Hitlerjugend bot auf dem strahlend hellen Platz vor unserem schönen Rathaus ein imposantes Bild." Im Stadtgartensaal findet aus gleichem Anlass eine "großartige Kundgebung" statt unter dem Motto: "Im Glauben an den Sieg mit dem Führer verbunden".
  • 19. Mai: In den Wernigeröder Gaststätten tritt eine Anweisung zur Neuregelung der Speisenabgabe in Kraft ("Kriegsdisziplin in den Gaststätten"). Es wird darin eine "Rücksichtnahme auf die kriegswichtig Schaffenden" gefordert.
  • 22. Mai: An 27 Frauen aus Wernigerode "die dem Führer mehrere Kinder geschenkt haben", wird im Stadtgarten das "Mutterkreuz" verliehen. "Mit ihrer Gebährfreudigkeit ...müssen die deutschen Frauen helfen, für den Bestand des Volkes zu sorgen".
  • Am 26. Mai wird im Zwangsarbeitslager Veckenstedter Weg (Nebenlager des KZ Buchenwald) der "Funktionshäftling" (Lagerältester) Kurt Wabbel (1929 bis 1933 Stadtrat der KPD in Halle (Saale) ) tot aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind bis heute ungeklärt.
  • 22. Juli: Nach dem Attentat auf Hitler findet auf dem Markt eine "Treuekundgebung" zum Führer statt. Aufruf dazu: "Mit dem Führer in Treue zum Sieg - Alle Volksgenossen und Volksgenossinnen in Wernigerode nehmen an der heute um 20 Uhr stattfindenden Großkundgebung auf dem Marktplatz teil."
SS-Einheit 1944 - "Treue zum Führer"
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
SS-Einheit 1944 - "Treue zum Führer" - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Am 9. September findet in Wernigerode eine Kundgebung unter Beteiligung der Wehrmacht und eines Wehrmachtmusikkorps statt, zu der ein Obergebietsführer aus der Reichsjugendführung spricht Die Wernigeröder Kriegsfreiwilligen aus der Hitler-Jugend (HJ) werden in Anwesenheit der Eltern von der Wehrmacht übernommen. "Die Krönung allen HJ-Dienstes ist heute mehr denn je der Tag, da das Braunhemd mit dem Ehrenkleid der Wehrmacht vertauscht werden kann. Es ist der Stolz jeden rechten Jungen, schon möglichst früh in die Reihen der Kameraden eintreten zu dürfen, die mit der Waffe in der Hand für Führer, Volk und Vaterland kämpfen."
Gefallenen-Anzeigen in der Wernigeröder Zeitung vom 09.09.1944
© Wolfgang Grothe
Gefallenen-Anzeigen in der Wernigeröder Zeitung vom 09.09.1944 © Wolfgang Grothe
  • 11. September: In den Betrieben ist die Verordnung über die 60-Stunden-Woche durchgesetzt.
  • In der Firma Rautenbach sind 5886 Arbeitskräfte beschäftigt.
  • Am 29. September  wird der am 22. Januar 1893 in Hasserode geborene Otto Herfurth (zuletzt Generalmajor) nach dem mißlungenen Attentat vom 20. Juli auf Hitler in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
  • 23. Oktober: Auf dem Marktplatz findet eine große Kundgebung mit einem Aufmarsch des Volkssturms (Motto:"Volksgemeinschaft unter Waffen") statt. Alle Männer der Jahrgänge 1884-1928, die nicht bereits beim Militär sind, haben sich zu melden und im Volkssturm zu kämpfen.
  • Am 25. Oktober informieren der Kreisleiter und der Ortsgruppenführer der NSDAP, dass am 27., 28. und 29. Oktober alle Männer aus Wernigerode der Jahrgänge 1884 bis 1928, soweit sie noch nicht Teil der Landesverteidigung sind, in vorgeschriebenen Räumen zum Volkssturm erfasst werden. Männer über 60 Jahre können sich freiwillig melden. "Der Führer hat den deutschen Volkssturm ausgerufen!" Das erscheinen ist Pflicht. Nichterscheinen ohne begründete Entschuldigung wird nach den Kriegsgesetzen bestraft.
  • 28. November: An der Fürst-Otto-Schule findet zur würdigen Ehrung der verstorbenen und gefallenen Lehrer und Schüler der Anstalt eine Totenfeier statt.
  • 11. Dezember: Die ersten freiwilligen Wehrmachts-Helferinnen werden in Meldestellen der NS-Frauenschaft und beim BDM erfasst.
  • Am 25. Dezember beziehen die 500 Häftlinge der Außenstelle Wernigerode des Konzentrationslagers Buchenwald (bis dato tätig in den Rautalwerken und untergebracht in einem Barackenlager am Veckenstedter Weg) die leeren Gebäude des Betriebsgeländes am Bahnhof "Steinerne Renne". Das Gelände wird mit einem elektrisch geladenen Stacheldrahtzaun umgeben. Die SS-Bewacher führen täglich die Häftlinge von hier zur Zwangsarbeit in das "Wernigwerk" in der Burgmühlenstraße. Die im Jahr 1935 hier gegründete Argenta-Schokoladen-Aktiengesellschaft hatte mit Kriegsbeginn die Produktion eingestellt. Die Junkers-Flugzeugwerke hatten anschließend einen Zweigbetrieb zur Fertigung von Flugzeugteilen eingerichtet. 
  • Ein neben dem Lebensmittelladen "UEHR" gelegenes Gebäude am "Nico" ist nach einem Bombeneinschlag stark beschädigt.
    Harzmuseum Wernigerode - Breite Straße Nicolaiplatz
Bombeneinschlag am "Nico", Ulrich Lucas *1952
- Harzmuseum Wernigerode
Bombeneinschlag am "Nico", Ulrich Lucas *1952 - Harzmuseum Wernigerode
  • Der Kreisleiter der NSDAP, Detering, eröffnet am 6. Januar die Offensive des "Volksopfers" - einer Sammlung für Wehrmacht und Volkssturm. Was entbehrlich ist, muss abgegeben werden.
  • Am 30. Januar jährt sich zum 12. Male der Tag der Machtübernahme der NSDAP, der in einer "besinnlichen Feierstunde" der Partei im Wernigeröder "Stadtgarten" begangen wird. In einer Ansprache betont der "Reichshauptamtsleiter Pg Dr. Steg": "Harte Monate des Aufbaus und des Kampfes sind seitdem vergangen. Neiderfüllt blicken unsere Feinde auf die stolzen Errungenschaften Adolf Hitlers und seiner Getreuen. Missgunst und Hass waren die Folgen, die zu dem gewaltigen Völkerringen führten, das besonders in unsren Tagen von einem unvorstellbaren Heroismus des deutschen Volkes getragen wird".
Der große Saal im "Stadtgarten" dem früheren "Städtischen Kurhaus"
- Gerhard Bombös
Der große Saal im "Stadtgarten" dem früheren "Städtischen Kurhaus" - Gerhard Bombös
  • Die "Wernigeröder Zeitung" erscheint am 27. Februar unter der Schlagzeile: "Sieg der Bewegung wird zum deutschen Sieg".
  • In Wernigerode wird am 22. März ein Wehrmachtshelferinnen-Korps der Luftwaffe gebildet.
  • Am 25. März findet im "vollbesetzten Stadtgarten eine würdige Veranstaltung statt", in der Kreisschulungsleiter Hildebrand anlässlich des Schulabschlusses der Grundschüler eine Rede hält. "Mit der Entlassung aus der Schule beginnt nun ein völlig neuer Lebensabschnitt, der unsere 14 und 15 jährigen Jungen und Mädeln vor gänzlich neue Aufgaben stellt".
  • Alle sich in Wernigerode aufhaltenden Flüchtlinge werden am 27. März aufgefordert, sich in einer Meldestelle registrieren zu lassen.
  • In den letzten Kriegstagen passieren Häftlingskolonnen aus den Konzentrationslagern auf den Todesmärschen unsere Stadt. Der französische Schriftsteller und Resistancekämpfer Robert Antelme, beschäftigt sich später in seinen Erinnerungen mit der Gleichgültigkeit der Wernigeröder: "Als man gestern die Kameraden tötete, bummelten diese Leute ebenfalls über die Bürgersteige. Sie wissen, was sie tun, sie wissen, was man mit uns tut." 13 bis 14 Jahre alte Kinder beschimpfen die Häftlinge als Banditen und Verbrecher, einige ältere Männer gesellen sich zu den Jugendlichen. Am 7. April beschießen zwei Kampfjäger der Alliierten zwei Personenzüge und einen Güterzug mit Häftlingen aus dem KZ-Lager "Dora" auf dem Bahnhof Minsleben. 32 Todesopfer und zahlreiche Schwerverletzte sind zu beklagen. 500 Lagerinsassen des KZ-Außenlagers Steinerne Renne, die amerikanische Armee steht bereits vor Wernigerode, werden am 10. April zu Fuß von der SS zum Bahnhof Wegeleben getrieben. Auf dem Todesmarsch erreichen nur 57 das KZ Leitmeritz (heute Tschechische Republik).
Gedenkstein an der "Steinernen Renne"
© Wolfgang Grothe
Gedenkstein an der "Steinernen Renne" © Wolfgang Grothe
  • Am 3. April erscheint in der "Wernigeröder Zeitung - Amtliches Organ der NSDAP und der Behörden" ein Artikel mit der Überschrift "Kampf bis zum letzten Atemzug". Der Leiter der Parteikanzlei der NSDAP gibt dazu die folgende Anordnung aus: "Nationalsozialisten, Parteigenossen! Nach dem Zusammenbruch von 1918 verschrieben wir uns mit Leib und Leben dem Kampfe um die Daseinsberechtigung unseres Volkes. Jetzt ist die höchste Stunde der Bewährung gekommen: Die Gefahr erneuter Versklavung, vor der unser Volk steht, erfordert unseren letzten und höchsten Einsatz! Von jetzt an gilt: Der Kampf gegen den ins Reich eingedrungenen Gegner ist überall mit aller Unnachgiebigkeit und Unerbittlichkeit zu führen. Gauleiter und Kreisleiter, sonstige Politische Leiter und Gliederungsführer in ihrem Gau und Kreis, siegen oder fallen. Ein Hundsfott, wer seinen vom Feind angegriffenen Gau ohne des ausdrücklichen Befehl des Führers verläßt, wer nicht bis zum letzten Atemzuge kämpft, er wird als Fahnenflüchtiger geächtet und behandelt. Reißt hoch die Herzen und überwindet alle Schwächen! Jetzt gilt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen. Es lebe Deutschland! Es lebe Adolf Hitler!" Acht Tage später endet für unsere Stadt mit der bedingungslosen Kapitulation des "Tausendjährigen Reiches" der blutigste und verbrecherischste aller Kriege.
Kriegsschäden in Wernigerode
- Dieter Oemler
Kriegsschäden in Wernigerode - Dieter Oemler
  • Der Standortführer der Hitlerjugend befiehlt allen Hitlerjungen und Pimpfen des Standortes Wernigerode am 7. April um 7:00 Uhr auf dem "Gymnasialturnhof" zum Dienst anzutreten. "Mitzubringen sind Schaufeln und Spitzhacken. Erscheinen aller ist Pflicht".
  • In den letzten Kriegstagen erklärt das Oberkommando der deutschen Wehrmacht am 8. April den Harz zur "Festung" und beauftragt die 11. Armee mit der Verteidigung des Gebirges.
  • Am 11. April erscheint in Wernigerode die letzte Ausgabe der Tageszeitung "Wernigeröder Zeitung - Nationalzeitung für den Harz - Amtliches Organ der NSDAP und der Behörden" (Jahrgang 150, Nr. 84) Es wird darin behauptet, dass in den "feindbesetzten Gebieten...Feindschaft und Widerstand gegen Eindringlinge" durch die deutsche Bevölkerung herrscht. "Kein alliierter Soldat ist seines Lebens sicher".
Letzte Ausgabe der "Wernigeröder Zeitung" vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges  
- Stadtarchiv Wernigerode
Letzte Ausgabe der "Wernigeröder Zeitung" vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges   - Stadtarchiv Wernigerode
  • Die Wernigeröder Zeitung - Nationalzeitung für den Harz - Amtliches Organ der NSDAP und der Behörden informiert am 11. April, "dass auf Grund der Bestimmungen über die Jugenddienstpflicht auch im Jahre 1945 alle 10jährigen Jungen und Mädel im Dienst der Hitlerjugend zu erfassen und anzumelden sind".

	
		
	
	
		
			Die Lage um Wernigerode am 11.04.1945
		
	

- Stadtarchiv Wernigerode
Die Lage um Wernigerode am 11.04.1945 - Stadtarchiv Wernigerode
  • In eigener Lebensgefahr gehen am Mittag des 11. April der Lazarettchefarzt Dr. Kolbe, der Chirurg des Lazaretts Dr. Friedrich und der Lazarettpfarrer Konrad Schnabel den bei Darlingerode anrückenden amerikanischen Truppen entgegen, um jede Beschießung der Stadt zu vermeiden. Trotz dieser erfolgreichen Verbindungsaufnahme kommt es zu Schießereien zwischen Krankenhaus und Westerntor, verursacht durch verblendete und leidenschaftlich gebärdende Hitlerjungen. Die Schießerei kostet 20 Menschen das Leben.
Der amerikanische Kampfkommandant in Wernigerode
- Archiv Mahn-und Gedenkstätte
Der amerikanische Kampfkommandant in Wernigerode - Archiv Mahn-und Gedenkstätte
  • Oberst Gustav Petri, Kommandant für das rückwärtige Armeegebiet der 11. Armee im Harz, wird am 12. April vermutlich bei Drei Annen-Hohne von Mitgliedern des Armeeoberkommandos (darunter auch SS) erschossen, nachdem er den Befehl verweigert, Wernigerode in eine Kampfzone einzubeziehen und gegen die anrückenden amerikanischen Einheiten zu verteidigen. Die Stadt bleibt weitgehend verschont und Tausende Menschenleben gerettet.
Oberst Gustav Petri - "Retter von Wernigerode"
- Privatarchiv Petri
Oberst Gustav Petri - "Retter von Wernigerode" - Privatarchiv Petri
  • Die 9. Amerikanische Panzerarmee besetzt am 11. April zwischen 15 und 19 Uhr die Stadt, nachdem sie am gleichen Tage Ilsenburg kampflos genommen hat.
Zwangsarbeiter empfangen amerikanische Soldaten
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Zwangsarbeiter empfangen amerikanische Soldaten - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Am 12. April treffen sich anonym ehemalige Mitlieder der KPD.
  • Am 15. April erscheinen mehrere hundert freigelassene Häftlinge aus dem KZ Langenstein in Wernigerode und fordern Einkleidung und die Möglichkeit, in ihre Heimat transportiert zu werden. Ein anderer Teil verlangt zunächst erst einmal eine "Schonzeit". Da das Hotel "Lindenberg", bisher als Lazarett genutzt, zur Zeit leer steht, werden ca. 120 Personen dort eingewiesen und versorgt. Die Einkleidung erfolgt durch Spenden nach einem Aufruf an die Bevölkerung.
Hotel "Lindenberg" in den 1920er Jahren
- Stadtarchiv Wernigerode
Hotel "Lindenberg" in den 1920er Jahren - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 18. April läßt der amerikanische Stadtkommandant nach ehemaligen Stadtverordneten suchen, die nicht Mitglied der NSDAP waren. Die gefundene Gruppe aus Kommunisten, Bürgerlichen und Sozialdemokraten schlägt zunächst den früheren 2. Bürgermeister, Herrmann Reichard (SPD) vor. Der amerikanische Stadtkommandant bestimmt dann aber Max Otto (SPD) zum 1. Bürgermeister. Am 20. April bestätigt der Kommandant den neuen Magistrat, dem weiter angehören: Otto Deutsch (KPD), 2. Bürgermeister, Stadtverordnetenvorsteher Otto Büchting, Rechtsanwalt Momsen und Plander (Bürgerliche), Richard Bartels, Paul Menger, Walter Niemann (alle SPD) und August Willecke (KPD).
Otto Deutsch (KPD) wird als 2. Bürgermeister eingesetzt.
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Otto Deutsch (KPD) wird als 2. Bürgermeister eingesetzt. - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
ursprüngliche Ruhestätte für 8 Deutsche Soldaten, das Kreuz von Oberst Petri in der Mitte - 1945
- Stadtarchiv Wernigerode
ursprüngliche Ruhestätte für 8 Deutsche Soldaten, das Kreuz von Oberst Petri in der Mitte - 1945 - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 19. April erreicht das 29. Infanterieregiment der USA Schierke und besetzt den Brocken, nachdem am gleichen Tag in der 6. Abendstunde etwa 20 englische und amerikanische Bomber denselben zerstört hatten. Die Kampfhandlungen werden beendet. Ein Vergeltungsschlag der Amerikaner wird durch den Ortskommandanten Drube und den Pfarrer Ritscher verhindert. Bei der Verteidigung von Schierke fallen 50 deutsche Soldaten.
Bombardierung des Brockens
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Bombardierung des Brockens - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Der bisherige Bürgermeister Ulrich von Fresenius wird am 20. April von der amerikanischen Besatzungsmacht seines Amtes enthoben. Am 23. April ergibt sich die 11. Deutsche Armee mit ca. 75000 Mann unter General Walther Lucht nach verlustreichen Kämpfen südwestlich von Michaelstein bei Blankenburg.
Richard Bartels
- privat
Richard Bartels - privat
  • Die amerikanischen Besatzungstruppen übernehmen als erste nach der Kapitulation die Macht. In den sechs Wochen ihrer Anwesenheit wechseln sie siebenmal den Kommandanten, dessen erste Amtshandlung jeweils die Einbestellung des Bürgermeisters ist verbunden mit ständig neuen Wünschen und Forderungen, wie Ablieferung von Fotoapparaten, Musikinstrumenten, Tennisschläger und -bälle u.a..
Amerikaner in Wernigerode
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Amerikaner in Wernigerode - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Bis zum 30. Mai werden aus der Stadtverwaltung 35 Beamte und Angestellte entfernt, da sie der NSDAP angehörten.
  • Die Kreditinstitute in Wernigerode nehmen im Mai den normalen Geschäftsverkehr wieder auf. Lediglich die Barauszahlungen müssen zunächst beschränkt werden, bis der Bahn- und Postverkehr die Heranbringung neuer Barmittel ermöglicht.
Ein amerikanischer Sergeant der 8.Panzerdevision (siehe Symbol) schnitzt seine Freude über das Kriegsende in eine Stuhllehne des späteren Karl-Marx-Hauses. Der Stuhl befindet sich heute im Fundus des Harzmuseums.
- Dieter Oemler
Ein amerikanischer Sergeant der 8.Panzerdevision (siehe Symbol) schnitzt seine Freude über das Kriegsende in eine Stuhllehne des späteren Karl-Marx-Hauses. Der Stuhl befindet sich heute im Fundus des Harzmuseums. - Dieter Oemler
Kriegsschäden an der Hauptpost
- Dieter Oemler
Kriegsschäden an der Hauptpost - Dieter Oemler
  • Auf Anordnung der britischen Militärregierung gibt der Bürgermeister der Stadt Wernigerode am 7. Juni bekannt, dass in jedem Hause ein namentliches Verzeichnis der darin befindlichen Bewohner anzubringen ist.
  • Am 9. Juni erscheint als erste Tageszeitung nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht und dem Sturz des Naziregimes das amtliche Nachrichtenblatt der britischen Militärregierung, "Zwischen Harz und Huy". Die britische Militärregierung hat "ihr Erscheinen in großzügiger Weise genehmigt und kontrolliert ihren Inhalt". Das amtliche Nachrichtenblatt für den Kreis Wernigerode soll nach dem Willen der britischen Militärregierung gleichzeitig Sprachorgan der antifaschistischen Einheitsfront sein und der politischen und kulturellen Aufklärungsarbeit dienen. Aufbauwillige Kräfte unserer Heimat sind aufgerufen, an der Gestaltung mitzuwirken.
erste Tageszeitung nach dem Zweiten Weltkrieg
- Stadtarchiv Wernigerode
erste Tageszeitung nach dem Zweiten Weltkrieg - Stadtarchiv Wernigerode
  • Der englische Stadtkommandant bewilligt am 20. Juni die Zulassung von Gewerkschaften, die Parteien bleiben verboten.
  • In der "III. Woche der 76. Zuteilungsperiode vom 11.6. - 17.6." werden auf den entsprechenden Kartenabschnitten folgende Lebensmittel "pro Normalverbraucher über 18 Jahre" zugeteilt: 1.700g Brot, 200g Fleisch, 100g Fett, 225g Zucker und 175g Marmelade.
  • Die Ausgehzeiten werden ab 15. Juni neu festgelegt, von morgens 5:00 Uhr bis abends 22:45 Uhr. "Die Zeiten sind genau einzuhalten."
  • Ab 16. Juni nehmen die städtischen Dienststellen (Standesamt, Steueramt, Rechnungsprüfungsamt, Bürgermeister, Hauptbüro, Schulbüro, Wohnungsamt) wieder im Rathaus ihre Tätigkeit auf, nachdem diese vorübergehend im Gebäude Marktstraße 18 untergebracht waren.
  • Im Juni wird der Eil-, Fracht-, Express- und Güterverkehr wieder aufgenommen, nachdem die Züge von Wernigerode aus wieder in beide Richtungen verkehren.
  • Am 17. Juni fordert der Schulleiter der Hasseröder Volksschule im Amtlichen Nachrichtenblatt der britischen Militärregierung die Schüler auf, am 18. Juni um 8:30 Uhr auf dem Schulhof Pfälzergasse 9 zur "Neueinteilung für Hilfsarbeiten" zu erscheinen. "Wer ohne vorherige und ausreichende Entschuldigung bei den Klassenlehrern nicht erscheint, wird der Ortspolizeibehörde zur Bestrafung gemeldet."
Aufräumarbeiten in Wernigerode
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Aufräumarbeiten in Wernigerode - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Auf Anordnung der britischen Militärregierung (20. Juni) hat die Stadt Wernigerode für 200 Frauen, 100 Männer und 60 Kinder Bekleidung zu liefern. Auf Grund dieser Anforderung verpflichtet der Bürgermeister alle ehemaligen Mitglieder der NSDAP (die Mitgliederlisten liegen vor) diese Sachen sofort und freiwillig bei der Polizeiwache abzuliefern. Bei Nichtbeachtung wird mit drastischen Sanktionen gedroht.
  • Am 21. Juni findet im Stadtgarten eine "deutsche Veranstaltung" mit 30 Solisten statt, ein einmaliges Sondergastspiel mit Kurt Bierstedt und seinem "Attraktions-Groß-Schauorchester" mit der musikalischen Revue "Wir machen Musik".
  • Einheiten der Roten Armee übernehmen am 1. Juli die Stadt. Der sowjetische Kommandant nutzt bis 1956 das durch die Bodenreform enteignete Erbprinzenpalais.
Der erste sowjetische Stadtkommandant in Wernigerode, Oberst Stepan Maksimowitsch Misko, besucht mit seiner Gattin 1979 Wernigerode zum 750. Stadtjubiläum
- Dieter Oemler
Der erste sowjetische Stadtkommandant in Wernigerode, Oberst Stepan Maksimowitsch Misko, besucht mit seiner Gattin 1979 Wernigerode zum 750. Stadtjubiläum - Dieter Oemler
"Reichshof" Marktstraße
- Stadtarchiv Wernigerode
"Reichshof" Marktstraße - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 12. Juli wird eine Ortsgruppe der KPD gegründet. Der Befehl Nr. 2 der SMAD (Sowjetische Militäradministration Deutschlands) vom 10. Juni eröffnete die Möglichkeit zur Bildung von Parteien.
  • Wernigerode nimmt 16.000 Umsiedler/Vertriebene auf. Die Bevölkerungszahl verdoppelt sich auf 48.000.
  • Am 9. August beginnt wieder der Fernsprechverkehr im Kreisgebiet.
  • Am 14. und am 15. August veranstaltet der "Musikverein der Stadt Wernigerode" im großen Saal des "Stadtgartens" ein Opernkonzert.
  • Otto Grotewohl (SPD) ruft im "Hotel Monopol" während einer stark besuchten Veranstaltung in einer leidenschaftlichen Rede zur Vereinigung der beiden Arbeiterparteien SPD und KPD auf.
  • Durch die Bodenreform wird der gesamte Besitz des Fürsten von Stolberg-Wernigerode in der sowjetischen Besatzungszone, also auch das Schloss, entschädigungslos enteignet und in "Volkseigentum" umgewandelt.
Festsaal im Schloss
- Dieter Oemler
Festsaal im Schloss - Dieter Oemler
  • Am 13. August eröffnet der aus Straßburg im Elsass stammende Kinderarzt Dr. Wolfgang Kiel im früheren von Eduard Lührmann geführten Hotel "Essener Hof" in der Forckestraße eine private Kinderklinik mit 80 bis 100 Betten.
Ehemalige "Kielsche Klinik" in der Forckestraße
© Wolfgang Grothe
Ehemalige "Kielsche Klinik" in der Forckestraße © Wolfgang Grothe
  • Im August werden mit dem Befehl Nr. 23 der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) auch die Lazarette in Wernigerode aufgelöst. Die beiden Häuser des ehemaligen Hotels "Eichberg" werden weiter als Krankenhaus genutzt, jetzt für den zivilen Bereich. In der Villa gibt es eine Station für Hautkrankheiten unter Leitung von Dr. Graf.
  • Laut Befehl der sowjetischen Militäradministration sollen die Schulen ab 1. Oktober wieder für den Unterricht geöffnet werden. Wegen einer Typhusepidemie die sich damals auf ganz Deutschland ausgebreitet hatte, müssen die Schule am 10. Oktober wieder geschlossen werden. Am 13. November werden sie erneut geöffnet.
  • Die Einwohner erhalten seit Kriegsende Lebensmittelkarten. Wöchentlich werden von der Stadtverwaltung die Mengen für die angegebenen Kartenabschnitte mitgeteilt. Zum Beispiel erhält ein Normalverbraucher über 18 Jahre in der Zeit vom 15. bis 31. Oktober: 500g Brot, 50g Fleisch, 5g Fett, 125g Zucker, 200g Kaffeeersatz, 31,25g Käse und 500g Gemüse.
  • Am 3. November wird in Wernigerode eine Ortsgruppe der CDU gegründet unter dem Vorsitz von Paul Achenbach.
  • Am 4. November wird unter dem Intendanten Hans Thiede das "Wernigeröder Theater" gegründet. Spielstätte ist der "Stadtgarten". Es wird bis 1949 existieren.
  • Am 4. November wird in Wernigerode der "Kulturbund" gegründet.
  • Die (Eduard-)Hindersinstraße (Preußischer General, * 18. Juli 1804 in Wernigerode) wird in die Albert-Bartels-Straße (1. Vorsitzender und Mitbegründer des SPD-Ortsvereins) umbenannt.
  • Der ehemalige Bürgermeister Dr. med. Kruska (*1853) stirbt. Eine Straße in Hasserode wird Kruskastraße genannt.
  • Am 4. Oktober ordnet der Bürgermeister eine "Allgemeine Typhusschutzimpfung der gesamten Bevölkerung, einschließlich aller Umquartierten und Flüchtlinge der Stadt Wernigerode" an. Die Notwendigkeit wird begründet. Jeder muss sich dieser Pflichtimpfung unterziehen, mit Ausnahme der Kinder unter 4 Jahre und Personen, die zur Zeit an einer schweren Erkrankung leiden. Wer sich der Impfung entzieht, muss mit polizeilichen Strafmaßnahmen rechnen. Schulkinder werden geschlossen in ihrer Schule geimpft.
  • Der Bürgermeister gibt am 15. Dezember bekannt, dass in der Zeit vom 19. bis 22. des Monats eine einmalige Wohnungsbauabgabe an die Stadthauptkasse zu entrichten ist.
  • Laut Befehl Nr.3 des Alliierten Kontrollrates werden auch in der Stadt Wernigerode alle sich im arbeitsfähigen Alter befindlichen Personen registriert. Bei Nichtbeachtung drohen Geldstrafen in Höhe von 1000 RM und Gefängnis bis zu einem Jahr.
  • Mit Wirkung vom 7. Januar werden in Wernigerode viele Straßen umbenannt bzw. erhalten den alten Namen von vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zurück.
  • Am 8. Januar wird in Wernigeröder Schulen die Schulspeisung eingeführt.
  • 17. Januar: Der in Köln geborene Landrat Erich von Stosch stirbt. Er diente in einer ungewöhnlich langen Amtszeit vom Juli 1912 bis Juli 1944 in drei unterschiedlichen Regierungsformen, "dem Kaiserreich, der Weimarer Republik und der Aera Hitler".
Landrat Erich von Stosch
- Gerhard Bombös
Landrat Erich von Stosch - Gerhard Bombös
  • Der Bürgermeister von Wernigerode gibt am 23. Januar bekannt, dass der Zivilbevölkerung das Tragen und Aufbewahren von Waffen verboten ist. Wer noch Waffen besitzt, hat diese bis spätestens 5. Februar bei der Polizeibehörde am Markt abzugeben. Wer danach noch im Besitz von Waffen ist, muss mit strengster Bestrafung bis einschließlich der Todesstrafe rechnen. Auch das Tragen von Uniformen der früheren deutschen Wehrmacht ist verboten. Die Besitzer solcher Uniformen werden aufgefordert, diese umzufärben. Verstöße werden durch die Polizei mit einer Geldstrafe geahndet.
  • Alle über 15 Jahre alten Einwohner von Wernigerode müssen im Besitz eines Personalausweises in russischer Sprache sein. Die Ausstellung der Ausweise wird am 28. Februar abgeschlossen.
  • 10. März: Vereinigung der SPD und KPD zur SED für die Stadt und den Landkreis im Saal- und Gaststättenbetrieb "Monopol". Die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien wurde auch aus den Erfahrungen der faschistischen Diktatur von vielen Sozialdemokraten mit getragen. Die SPD war in Wernigerode vor der Machtergreifung der Faschisten an Mitgliedern und politischem Einfluss stärker als die KPD. Mit Max Otto stellte die SPD nach 1945 den Bürgermeister. Bei der Vereinigung wurde stets auf eine paritätische Zusammensetzung der Parteileitungen geachtet. Später wurde von diesem Prinzip abgerückt und die SED in eine "Partei neuen Typus", das heißt, in eine nach stalinistischen Prinzipien organisierte "marxistisch-leninistische Kaderpartei" umgewandelt.
Gedenktafel zur Vereinigung von KPD und SPD zur SED.
- Dieter Oemler
Gedenktafel zur Vereinigung von KPD und SPD zur SED. - Dieter Oemler
  • Der "Kulturbund" und der "Freie Deutsche Gewerkschaftsbund" organisieren gemeinsam eine Kulturwoche in der Stadt vom 24. bis 31. März.
  • Die "Polizeistunde" für Gast-, Schank- und Vergnügungsstätten wird am 8. April neu festgelegt: Mo-Fr. 23 bis 6 Uhr und Sa/So und Feiertags 24 bis 6 Uhr.
Festsaal des Schlosses
- Stadtarchiv Wernigerode
Festsaal des Schlosses - Stadtarchiv Wernigerode
  • Im Frühjahr ist das Hotel "Weißer Hirsch" wieder im Besitz der Familie Brasche, nachdem es ab dem 11. April 1945 erst von den Amerikanern, dann den Engländern und schließlich von den Russen genutzt wurde.
  • Im Kampf gegen Seuchen (Geschlechtskrankheiten, Fleckfieber, Typhus) werden in der Stadt und dem Kreis Wernigerode konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht.
  • 19. April: Aus der ehemals fürstlichen Bibliothek wird ein großer Teil der Bestände (vornehmlich Drucke) in die UdSSR abtransportiert.
  • Die Volksbank Wernigerode betreibt ihre Geschäfte in der Breiten Straße 9 mit leicht veränderter Firmierung als Bank für Handwerk und Gewerbe.
  • Im April gründen in Wernigerode Antifa-Umsiedler aus dem Sudetenland eine Produktivgenossenschaft der Holzhandwerker mit Unterstützung des Landrates und des Bürgermeisters. Einheimische SED-Mitglieder verfolgen die Bemühungen mit Misstrauen und verhindern im Mai die Bildung einer weiteren Genossenschaft der Bauarbeiter und Bauhandwerker.
  • Der Landrat Reichardt ordnet laut Befehl des Obersten Chefs der Sowjetischen Militärverwaltung, Marschall der Sowjetunion G. Shukow, eine Einschränkung des Stromverbrauchs an (für Beleuchtungszwecke 500 Wh täglich plus 50 Wh für jeden gemeldeten Haushaltsangehörigen).
Maidemonstration 1946 auf dem Marktplatz
- Dieter Oemler
Maidemonstration 1946 auf dem Marktplatz - Dieter Oemler
  • Am 15. Mai wird das Hotel "Heinrich Heine" in Schierke, früher Hotel "Fürst zu Stolberg", wieder eröffnet.
"Heinrich Heine" - Ruine des Hotels 2015
© Wolfgang Grothe
"Heinrich Heine" - Ruine des Hotels 2015 © Wolfgang Grothe
  • Künstler schließen sich in Wernigerode zu einer losen Künstlerverbindung zusammen, später bekannt als "Wernigeröder Künstlerkolonie" (bis 1950). Neben Pramme (Landschaftsmaler), Heller und anderen, gehört auch der Leiter des städtischen Kulturamtes, Eberhard Karnatzki, dazu. Karnatzki trat noch vor der Vereinigung der beiden Arbeiterparteien der SPD bei und gehört nach der Vereinigung einer kleinen, illegal arbeitenden Gruppe Sozialdemokraten an, die Kontakt zum Ostbüro der SPD in Hannover unterhält.
  • Am 11. Juli werden durch das Wohnungsamt von Wernigerode Maßnahmen zur besseren Nutzung von Wohnraum angeordnet. "Ältere Alleinstehende, auch Ehepaare, können bei Aufgabe ihrer Wohnung in gut geleiteten Altersheimen Aufnahme finden".
Bekanntmachung des Bürgermeisters
- Stadtarchiv Wernigerode
Bekanntmachung des Bürgermeisters - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 30. Juli gibt Bürgermeister Otto bekannt, dass die Stadt weitere Umsiedler und entlassene Kriegsgefangene aufnehmen muss und dazu Wohnraum notwendig ist. Einschränkungen und Härten sind dabei nicht zu vermeiden. Der Bürgermeister appelliert an die "verständnisvolle Mitwirkung der Bevölkerung".
Bekanntmachung des Bürgermeisters
- Stadtarchiv Wernigerode
Bekanntmachung des Bürgermeisters - Stadtarchiv Wernigerode
  • In einer Bekanntmachung vom 12. August informiert der Bürgermeister, dass "alle alten und gebrechlichen Personen, die in die englische Zone übersiedeln wollen", sich im Städtischen Wohlfahrtsamt Klint 10, Zimmer 4 melden können.
  • Walter Ulbricht spricht in einer Wahlveranstaltung im "Hotel Monopol".
  • Der Magistrat der Stadt unter dem Bürgermeister Max Otto steht vor einer großen Aufgabe. Beim Wiederaufbau nach den Zerstörungen durch den Krieg geht es vor allem darum, das Allernötigste, also Essen, Trinken, Kleidung, Unterkunft, Gesundheitsfürsorge für die durch Flüchtlinge bis zu etwa 50 000 Einwohner gewachsene Stadt zu beschaffen, und das vor dem Hintergrund zerstörter und/oder demontierter Betriebe. Große Probleme bereiten auch einige der befreiten Zwangsarbeiter, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge, die sich für erlittenes Unrecht durch Plünderungen und andere Übergriffe rächen.
  • Zu den Reparationsleistungen für die Sowjetunion gehören auch 27 250 fm Nutz- und Brennholz. Diese Menge entspricht in etwa der jährlichen Einschlagsmenge des Wernigeröder Stadtforstes. Das bereitet der Stadt extreme Probleme, da Holz das einzige Brennmaterial bis 1949 ist.
  • Alle Tuberkulosekranken werden am 26. August vom Amtsarzt Dr. Rasch aufgefordert, sich umgehend im Städtischen Wirtschaftsamt wegen einer neuen Sonderzuteilung an Lebensmitteln zu informieren.
  • Am 24. Juli findet im Stadtgarten die erste Sitzung der beratenden Versammlung statt. Die Beratung ist öffentlich, die Bevölkerung hat Zutritt.
  • Der Bürgermeister von Wernigerode gibt bekannt, dass am Montag, den 2. September um 7:30 Uhr der Schulunterricht beginnt. Am Vortage, den 1. September finden an allen Schulen ab 11:30 Uhr Schulfeiern statt, die "dem ersten Schuljahr der demokratischen Einheitsschule" gewidmet werden. Die Eltern und Schüler werden dazu eingeladen.
  • Die Wahlen zur "Gemeindevertretung" Wernigerode (später wieder Stadtverordnetenversammlung) am 8. September ergibt bei einer Wahlbeteiligung von 92,9% für die SED 19 Mandate, für die LDP 13 Mandate und für die CDU 8 Mandate. Wahlergebnisse: SED 45,86% LDPD 31,99% CDU 21,02% Max Otto (jetzt SED) wird als Bürgermeister bestätigt. Dies ist auch die letzte Wahl bis 1990, in der die WernigeröderInnen sich zwischen verschiedenen Parteien entscheiden können. In den folgenden Jahrzehnten gibt es Einheitslisten der Nationalen Front. Diese Einheitslisten werden unter der Führung der SED vom "Demokratischen Block" erstellt. Unter dem Einfluss der sowjetischen Besatzungsmacht wird sehr konsequent die politisch bestimmte, d.h. von der Kreisleitung der SED dominierte Personalpolitik in der Stadtverwaltung vorangetrieben.
Max Otto
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Max Otto - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Am 18. September fordert der Bürgermeister die Wernigeröder auf, Vermögensobjekte, die seit 1939 durch deutsche Dienststellen, Militärbehörden und Privatpersonen aus von Deutschland überfallenen Ländern in das Deutsche Reich gebracht worden sind, der Wirtschaftstelle im Rathaus zu melden. Diese Vemögensobjekte unterliegen der Rückgabe, die Nichtbeachtung der Aufforderung wird gerichtlich geahndet.
Bekanntmachung
- Stadtarchiv Wernigerode
Bekanntmachung - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am 23. September spricht im Hotel "Monopol" Herr Major Rudnik von der "Roten Armee" über die "Sowjetische Demokratie". Auf Plakaten hatte der Bürgermeister "die Einwohnerschaft zu dieser Veranstaltung" eingeladen.
  • Am 22. September wird das Heimatmuseum nach Überprüfung und Neueinrichtung in den bisherigen Räumen, Vorwerk 4, wiedereröffnet.
  • Auf Befehl "des Herrn Kreiskommandanten" ordnet der Bürgermeister am 17. Oktober die "Ausmerzung der Naziliteratur" an. Aus allen öffentlichen Bibliotheken und Büchereien von Privatpersonen sind die in den Übersichten genannten Bücher, Filme und Zeitschriften zu entfernen und bis 23. Oktober im Logenhaus Bahnhofstraße (früher "Haus der deutschen Frau") abzuliefern.
Befehl 134 des sowjetischen Militärkommandanten von Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode WR III 6/2
Befehl 134 des sowjetischen Militärkommandanten von Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode WR III 6/2
  • Am 9. Oktober kommen in Wernigerode 60 Heimkehrer aus russischer Kriegsgefangenschaft an, die zu einem mehrwöchigen Erholungsheim im "Küsters Kamp" untergebracht werden. Bürgermeister Otto ruft die Einwohner der Stadt auf, Männerkleidung zu spenden.
Aufruf des Bürgermeisters
- Stadtarchiv Wernigerode
Aufruf des Bürgermeisters - Stadtarchiv Wernigerode
  • In Wernigerode findet am 29. Oktober eine Volks- und Berufszählung statt. Grundlage ist eine Anordnung des Alliierten Kontrollrates für alle Besatzungszonen Deutschlands.
    Stadtarchiv Wernigerode - Gesetz Nr. 33 des Alliierten Kontrollrates vom 20.07.1946
  • Am 7. November erhält die 1848 gegründete "Liedertafel 1848" von der sowjetischen Besatzungsmacht die Erlaubnis zur Neugründung unter dem Namen "Stadtchor Liedertafel 1848".
  • Das erst am 15. Mai wiedereröffnete Hotel "Heinrich Heine" in Schierke wird am 10. November nach Beschlagnahme durch die Sowjetische Militäradministration (SMAD) wieder geschlossen. Es soll in eine Lungenheilstätte für Angehörige der Besatzungsmacht umgewandelt werden.
  • Wegen der Widerstände bei der Aufnahme zugewiesener Flüchtlinge warnt Landrat Reichard am 11. November alle Wohnungsbesitzer, sich dieser Maßnahme nicht weiter zu verschließen. Viele Hauseigentümer hatten sich geweigert, Flüchtlinge aufzunehmen. "Auf Grund der Kontrollgesetze kann der Haus- bzw. Wohnungsbesitzer sofort aus seinem Besitz herausgesetzt und der Flüchtling eingesetzt werden. Auch die Enteignung der Hausbesitzer ist möglich."
Aufruf des Bürgermeisters
- Stadtarchiv Wernigerode
Aufruf des Bürgermeisters - Stadtarchiv Wernigerode
  • 20. Dezember: Die Kreiskommandantur der Roten Armee lässt vom Schloss alle Ritterrüstungen und Gemälde, auf denen Uniformen und Orden zu sehen sind, vernichten.
  • Der FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) und die FDJ (Freie Deutsche Jugend) werden auch in Wernigerode gegründet und werden in den Antifa-Volksblock aufgenommen.
Kundgebung 1946
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Kundgebung 1946 - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Die 1926 gebaute Kegelhalle neben dem Stadtgarten wird als Ersatz für das durch Bomben zerstörte Kino in der Burgstraße umgebaut.
Kino neben dem Stadtgarten 
- Dieter Oemler
Kino neben dem Stadtgarten  - Dieter Oemler
  • Die Gebäude des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers am Veckenstedter Weg werden als Sammel- und Quarantänelager und später als Alten- und Pflegeheim genutzt.
Gebäude des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers am Veckenstedter Weg
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Gebäude des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers am Veckenstedter Weg - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Der II. Bürgermeister, Mause, wendet sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung von Wernigerode: "Wernigeröder laßt eure Herzen sprechen! Seit etwa drei Wochen befinden sich in den Heimkehrerlagern `Küsters Kamp´ und Hasseröder Hof 80 Heimkehrer, die heimatlos und vorerst noch ohne ihre Familien sind, In den verflossenen Wochen ist von den Frauen des Antifaschistischen Frauenausschusses schon gesammelt worden. Die Sachen reichen aber nicht aus, um auch nur den allernotwendigsten Bedarf zu decken. Vor allen Dingen fehlt es an Anzügen, Mänteln, Unterwäsche und Schuhwerk" . Der Bürgermeister ruft zu Opfern auf und bittet, diese Sachen zu spenden.
Aufruf an die Bevölkerung
- Stadtarchiv Wernigerode
Aufruf an die Bevölkerung - Stadtarchiv Wernigerode
  • Nachdem die Nutzung des Hotels "Heinrich Heine" in Schierke als Sanatorium für die Sowjetische Besatzungsmacht verworfen wurde, wird ab Ende April das Hotel trotz großer Schwierigkeiten bei der Belieferung mit Brennstoffen nun endgültig wiedereröffnet.
  • Als größter Betrieb der Stadt Wernigerode wird das Elektromotorenwerk gegründet, hervorgegangen aus den enteigneten Rauthal-Werken. Im Januar beginnt der Betrieb Motoren herzustellen, im Jahr 1947 200 Stück.
  • Um die reibungslose Ausgabe der Lebensmittelkarten zu verbessern, wird die Stadt in 45 Bezirke aufgeteilt.
  • Regelmäßig werden im amtlichen Bekanntmachungsblatt für Wernigerode die Stromversorgungszeiten mitgeteilt, die wöchentlich in den Versorgungsbereichen wechseln.
  • Es finden im Jahresablauf mehrere öffentliche Verhandlungen der Entnazifizierungskommission des Kreises Wernigerode statt. Im amtlichen Bekanntmachungsblatt werden die Termine rechtzeitig bekannt gegeben mit Nennung der Namen der Personen, über die verhandelt wird. Die BürgerInnen werden aufgerufen, rechtzeitig be- oder entlastendes Material zu den Genannten abzugeben. Anonyme Anzeigen werden nicht berücksichtigt. Die verhandelten Personen werden entweder "entnazifiziert" oder ihnen wird untersagt, leitende Tätigkeiten auszuüben. Die Entscheidung wird jeweils im Bekanntmachungsblatt veröffentlicht.( z.B.: "Dem... geb. am..., wohnhaft in Wernigerode , ...straße, wird das Recht zur Bekleidung eines wichtigen Postens in Behörden, Organisationen und Betrieben abgesprochen... Das aktive und passive Wahlrecht wird ihm entzogen".
  • Eine Gruppe von Flüchtlingen/Umsiedlern aus dem Osten bildet in Wernigerode die Evangelisch - Freikirchliche Gemeinde, auch als Baptisten bezeichnet. Domizil der Gemeinde ist die Georgiikapelle.
St.Georgi-Kapelle
© Wolfgang Grothe
St.Georgi-Kapelle © Wolfgang Grothe
  • Die Volkshochschule Wernigerode nimmt die durch den 2.Weltkrieg unterbrochene Tätigkeit wieder auf.
  • Ilsenburg wird Luftkurort.
  • In einigen Betrieben beginnt, wie hier im Fotopapierwerk, die Ausgabe von Mittagessen für die Beschäftgten.
Ausgabe von Betriebsessen im Fotopapierwerk 1947
- Dieter Oemler
Ausgabe von Betriebsessen im Fotopapierwerk 1947 - Dieter Oemler
  • Die Wettermessung auf dem Brocken wird wieder aufgenommen, nachdem diese wegen starker Bombardierung im April 1945 unterbrochen worden war.
Der Brocken vor der Bombardierung
- Gerhard Bombös
Der Brocken vor der Bombardierung - Gerhard Bombös
Gedenkkreuz für Oberst Gustav Petri
- Dieter Oemler
Gedenkkreuz für Oberst Gustav Petri - Dieter Oemler
  • 4. Juni: Bei einem Einbruch im Schloss werden wertvolle Fayencen und Ölbilder gestohlen.
  • Am 18. Juli findet im Gewerkschaftshaus "Monopol" eine vom Rat der Stadt organisierte Einwohnerversammlung statt, in der über die Tätigkeit des Rates seit dem Tage der Besetzung Rechenschaft abgelegt werden soll.
  • Wernigerode gehört zum "Land Sachsen-Anhalt". Auf Befehl der Sowjetischen Besatzungsmacht vom 21. Juli ging die "Provinz Sachsen-Anhalt" in den Status eines Landes über.
  • Das Kreispolizeiamt weist am 6. August darauf hin, dass in der Zeit vom 7. bis 14. August das Ährenlesen verboten ist. "Zuwiderhandlungen werden nach geltenden Bestimmungen bestraft." Ab 12. September wird das "Nachstoppeln von Kartoffeln und Rüben" erlaubt.
  • Am 27. September findet im Haus der Deutschen Jugend in der Wernigeröder Bahnhofstraße eine "Kreis-Antifablock-Konferenz" statt.
  • Am 27. September beschließt der Rat der Stadt Maßnahmen zur Unterbringung von Umsiedlern, denen "in den meisten Fällen keine Wohnungsausstattungsgegenstände zur Verfügung stehen".
  • Am 6. November findet im Gewerkschaftshaus in Wernigerode eine Konferenz der Industiegewerkschaft Bau statt, die sich mit der Umsetzung des Befehls 209 der SMAD (Sowjetische Militäradministration Deutschland) - "Festigung der Bodenreform" befaßt. Die Konferenz kommt zu dem Entschluß, daß die 150 Neubauerngehöfte im Kreis Wernigerode "als vordinglich gebaut werden müssen und somit ein weiterer entscheidender Schritt in unserem friedlichen demokratischen Aufbau getan wird."
  • In den "Amtlichen Bekanntmachungen für den Landkreis und die Stadt Wernigerode" werden für Lehrgänge geeignete Personen gesucht, die sich zu Fachlehrern der russischen Sprache ausbilden lassen wollen.
  • Die "wesentlichste wirtschaftliche Aufgabe" des Jahres 1948 ist die Erfüllung des Programms für die Einrichtung von Neubauerngehöften.
  • Im zweiten Halbjahr eröffnet "der sozialistische Handel" in Wernigerode den HO-"Ratskeller" und die Gaststätte "Vier Jahreszeiten", "um dem Schwarzmarkt Paroli zu bieten". Es folgen erste HO-Textilverkaufsstellen (Ecke Breite Straße/Burgstraße) und erste HO-Lebensmittelverkaufsstellen (Westernstraße).
  • Die ehemalige Mädchen-Volksschule Unter den Zindeln erhält den Namen "Thomas Müntzer".
  • Richard Bartels, Mitglied des Kreissekretariats der SED, wird wegen Zugehörigkeit einer illegalen SPD-Gruppe verhaftet.
  • Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts müssen sich die hauptverantwortlichen SA-Leute für den "Schandmarsch" 1933 verantworten. 80 Sozialdemokraten waren von sadistischen SA-Leuten zum Teil schwer misshandelt worden. Wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" werden der 47 Jahre alte Buchdrucker Erich Göbel (Hauptverantwortlicher), der 49 Jahre alte Hilfsschleifer Georg Baetge, der 49 Jahre alte Landwirt Bernhard Müller, der 48 jährige Maurer Gustav Heise, der 43 Jahre alte Tischler Hugo Heise und der 38 Jahre alte Former Hans Vick aus Wernigerode zwischen zehn Jahren und einem Jahr plus zwei Monaten Zuchthaus bzw. Gefängnis verurteilt.
    Volksstimme - 22.10.1948 und Recherche von Ralf Mattern "SA-Leute werden nach ´Schandmarsch` verurteilt"
1948 beginnt der Prozess gegen die für den "Schandmarsch" von 1933 verantwortlichen SA-Leute
- Dieter Oemler
1948 beginnt der Prozess gegen die für den "Schandmarsch" von 1933 verantwortlichen SA-Leute - Dieter Oemler
  • Im August verfügt der Rat des Kreises zur Verbesserung der Ernährungslage die Einrichtung eines "Freien Marktes". Erzeuger von landwirtschaftlichen Produkten haben die Möglichkeit, außerhalb des Abgabesolls noch vorhandene Produkte als "freie Spitzen" zum Dreifachen des Erzeugerpreises zum Verkauf anzubieten. Viele Not leidende Wernigeröder hatten zuvor in den umliegenden Dörfern bei Landwirten versucht, Tauschhandel zu treiben und persönliche Gegenstände, wie Teppiche, Schmuck, hochwertiges Geschirr u.a. gegen Lebensmittel zu tauschen.
VEB "Schokomasch" Wernigerode
- Dieter Oemler
VEB "Schokomasch" Wernigerode - Dieter Oemler
  • Nach sowjetischem Vorbild werden auch in Wernigerode einheitliche Kinder- und Jugendorganisationen gebildet ("Junge Pioniere" und "Freie Deutsche Jugend").
Erste Pioniergruppe in Wernigerode im Sommer 1948
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Erste Pioniergruppe in Wernigerode im Sommer 1948 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Altlutheranergemeinde
© Wolfgang Grothe
Altlutheranergemeinde © Wolfgang Grothe
  • Die Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) aus Aue unternimmt mit großem Einsatz den Versuch, in der ehemaligen Wismutgrube "Aufgeklärtes Glück" am Thumkuhlenkopf wieder Uranerz abzubauen.
  • Vom 3. bis 10. April findet in der Stadt eine "Woche der Volkssolidarität" mit vielen Veranstaltungen statt.
  • Das Schloss Wernigerode wird am 16. April Feudalmuseum.
Schloss Wernigerode
© Wolfgang Grothe
Schloss Wernigerode © Wolfgang Grothe
  • Alle über 15 Jahre alten Personen der Stadt deutscher Nationalität erhalten neue Personalausweise.
  • Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt bestimmt, dass das Haus der Diakonie "Zum guten Hirten" wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt wird und schwachsinnige Frauen und Mädchen aufnimmt.
  • Der Stromverbrauch muss weiter kontingentiert werden. Um die Elektroenergie effektiver zu verteilen, werden für die Industrie und den privaten Bereich die Entnahmezeiten neu geregelt.
  • In der Presse wird für die Ausbildung von Lehrern an Grundschulen geworben. Belastete Lehrer aus der NS-Zeit wurden aus dem Schuldienst entlassen.
  • Die Landwirtschaftsschule Wernigerode wird im Herbst mit Internat und landwirtschaftlichem Lehrhof neu eröffnet. Dazu wird ein ehemaliger Schafstall in der Kurtsstraße genutzt. Die Baumaßnahmen werden zum Teil in freiwilligen Eigenleistungen von Dozenten/Dozentinnen und Studierenden ausgeführt.
Die ehemalige Agraringenieurschule auf dem Gelände des Bürgerparks 2009
© Wolfgang Grothe
Die ehemalige Agraringenieurschule auf dem Gelände des Bürgerparks 2009 © Wolfgang Grothe
  • Zu einer Typhusschutzimpfung werden alle Bürger, die in der Zeit vom 01. April 1889 und 31. Dezember 1942 geboren sind, verpflichtet.
  • Im Kreis Wernigerode gibt es 112 Betriebe der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (7274 Beschäftigte), darunter 22 volkseigene (5328 Beschäftigte).
Beschäftigte im VEB Schokoladenfabrik "Argenta" in Hasserode
- Dieter Oemler
Beschäftigte im VEB Schokoladenfabrik "Argenta" in Hasserode - Dieter Oemler
Die HO übenimmt den ehemaligen Feinkostladen von Großhennig in der Westernstraße
- Dieter Oemler
Die HO übenimmt den ehemaligen Feinkostladen von Großhennig in der Westernstraße - Dieter Oemler
Verpflegungsstätte "Leo Tolstoi" des FDGB (ehemaliges Gesellschaftshaus)
- Dieter Oemler
Verpflegungsstätte "Leo Tolstoi" des FDGB (ehemaliges Gesellschaftshaus) - Dieter Oemler
  • Am 16. August informiert der Rat der Stadt, dass alle Anträge auf Erteilung von einmaligen Interzonenpässen, die zum Zwecke der Umsiedlung nach den Westzonen Deutschlands nur an Umsiedler ausgegeben werden. Die Landespolizeibehörde benötigt Bescheinigungen darüber, dass die Antragsteller Umsiedler sind. Die Ausstellung der Bescheinigungen erfolgt durch den Rat des Landkreises.
  • Im ehemaligen "Braunen Haus" in der Burgstraße wird auf Anregung des aus Breslau geflüchteten Prof. Dr. Ravensberg ein Hygieneinstitut gegründet.
  • Auf dem Nicolaiplatz findet eine Großkundgebung aus Anlaß der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik statt.
Großkundgebung auf dem Nico
- Dieter Oemler
Großkundgebung auf dem Nico - Dieter Oemler
  • Vom Kunstmaler Bert Heller wird die Decke des Ratskellers mit Bildern Harzer Sagengestalten geschmückt.
Vom Kunstmaler Bert Heller wird die Decke des Ratskellers mit Bildern Harzer Sagengestalten geschmückt.
- Dieter Oemler
Vom Kunstmaler Bert Heller wird die Decke des Ratskellers mit Bildern Harzer Sagengestalten geschmückt. - Dieter Oemler
"Eselskrug"
- Dieter Oemler
"Eselskrug" - Dieter Oemler
  • Der Ratskeller wird unter Leitung von Architekt Max R.Wenner (auch Umbau "Capitol", "Stadtgarten", "Brockenhotel") durch Wernigeröder Handwerker umgebaut. Bert Heller und Hans Bülow arbeiten unter Wenner (der später nach Wuppertal zurück geht) eng zusammen. Die Kunstschmiedearbeiten (Gitter und auch der Ausleger am Ratskeller) sind erhalten.
  • Der "Freie Deutsche Gewerkschaftsbund" (FDGB) übernimmt die nach Ende des 2. Weltkrieges enteignete Villa des Großindustriellen Rautenbach (Friedrichstraße 58/59) als Ferienheim "Georgi Dimitroff".
FDGB Ferienheim "Georgi Dimitroff"
- Stadtarchiv Wernigerode
FDGB Ferienheim "Georgi Dimitroff" - Stadtarchiv Wernigerode
  • Sudetendeutsche Glasmacher und Schleifer gründen in Derenburg eine Glashütte, die nördlichste Glashütte Deutschlands und einzige in Sachsen-Anhalt.
Glasmanufaktur Derenburg  2015
© Wolfgang Grothe
Glasmanufaktur Derenburg  2015 © Wolfgang Grothe
  • Im 1804 geschlossenen Grubenrevier "Aufgeklärtes Glück" im Thumkuhlental beginnt die SDAG (Sowjetisch-Deutsche-Aktiengesellschaft) mit Probebohrungen nach Wismut (Uranerz). Die Probebohrungen werden 1951 ergebnislos abgebrochen.
  • Am 12. November empfängt der sowjetische Kreiskommandant Oberst Besrutschenko den Vorsitzenden des Landkreises, Landrat Falkenbach, um ihm mitzuteilen, dass die Kreiskommandantur als Organ der Sowjetischen Militärverwaltung ihre Verwaltungstätigkeit eingestellt hat und die einschlägigen Funktionen mit allen Rechten und Pflichten in der Hand der deutschen Selbstverwaltung läge.
  • Im Gründungsjahr der DDR beträgt die Bierproduktion der Hasseröder Brauerei 22.500 Hektoliter.
Historische Brauerei
- Hasseröder Brauerei
Historische Brauerei - Hasseröder Brauerei
  • Der greise dänische Schriftsteller Martin Andersen Nexö nimmt an der feierlichen Einweihung der Betriebsberufsschule des Elektromotorenwerkes Wernigerode am 3. Dezember teil und verleiht der Schule seinen Namen, BBS "Martin - Andersen - Nexö".
Martin Anderson Nexö besucht das Elektromotorenwerk Wernigerode
- Photothek Harzbücherei Wernigerode
Martin Anderson Nexö besucht das Elektromotorenwerk Wernigerode - Photothek Harzbücherei Wernigerode
  • Zum 70. Geburtstag des sowjetischen Führers Stalin am 21. Dezember finden in allen großen Wernigeröder Betrieben Huldigungsfeiern statt. Auch die Stadtverordneten von Wernigerode und die Abgeordneten des Landkreises Wernigerode versammeln sich zu einer gemeinsamen "Feierstunde", um Stalin "in Liebe und Verehrung zu gedenken". Im Rathaussaal preist der Festredner den "Führer des Sowjetvolkes" als "bedeutendste politische und menschliche Persönlichkeit der Gegenwart". Seine Worte gipfeln in der beschwörenden Botschaft: "Wir grüßen Generalissimus Stalin mit dem heißen Wunsch, dass ihm noch viele Jahre bester Gesundheit und voller Schaffenskraft beschieden sein mögen. Es lebe Stalin, der beste Freund des deutschen Volkes."
  • Im März 1950 finden in Schierke die 1. Wintersportmeisterschaften der DDR statt. Der Wettbewerb im Skisprung wird auf der Sprungschanze am Eckerloch in der Nähe des Brockens ausgetragen.
Sprungschanze am Eckerloch - 1. Wintersportmeisterschaften der DDR März 1950
- Olaf Mrosowski
Sprungschanze am Eckerloch - 1. Wintersportmeisterschaften der DDR März 1950 - Olaf Mrosowski
Probebohrungen nach Uranerz durch die SDAG Wismut
- Dieter Oemler
Probebohrungen nach Uranerz durch die SDAG Wismut - Dieter Oemler
Spielplatz auf dem Blockshornberg
- Dieter Oemler
Spielplatz auf dem Blockshornberg - Dieter Oemler
  • An der Landwirtschaftsschule in der Kurtsstraße beginnen Studiengänge im Fernstudium für bereits in der landwirtschaftlichen Praxis tätige Leiter, mit dem Ziel, sie als "Staatlich geprüfte Landwirte" auszubilden.
Verabschiedung des ersten Ganzjahreslehrgangs der Fachschule für Landwirtschaft
- Manfred Fuhlroth
Verabschiedung des ersten Ganzjahreslehrgangs der Fachschule für Landwirtschaft - Manfred Fuhlroth
  • Am 1. Juni wird die "Sing- und Spielgemeinschaft" von einem Kreis junger Menschen, die sich für Gesang, Volkskunst und für das Jodeln interessieren gegründet.
Zentralschule im Gutshaus Minsleben
- Stadtarchiv Wernigerode
Zentralschule im Gutshaus Minsleben - Stadtarchiv Wernigerode
  • Die Einwohnerzahl der Stadt beträgt nach dem Zuzug vieler Flüchtlinge und Umsiedler/Vertriebenen aus den Gebieten östlich der Oder und aus dem Sudetenland 33.890.
     
Blick auf Wernigerode
© Wolfgang Grothe
Blick auf Wernigerode © Wolfgang Grothe
  • Am Vorwerk entstehen im Rahmen der zur "Volkssolidarität" gehörenden Aktion "Wir bauen auf" die ersten Wohnneubauten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Am Vorwerk entstehen die ersten Wohnneubauten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges
- Dieter Oemler
Am Vorwerk entstehen die ersten Wohnneubauten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges - Dieter Oemler
  • Bei den Kommunalwahlen am 15. Oktober wird als Spitzenkandidat der SED Bürgermeister Max Otto bestätigt, jedoch nicht wiedergewählt. Er wird in der Stadtverordnetenversammlung am 28. Dezember 1950 aus dem Amt verabschiedet. Die Begündung verliest Stadtverordnetenvorsteher Friedrich Müller: "Ich möchte ausdrücklich hervorheben, dass für das Ausscheiden des Bürgermeisters Otto Gründe persönlicher Art nicht vorlagen, sondern dass ihn die Partei auch heute noch schätzt. Sein Ausscheiden ist einzig und allein darauf zurückzuführen, dass leitende Persönlichkeiten nicht zu lange auf einem Posten belassen werden sollen. Man bemüht sich, ein pulsierendes Leben zu erhalten..." Das Sekretariat der SED-Kreisleitung, das diese Entscheidung auf Anregung des 1. Sekretärs getroffen hat, bemüht sich, ehemalige SPD-Mitglieder durch Parteikader zu ersetzen, die den neuen Zielen der Partei entsprechen. Am 28. Dezember werden auch die Magistratsmitglieder Büchting, Haase, Klussmann, Massopust, Menger und Niemann verabschiedet.
  • Am 1. Dezember findet in Wernigerode ein Kreis-Funktionärstreffen der FDJ ("Freie Deutsche Jugend") statt. Als einzige zugelassene Jugendorganisation in der "Deutschen Demokratischen Republik" übt sie auf die Mehrheit der Jugendlichen eine echte Anziehungskraft aus und ist eine antifaschistisch-demokratische Alternative für die durch die Nazi-Ideologie und deren Folgen verführte, enttäuschte und orientierungslose junge Generation.
Kreis-Funktionärstreffen der "Freien Deutschen Jugend" (FDJ) in Wernigerode
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Kreis-Funktionärstreffen der "Freien Deutschen Jugend" (FDJ) in Wernigerode - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Am Nicolaiplatz wird eine Kinderbibliothek eingerichtet mit einem Kinderbuchbestand von 490 Büchern.
  • Versuche der SED-Kreisleitung, in Wernigerode den traditionellen Weihnachtsmann durch das russische "Väterchen Frost" zu ersetzen, werden aufgegeben. Weihnachtsbäume schmücken wieder die Stadt und die Wohnungen.
Der Weihnachtsbaum schmückt auch den Holfelder Platz.
- Dieter Oemler
Der Weihnachtsbaum schmückt auch den Holfelder Platz. - Dieter Oemler
  • Mit der Anlage des Zentralfriedhofs wird begonnen.
     
  • Das Elektromotorenwerk Wernigerode baut erste Hochspannungsmotoren.
  • Gründung des späteren Rundfunk-Jugendchores Wernigerode durch Friedrich Krell, welchen dieser bis 1996 leitet.
  • Der seit 1945 an der Spitze der KPD/SED - Kreisparteiorganisation stehende Karl Glänzel wird wegen "gefährliches Versöhnlertum und Nichtbeachtung der Beschlüsse des III. Parteitages" abgelöst. In den SED-Parteiorganisationen der Wernigeröder Industriebetriebe kommt es im "Kampf gegen den Sozialdemokratismus" zu Veränderungen in den Parteiführungen.
    Volksstimme - 10.02.1951
  • In Schierke wohnen 1700 Einwohner, davon werden 32 ausgewiesen. Innerhalb weniger Stunden müssen sie ohne Nennung eines Grundes den Ort verlassen.
Historische Apotheke in Schierke
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Historische Apotheke in Schierke - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In Schierke wird das Hotel "Fürst zu Stolberg" enteignet, in Volkseigentum überführt, umgebaut und als Hotel "Heinrich Heine" genutzt.
Feuerwehr im Einsatz in der Nähe der Mönchenlagerstätte
- Dieter Oemler
Feuerwehr im Einsatz in der Nähe der Mönchenlagerstätte - Dieter Oemler
Freilichtbühne auf dem Blockshornberg
- Dieter Oemler
Freilichtbühne auf dem Blockshornberg - Dieter Oemler
  • Der Umbau des ehemaligen Schafstalls in der Kurtsstraße zu einer Fachschule für Landwirtschaft ist abgeschlossen.
Ehemaliger Schafstall, der zur Fachschule für Landwirtschaft ausgebaut wurde
- Archiv Manfred Fuhlroth
Ehemaliger Schafstall, der zur Fachschule für Landwirtschaft ausgebaut wurde - Archiv Manfred Fuhlroth
  • Am 26. September wird das alte und bekannte "Café Wien" als Treffpunkt für Einheimische und Urlauber wieder eröffnet.
  • Auf dem Waldfriedhof Hasserode befinden sich die Gräber von neun unbekannten KZ-Häftlingen aus dem Außenlager Harzungen des KZ Mittelbau-Dora, die während des Todesmarsches im April 1945 von Wachmannschaften in Minsleben ermordet und verscharrt worden waren. Ihre Leichname wurden jetzt nach Wernigerode überführt und ihnen ein Gedenkstein gesetzt. Ebenfalls auf dem Waldfriedhof befindet sich die Ehrenanlage für die Verfolgten des Naziregimes, die durch die Gräber von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aus sechs Nationen und von russischen und polnischen Kindern von Zwangsarbeiterinnen einschließt. Weiterhin sind 16 Besatzungsmitglieder englischer und amerikanischer Bombenflugzeuge beigesetzt.
Ehrenhain für die Verfolgten des Nazi-Regimes
© Wolfgang Grothe
Ehrenhain für die Verfolgten des Nazi-Regimes © Wolfgang Grothe
  • Fabrikant und Apotheker Willy Drube, "Erfinder und Vater" des Kräuterlikörs "Schierker Feuerstein", stirbt.
Willy Drube Vater des "Schierker Feuerstein" im Kreise von Tochter und Bekannten. V. l. n. r.: Kaufmann Tetzner; Frau Dobberkau, geb. Drube; Apotheker Willy Drube, Bürgermeister Schellpfeffer
- Gerhard Bombös
Willy Drube Vater des "Schierker Feuerstein" im Kreise von Tochter und Bekannten. V. l. n. r.: Kaufmann Tetzner; Frau Dobberkau, geb. Drube; Apotheker Willy Drube, Bürgermeister Schellpfeffer - Gerhard Bombös
  • In Schierke wird das Erholungsheim "Fritz Heckert" gebaut und dem FDGB ("Freier Deutscher Gewerkschaftsbund") übergeben.
  • Auch zwischen dem Kreis Wernigerode (DDR) und den Kreisen auf niedersächsischer Seite (Bundesrepublik) wird ein Sperrgebiet eingerichtet. "Politisch unzuverlässige Personen" werden aus dem Sperrgebiet zwangsausgesiedelt (Aktion "Ungeziefer"). Aus dem Sperrgebiet des Kreises Wernigerode werden 158 Personen in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" am 28./29. Mai ausgesiedelt und in die Landkreise Torgau und Querfurt gebracht. Die erste Aktion war jedoch schlecht vorbereitet. So konnten sich viele zur Umsiedlung vorgesehene Einwohner durch eine spontane Flucht in die Bundesrepublik der Zwangsumsiedlung entziehen. "Am Morgen des 7. Juni fuhren um 6.00 Uhr die Lastkraftwagen vor. Die betroffenen Personen wurden informiert, und im Laufe des Tages fand der Abtransport zum Bahnhof statt, wo die Züge um 20.00 Uhr abfuhren, so dass die Betroffenen in den frühen Morgenstunden zwischen 3.00 und 5.00 Uhr am Zielort eintrafen." Insgesamt wurden damit in beiden Aktionen aus dem Kreis Wernigerode 297 Personen zwangsausgesiedelt.
Zwangsaussiedlung aus dem Grenzgebiet
- privat
Zwangsaussiedlung aus dem Grenzgebiet - privat
  • Der Wald der Stadt Wernigerode und der sich im Privatbesitz befindliche Wald wird enteignet und dem Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb übergeben. Damit gehört der Wald nicht mehr der Kommune sondern ist "Volkseigentum".
Forstarbeiter mit Kaltblutpferden
- Dieter Oemler
Forstarbeiter mit Kaltblutpferden - Dieter Oemler
Die großen Kahlschlagflächen werden von "Kulturfrauen" wieder aufgeforstet.
- Dieter Oemler
Die großen Kahlschlagflächen werden von "Kulturfrauen" wieder aufgeforstet. - Dieter Oemler
  • Mit der Bildung des "Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes" beginnt die Technisierung der Waldbewirtschaftung auch in den Harzwäldern um Wernigerode. Traktoren und Raupenschlepper, vereinzelt auch einzelne Seilbahnen für besonders steile Hänge kommen zum Einsatz.
Die Technik hält Einzug in die Bewirtschaftung der Harzwälder.
- Dieter Oemler
Die Technik hält Einzug in die Bewirtschaftung der Harzwälder. - Dieter Oemler
Friedenstaube von Picasso auf dem Rathaus Wernigerode
- Dieter Oemler
Friedenstaube von Picasso auf dem Rathaus Wernigerode - Dieter Oemler
  • Im Kreis Wernigerode gibt es 140 Kulturgruppen für Volkskunst.
     
Volkskunstgruppe bei einem Auftritt
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Volkskunstgruppe bei einem Auftritt - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • In Minsleben gründen sechs Bauern die LPG "Einheit" ("Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft").
Nicolaiplatz mit Kriegerdenkmal und Altersheim um 1930
- Gerhard Bombös
Nicolaiplatz mit Kriegerdenkmal und Altersheim um 1930 - Gerhard Bombös
Parkanlage an der Jugendherberge "Ernst Lehmann"
- Dieter Oemler
Parkanlage an der Jugendherberge "Ernst Lehmann" - Dieter Oemler
Elmo-Kindergarten Ilsenburger Straße
- Dieter Oemler
Elmo-Kindergarten Ilsenburger Straße - Dieter Oemler
  • Am Ziegenberg werden Behelfshäuser in Leichtbauweise errichtet.
Behelfshäuser am Ziegenberg
- Dieter Oemler
Behelfshäuser am Ziegenberg - Dieter Oemler
  • Der Tod Stalins am 5. März wird von der Kreisleitung der SED zum Anlass genommen, Trauermärsche zu Ehren des Verstorbenen zu initiieren. Über 15000 Einwohner der Stadt defilieren mit trauerumflorten Fahnen und Bildnissen von J.W. Stalin in einem kilometerlangen Trauermarsch an der Ehrentribüne auf dem Marktplatz vorbei. Am Tag der Beisetzung in Moskau herrscht auch in Wernigerode zwischen 10:00 bis 14:00 Uhr eine von der Volkspolizei überwachte vollkommene Verkehrsstille und alle Geschäfte bleiben geschlossen.
Trauermarsch für den verstorbenen Stalin
- Fotothek Harzbücherei
Trauermarsch für den verstorbenen Stalin - Fotothek Harzbücherei
  • Am späten Nachmittag des 17. Juni wird die Volkspolizei Wernigerode und die Kreisdienststelle des MfS durch die Kaderleitung des Elektromotorenwerks darüber informiert, dass Arbeiter verschiedener Abteilungen beabsichtigen, am nächsten Tag "einen Schweigemarsch in der Innenstadt mit Transparenten" mit den Aufschriften "HO-Preise senken - Weg mit der Regierung - Wir wollen Einheit" durchzuführen.
Ehemaliges Karl-Marx-Haus des ehemaligen VEB Elmo 2016
© Wolfgang Grothe
Ehemaliges Karl-Marx-Haus des ehemaligen VEB Elmo 2016 © Wolfgang Grothe
  • Der sowjetische Kreiskommandant verfügt die Verhängung des Ausnahmezustandes. "Zur Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und zum Schutze der Bevölkerung des Kreises sind ab 18. Juni 1953 alle Demonstrationen, Versammlungen, Kundgebungen und Ansammlungen von mehr als drei Personen auf Plätzen, Straßen und in öffentlichen Gebäuden verboten. Jeglicher Verkehr von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens von Fußgängern und Kraftfahrzeugen ist verboten." Während einer stürmischen Versammlung im Karl-Marx-Haus gehen vor dem Betrieb bewaffnete sowjetische Soldaten mit schwerem Gerät in Stellung. Die Streikenden verzichten auf eine Demonstration in die Stadt und vermeiden damit vermutlich ein Blutvergießen.
Papierfabrik Hasserode in den 1990er Jahren
- Hochschule Harz
Papierfabrik Hasserode in den 1990er Jahren - Hochschule Harz
  • Der bisherige private Arzneimittelbetrieb im Mühlental wird in Volkseigentum überführt (VEB Ysat Wernigerode).
    wikipedia.org - www.pharma-wernigerode.de
Musikschule "An der Malzmühle"
- Dieter Oemler
Musikschule "An der Malzmühle" - Dieter Oemler
Der Reiter im Festumzug stellt den schwedischen Oberst Derfinger dar, der im 30-jährigen Krieg mit seinen Truppen die Stadt besetzt hielt.
- Dieter Oemler
Der Reiter im Festumzug stellt den schwedischen Oberst Derfinger dar, der im 30-jährigen Krieg mit seinen Truppen die Stadt besetzt hielt. - Dieter Oemler
  • Im Laufe des Jahres werden wie überall in der DDR auch zunächst erst in den großen Volkseigenen Betrieben der Stadt Wernigerode paramilitärische "Betriebskampfgruppen", ab 1959 "Kampfgruppen der Arbeiterklasse" genannt, aufgestellt. Ihre offizielle Aufgabe ist "der Kampf gegen Saboteure und andere Feinde des Sozialismus in der DDR". Als "Kämpfer" werden am Anfang nur Mitglieder der SED, später auch andere Betriebsangehörige aufgenommen. Die Betriebskampfgruppen bestehen aus Bataillonen, die bis zu vier Hundertschaften stark sind. Die Ausbildung der "Kämpfer" findet an mehreren Wochenenden eines Jahres statt. Die Waffen werden jeweils in der Waffenkammer des Volkspolizei-Kreisamtes aufbewahrt. Die Einheiten der "Kampfgruppen der Arbeiterklasse" unterstehen der vom 1. Sekretär der Kreisleitung der SED geführten "Kreiseinsatzleitung".
Mitglieder einer Betriebskampfgruppe
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Mitglieder einer Betriebskampfgruppe - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Fischhalle in der Albert-Bartels-Straße
- Dieter Oemler
Fischhalle in der Albert-Bartels-Straße - Dieter Oemler
  • In den Betrieben und Einrichtungen wird wie überall in der DDR nach den Schlussfolgerungen aus dem 17. Juni 1953 der 1. Mai auch in Wernigerode mehr als Feiertag mit Volksfestcharakter und weniger als Kampftag der Arbeiterklasse begangen.
1. Mai im VEB Holzbau Wernigerode
- Helga Schwendler
1. Mai im VEB Holzbau Wernigerode - Helga Schwendler
  • Auch in Wernigerode wird jedem Jugendlichen, der die Grundschule verlässt, eine Lehrstelle mit praktischer und theoretischer Berufsausbildung mit abschließender Facharbeiterprüfung garantiert. Der Facharbeiter erhält in seinem Beruf einen Arbeitsvertrag mit unbefristeter Anstellung. Die Kreis-Plankommission des Landkreises legt nach Vorgaben der Staatlichen Plankommission fest, wie viel Lehrlinge in den einzelnen Berufen benötigt und ausgebildet werden.
Lehrlingsausbildung im VEB Holzbau 1954
- Helga Schwendler
Lehrlingsausbildung im VEB Holzbau 1954 - Helga Schwendler
Löscheinsatz unterhalb der Mönchenlagerstätte
- Dieter Oemler
Löscheinsatz unterhalb der Mönchenlagerstätte - Dieter Oemler
  • 29. Januar: Eisenbahndirektor Eduard Scharnhorst "Vater" der Harzquer- und Brockenbahn, stirbt im Alter von 69 Jahren in seiner neuen Wahlheimat Oldenburg. Am 1. April 1918 übernahm er einen Direktionsposten bei der Nordhausen- Wernigerode- Eisenbahn (NWE) und trägt in den Folgejahren durch sein weitsichtiges, innovatives Handeln erheblich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Bahnen bei.
Direktor Scharnhorst
- Gerhard Bombös
Direktor Scharnhorst - Gerhard Bombös
  • Vor dem Rathaus wird wieder nach längerer Pause zur Eröffnung der Karnevalssaison symbolisch an das Prinzenpaar der Stadtschlüssel übergeben.
Symbolische Übergabe des Stadtschlüssels an das Prinzenpaar
- Dieter Oemler
Symbolische Übergabe des Stadtschlüssels an das Prinzenpaar - Dieter Oemler
  • In einem 1821 als Wohnhaus errichteten Gebäude auf dem Klint, dem ältesten Siedlungsgebiet der Stadt, wird das Harzmuseum untergebracht. Der Besucher kann sich hier mit der Stadtgeschichte vertraut machen und eine eindrucksvolle Ausstellung von Fossilien besichtigen, die über die erdgeschichtliche Entwicklung der Stadt informiert.
  • Die Harzbücherei wird Bestandteil des Harzmuseums.
Leser in der Volksbücherei Wernigerode
- Dieter Oemler
Leser in der Volksbücherei Wernigerode - Dieter Oemler
  • Am 23. Juni nimmt der Fernsehsender auf dem Brocken seine Tätigkeit auf.
Das deutsche Breitband-Fernkabelnetz nach dem Stande von 1945
- Gerhard Bombös
Das deutsche Breitband-Fernkabelnetz nach dem Stande von 1945 - Gerhard Bombös
Zweimann-Motorsäge im Forstwirtschaftsbetrieb Wernigerode
- Dieter Oemler
Zweimann-Motorsäge im Forstwirtschaftsbetrieb Wernigerode - Dieter Oemler
  • Das Bismarck-Denkmal auf der Harburg wird entfernt und verschrottet.
Bismarck-Denkmal auf der Harburg
- Stadtarchiv Wernigerode
Bismarck-Denkmal auf der Harburg - Stadtarchiv Wernigerode
  • 24. Juni: Dr. med. Otto Jacobi, heute noch voll berufstätig, wird 85. Er begeht zu dieser Zeit außerdem sein 55. Dienstjubiläum als praktischer Arzt.
Dr. med. Otto Jacobi
- gemeinfrei
Dr. med. Otto Jacobi - gemeinfrei
Forstmeister Otto Hermanns
- Gerhard Bombös
Forstmeister Otto Hermanns - Gerhard Bombös
  • Am 1. Februar werden auf dem Brocken Minus 28,4 Grad gemessen, dem bisher niedrigsten Wert seit Beginn der Messungen.
  • Der Rundfunkjugendchor wird als bester Jugendchor in Paris ausgezeichnet.
Rundfunkjugendchor 1956
- Gerhard Bombös
Rundfunkjugendchor 1956 - Gerhard Bombös
  • Im Rahmen des "Nationalen Aufbauwerkes" (NAW) werden im Kreis Wernigerode Werte in Höhe von 324.000 Mark geschaffen und damit die Ergebnisse des Jahres 1955 um 18.000 Mark überboten.
Würdigung für besondere Leistungen im "Nationalen Aufbauwerk"
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Würdigung für besondere Leistungen im "Nationalen Aufbauwerk" - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Im Kreisgebiet finden "etwa 100 000 Werktätige aus allen Teilen der Republik Erholung und Entspannung in den Eigenheimen und Vertragshäusern des FDGB". 42 000 "Werktätige haben bis Ende August ihren Urlaub" in der Stadt Wernigerode verbracht. Das sind 6000 Feriengäste mehr, als im gesamten Jahr 1955.
FDGB-Ferienheim "Georgi Dimitroff" in Hasserode
- Stadtarchiv Wernigerode PK IV/128
FDGB-Ferienheim "Georgi Dimitroff" in Hasserode - Stadtarchiv Wernigerode PK IV/128
  • Die Kreisleitung der SED zieht in das Gebäude des früheren Erbprinzenpalais. Dieses wird bis 1990 als Sitz der SED-Kreisleitung genutzt.
Musikpavillon im Lustgarten
- Dieter Oemler
Musikpavillon im Lustgarten - Dieter Oemler
  • Im Seigerhüttenweg werden durch die Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft Neubauten errichtet.
AWG-Neubauten am Seigerhüttenweg
- Harzbücherei Wernigerode
AWG-Neubauten am Seigerhüttenweg - Harzbücherei Wernigerode
  • In Wernigerode kann für jedes Kind ein Kindergartenplatz zur Verfügung gestellt werden. Neben staatlichen Einrichtungen, die der Abteilung "Volksbildung" beim Rat des Kreises unterstehen, gibt es Betriebskindergärten. Der größte ist der des Elektromotorenwerkes in der Ilsenburger Straße.
Kindergarten Elmo in der Ilsenburger Straße
- Harzbücherei Wernigerode
Kindergarten Elmo in der Ilsenburger Straße - Harzbücherei Wernigerode
  • Das ehemalige "Hotel Reichshof" in der Marktstraße 17, welches 1945 von Offizieren der sowjetischen Besatzungsmacht übernommen worden war, wird wieder als Gaststätte und Hotel, jetzt verstaatlicht, als "Hotel zur Post" von der HO betrieben.
"Hotel zur Post"
- Dieter Oemler
"Hotel zur Post" - Dieter Oemler
Musikpavillon im Lustgarten
- von Oppeln
Musikpavillon im Lustgarten - von Oppeln
  • 3. Dezember: Karl Burchhardt wird 60. Er beginnt 1911 bei Heinrich Ackert als Automechanikerlehrling und wird später Fahrlehrer. "Sein gutmütiges, freundliches Wesen, das aber auch, wenn es sein mußte, in Derbheit und Schnoddrigkeit umschlagen konnte, machte ihn zu einem in Stadt und Kreis Wernigerode besonders beliebten Fahrlehrer." "Im Laufe der 20er und 30er Jahre unterrichtete Hunderte von Schülern."
Fahrlehrer Karl Burchhardt
- Gerhard Bombös
Fahrlehrer Karl Burchhardt - Gerhard Bombös
  • E. C. Uehr *08.12.1881, Inhaber eines Delikatessengeschäfts und der späteren "Bothes Weinstube", wird 75. Als fürstlicher Hoflieferant beliefert er die Gala-Essen bei den zu Ehren des deutschen Kaiser abgehaltenen Jagden. Seit 1925 leitet er als Branddirektor die Feuerwehr der Stadt Wernigerode. Er sorgt für die Motorisierung der Fahrzeuge sowie für die Modernisierung der Alarmanlagen und bildet einen im Gerätehaus untergebrachten Einsatztrupp. Als die Stadt bombardiert wurde, erhielt Uehr die Meldung, dass auch sein Haus am Nicolaiplatz zerstört sei.
E.C. Uehr
- Gerhard Bombös
E.C. Uehr - Gerhard Bombös
  • Die Belieferung der Hausbrandgrundkarten 1956 zieht sich bis Ende Januar 1957 hin, weil viele Verbraucher "erst mit dem Eintritt der Frostperiode an die Wintereinkellerung dachten".
  • Die Stadt Wernigerode ist die zweitgrößte Industriestadt im Bezirk Magdeburg. Der größte Betrieb ist das Elektromotorenwerk.
Elektromotorenwerk
- Dieter Oemler
Elektromotorenwerk - Dieter Oemler
  • Die Bürger der Stadt werden aufgerufen, sich auch 1957 durch persönliche Verpflichtungen am "Nationalen Aufbauwerk" zu beteiligen.
  • In den Wintermonaten werden erstmalig von der "Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse" /Urania in Zusammenarbeit mit der VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe) Vorträge für Bauern (Winterschulung) angeboten.
  • Die Hotelgaststätte "Steinerne Renne" wird nach Sanierungsarbeiten von der HO (Handelsorganisation) wiedereröffnet.
Hotel "Steinerne Renne"© Wolfgang Grothe
Hotel "Steinerne Renne"© Wolfgang Grothe
  • In Wernigerode wird eine Geschäftsstelle des "Komitees für Touristik und Wandern" eingerichtet. Hauptträger sind die FDJ (Freie Deutsche Jugend), die "demokratische Sportbewegung", der FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) und die Natur- und Heimatfreunde des Kulturbundes.
Geführte Wanderung für den FDGB-Feriendienst an der Himmelpforte
- Dieter Oemler
Geführte Wanderung für den FDGB-Feriendienst an der Himmelpforte - Dieter Oemler
  • Ab 1. März gilt für alle "Volkseigenen Betriebe" (VEB) die 45-Stunden-Woche.
Beschäftigte im VEM Holzbau
- Helg Schwendler
Beschäftigte im VEM Holzbau - Helg Schwendler
  • Lautsprecherübertragungen durch feste Tonsäulen im Stadtgebiet werden erfolgreich als für Gäste und Bürger unzumutbar kritisiert. In einer Lärmbekämpfungswoche wird "Lärm als gesundheitsgefährdend" eingestuft.
  • Der Kreisausschuss der Nationalen Front ruft die gesamte Bevölkerung des Kreises zu einem Wettbewerb auf, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Neben einer Reihe von Wohnungsneubauten der AWG (Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft) und im Rahmen des Investprogramms ist im Kreis Wernigerode der Ausbau und die Instandsetzung einer "beträchtlichen Anzahl" von Wohnungen vorgesehen.
AWG - Bauten im Seigerhüttenweg
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
AWG - Bauten im Seigerhüttenweg - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Bei den Wahlen zum Kreistag und zur Stadtverordnetenversammlung Wernigerode am 23. Juni stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 97,58 bzw. 97,47% für die "Gemeinsame Liste der Nationalen Front" 99,87 bzw. 99,86% der Wähler. Der Nationalrat der Nationalen Front schreibt ein Tag später: "Ein großer Sieg für die Sache des Friedens und des Sozialismus für die Arbeiter-und-Bauern-Macht in der DDR ist erkämpft. Die überwiegende Mehrheit der Bürger unserer Dörfer und Städte hat sich in freier demokratischer Wahl zu unserem Friedensstaat und seiner Politik bekannt..."
    Volksstimme - 24. Juni
  • Durch ein "Riesengrenzfeuer auf dem Brocken" wird am 31. August der Auftakt zum "Tag des Friedens" gegeben. Auf dem Marktplatz von Wernigerode findet eine Großkundgebung des Ortsausschusses der Nationalen Front zum "Tag des Friedens" statt.
  • Am 1. September startet von Ilsenburg aus der 17. Nationale Brockenlauf.
  • Im Kreisgebiet suchen 800 Mitarbeiter der Ausschüsse der Nationalen Front und Agitatoren in der zweiten Augusthälfte alle Haushalte auf, "um die Listensammlung zu einem vollen Erfolg zu machen". 20 000 DM sollen gesammelt werden. Die LDZ schreibt: "Die besten Sammler erhalten Buchprämien. Und die drei besten Kreise im Bezirk Magdeburg werden sogar mit einem Fernsehgerät ausgezeichnet."
  • 15 Schüler der Gerhard-Hauptmann-Oberschule helfen drei Wochen lang auf den Feldern der LPG "Mitchurin" bei den Pflegearbeiten.
Kartoffelernte mittels Kartoffelroder in der LPG "Mitschurin"
- Dieter Oemler
Kartoffelernte mittels Kartoffelroder in der LPG "Mitschurin" - Dieter Oemler
  • Für FDGB-Urlauber, die in ein Ferienheim innerhalb des Grenzgebietes eingewiesen sind, gibt es weitere Erleichterungen für das Wandern im Brockengebiet. Statt eines Passierscheines gilt der FDGB-Ferienscheck.
Zum Angebot für Gäste in Ferienheimen des FDGB gehören Stadtführungen in der Altstadt von Wernigerode
- Dieter Oemler
Zum Angebot für Gäste in Ferienheimen des FDGB gehören Stadtführungen in der Altstadt von Wernigerode - Dieter Oemler
  • Die Volkshochschule wird ab 1. September allgemeinbildende Schule. Das heißt, dass auch Schulabschlüsse bis hin zum Abitur erworben werden können.
  • In der Stadt werden, organisiert durch den Rat des Kreises, zwischen der staatlichen HO (Handelsorganisation) und privaten Einzelhändlern "Kommissionsverträge" abgeschlossen. Damit soll die Bevölkerung besser mit Gebrauchsgütern versorgt werden.
  • Im Oktober werden in "Ökonomischen Konferenzen" die Betriebe der Stadt aufgerufen, die Massenbedarfsgüterproduktion zu steigern. Der Kreistag beschließt Maßnahmen, um die "Lücke zwischen Bedarf und Produktion zu schließen".
  • Am 13. Oktober wird ohne vorherige Ankündigung die Mark der DDR in die Mark der Deutschen Notenbank umgetauscht. Der Banknotenumtausch erfolgt in Wernigerode in den 24 Wallokalen der Nationalen Front und in vier Umtauschstellen der Kreissparkasse.
  • Die Einkellerungsaktion (Belieferung der Bürger mit Kartoffeln) ist am 20. Oktober abgeschlossen.
  • Eine "dreiköpfige Agentengruppe" (Gebrüder Heinrich und Werner Nehrkorn aus Wasserleben und Kfz-Meister Heinrich Ackert aus Wernigerode), die "im Auftrag amerikanischer Geheimdienste Landeplätze für Flugplätze auskundschaften sollte", wird festgenommen und zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.
    Volksstimme - Organ der Bezirksleitung Magdeburg der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland
KFZ-Firma Ackert in der Ringstraße
- Dieter Oemler
KFZ-Firma Ackert in der Ringstraße - Dieter Oemler
  • Die "Sing- und Spielgemeinschaft" Wernigerode tritt zum 400sten Mal öffentlich auf. Der Stadtgarten ist bis auf den letzten Platz gefüllt.
 Harzer Folkloristen
- Dieter Oemler
 Harzer Folkloristen - Dieter Oemler
  • Anlässlich des 5. Jahrestages der Gründung der GST ("Gesellschaft für Sport und Technik") findet am 7. August in Wernigerode ein "Massenschiessen für die Bevölkerung" auf den KK-Schießständen der 50 Grundorganisationen statt.
GST-Mitglieder bei einer Übung
- Dieter Oemler
GST-Mitglieder bei einer Übung - Dieter Oemler
  • Die AWG (Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft) baut die 1933 begonnene Siedlung am Seigerhüttenweg weiter aus.
AWG-Häuser am Seigerhüttenweg
- Dieter Oemler
AWG-Häuser am Seigerhüttenweg - Dieter Oemler
  • In den "Volkseigenen Betrieben" (VEB) werden jährlich, gefördert und unterstützt durch die Betriebsgewerkschaftsleitungen (BGL), in "Betriebskollektivverträgen" eigene Verpflichtungen der Brigaden zur Erfüllung und gezielten Übererfüllung der staatlichen Planvorgaben festgelegt. Neben ökonomischen Verpflichtungen werden auch geistig-kulturelle Ziele formuliert. Dazu gehört u.a. der Aufbau und die Förderung von Kulturgruppen.
     
Kulturgruppe des VEB Kleiderwerk Wernigerode 1957
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Kulturgruppe des VEB Kleiderwerk Wernigerode 1957 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Viermal täglich verkehren nach dem Sommerfahrplan 1957 der Deutschen Reichsbahn Züge von Wernigerode zum Brocken.
Fahrt mit der Harzquerbahn
- Archiv Möbius
Fahrt mit der Harzquerbahn - Archiv Möbius
  • Am 27. November kommt es zu einem schweren Unglück auf der Harzquerbahn. Zwei Güterwaggonpaare setzen sich aus ungeklärten Ursachen am Bahnhof Hasserode selbst in Bewegung und rollen unaufhaltsam die abfallende Schienenstrecke in Richtung Westerntor. Hinter der Kurve am Übergang Westerntor Unter den Zindeln springen alle vier Waggons aus den Gleisen und werden zertrümmert.
Westerntorbahnhof Februar 1960
- Gerhard Bombös
Westerntorbahnhof Februar 1960 - Gerhard Bombös
  • Der Feriendienst des FDGB besteht zehn Jahre. Bis zum Ende der Sommersaison verbrachten in dieser Zeit im Kur- und Erholungszentrum Wernigerode über 80 000 Arbeiter, Angestellte und Intelligenzler ihren Urlaub in den FDGB-Erholungsheimen, davon 1600 FDGB Mitglieder kostenlos. 16.000 Heil- und Genesungskuren auf Grund ärztlicher Verordnungen wurden durchgeführt. Über 2000 Veranstaltungen mit einer Besucherzahl von über 250 000 fanden statt.
FDGB-Verpflegungsstätte "Leo Tolstoi"
- Stadtarchiv Wernigerode
FDGB-Verpflegungsstätte "Leo Tolstoi" - Stadtarchiv Wernigerode
  • Am Neujahrsmorgen legen starke Schneefälle in Wernigerode 500 Fernsprechanschlüsse still. Am 10. Januar verursacht nach vorherigem Tauwetter ein heftiger Sturm in der Stadt erhebliche Störungen im Stromnetz.
"Schneechaos" in Wernigerode
- Archiv Möbius
"Schneechaos" in Wernigerode - Archiv Möbius
  • Das Jahr 1958 steht für die Arbeit der Nationalen Front unter der Losung: "Das Jahr der großen Volksinitiative für Frieden und Sozialismus". Breiteste Kreise der Bevölkerung sollen für die Mitarbeit in den Ausschüssen, bei der Agitationstätigkeit, im Nationalen Aufbauwerk und bei der Lösung aller staatlichen und ökonomischen Aufgaben gewonnen werden.
  • Der Rat des Kreises ruft alle Betriebe der Stadt zur verstärkten Produktion von Massenbedarfsgütern auf. Dazu wird eine Arbeitsgruppe "Massenbedarfsgüter" gebildet. Für das Jahr 1958 sollen für 3,5 Millionen DM zusätzlich Massenbedarfsgüter hergestellt werden.
  • Vom 19. bis 23. Februar finden in Schierke die Deutschen Bobmeisterschaften statt.
  • Bei der LPG "Mitschurin" in Wernigerode liegt der Schwerpunkt in der Feldwirtschaft im Anbau von Futterkulturen, um die Voraussetzung für verstärkte Erzeugung von Fleisch und Milch zu schaffen. Bis 1960 soll auf 5% der gesamten Ackerfläche Mais angebaut werden.
  • Die Woche vom 16. - 22. März wird auch in Wernigerode zur "Woche der PGH des Handwerks" (PGH= Produktionsgenossenschaft des Handwerks) erklärt. Auf die Handwerker wird eingewirkt, PGH zu bilden zur "Steigerung und Verbesserung der handwerklichen Leistungen".
  • Am 16. April liegen auf dem Brocken noch 1,65m Schnee.
  • Mehrfach wird von Einwohnern der Vorschlag unterbreitet, nach "dem Beispiel anderer Städte der Republik" Selbstbedienungsläden einzurichten.
Vor dem Bau der Kaufhallen existieren noch viele kleine "Tante-Emma-Läden", wie hier in der Ilsenburger Straße.
- Dieter Oemler
Vor dem Bau der Kaufhallen existieren noch viele kleine "Tante-Emma-Läden", wie hier in der Ilsenburger Straße. - Dieter Oemler
  • In von den Ortsausschüssen der Nationalen Front initiierten Hausversammlungen verpflichten sich Bürger, Aufbaustunden für das NAW (Nationales Aufbauwerk) zu leisten, u.a. im Wohnbezirk 15 in vier Versammlungen 960 Aufbaustunden.
  • Am 2. April "kann der Marktplatz die Massen nicht fassen", die aus Betrieben, den Verwaltungen und aus den Geschäften gekommen waren, um "in einer großen Protestkundgebung öffentlich gegen das verbrecherische Treiben Bonner Politiker Stellung zu nehmen".
    Volksstimme - 3. April
  • Weil der Jugendliche Heinz W. zehn Jahre lang unbefugt ein Luftgewehr besessen hatte, wird er vom Kreisgericht Wernigerode mit einem Jahr Zuchthaus bestraft.
  • Am 29. Mai werden die Lebensmittelkarten abgeschafft. Es gibt einheitliche Preise für Lebensmittel. Die Aktion ist verbunden mit einer Preissenkung für Lebensmittel und Industriewaren.
  • Auf der 11. Kreisdelegiertenkonferenz der FDJ (Freie Deutsche Jugend) liegt von 69 Jugendlichen eine Verpflichtung "zum Eintritt in die bewaffneten Streitkräfte" vor. Anlässlich der II. Kreisdelegiertenkonferenz der GST ("Gesellschaft für Sport und Technik") kommt in einer Entschließung zum Ausdruck, dass sich die Kreisorganisation verpflichtet, 1958 "150 Kameraden für die bewaffneten Streitkräfte, insbesondere für die Nationale Volksarmee, zu gewinnen".
  • Am 28. Juni wird Hasserode nach einem Wolkenbruch von Hochwasser heimgesucht. Die Wassermassen überfluten auch den Zillierbach an der Schönen Ecke.
     
Hochwasser in Wernigerode an der Schönen Ecke nach extremen Niederschlägen
- Dieter Oemler
Hochwasser in Wernigerode an der Schönen Ecke nach extremen Niederschlägen - Dieter Oemler
  • Am 19. Juni gibt es in Schierke mehr Urlauber als Einwohner. Auch viele Ausländer, u a. aus der Sowjetunion, Ungarn und der Tschechoslowakei halten sich im Ort auf.
Abriss alter Bauten in Schierke 2015
© Wolfgang Grothe
Abriss alter Bauten in Schierke 2015 © Wolfgang Grothe
  • Der Dienstleistungsbetrieb der Fleischergenossenschaft wird in einen Regieschlachthof (Produktionsbetrieb) umgewandelt.
  • Am 3. Juni verstirbt während eines Kuraufenthalts in Bad Salzuflen im Alter von 76 Jahren der ehemalige Präsident der Provinz Sachsen-Anhalt, Dr. Erhard Hübener, der 1949 seinen Ruhesitz nach Wernigerode verlegt hatte. In Wernigerode wird er auch beigesetzt.
  • Die ehemalige Sägemühle Brockenweg/Sägemühlengasse wird abgerissen.
  • Die Versorgung mit Fleisch wird von Bürgern immer wieder in der Presse kritisiert.
Fleischerei Schmidt in der Mittelstraße 1964
- Dieter Oemler
Fleischerei Schmidt in der Mittelstraße 1964 - Dieter Oemler
  • Es werden verschiedene Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) gebildet, u.a. die PGH "Charmant", die PGH der Frisöre, die PGH "Installation und Montage" und die PGH "Thomas Hilleborch".
Rinderherde am Ottofelsen
- Dieter Oemler
Rinderherde am Ottofelsen - Dieter Oemler
  • Im HO-Hotel "Zur Post" werden 1958 53 Reisegruppen aus der Sowjetunion erwartet.
HO-Hotel "Zur Post"
- Stadtarchiv Wernigerode
HO-Hotel "Zur Post" - Stadtarchiv Wernigerode
  • 84 Mitglieder des Bauhandwerks aus Wernigerode schießen sich zur "Produktionsgenossenschaft (PGH) Thomas Hilleborch" zusammen. Elf Malermeister und 19 Gesellen gründen die PGH des Malerhandwerks "Die bunte Stadt". Desweiteren wird die PGH der Friseure gegründet.
  • Die private Molkerei Silstedt wird in einen halbstaatlichen Betrieb umgewandelt. Weitere Betriebe (u.a. Schierker Feuerstein, Roch&Reiche, Lauenstein&Co, Holzbau Schmidt) beantragen die staatliche Beteiligung.
  • Nach der Ausstattung der Skisprungschanze im Bibental mit Leuchtkörpern findet eine Sprungveranstaltung mit 3000 Zuschauern statt.
  • Auch in den Schulen der Stadt Wernigerode wird der Polytechnische Unterricht eingeführt. Dazu werden spezielle Unterrichtskabinette eingerichtet.
  • Der Rat der Gemeinde Schierke ruft im September alle Einwohner zu einem "sozialistischen Wettbewerb" mit dem Ziel auf, Schierke zum "ersten sozialistischen Kurort" der DDR zu machen.
Rathaus Schierke 2015
© Wolfgang Grothe
Rathaus Schierke 2015 © Wolfgang Grothe
  • Starke Regenfälle verursachen Ende Juni in Wernigerode eine Hochwasserkatastrophe. Besonders im Mühlental, aber auch im gesamten Stadtgebiet, stehen Straßen unter Wasser, werden Brücken weggerissen und laufen Keller voll.
Kurzzeitige Überschwemmung der Westernstraße nach extremem Starkregen
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Kurzzeitige Überschwemmung der Westernstraße nach extremem Starkregen - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • 41% der Nutzfläche in der Gemarkung Reddeber werden durch die LPG "IV. Parteitag" bewirtschaftet.
Gemeindebüro in Reddeber
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Gemeindebüro in Reddeber - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Das Kraftwerk "Steinerne Renne", welches jetzt zum VEB "Instandsetzungsbetrieb für Batterien und Flurfördergeräte" gehört, erhält eine zweite Pelton-Turbine mit 240 kW.
  • In einigen Orten des Kreises kommt es zu fieberhaften Darmerkrankungen mit Durchfall (Ruhr). Diese Erkrankungen werden auf mangelhafte Hygiene zurück geführt.
  • Ab 1. Januar hat Ilsenburg das Stadtrecht.
  • 22. Februar: Maler Otto Illies, *25.01.1881 in Yokohama, Japan, stirbt im Alter von 79 Jahren. Der Landschaftsmaler siedelte 1924 von Hamburg nach Wernigerode über.
  • Die Kreisorganisation der "Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse" (Urania) hat im Kreis 132 Mitglieder. Von Oktober 1954 bis Ende 1958 werden 7557 Vorträge gehalten, die von 446 255 Personen besucht werden.
  • Im Kreis Wernigerode nehmen 86,4% aller Schulabgänger an der Jugendweihe teil.
  • Das Haus der Gewerkschaften am Westerntor (heute AOK) wird wieder als solches bezogen und genutzt.
das ehemalige "Haus der Gewerkschaften" später "AOK" am Westerntor 2016
© Wolfgang Grothe
das ehemalige "Haus der Gewerkschaften" später "AOK" am Westerntor 2016 © Wolfgang Grothe
  • Der Kulturbund sucht ortskundige Helfer, die die einheitliche Markierung der Wanderwege unterstützen.
  • In VEB (Volkseigene Betriebe) und PGH (Produktionsgenossenschaften des Handwerks) werden Grundeinheiten der DSF (Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft) gebildet.
  • Der Umbau des Stadtgartens in eine "würdige Kulturstätte" für Einheimische und Urlauber ist abgeschlossen.
  • In Wernigerode werden durch die HO (Handelsorganisation) erste Selbstbedienungsläden eröffnet. Die HO unterhält im Landkreis 138 Verkaufsstellen für Nahrungs- und Genussmittel, 69 Verkaufsstellen für Industriewaren und 57 Gaststätten und Hotels. Die Konsumgenossenschaft versorgt die Kreisbevölkerung in 185 Verkaufsstellen mit Nahrungs- und Genussmitteln, in 81 Verkaufsstellen mit Industriewaren und betreibt 28 Gaststätten und Hotels. Im privaten Einzelhandel arbeiten im Landkreis 90 Einzelhändler mit Kommissionsverträgen, mehrere Abschlüsse stehen bevor.
Großgaststätte "Storchmühle" im Mühlental um 1960
- Stadtarchiv Wernigerode
Großgaststätte "Storchmühle" im Mühlental um 1960 - Stadtarchiv Wernigerode
  • "Zu Ehren des 10. Jahrestages der Gründung der DDR" gehen Handwerker und Einzelhändler der Stadt "zahlreiche Verpflichtungen ein, die die Verbesserung in der Konsumgüterproduktion und der Handelstätigkeit beinhalten".
  • Am 3. Oktober wird die Rappbode-Talsperre eingeweiht.
  • Im Elektromotorenwerk wird eine Betriebsakademie gegründet.
  • Minsleben belegt im Wettbewerb "Das schönste Dorf" den 1. Platz innerhalb des Landkreises Wernigerode.
  • In der Stadt Wernigerode werden durch die Kurverwaltung 60 282 Urlauber gezählt, mit Jugendlichen in Herbergen und Kinderferienlagern wären es sogar 81 936 Gäste. Hinzu kommen über 2 Millionen Tagesbesucher.
Köhlerhüttenanlage für Gäste und Einwohner im Eisergrund
- Dieter Oemler
Köhlerhüttenanlage für Gäste und Einwohner im Eisergrund - Dieter Oemler
  • Durch die Einführung des Taktstraßenbauverfahrens soll auch in Wernigerode der Bau von neuen Wohnungen beschleunigt werden. Durch dieses Verfahren werden 1960 im gesamten Kreisgebiet 353 neue Wohnungen errichtet (in Wernigerode der Block 9 an der Holtemme).
  • Am 7. Oktober schließen sich aus Anlaß des 10. Jahrestages der Gründung der DDR die LPG Minsleben mit der LPG "IV. Parteitag" Reddeber zur LPG "10. Jahrestag" Minsleben-Reddeber zusammen. Der Betrieb erreicht 1960 die Vollgenossenschaftlichkeit.
  • Der Marktplatz wird als größter Platz zu besonderen Anlässen für politische Großkundgebungen genutzt.
1. Mai 1959
- Dieter Oemler
1. Mai 1959 - Dieter Oemler
  • In den Schulen der Stadt sind, wie überall in der DDR, die Schüler der unteren Klassen bis auf wenige Ausnahmen Mitglieder der sozialistischen Jugendorganisation "Junge Pioniere". Nach dem Schulunterricht haben sie die Möglichkeit, in selbstgewählten Arbeitsgemeinschaften ihre Freizeit zu gestalten.
Junge Pioniere der Arbeitsgemeinschaft "Junge Verkehrshelfer" kontrollieren in der Friedrichstraße das verkehrsgerechte Verhalten und den Zustand der Fahrräder.
- Dieter Oemler
Junge Pioniere der Arbeitsgemeinschaft "Junge Verkehrshelfer" kontrollieren in der Friedrichstraße das verkehrsgerechte Verhalten und den Zustand der Fahrräder. - Dieter Oemler
  • Im Mai wird eine PGH "Brot- und Feinback" mit 32 Mitgliedern gebildet.
  • Der Grundwasserspiegel in der Stadt ist erheblich gesunken und beeinträchtigt die Wasserversorgung. Die Ursache liegt an der lang anhaltenden Trockenheit des Vorjahres.
  • Die Diesterwegschule wird in eine Ganztagsschule umgewandelt. In den Klassenstufen 1 bis 6 gibt es Hortklassen.
  • Im Zwölfmorgental wird durch Skisportler mit Unterstützung der Stadt Wernigerode begonnen, eine Sprungschanze zu errichten, nachdem die alte Anlage im Bibental wegen Baufälligkeit abgetragen werden musste.
  • Im VEB Süßwarenfabrik Wernigerode werden nach Rekonstruktionsmaßnahmen täglich 2,5t Schokolade hergestellt.
  • Das Capitol - Lichtspieltheater wird nach umfangreichen Ausbau- und Malerarbeiten wieder eröffnet.
  • Der VEB Fleischwarenproduktion hat seine Arbeit aufgenommen. Täglich werden 10t Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet.
  • In Minsleben, Silstedt und Benzingerode gibt es Dorfklubs, die auf ein "kulturvolleres Leben in den Dörfern" Einfluss nehmen sollen.
  • Im Kreis Wernigerode unterhält der FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) 67 Ferienheime.
  • Wie überall in der DDR wird im Herbst des Jahres 1960 in Wernigerode mit der Immunisierungsaktion gegen den Erreger der Kinderlähmung begonnen.
  • Im Feudalmuseum/Schloss Wernigerode werden im Jahr 1960 insgesamt 268 332 Besucher gezählt.
In der Werkstatt des Schlosses wird eine Figur des Krummelschen Hauses restauriert.
- Dieter Oemler
In der Werkstatt des Schlosses wird eine Figur des Krummelschen Hauses restauriert. - Dieter Oemler
  • Ein "unnatürliches Schweinesterben" führt in den LPG zu "unerträglichen" Verlusten in den Tierbeständen. Dies hat starke negative Auswirkungen auf die Versorgung der Einwohner mit Fleisch- und Wurstwaren.
  • Im gesamten Jahr werden von den Bürgern des Landkreises 855 000 NAW-Stunden geleistet.
  • In Wernigerode findet eine große Trauerveranstaltung mit Demonstration aus Anlass des Todes von Wilhelm Pieck († 7. September 1960), des ersten Präsidenten der DDR statt. Tausende Bürger und Bürgerinnen aus Wernigerode nehmen daran teil. Marschblöcke der Beschäftigten der Großbetriebe und der großen Organisationen werden dazu zusammengestellt und defilieren an der Ehrentribüne mit Staats- und Parteifunktionären vorbei.
Trauerzug zum Tode Wilhelm Piecks
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Trauerzug zum Tode Wilhelm Piecks - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Die "Städtischen Bühnen Nordhausen" mit der Oper "Der Waffenschmied"
- Dieter Oemler
Die "Städtischen Bühnen Nordhausen" mit der Oper "Der Waffenschmied" - Dieter Oemler
  • Im Landkreis existieren 27 Privatbetriebe mit "Staatlicher Beteiligung".
  • Die Schluckimpfung gegen spinale Kinderlähmung wird fortgesetzt.
  • Entsprechend eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung wird in Wernigerode eine umfassende Wohnraumzählung vorgenommen.
  • Das "Sichunabhängigmachen" von westdeutschen Importen (Ersatzteile von Maschinen) steht bei vielen Betrieben der Stadt im Mittelpunkt der ökonomischen Tätigkeit. Bereits 26 Betriebe arbeiten "störfrei".
  • Vom 10. bis 18. Juni finden in der Stadt und im Landkreis die 3. Arbeiterfestspiele unter dem Motto "Singt das Lied des Sozialismus" statt. Allein in der Kreisstadt gibt es 114 Veranstaltungen, die von 145 000 Einwohnern und Gästen besucht werden.
Konzert anläßlich der Arbeiterfestspiele im Lustgarten
- Dieter Oemler
Konzert anläßlich der Arbeiterfestspiele im Lustgarten - Dieter Oemler
Ballett "Schwanensee" auf der Bühne im Lustgarten
- Dieter Oemler
Ballett "Schwanensee" auf der Bühne im Lustgarten - Dieter Oemler
Sowjetisches Volkskunstensemble in Wernigerode zu den 3. Arbeiterfestspielen
- d
Sowjetisches Volkskunstensemble in Wernigerode zu den 3. Arbeiterfestspielen - d
Kino "Capitol"
- Dieter Oemler
Kino "Capitol" - Dieter Oemler
  • In Vorbereitung der Kommunalwahlen am 17. September geben in vielen Betrieben der Stadt Wernigerode "die Werktätigen bedeutsame Verpflichtungen" ab. Zum Beispiel "verpflichten sich die Werktätigen der Vereinigten Harzmolkereien KG Heise & Co Silstedt... aus dem Willen der Erhaltung des Friedens und zur weiteren Lösung der deutschen Frage... am Wahltag bis 12 Uhr ihre Stimme den Kandidaten der Nationalen Front zu geben". "Der Milchabschöpfungsgrad soll bis zur Wahl von 93,2 auf 95 Prozent erhöht werden. Innerbetrieblich soll durch Senkung der Unkosten und Erhöhung der Arbeitsproduktivität sowie durch Rationalisierungsmaßnahmen der Gewinn gegenüber 1960 um 25 Prozent erhöht werden".
  • An der Fachschule für Landwirtschaft in Wernigerode werden jährlich nicht nur 150 Direktstudenten immatrikuliert, die nach drei Jahren als "Staatlich geprüfter Landwirt" in ihre Heimatorte gehen, sondern auch im Fachschul-Abendstudium LPG-Vorsitzende und andere Leitungskräfte aus den Landkreisen Wernigerode, Halberstadt und Oschersleben zu "Meistern der Landwirtschaft", "Staatlich geprüften Landwirten" und "Staatlich geprüften Finanzwirtschaftlern" ausgebildet.
"Staatlich geprüfte Landwirte", ausgebildet an der "Fachschule für Landwirtschaft in Wernigerode"
- Archiv Manfred Fuhlroth
"Staatlich geprüfte Landwirte", ausgebildet an der "Fachschule für Landwirtschaft in Wernigerode" - Archiv Manfred Fuhlroth
  • Bei einer Wahlbeteiligung von 98,46% stimmen bei der Wahl am 17. September zur Stadtverordnetenversammlung 99,96% der Bürger für die Einheitsliste der Nationalen Front.
    Volksstimme - 18. September
  • Die Bewachung der Staatsgrenze im Oberharz wird durch Mitglieder der Betriebskampfgruppen verstärkt.
Mitglieder von Wernigeröder Betriebskampfgruppen
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Mitglieder von Wernigeröder Betriebskampfgruppen - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Auf dem Marktplatz wird die "erste FDJ Kompanie" des Kreises Wernigerode für die NVA (Nationale Volksarmee) durch den 1. Sekretär der SED - Kreisleitung verabschiedet.
  • Der Brocken wird nach dem Mauerbau für jeden zivilen Besuch gesperrt und hermetisch abgeriegelt. Auf dem Harzgipfel herrschen das Militär und die Sicherheitsdienste der Sowjetunion und der DDR. Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR installiert ein raffiniertes Lausch- und Spionagesystem, das weit nach Westeuropa Telefon- und Funkverkehr abhört. Der Brocken ist auch das "große Ohr" des sowjetischen Geheimdienstes. Eine mehr als drei Meter hohe Mauer aus Beton und Stacheldraht sichert das Gelände. Die NATO betreibt auf dem Wurmberg bei Braunlage eine ähnliche Einrichtung, mit der weit in das Gebiet des "Warschauer Vertrages" militärische Spionage betrieben wird. Schierke liegt im Fünf-Kilometer-Sperrgebiet, verbunden mit Einschränkungen für die Einwohner.
  • Im Kreis Wernigerode wohnen am 3. Oktober 17 125 Einwohner im Sperrgebiet. Davon werden insgesamt 54 Personen ausgesiedelt. Am 6. Oktober wird in der Presse der Stadt darüber informiert, dass "zum Schutze der DDR-Bürger" für "eine Anzahl Bürger", die bisher in der 5 km-Sperrzone wohnhaft waren, "ein Wechsel des Wohnortes angeordnet" worden sei. Die Maßnahme sei bereits abgeschlossen. Diese Bürger könnten "ohne Benachteiligung am neuen Wohnort weiter am Aufbau des Sozialismus teilnehmen".
  • In Wernigerode wird der "Klub der Werktätigen" gegründet, um "dem Bedürfnis nach kultureller Betätigung" Rechnung zu tragen.
     
 Harzer Sing- und Spielgemeinschaft
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
 Harzer Sing- und Spielgemeinschaft - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Am 25. November appelliert die Volkspolizei an die Bevölkerung, da "zweifelhafte Elemente im Sperrgebiet" versuchen, den "Menschenhandel zu fördern", wachsam zu sein.
    Volksstimme - 25. November
  • Im November feiert das Pflegeheim "Zum guten Hirten" sein 100jähriges Bestehen.
  • Bis Ende des Jahres werden 100 WE (Wohnungseinheiten = Wohnungen) durch die AWG (Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft) des Elmo (Elektromotorenwerk) im Seigerhüttenweg fertig gestellt.
Wohnungsbau im Seigerhüttenweg
- Harzbücherei Wernigerode
Wohnungsbau im Seigerhüttenweg - Harzbücherei Wernigerode
  • Am letzten Tag des Jahres gibt es die 1000. Entbindung in der geburtshilflichen Abteilung (Brockenweg) des Kreiskrankenhauses.
  • Neun seit dem Jahr 1952 dem Rat der Stadt übergebenen örtlichen volkseigenen Betriebe (darunter Süßwarenfabrik, Galvano, Oberharzer Steinwerke, Schlachthof) sind ab 1. Januar dem Rat des Kreises zugeordnet.
  • Nach der Einführung der Wehrpflicht am 24. Januar werden in den größeren volkseigenen Betrieben der Kreisstadt durch die BPO- Leitungen (Betriebsparteiorganisationen der Sozialistischen Einheitspartei) mit jungen Wehrpflichtigen Gespräche geführt, in deren Ergebnis Jugendliche ihre zustimmende Bereitschaft zur "Verteidigung der sozialistischen Errungenschaften" bekunden.
Wehrerziehung
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Wehrerziehung - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In den Wohnbezirken der Stadt finden regelmäßig "Mittwochgespräche" der Funktionäre mit Einwohnern statt, im Januar unter dem Thema "Wie geht es in der Stadt Wernigerode im Jahr 1962 weiter?".
  • Am 29. Februar findet im Stadtgarten die Kreisbauernkonferenz statt. Die 49 LPG im Landkreis Wernigerode haben dazu 320 Teilnehmer delegiert.
  • Im "Kurort der Werktätigen" Schierke kommen im Februar auf die rund 1200 Einwohner annähernd auch so viele Urlauber. Voraussetzung für einen Urlaub im Grenzgebiet ist ein Passierschein, der im Zusammenhang mit einem Urlaubsscheck des FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) vom jeweils zuständigen VPKA (Volkspolizeikreisamt) ausgestellt wird. Die Tageszeitung LDZ (Liberaldemokratische Zeitung) der Blockpartei LDPD (Liberaldemokratische Partei Deutschland) schreibt: "Die Einwohner gehen ihrer täglichen Arbeit nach, und wer auswärts arbeitet, fährt mit dem Bus bequem hin und zurück, mit Passierschein, das versteht sich wohl! Der Massenbesuch von Touristen und Tagesbesuchern ist in Anbetracht der militärischen Aufgaben an der Staatsgrenze abgestoppt worden, was verständlich ist...".
Wanderziel Zeternklippen - nach der Sperrung des Brockens 1961 der höchste zugängliche Punkt
- Dieter Oemler
Wanderziel Zeternklippen - nach der Sperrung des Brockens 1961 der höchste zugängliche Punkt - Dieter Oemler
  • Wie in jedem Jahr erfolgt ab September die Frei-Haus-Lieferung der Winterkartoffeln. 3200 Tonnen werden bewegt.
  • Im September werden, wie in jedem Jahr, täglich 500 bis 800 "freiwillige Erntehelfer aus den volkseigenen Betrieben" zur "Aufholung der Planrückstände in der Einbringung der Ernte" eingesetzt.
Junge Pioniere aus Wernigerode unterstützen die Propagierung des Maisanbaus durch den sowjetischen  Staatschef Nikita Chrustschow.
- Dieter Oemler
Junge Pioniere aus Wernigerode unterstützen die Propagierung des Maisanbaus durch den sowjetischen  Staatschef Nikita Chrustschow. - Dieter Oemler
  • 1300 Kinder werden täglich in Wernigerode in Kinderkrippen, -gärten und -horten betreut.
  • Martin Kilian löst am 24. Oktober Gustav Strahl als Bürgermeister ab, der aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden muss. Strahl war 12 Jahre im Amt. Da die Stadtverordnetenversammlung als Einheitsliste der Nationalen Front gewählt ist und die SED in dieser die führende Kraft ist, führt der 1. Sekretär der Kreisleitung der SED, Helmut Unger in Abstimmung mit dem Vorsitzenden des Rates des Kreises, der funktionsbedingt immer Mitglied des Sekretariats der SED-Kreisleitung ist, ein Kadergespräch mit Martin Kilian. Kilian folgt, später nach eigener Aussage, eher der Parteidisziplin, denn der eigenen Neigung. Die Wahl durch die Stadtverordneten ist Formsache und erfolgt wie immer einstimmig. Kilian wird bis 1990 dieses Amt bekleiden.
  • Das Elektromotorenwerk entwickelt sich zu einem wichtigen Exportbetrieb der DDR. 35% der Erzeugnisse gehen in den Export. Die Bruttoproduktion wird im Jahr 1962 gegenüber dem Jahr 1951 auf 738% gesteigert.
  • Ab Beginn des Schuljahres 62/63 gehen auch in Wernigerode alle Kinder und Jugendlichen zehn Jahre zur Schule.
Wilhelm - Raabe - Schule 2016
© Wolfgang Grothe
Wilhelm - Raabe - Schule 2016 © Wolfgang Grothe
  • Die Konsumgenossenschaft besitzt eigene Produktionsbetriebe in der Stadt (Fleisch- und Wurstwaren, Konditorwaren, Speiseeis).
  • 30 Gaststätten und Hotels der HO (staatliche Handelsorganisation) sind renoviert worden. Im HO-Hotel "Weißer Hirsch" wird eine moderne Tanzbar eröffnet.
Hotel "Weißer Hirsch"
- Stadtarchiv Wernigerode
Hotel "Weißer Hirsch" - Stadtarchiv Wernigerode
"Haus des Handwerks" in der Burgstraße 
- Dieter Oemler
"Haus des Handwerks" in der Burgstraße  - Dieter Oemler
  • Im Kampf gegen das "Rowdytum in der bunten Stadt" (mutwillige Zerstörung von Grünanlagen, Bänke werden in die Holtemme geworfen, PKW werden aufgebrochen und geplündert) ruft die Volkspolizei die Einwohner zur Mitarbeit auf.
  • Im Hotel "Zur Post" wird der 3000. ausländische Gast seit 1958 begrüßt.
Blick in die obere Marktstraße
- Dieter Oemler
Blick in die obere Marktstraße - Dieter Oemler
Karnevalsgemeinschaft "Wernigeröder Auerhähne"
- Dieter Oemler
Karnevalsgemeinschaft "Wernigeröder Auerhähne" - Dieter Oemler
  • Einen hohen Stellenwert im staatlichen Gesundheitswesen nimmt die Gesundheitsvorsorge ein, sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch in der Arbeitsmedizin (Reihenuntersuchungen). Die Jugendzahnklinik Oberpfarrkirchhof 14 gehört zu den wichtigsten medizinischen Einrichtungen.
Die Jugendzahnklinik Oberpfarrkirchhof 14 1962
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Die Jugendzahnklinik Oberpfarrkirchhof 14 1962 - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Das FDGB-Ferienheim "Georgi-Dimitrow" in Hasserode wird durch Neubauten erweitert.
     
Bettenhaus des FDGB-Ferienheims "Georgi Dimitrow"
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Bettenhaus des FDGB-Ferienheims "Georgi Dimitrow" - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Auch nach der totalen Sicherung der "Staatsgrenze West" mit einem fünf Kilometer breiten Grenzstreifen, Passierscheinen für im Grenzgebiet liegende Gemeinden, wie Schierke, Elend, Stapelburg, Abbenrode und Sorge, Hundelaufeinrichtungen und Mienengürtel entwickelt sich Wernigerode als Industriestandort und Touristenzentrum für die Bürger der DDR mit jährlich steigenden Besucherzahlen.
Blick von der Terrasse des Schlosses
- Dieter Oemler
Blick von der Terrasse des Schlosses - Dieter Oemler
Schlossterasse 1962
- Dieter Oemler
Schlossterasse 1962 - Dieter Oemler
  • In den Wäldern des Harzes werden erstmalig Waschbären gesichtet.
  • Im Februar verursacht eine extreme Frostperiode (Temperaturen von -33 Grad Celsius) erhebliche Rückstände in der Planerfüllung der Volkseigenen Betriebe der Stadt Wernigerode. Die Betriebe und die Bevölkerung werden aufgerufen, sparsam mit Elektroenergie, Gas und festen Brennstoffen umzugehen. Beim Rat des Kreises wird ein Operativstab gebildet zur Koordinierung aller Maßnahmen.
  • Das Harzmuseum erhält einen überwiegend naturwissenschaftlichen Charakter.
Harzmuseum
- Dieter Oemler
Harzmuseum - Dieter Oemler
  • Die "Mittwochgespräche" der Nationalen Front werden auch in diesem Jahr in den Wohnbezirken der Stadt Wernigerode fortgesetzt. Besonders geht es um die ausreichende und täglich gesicherte Versorgung der Bevölkerung mit allen Grundnahrungsmitteln und um deren Qualität.
  • Im Mai findet in der Stadt die Röntgen-Reihenuntersuchung statt. Die Teilnahme aller Bürger ab 12 Jahren ist Pflicht.
  • Der Kreistag beschließt die Bildung eines Kreislandwirtschaftsrates.
  • Im Zwölfmorgental wird eine Mattenschanze eingeweiht.
  • Die "Volksstimme" schreibt am 21. Juni: "Bis zum Geburtstag Walter Ulbrichts bleibt noch viel zu tun. Nur noch acht Tage trennen uns vom 70. Geburtstag des Generalsekretärs der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands und Vorsitzenden des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik, Genossen Walter Ulbricht". "Ihm zu Ehren und uns allen zum Nutzen haben sich die Betriebe unseres Kreises exakte Ziele für die Planerfüllung gestellt." In den Schulen und Verwaltungen werden "Walter-Ulbricht-Ecken" eingerichtet.
  • Am 29./30. Juni findet in der Stadt als Abschluss der Woche der Jugend und der Sportler das diesjährige Kreis - Turn - und Sportfest statt.
  • Die lange dem Verfall preisgegebene Bibliothek im Lustgarten wird bis 1967 zu einem Standort des heutigen Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt ausgebaut.
    Harzmuseum Wernigerode - Bibliothek im Lustgarten
Bibliothek im Lustgarten von Lucas Ulrich *1952
- Harzmuseum Wernigerode
Bibliothek im Lustgarten von Lucas Ulrich *1952 - Harzmuseum Wernigerode
  • Verstärkt wird versucht, den Harz als Ziel des Tourismus zu entwickeln, insbesondere auch für Jugendgruppen. Vom nahegelegenen Wanderquartier Karlshaus können Gruppen unter sachkundiger Führung Klettertouren am Ottofelsen unternehmen.
Kletterübungen am Ottofelsen
- Dieter Oemler
Kletterübungen am Ottofelsen - Dieter Oemler
  • Am 3. Dezember gegen 18.30 Uhr ereignet sich am Ortsausgang Königshütte ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Am unbeschrankten Bahnübergang stößt ein Mannschaftstransportwagen mit Kampfgruppenmitgliedern aus dem Elektromotorenwerk Wernigerode mit einer Lokomotive der Reichsbahn zusammen. 6 Mitglieder der Kampfgruppeneinheit des Elmo werden dabei getötet und 9 weitere verletzt. Auf dem Zentralfriedhof wird eine Gedenkstätte errichtet.
Gedenkstätte für die verunglückten Mitglieder der Kampfgruppe

"Ruhm und Ehre den Genossen der Kampfgruppe des VEB Elektromotorenwerk Wernigerode, die im Dienste unserer Deutschen Demokratischen Republik ihr Leben ließen"
© Wolfgang Grothe
Gedenkstätte für die verunglückten Mitglieder der Kampfgruppe "Ruhm und Ehre den Genossen der Kampfgruppe des VEB Elektromotorenwerk Wernigerode, die im Dienste unserer Deutschen Demokratischen Republik ihr Leben ließen" © Wolfgang Grothe
Losverkäufer auf dem Markt
- Dieter Oemler
Losverkäufer auf dem Markt - Dieter Oemler
  • Vom 26. Januar bis 2. Februar findet eine "Listensammlung der Nationalen Front" statt.
  • Im Februar findet eine erneute Poliomyelitis - Schluckimpfung statt.
  • Der Kreisausschuss der Nationalen Front ruft alle Einwohner, Betriebe und öffentlichen Einrichtungen auf, zu Ehren der Kreisbauernkonferenz am 14. Februar zu flaggen.
  • Der Bürgermeister der Stadt, Kilian, ruft alle Einwohner der Stadt zum 1. Mai zum "Großreinemachen" auf.
Blick in die Friedrichstraße
- Dieter Oemler
Blick in die Friedrichstraße - Dieter Oemler
  • Am 15. Mai werden auf einer Großkundgebung auf dem Markt die Teilnehmer am Deutschlandtreffen der Jugend in Berlin verabschiedet.
    Volksstimme - 16. Mai
  • Wie in jedem Jahr wird die Ernte in den LPG zur "Sache der ganzen Bevölkerung" erklärt. Dazu findet vom 22. bis 28. Juni die "Woche der Erntebereitschaft" statt.
Hilfe in der Landwirtschaft
- Archiv Manfred Fuhlroth
Hilfe in der Landwirtschaft - Archiv Manfred Fuhlroth
  • Vom 3. bis 5. Juli findet erstmalig ein Rathausfest statt. Dieses künftig jährlich stattfindende Fest soll "zu einem Höhepunkt der Kultur- und Sportarbeit des Kreises Wernigerode werden". Es soll "alle fortschrittlichen Traditionen in sich vereinigen, wiederbeleben und mit dem kulturellen Schaffen der Gegenwart verbinden".
1. Rathausfest 1964
- Dieter Oemler
1. Rathausfest 1964 - Dieter Oemler
K-Wagen-Rennen zum Rathausfest 1964
- Dieter Oemler
K-Wagen-Rennen zum Rathausfest 1964 - Dieter Oemler
Rathausfest 1964
- Dieter Oemler
Rathausfest 1964 - Dieter Oemler
  • Am 22. Juni wird im Rathaussaal die "Messe der Meister von Morgen" eröffnet.
Messe der Meister von Morgen
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Messe der Meister von Morgen - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In allen größeren "Volkseigenen Betrieben" (VEB) der Stadt Wernigerode bestehen "Kampfgruppen der Arbeiterklasse". Diese halbmilitärischen Verbände wurden nach der Niederschlagung des Aufstandes am 17. Juni 1953 gebildet. Begonnen wurde mit der Aufstellung der "Betriebskampfgruppen" bereits 1954.
     
Vereidigung von Kampfgruppen
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Vereidigung von Kampfgruppen - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Zahlreiche Ferienlager und Ferienspielangebote bieten den Kindern in den Sommerferien eine Betreuung und Beschäftigung.
Örtliche Ferienspiele
- Dieter Oemler
Örtliche Ferienspiele - Dieter Oemler
  • Auch in diesem Jahr findet für alle Einwohner ab 12. Lebensjahr eine Röntgen-Reihen-Untersuchung statt. Die Teilnahme ist Pflicht.
  • Wegen "wiederholter Belästigung von Frauen und Mädchen" wird der "Sandstrahler Peter Z." vom Kreisgericht zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.
  • Am 1. Oktober wird in der Oberengengasse ohne Berücksichtigung möglicher Folgen für die Umwelt der "VEB Chemische Reinigung" in Betrieb genommen. Diese ist in der Lage, in einer Schicht etwa 250kg Kleiderstücke zu reinigen und in 14 Tagen auszuliefern.
  • Die Einwohner der Stadt erhalten, wie alle Bürger und Bürgerinnen der DDR, neue Personalausweise. Die Antragstellung für einen neuen Ausweis erfolgt über die Hausbuchführer.
  • Am 7. Oktober findet aus Anlass des "15. Geburtstages unserer Republik" im Stadtgarten eine Festveranstaltung statt. Die "Volksstimme" als "Organ der Bezirksleitung Magdeburg der SED" berichtet darüber: "Langanhaltender Beifall unterstrich die Worte des Dankes...an das ZK der SED und an den Genossen Walter Ulbricht für den unermüdlichen und konsequenten Kampf um die Stärkung und Festigung unserer Republik...und der uneigennützigen Hilfe der KPdSU und der Sowjetunion".
  • Im VEB Elmo wird am 20. November eine Kompanie junger Grenzsoldaten vereidigt.
VEB Metallgusswerk Wernigerode - Mitglieder der Kampfgruppe
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
VEB Metallgusswerk Wernigerode - Mitglieder der Kampfgruppe - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Der Kreistag beschließt am 26. November die Bildung von Schiedskommissionen. Diese sollen Streitfälle außerhalb des Gerichts klären.
  • Um den Mangel an Schulräumen zu beheben, wird in der Westernstraße ein Flachbau mit sieben Klassenräumen errichtet.
Um den Mangel an Schulräumen zu beheben, wird in der Westernstraße ein Flachbau mit sieben Klassenräumen errichtet.
- Dieter Oemler
Um den Mangel an Schulräumen zu beheben, wird in der Westernstraße ein Flachbau mit sieben Klassenräumen errichtet. - Dieter Oemler
Waldhofbad Wernigerode
- Dieter Oemler
Waldhofbad Wernigerode - Dieter Oemler
  • Im Gegensatz zu den Nachbarstädten in den Kreisen Halberstadt und Quedlinburg ist der Anteil an Fachwerkhäusern in Privatbesitz sehr hoch. Das hat Auswirkungen auf die Bausubstanz im Stadtzentrum.
Untere Marktstraße im Zustand des Jahres 1664
- Dieter Oemler
Untere Marktstraße im Zustand des Jahres 1664 - Dieter Oemler
  • Großes Aufsehen erweckt der Besuch des DDR-Staatszirkus "Aeros" in Wernigerode mit dem Defilee der Elefanten auf dem Marktplatz.
     
Elefanten vom Zirkus "Aeros"
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Elefanten vom Zirkus "Aeros" - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Fernsehaufnahmen 1964 auf dem Marktplatz
- Dieter Oemler
Fernsehaufnahmen 1964 auf dem Marktplatz - Dieter Oemler
  • Im VEB Elektromotorenwerk Wernigerode führen alle Kurzschlussläufermotore im Leistungsbereich 22 bis 30 kW und Schleifzeugläufermotore im Leistungsbereich 17 bis 22 kW das höchste Qualitätszeichen der DDR, das "Q". Sie haben damit Weltspitze erreicht.
Produktion im Elektromotorenwerk
- Dieter Oemler
Produktion im Elektromotorenwerk - Dieter Oemler
  • Wernigerode geht mit Carpi in Italien eine Städtepartnerschaft ein. Der Austausch bleibt von Wernigeröder Seite auf wenige "Reisekader" beschränkt.
Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit Carpi
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit Carpi - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Industriebetriebe der Stadt erhalten Rationalisierungskredite für Maßnahmen, die die Einsparung von 13000t Rohbraunkohle ermöglichen.
  • Im VEB Metallgusswerk erhalten gegenwärtig 97 männliche Lehrlinge eine Berufsausbildung. Parallel zu ihrer beruflichen Ausbildung "eignen sie sich dabei gleichzeitig, unter Leitung erfahrener Reservisten der NVA, umfangreiche vormilitärische Kenntnisse an".
  • Vom Kreislandwirtschaftsrat wird der Rückgang der Milchproduktion analysiert und gleichzeitig Maßnahmen zum "Abbau der Milchschulden" beschlossen.
  • Während einer Feierstunde aus Anlass des 18. Gründungstages der SED überreicht Werner Toerne, 1. Sekretär der Kreisleitung der SED an 93 Mitglieder und Kandidaten die Dokumente. Toerne betont dabei, es sei "eine große Ehre und Verpflichtung... Mitglied bzw. Kandidat unserer marxistisch-leninistischen Kampfpartei zu sein".
  • Am 31. Dezember findet, wie überall in der DDR, eine Volks- und Berufszählung statt. Danach wohnen in Wernigerode 32 673 Einwohner.
Blick in die Friedrichstraße 1964
- Dieter Oemler
Blick in die Friedrichstraße 1964 - Dieter Oemler
  • Die Entwicklung der Stadt während der Amtszeit von Martin Kilian bleibt nicht unberührt von der Entwicklung der DDR insgesamt. Die 2. Hälfte der 60er Jahre bis Ende der 70er kann als gute Wachstumsphase der DDR-Wirtschaft bezeichnet werden.
     
Neubau der Füllhalterfabrik in der Weinbergstraße 1972
- Harzbücherei Wernigerode
Neubau der Füllhalterfabrik in der Weinbergstraße 1972 - Harzbücherei Wernigerode
  • Im Gegensatz zu anderen Städten in der DDR gelingt es gegen Pläne des Rates des Bezirkes Magdeburg zu verhindern, dass die historische Innenstadtbebauung abgerissen und mit Plattenbauten "neu gestaltet" wird. Erfolgreich bemühen sich der Vorsitzende des Rates der Stadt (Martin Kilian) und der Stadtarchitekt Wolfgang Köhler, dass die Innenstadt unter Denkmalschutz gestellt wird. Zur besseren Erhaltung der Innenstadt im Vergleich zu den Nachbarstädten tragen auch die höhere Anzahl Häuser im Privatbesitz und die Versorgung mit sehr günstigen Baukrediten für Mieter von "volkseigenen" Häusern bei. Auch werden vereinzelt "volkseigene" Häuser durch die Stadt komplett saniert, während die DDR noch ausschließlich auf industriellen Wohnungsbau setzt. Koordiniert werden die Aktivitäten durch die Arbeitsgruppe Innenstadt mit Baubetrieben und dem VEB Gebäudewirtschaft.
     
Historische Fachwerkhäuser im Heideviertel
© Wolfgang Grothe
Historische Fachwerkhäuser im Heideviertel © Wolfgang Grothe
  • Der VEB Metallgusswerk erwirbt eine Pension in Hasserode und baut sie als Kinderkrippe um (heute: Kinderkrippe "Am Auerhahn").
  • Der Kreis Wernigerode ist im Bezirk Magdeburg neben der Bezirksstadt mit seinen Industriebetrieben der stärkste Industriekreis.
Industriebauten in der Weinbergstraße
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Industriebauten in der Weinbergstraße - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Im Januar wird auch in Wernigerode die Schluckimpfung gegen spinale Kinderlähmung fortgesetzt. Kinder in Kindergärten und - krippen werden geschlossen in den jeweiligen Einrichtungen geimpft. Auch eine Röntgen-Reihenuntersuchung findet statt.
  • Die Einwohner des Kreises werden aufgerufen, gegen den "Atomminenplan" auf westdeutscher Seite entlang der Staatsgrenze DDR/BRD zu protestieren. Dazu sendet auch der Bürgermeister von Wernigerode, Kilian, einen offenen Brief an den Bürgermeister von Wolfenbüttel und fordert diesen auf, gemeinsam gegen das Vorhaben zu protestieren.
  • In den Schulen der Stadt beschließen die Lehrer, um den Titel "Sozialistisches Kollektiv" zu kämpfen.
  • Auch in diesem Jahr organisiert die "Nationale Front" eine Listensammlung.
  • Am 8. Mai findet im Stadtgarten eine große Festveranstaltung und am 11. Mai auf dem Marktplatz eine Großkundgebung zum "20. Jahrestag der Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus" statt. Die Einwohner sind aufgerufen, daran teilzunehmen.
  • Ein neues Gebäude des FDGB-Ferienheimes "Georgij Dimitroff" mit 49 Zimmern wird in Hasserode übergeben (heute Teil der Fachhochschule).
Ferienheim "Georgi Dimitroff" in Hasserode
- Stadtarchiv Wernigerode /PK IV /134
Ferienheim "Georgi Dimitroff" in Hasserode - Stadtarchiv Wernigerode /PK IV /134
  • Vom 25. bis 27. Juni findet das 2. Rathausfest statt.
2. Rathausfest
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
2. Rathausfest - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Kreislandwirtschaftsrat, Rat des Kreises, Kreisleitung der SED und Kreisausschuss der Nationalen Front rufen am 17. August "die Bevölkerung unseres Kreises zur verlustarmen Bergung der Getreideernte" auf.
  • Aus Anlass des Besuchs aus der Partnerstadt Carpi wird am 23. August das Kreiskulturhaus in "Clubhaus Palmiro Togliatti" (nach dem führenden Vertreter der internationalen kommunistischen Bewegung) umbenannt.
Besuch aus der Partnerstadt Carpi
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Besuch aus der Partnerstadt Carpi - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Dem VEB "Getriebewerk Wernigerode" wird am 5. Oktober der staatliche Orden "Banner der Arbeit" verliehen. Die Bruttoproduktion hatte sich von 1953 bis 1960 auf 427% entwickelt.
Auszeichnung von Aktivisten
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Auszeichnung von Aktivisten - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Am 3. Oktober finden Kommunalwahlen statt. Die Beschäftigten der großen Betriebe hatten sich verpflichtet, bis 10 Uhr zur Wahl zu gehen und ihre Stimme den Kandidaten der Einheitsliste der Nationalen Front zu geben. Die Wahlbeteiligung liegt bei 99,04%. Für die Kandidaten der Nationalen Front stimmen 99,91% der Wähler.
  • Am 15. September wird im VEB Elektromotorenwerk ein neues polytechnisches Zentrum geschaffen, in dem Schüler eine qualifizierte Ausbildung erhalten sollen.
  • Die "HO - Bezirksdirektion Gaststätten" kauft das "Gothische Haus" und den "Weißen Hirsch". Damit verfügt die HO über zwei Großgaststätten im Stadtzentrum.
Gothisches Haus
- Dieter Oemler
Gothisches Haus - Dieter Oemler
  • Die Einwohner von Wernigerode werden am 10. Dezember aufgerufen, sich aktiv an der Zuckerrübenernte zu beteiligen. Die freiwilligen Helfer sollen sich am Sonnabend und am Sonntag um 7:45 Uhr auf dem Anger einfinden. Von dort werden sie mit Sonderbussen zu den Einsatzorten gefahren.
  • Das aus dem Logierhaus "Goldener Engel" hervorgegangene "Tonbildtheater" und bis nach dem Zweiten Weltkrieg als "Bauders Restaurant zur Klause" genutzte Haus wird unter dem Namen "Zur Schönen Ecke" wieder eröffnet.
"Zur Schönen Ecke"
- Dieter Oemler
"Zur Schönen Ecke" - Dieter Oemler
  • Am 12. Februar verstirbt im Alter von 67 Jahren der Harzer Maler Wilhelm Pramme. Er wird auf dem Zentralfriedhof Wernigerode beigesetzt.
Zum Gedenken an Wilhelm Pramme
© Wolfgang Grothe
Zum Gedenken an Wilhelm Pramme © Wolfgang Grothe
  • Die Fachschule für Landwirtschaft Wernigerode kann auf eine erfolgreiche Tätigkeit zurück blicken. In der Zeit seit 1949 haben 600 Direktstudenten ihr Studium als "Staatlich geprüfter Landwirt" abgeschlossen. Einige Absolventen werden später als Fachkräfte in den jungen afrikanischen und asiatischen Nationalstaaten den Aufbau einer modernen Landwirtschaft unterstützen bzw. sich an Universitäten und Hochschulen weiter qualifizieren.
Absolventen der Fachschule für Landwirtschaft Wernigerode
- Archiv Manfred Fuhlroth
Absolventen der Fachschule für Landwirtschaft Wernigerode - Archiv Manfred Fuhlroth
Rücketraktor "Valmet" im Forstwirtschaftsbetrieb Wernigerode
- Dieter Oemler
Rücketraktor "Valmet" im Forstwirtschaftsbetrieb Wernigerode - Dieter Oemler
  • Auf der Kreistagssitzung am 5. Januar informiert der Kreisgerichtsdirektor, dass der "Anteil der Jugendlichen an der Gesamtkriminalität des Kreises Wernigerode" bei 51% liegt, "wobei die Grenzverbrechen im Vordergrund stehen". Nach seiner Auffassung sollten "Grenzverbrechen nicht mit Abenteuerlust Jugendlicher begründet" werden. Die Ursachen lägen im "Zurückbleiben des Bewusstseins hinter dem Sein", im "Einfluss der kapitalistischen Welt", im "Egoismus, Rücksichtslosigkeit und mangelhafte Achtung vor den Mitbürgern", in den "Mängeln bei der Erziehung", im "Alkoholmissbrauch", in der "Arbeitsbummelei" und in "Mängeln der ideologischen Arbeit".
  • Das 3. Rathausfest in Wernigerode ist wieder wie in den vergangenen zwei Jahren eines der bedeutendsten kulturellen Höhepunkte.
Rundfunk-Jugendchor Wernigerode
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Rundfunk-Jugendchor Wernigerode - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Am 31. Januar und am 1. Februar findet die erneute Schluckimpfung gegen die spinale Kinderlähmung statt. 93% der Kinder werden erfasst.
  • Am 10. Februar wird auf der jährlich stattfindenden Kreisbauernkonferenz ein neuer Kreislandwirtschaftsrat gewählt.
Mähdrescher im Einsatz
- Dieter Oemler
Mähdrescher im Einsatz - Dieter Oemler
  • Die drei LPG von Silstedt gehen eine Kooperation ein.
Erntearbeiten im Vorharz
- Dieter Oemler
Erntearbeiten im Vorharz - Dieter Oemler
  • Vom 19. bis 28. März gibt es erneut Listensammlungen der Nationalen Front.
  • In Wernigerode werden mehrere Fälle von Tollwut festgestellt und daraufhin Maßnahmen "zum Schutz von Mensch und Tier" festgelegt.
  • Am 18. März erhalten im Sitzungssaal des Rathauses 130 Kandidaten und Mitglieder der SED ihre Dokumente durch das Sekretariat der Kreisleitung. In den sechziger Jahren bis zur so genannten "Wende" hat die Kreisparteiorganisation der SED ständig zwischen 9000 und 10000 Mitglieder und Kandidaten. Das bedeutet, dass der SED ca. 10% der Einwohner des Kreises angehörten.
SED-Parteiversammlung in einem Wernigeröder Betrieb
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
SED-Parteiversammlung in einem Wernigeröder Betrieb - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Am 19. April findet im Stadtgarten eine Festveranstaltung aus Anlass des 20. Jahrestages der Gründung der SED statt. Höhepunkt in der Vorbereitung des Jahrestages sind Rechenschaftslegungen der Parteiorganisationen aus Betrieben der Industrie und der Landwirtschaft, aus Schulen und staatlichen Institutionen vor Mitgliedern des Sekretariats der Kreisleitung der SED.
     
Festveranstaltung aus Anlass des 20. Jahrestages der Gründung der SED
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Festveranstaltung aus Anlass des 20. Jahrestages der Gründung der SED - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Kontingentierte Baumaterialien wie Zement, Mauersteine, Dachziegel, Dachpappe u.a. werden vom Rat der Stadt verteilt. Der Stadtbaudirektor erklärt dazu: "Diese Maßnahme liegt im Interesse unserer Bevölkerung, da der Baustoffhandel nicht befugt ist, diese Baustoffe z.B. für massive Wochenendhäuser und massive Garagen abzugeben. Für solche Baumaßnahmen werden unsererseits...keine Baugenehmigungen mehr erteilt."
  • Der Stadtausschuss der Nationalen Front Wernigerode ruft zwischen den einzelnen Wohnbezirken der Stadt "zum sozialistischen Wellbewerb" auf. Der beste Wohnbezirk erhält als Anerkennung 500,00 MDN (Mark der deutschen Notenbank).
     
Demonstration der Wernigeröder Werktätigen  zum 1. Mai
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Demonstration der Wernigeröder Werktätigen  zum 1. Mai - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Am 15. Mai werden die Verkaufsbedingungen für PKW neu geregelt. Unter anderem wird die bisher erfolgte Verteilung mit Hilfe von Vergabekommissionen bei den örtlichen Organen abgeschafft.
  • Der VEB Kohlehandel ruft am 24. Mai die Bürger auf, "Kohlen - Wintervorräte schon jetzt" einzukaufen.
  • In Wernigerode findet Pfingsten das Bezirksjugendtreffen der FDJ statt. Die Volksstimme schreibt am 31. Mai: "Als Kampfreserve der Partei werden die Jugendlichen unseres Bezirkes an ihren Arbeitsplätzen auch weiterhin um höhere Ergebnisse kämpfen..."
  • Im Juni werden wegen des "hochsommerlichen Wetters mit zum Teil subtropischen Temperaturen" Maßnahmen zum sparsamen Umgang mit Wasser nötig.
  • In der Zeit vom 5. bis 11. Juni weilt eine "Freundschafsdelegation aus der Stadt Carpi" unter Leitung des Oberbürgermeisters in Wernigerode.
"Freundschaftsdelegation" aus Carpi
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
"Freundschaftsdelegation" aus Carpi - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • In den großen Volkseigenen Betrieben der Stadt finden Konferenzen zur komplexen Rationalisierung statt. Das Ziel sind Rationalisierungskonzeptionen mit Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitsproduktivität und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Produktion im VEB Getriebewerk
- Dieter Oemler
Produktion im VEB Getriebewerk - Dieter Oemler
  • Der Kreistag beschließt, im neuen Schuljahr die "sozialistische Wehrerziehung" in den Polytechnischen Oberschulen zu verbessern. In allen Schulen sind dazu Grundorganisationen der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) zu bilden.
Wehrerziehung durch die GST an einer Wernigeröder Schule
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Wehrerziehung durch die GST an einer Wernigeröder Schule - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Das Blindenkurheim am Amelungsweg feiert den 50. Jahrestag seines Bestehens.
  • Auf dem Neustädter Anger entsteht eine neue Großtankstelle, gebaut durch den VEB Minol.
Neustädter Anger mit Blick in die untere Breite Straße 1956
- Gerhard Bombös
Neustädter Anger mit Blick in die untere Breite Straße 1956 - Gerhard Bombös
  • Der VEB Füllhalterfabrik Wernigerode exportiert seine Erzeugnisse in 26 Länder.
VEB Füllhalterfabrik Wernigerode
- Harzbücherei Wernigerode
VEB Füllhalterfabrik Wernigerode - Harzbücherei Wernigerode
  • Eine neue Musikschule wird im Gebäude der ehemaligen Malzmühle (Friedrichstraße) eingerichtet.
  • Der Kreistag Wernigerode berät im Oktober, "wie mit Hilfe der komplexen sozialistischen Rationalisierung die allseitige Erfüllung und Übererfüllung der Planaufgaben des Jahres 1966 und eine Übererfüllung der staatlichen Aufgaben 1967 erreicht werden kann".
  • Am 29. Oktober wird im ehemaligen "Küchengarten" eine neue Turnhalle übergeben.
  • Ab 1. November ist, wie jährlich zu diesem Zeitpunkt, das beliebte Hasseröder Bockbier in allen Gaststätten und Verkaufsstellen erhältlich.
Bockbier aus dem VEB Hasseröder Bierbrauerei
- Hasseröder Brauerei
Bockbier aus dem VEB Hasseröder Bierbrauerei - Hasseröder Brauerei
  • Im "Stadtgarten" findet eine dreitägige Weiterbildungsveranstaltung mit 750 Buchhaltern der sozialistischen Landwirtschaftsbetriebe des Bezirkes Magdeburg statt.
  • In den Grenzgemeinden werden "Grenzhelferaktive" mit zuverlässigen Kadern zur Unterstützung der Grenztruppen der NVA bei der Grenzsicherung gebildet.
Vereidigung von Kampfgruppen-Einheiten
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Vereidigung von Kampfgruppen-Einheiten - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In Wernigerode treten im Herbst "schwierige Probleme bei stadtwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Dienstleistungen" auf, mit denen sich die Stadtverordnetenversammlung beschäftigen muss.
  • Im Rathaus wird am 24. Dezember die 900. Ehe des Jahres geschlossen.
Hochzeits-Mekka Wernigerode
© Wolfgang Grothe
Hochzeits-Mekka Wernigerode © Wolfgang Grothe
  • 233 340 Gäste besuchten 1966 das Feudalmuseum Schloss Wernigerode.
Schloss Wernigerode
- Dieter Oemler
Schloss Wernigerode - Dieter Oemler
  • In diesem Jahr endet die traditionelle private Tierhaltung. Die Herden des robusten Harzer Höhenviehs aus den drei Wernigeröder Stadtteilen wurden jeweils von Mai bis Oktober täglich von einem Kuhhirten auf die Waldweiden getrieben. Die Tierhaltung wird von den LPG Tierproduktion übernommen, allerdings ohne das Harzer Höhenvieh (zu geringe Produktivität).
Eine Herde des Harzer Höhenviehs beim täglichen Marsch zur Waldweide
- Dieter Oemler
Eine Herde des Harzer Höhenviehs beim täglichen Marsch zur Waldweide - Dieter Oemler
 Friedrichstraße 38 vor der Sanierung
- Dieter Oemler
 Friedrichstraße 38 vor der Sanierung - Dieter Oemler
Hasseröder Herde am Ottofelsen
- Dieter Oemler
Hasseröder Herde am Ottofelsen - Dieter Oemler
  • Der Wernigeröder Dullenturm, Teil der Stadtbefestigung, wird aus rein verkehrstechnischen Gründen abgerissen.
Abriss des Dullenturms
- Dieter Oemler
Abriss des Dullenturms - Dieter Oemler
Dullenturm
- Dieter Oemler
Dullenturm - Dieter Oemler
  • Der schwerste Orkan des Jahrhunderts tobt auf dem Brocken mit Sturmspitzen von 60 Metern pro Sekunde, das sind 216 Stundenkilometer.
  • Das einstige fürstliche Archiv kehrt als Außenstelle des Staatsarchivs Magdeburg von Oranienbaum bei Dessau wieder nach Wernigerode zurück. In den Jahren 1964 bis 1967 war dazu die 1877 vermutlich von Schlossbaumeister Carl Frühling mit dem Palmenhaus erweiterte und bei einem Bombenangriff 1944 beschädigte Orangerie völlig umgebaut worden.
Orangerie
© Wolfgang Grothe
Orangerie © Wolfgang Grothe
  • Die Gaststätte "Zur Harburg" wird wieder eröffnet.

	
		
	
	
		
			Die Harburg mit Schloss
		
	

- Stadtarchiv Wernigerode
Die Harburg mit Schloss - Stadtarchiv Wernigerode
  • Im Wernigeröder Rathaus heiraten Ostern 50 Paare.
"Massenhochzeit" in Wernigerode
- Dieter Oemler
"Massenhochzeit" in Wernigerode - Dieter Oemler
  • Der VEB(B) Kleiderwerk Wernigerode erhält die Urkunde des ZK der SED für hervorragende Leistungen im sozialistischen Wettbewerb zum VII. Parteitag der SED.
Kandidaten der SED erhalten ihre Mitgliedsbücher
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Kandidaten der SED erhalten ihre Mitgliedsbücher - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Nach dreijähriger Renovierung werden zu Beginn der Sommersaison die Gaststätten "Steinerne Renne" und "Ratskeller" wiedereröffnet. Ein Frühstücksbüfett mit Selbstbedienung wird im "Gothischen Haus" eingeführt.
Gaststätte "Steinerne Renne"
- Stadtarchiv Wernigerode
Gaststätte "Steinerne Renne" - Stadtarchiv Wernigerode
Hirtenhaus in der Neustadt
- Dieter Oemler
Hirtenhaus in der Neustadt - Dieter Oemler
  • In einer öffentlichen Rechenschaftslegung vor dem Sekretariat der Kreisleitung der SED Wernigerode am 27. Oktober wird der Wettbewerb zu Ehren des 50. Jahrestages der Oktoberrevolution ausgewertet. "Die industrielle Warenproduktion konnte im Vergleich zum Vorjahr um 6,8 % gesteigert werden. Die Arbeit der sozialistischen Arbeitsgemeinschaften und Neuerer brachte einen Nutzen von über 6,4 Millionen Mark. Der Wettbewerb der Nationalen Front im Kreis Wernigerode erreichte ein Ergebnis von 18,8 Millionen Mark". 500 Werktätige, darunter besonders jugendliche Arbeiter, werden 1967 als Kandidaten in die SED aufgenommen.
Sichtpropaganda vor einer Baracke des Rates des Kreises in der Rudolf-Breitscheid-Straße
- Dieter Oemler
Sichtpropaganda vor einer Baracke des Rates des Kreises in der Rudolf-Breitscheid-Straße - Dieter Oemler
J.-S.-Bach-Straße 7 und 16 vor dem Abriß
- Dieter Oemler
J.-S.-Bach-Straße 7 und 16 vor dem Abriß - Dieter Oemler
Tankstelle am Westerntor
- Dieter Oemler
Tankstelle am Westerntor - Dieter Oemler
  • In Wernigerode findet das 4. Rathausfest statt.
4. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
4. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Das letzte Brauerei-Pferdegespann von "Hasseröder"
- Dieter Oemler
Das letzte Brauerei-Pferdegespann von "Hasseröder" - Dieter Oemler
  • Aus Kulturgruppen verschiedener FDJ-Organisationen ("Freie Deutsche Jugend") des Kreises Wernigerode wird eine FDJ-Kulturbrigade gebildet, die zu verschiedenen Veranstaltungen eingesetzt wird.
     
 FDJ-Kulturbrigade 1967
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 FDJ-Kulturbrigade 1967 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Am 28. Dezember wird am Neustädter Anger eine neue moderne Großtankstelle ihrer Bestimmung übergeben.
  • In Wernigerode wird eine Wohnungstauschzentrale eröffnet.
  • Nach umfassender Rekonstruktion durch die PGH Bau "Thomas Hilleborch" wird die Burgstraße, nun als Einbahnstraße, wieder für den Durchgangsverkehr freigegeben.
Burgstraße
- Stadtbauamt
Burgstraße - Stadtbauamt
  • Im März beginnen die Rekonstruktionsarbeiten an der Breiten Straße. Diese soll als "Prachtstraße" in mehreren Bauabschnitten ausgebaut werden. Wichtige Versorgungsleitungen werden verändert und verstärkt. Der Nicolaiplatz wird mit Grünanlagen und einem Springbrunnen neu gestaltet.
Blick auf den Nicolaiplatz 
- Dieter Oemler
Blick auf den Nicolaiplatz  - Dieter Oemler
  • Auf der "Burgbreite" beginnen die vorbereitenden Arbeiten für das bisher größte Wohnungsbauprojekt der Stadt Wernigerode. In den nächsten Jahren wird entsprechend der Planung ein Stadtteil mit 2400 Wohneinheiten für 7600 Menschen entstehen.
Aufbau des Wohngebietes "Burgbreite"
- Dieter Oemler
Aufbau des Wohngebietes "Burgbreite" - Dieter Oemler
Bahnhof Minsleben 1919
- Stadtarchiv Wernigerode
Bahnhof Minsleben 1919 - Stadtarchiv Wernigerode
  • Die Grenztruppen der Nationalen Volksarmee(NVA), die im Bereich der Grenze im Landkreis Wernigerode stationiert sind, werden in der Stadt vereidigt. Grundsätzlich werden an der Grenze nur Wehrpflichtige eingesetzt, die sich zu drei Jahren Dienst verpflichtet haben. Normalerweise beträgt die Dienstzeit der Wehrpflichtigen 18 Monate. Besonders von Abiturienten, die einen Studienplatz in einem Fachgebiet mit großer Nachfrage, wie Elektronik - Elektrotechnik, Medizin u.a. anstreben, wird eine Verpflichtung zu längerer Dienstzeit erwartet. Die Grenzsoldaten verpflichten sich, während der Dienstzeit alle Kontakte zu Verwandten in der BRD einzustellen.
     
Einheit der Grenztruppen auf dem Weg zur Vereidigung
- Stadtarchiv Wernigerode  (Archiv Dieter Möbius)
Einheit der Grenztruppen auf dem Weg zur Vereidigung - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • In Wernigerode findet das 5. Rathausfest statt, mit vielen Berufskünstlern und Folkloregruppen.
5. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
5. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Die Kinderkrippe "Frösi" in der Leninstraße wird eingeweiht.
     
Einweihung der Kinderkrippe "Frösi" in der Leninstraße 154
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Einweihung der Kinderkrippe "Frösi" in der Leninstraße 154 - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Nach gründlicher Renovierung wird das ehemalige "Parkhotel Lindenberg" als FDGB Ferienheim "Roter Stern" mit modernen geschmackvollen Räumen wieder eröffnet.
Kurhotel "Lindenberg"
- Gerhard Bombös
Kurhotel "Lindenberg" - Gerhard Bombös
  • Mit attraktiven Preisen wirbt auf dem Wernigeröder Marktplatz die "Aufbautombola".
Aufbautombola
- Dieter Oemler
Aufbautombola - Dieter Oemler
  • Das NVA-Erholungsheim "Am Eichberg" erhält den Namen "Florian Geyer".
Das städtische Orchester Wernigerode spielt zum 20-jährigen Bestehen des Feudalmuseums im Festsaal Haydens "Abschiedssymphonie"
- Dieter Oemler
Das städtische Orchester Wernigerode spielt zum 20-jährigen Bestehen des Feudalmuseums im Festsaal Haydens "Abschiedssymphonie" - Dieter Oemler
  • Zur 300jährigen Entwicklung Schierkes "vom Waldarbeiterdorf zum modernen Kurort der Werktätigen in unserem Arbeiter- und Bauern-Staat" schreibt am 27. August der "Harzkurier": "...Bis 1945 tummelte sich hier das ganze Ausbeutergeschmeiß der Großindustrie, Krautjunker und Militärs. Erst der Einmarsch der ruhmreichen Sowjetarmee in unseren Ort setzte dieser sozialen Ungerechtigkeit ein Ende. Bewährte Arbeiterfunktionäre nahmen von nun an die Geschichte des Ortes in ihre Hände und gestalteten die Entwicklung zum Wohle der Werktätigen... Unsere Grenzbevölkerung berücksichtigt stets in ihrem Handeln, daß nur wenige Kilometer von uns entfernt der westdeutsche Imperialismus und Militarismus nichts unversucht läßt, um unseren sozialistischen Aufbau zunichte zu machen."
Cafe Winkler in Schierke 2015
© Wolfgang Grothe
Cafe Winkler in Schierke 2015 © Wolfgang Grothe
Oldtimer-Rennen in Wernigerode 1969
- Dieter Oemler
Oldtimer-Rennen in Wernigerode 1969 - Dieter Oemler
  • Ab 26. Januar wird nach umfassender Renovierung und Modernisierung die bei Wernigerödern und Gästen sehr beliebte HO-Gaststätte "Vier Jahreszeiten" als Tanzgaststätte und Weinbar wieder geöffnet.
  • Auf der jährlich Ende August in Vorbereitung des neuen Schuljahres im Wernigeröder "Stadtgarten" stattfindenden Kreisparteiaktivtagung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) werden alle Schuldirektoren und Parteisekretäre durch den Sekretär für Agitation und Propaganda dazu aufgerufen, den "Einfluss des Westfernsehens" rigoros zu bekämpfen. Alle Schuldirektoren im Kreis sind Mitglieder der SED. In den darauf folgenden Pädagogischen Konferenzen der Polytechnischen und Erweiterten Oberschulen (POS und EOS) verpflichten sich alle Lehrer des Kreises schriftlich, kein "Westfernsehen" zu sehen.
  • Bürgermeister Martin Kilian lädt verdienstvolle Veteranen zu einem Treffen der "Aktivisten der ersten Stunde" in das Rathaus ein, um deren Wirken in den ersten Wochen und Monaten nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes zu würdigen. U.a.nehmen Otto Deutsch, Max Otto und Diczius daran teil.
     
 Treffen der "Aktivisten der ersten Stunde"
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
 Treffen der "Aktivisten der ersten Stunde" - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Am 14. Januar verstirbt Max Otto, erster Bürgermeister der Stadt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.
Max Otto 1889-1969
- Harzmuseum Wernigerode
Max Otto 1889-1969 - Harzmuseum Wernigerode
  • Am 19. Juni wird durch die Feuerwehr die Rathaus-Fassade abgewaschen.
     
Reinigung der Rathaus-Fassade
 
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Reinigung der Rathaus-Fassade   - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Schäden am Ringmauernsystem des Schlosses machen eine umfassende Sanierung durch den VEB Schachtbau Nordhausen und die PGH "Thomas Hilleborch" erforderlich. Seit Bestehen des Bauwerkes gab es wiederholt bautechnische Probleme, verursacht durch die Bewegung des Berges.
Eingang zum Schloss
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Eingang zum Schloss - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In Wernigerode wird ein neuer Busbahnhof übergeben. Alle Buslinien des VEB Kraftverkehr beginnen hier.
 Busbahnhof
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Busbahnhof - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Der VEB Füllhalterwerk Wernigerode in der Weinbergstraße erhält eine automatisierte Anlage zur Herstellung von Schreibgeräten.
Füllhalterwerk in der Weinbergstraße
- Harzbücherei Wernigerode
Füllhalterwerk in der Weinbergstraße - Harzbücherei Wernigerode
  • In der Kantstraße wird der Grundstein für den ersten Wohnblock gelegt.
     
Kantstraße 1972
- Harzbücherei Wernigerode
Kantstraße 1972 - Harzbücherei Wernigerode
  • Im Jahr 1969 werden im VEB Schokoladenfabrik Wernigerode 2071 Tonnen Schokoladenerzeugnisse hergestellt. Das Reiswunderwerk Wernigerode stellt am Jahresende die Produktion ein. Die Arbeitskräfte, Gebäude und Anlagen werden von der Schokoladenfabrik übernommen.
VEB Süsswarenfabrik "Argenta"
- Dieter Oemler
VEB Süsswarenfabrik "Argenta" - Dieter Oemler
  • In der unteren Breiten Straße werden einige Häuser abgerissen und die Straße verbreitert.
     
Abriss der Häuser Breite Straße 109 und 111 an der Stadtecke 
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Abriss der Häuser Breite Straße 109 und 111 an der Stadtecke  - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Untere "Breite Straße"
- Dieter Oemler
Untere "Breite Straße" - Dieter Oemler
  • Die Stadtecke erhält mit der Umgestaltung der Breiten Straße ein neues Gesicht.
Die Stadtecke erhält mit der Umgestaltung der Breiten Straße ein neues Gesicht.
- Dieter Oemler
Die Stadtecke erhält mit der Umgestaltung der Breiten Straße ein neues Gesicht. - Dieter Oemler
Der erste moderne Schulneubau, einschließlich Sportplatz und Turnhalle, nach dem Weltkrieg entsteht in der Walther-Rathenau-Straße.
- Dieter Oemler
Der erste moderne Schulneubau, einschließlich Sportplatz und Turnhalle, nach dem Weltkrieg entsteht in der Walther-Rathenau-Straße. - Dieter Oemler
VEB Metallgusswerk
- Dieter Oemler
VEB Metallgusswerk - Dieter Oemler
  • Für die Feriengäste wird im Eisergrund eine Köhlerhüttenanlage gebaut.
     
Köhlerhüttenanlage am "Eisergrund"
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Köhlerhüttenanlage am "Eisergrund" - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Mit dem 6. Rathausfest beginnt sich eine neue kulturelle Tradition in der "Bunten Stadt" zu entwickeln.
6. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
6. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Aus Anlass des 20. Jahrestages der Gründung der DDR wird auch in Wernigerode ein "Sozialistischer Wettbewerb" in den "Volkseigenen Betrieben", Genossenschaften, Verwaltungen und Schulen initiiert, in den nahezu alle Beschäftigten einbezogen werden. Besondere Leistungen werden durch Prämien gewürdigt.
     
Auszeichnung von Mitarbeitern des HO-Kreisbetriebes aus Anlass des 20. Jahrestages der DDR
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Auszeichnung von Mitarbeitern des HO-Kreisbetriebes aus Anlass des 20. Jahrestages der DDR - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Die Tage vor dem 7. Oktober stehen in Wernigerode ganz im Zeichen des 20. Jahrestages der Gründung der DDR. Versammlungen, eine groß angelegte "Verpflichtungsbewegung im sozialistischen Wettbewerb", Agitation und Propaganda in Betrieben, Genossenschaften, Verwaltungen und Einrichtungen dominieren das gesellschaftliche Leben in der Stadt.
Schaufensterdekoration  - "Sozialistischer Wettbewerb" um das schönste Schaufenster zu Ehren des 20. Jahrestages der Gründung der DDR
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Schaufensterdekoration  - "Sozialistischer Wettbewerb" um das schönste Schaufenster zu Ehren des 20. Jahrestages der Gründung der DDR - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik am 7. Oktober 1949 kommen die Stadtverordneten von Wernigerode zu einer festlichen Sitzung zusammen. Sie ziehen eine Bilanz der positiven Entwicklung der Stadt in den letzten 20 Jahren.
     
Festliche Stadtverordnetensitzung aus Anlass des 20. Jahrestages der DDR.
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Festliche Stadtverordnetensitzung aus Anlass des 20. Jahrestages der DDR. - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Am 15. April liegen auf dem Brocken noch 3,80 Meter Schnee.
  • Die alten Bäume im Park des Grundstücks Friedrichstraße 53 (im Volksmund Conqui-Park) werden unter Protest der Einwohner von Hasserode gefällt. An dieser Stelle sollte eine Agraringenieurschule errichtet werden. Die Fläche liegt zwei Jahre brach, bis 1972 ein Bettenhaus gebaut wird. Später entsteht noch eine Mensa.
  • In den Wernigeröder Großbetrieben werden wirksame Sparmaßnahmen im Energieverbrauch festgelegt. Über die Wohnbezirksausschüsse der Nationalen Front werden die Bürger angehalten, Energie im Haushalt so effektiv wie möglich zu nutzen.
  • In Wernigerode wird die erste Kooperationsgemeinschaft der Backbetriebe aller Eigentumsformen innerhalb des Bezirkes Magdeburg gebildet.
  • Die Stadtverordnetenversammlung beschließt den Bau einer Schwimmhalle.
  • 48 neue Wohnungen werden in der Kantstraße übergeben.
Neubauten in der Kantstraße
- Harzbücherei Wernigerode
Neubauten in der Kantstraße - Harzbücherei Wernigerode
  • An der Kreuzung vor dem Westerntor, der verkehrsreichsten der Kreisstadt, wird eine moderne Ampelanlage in Betrieb genommen.

	
		
	
	
		
			Blick auf das Westerntor von Ecke Salzbergstraße Johann-Sebastian-Bach-Straße 2015
		
	

© Wolfgang Grothe
Blick auf das Westerntor von Ecke Salzbergstraße Johann-Sebastian-Bach-Straße 2015 © Wolfgang Grothe
  • Rund um Wernigerode gibt es 360km offizielle Wanderwege.
Christianental
- Dieter Oemler
Christianental - Dieter Oemler
  • Die Firma "Roch & Reiche" feiert ihr 100-jähriges Bestehen.
Die Firma "Roch und Reiche" feiert 100-jähriges Jubiläum.
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Die Firma "Roch und Reiche" feiert 100-jähriges Jubiläum. - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Auch in Wernigerode werden Gruppen der Zivilverteidigung aufgestellt. Der dem Vorsitzenden des Rates des Kreises unterstehende Stab der Zivilverteidigung ist für die Anleitung und Qualifizierung der Gruppen zuständig. Zur Gewährleistung der Funktionsfähigkeit der Zivilverteidigung finden regelmäßig Übungen, meist im Zusammenwirken und unter dem Kommando der Kreiseinsatzleitung, deren Kommandeur der 1. Sekretär der Kreisleitung der SED ist, statt.
     
Übung der Zivilverteidigung 1970
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Übung der Zivilverteidigung 1970 - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Die Fachschule für Landwirtschaft in der Kurtsstraße wird in eine Agraringenieurschule (AIS) umgewandelt. Sie wird aus der Verantwortung der Abteilung Landwirtschaft des Rates des Bezirkes herausgelöst und der Vereinigung Volkseigener Güter (VVG) in Paretz unterstellt. Die Absolventen sind spezialisierte Agraringenieure für Tierzucht und Tierproduktion. Die Bewerber für das Studium haben eine abgeschlossene landwirtschaftliche Berufsausbildung und eine Delegierung ihrer Heimat-LPG bzw. VEG und erhalten als Agraringenieur eine leitende Tätigkeit in ihrem Delegierungsbetrieb.
Ausbildung an der Agraringenieurschule Wernigerode
- Archiv Manfred Fuhlroth
Ausbildung an der Agraringenieurschule Wernigerode - Archiv Manfred Fuhlroth
  • Das Rathausfest in Wernigerode, in diesem Jahr das 7., wird wieder von tausenden Gästen besucht.
7. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
7. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Auch in Wernigerode ist durch den Schaffung von Spezialverkaufsstellen der HO (Handelsorganisation) und des Konsums der "sozialistische Einzelhandel" auf dem Vormarsch. Die Kollektive der Verkaufsstellen werden in den "sozialistischen Wettbewerb" des Handels einbezogen und bei guten Leistungen ausgezeichnet.
     
Kollektiv der Verkäuferinnen im "Haus des Kindes" Burgstraße 24
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Kollektiv der Verkäuferinnen im "Haus des Kindes" Burgstraße 24 - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Der Abbau von Eisenerz in der Grube "Büchenberg"
- Dieter Oemler
Der Abbau von Eisenerz in der Grube "Büchenberg" - Dieter Oemler
  • Insgesamt 1100 blinde Bürgerinnen und Bürger einschließlich ihrer Begleiter aus allen Bezirken der DDR erholen sich dieses Jahr für jeweils drei Wochen im Blindengenesungsheim des FDGB am Amelungsweg.
Eines der Sägewerke in Wernigerode
- Dieter Oemler
Eines der Sägewerke in Wernigerode - Dieter Oemler
Granit-Steinbruch am "Trudenstein"
- Dieter Oemler
Granit-Steinbruch am "Trudenstein" - Dieter Oemler
  • Nach der Wachstumsphase in der 2. Hälfte der 60er Jahre verschärfen sich auch im Industriekreis Wernigerode die durch die Kommandowirtschaft verursachten Widersprüche, die schließlich bis zum Ende der 80er Jahre zum Zusammenbruch des gesamten sogenannten sozialistischen Wirtschaftssystems führen. Ursachen dieser wirtschaftlichen und ideologischen Insolvenz sind u.a. die Beschränkung von Eigeninitiative mit der Folge von andauernder Abwanderung und Innovationsstau, jahrzehntelange zu geringe Investitionsquote zugunsten überzogener Subventionen, zu große Fertigungstiefe in den Unternehmen, unwirtschaftliche Energiewirtschaft, Umweltzerstörung und ein sich wie ein Krebsgeschwür ausbreitender Sicherheits- und Militärapparat.
     
Blick auf Wernigerode
- Dieter Oemler
Blick auf Wernigerode - Dieter Oemler
  • Wernigerode kann sich im Vergleich zu ähnlich großen Städten besser entwickeln bzw. erlebt keinen so dramatischen Niedergang wie beispielsweise Halberstadt und Quedlinburg. Einen nicht unerheblichen Beitrag dazu leisten die etwas andere Kommunalpolitik, der erhebliche Geldzufluss durch den starken Tourismus auch im privaten Bereich, sowie die starke Industrie. Der Landkreis Wernigerode ist nach der Bezirksstadt der zweitstärkste Industriekreis. In Wernigerode tragen die großen Volkseigenen Betriebe Elektromotorenwerk, Metallgusswerk, Getriebewerk und Industriebau maßgeblich bei.
     
Produktionsarbeiter im Kleiderwerk, dem größten Industriebetrieb der Stadt
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Produktionsarbeiter im Kleiderwerk, dem größten Industriebetrieb der Stadt - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Die Biermarke "Hasseröder" wird über die Kreisgrenzen hinweg bekannt. Der Absatz steigt auf 172 000 Hektoliter.
  • Zur rationellen Bewirtschaftung der baulichen Grundfonds in den umliegenden Gemeinden und der Kreisstadt wird am 1. Januar der VEB "Kommunale Wohnungsverwaltung" in den VEB "Gebäudewirtschaft" umgewandelt. Diesem Betrieb wird die Bewirtschaftung der kommunalen Gebäude wie Schulen, Kindergärten, Kinderkrippen, Feierabendheime usw. übertragen.
Erneuerung des Turmes des Westerntores durch die Fa. Pönitz
- Dieter Oemler
Erneuerung des Turmes des Westerntores durch die Fa. Pönitz - Dieter Oemler
Neuanstrich des barocken Schnitzwerkes am Krummelschen Haus
- Dieter Oemler
Neuanstrich des barocken Schnitzwerkes am Krummelschen Haus - Dieter Oemler
  • Wernigerode hat 32.730 Einwohner.
Marktplatz
© Wolfgang Grothe
Marktplatz © Wolfgang Grothe
  • In einer großen Festveranstaltung wird der 25. Jahrestag der Vereinigung von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) begangen. In diesen 25 Jahren hat sich die SED zu einer nach stalinistischen Prinzipien geordneten Kaderpartei entwickelt, die in allen Belangen die Führung der Gesellschaft übernommen hat. Theoretische Grundlage der gesellschaftlichen Entwicklung ist der Marxismus-Leninismus.
     
Festveranstaltung "25 Jahre SED"
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Festveranstaltung "25 Jahre SED" - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • 33 Fernlinien befahren die Busse aus Wernigerode in allen Richtungen. Die Busse der drei Stadtlinien sorgen für eine gute Verbindung der abgelegenen Stadtteile mit dem Zentrum.
 Busbahnhof
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Busbahnhof - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Erzladebunker mit Seilbahn
- Stadtarchiv Wernigerode
Erzladebunker mit Seilbahn - Stadtarchiv Wernigerode
Einweihung der Maxim-Gorki-Oberschule
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Einweihung der Maxim-Gorki-Oberschule - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Am 1. Mai demonstrieren wie in jedem Jahr wieder tausende Werktätige und Schüler durch die Innenstadt an der "Ehrentribüne" vorbei. Die Losungen zur Maidemonstration werden jeweils einheitlich vom ZK der SED ("Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands") für die gesamte DDR herausgegeben und im "Neuen Deutschland", dem Zentralorgan der SED wenige Tage vor dem 1. Mai veröffentlicht.
Maidemonstration
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Maidemonstration - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Unter Führung der Kreisleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) werden auch in Wernigerode in allen Volkseigenen Betrieben, Genossenschaften, staatlichen Einrichtungen und Verwaltungen die Beschlüsse des VIII. Parteitages der SED ausgewertet und kollektive und persönliche Verpflichtungen zu deren Umsetzung abgegeben.
"Was der VIII. Parteitag beschloss, wird sein."
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
"Was der VIII. Parteitag beschloss, wird sein." - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In der Ilsenburger Straße wird eine HO-Kaufhalle eingeweiht.
     
HO-Kaufhalle Ilsenburger Straße
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
HO-Kaufhalle Ilsenburger Straße - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Das 8. Wernigeröder Rathausfest ist wieder gekennzeichnet vom hohen Niveau der Veranstaltungen.
8. Wernigeröder Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
8. Wernigeröder Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Am Bahnhof Drei Annen-Hohne wird die Mitropa-Gaststätte saniert.
Mitropa-Gaststätte am Bahnhof Drei Annen-Hohne
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Mitropa-Gaststätte am Bahnhof Drei Annen-Hohne - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In Wernigerode wird die Schwimmhalle in der Weinbergstraße fertig gestellt und am 7. Oktober, dem "Tag der Republik", eröffnet.
Schwimmhalle Wernigerode
- Dieter Oemler
Schwimmhalle Wernigerode - Dieter Oemler
  • In den Ferienmonaten kommt es immer wieder zu Klagen Wernigeröder Bürger über lange Wartezeiten beim Einkaufen, weil Feriengäste "die Geschäfte frequentieren und Waren kaufen, die für die Versorgung der Einheimischen fehlen".
  • Wie überall in der DDR wird auch im Kreis Wernigerode regelmäßig durch "übergeordnete Organe" ("Bezirksleitung der SED", "Rat des Bezirkes", "Bezirksbehörde der Volkspolizei") kurzfristig befohlene Übungen das Zusammenwirken der territorialen militärischen und paramilitärischen Kräfte ("Kampfgruppen der Arbeiterklasse", Einsatzgruppen der "Zivilverteidigung") trainiert. Zur "Kreiseinsatzleitung", die unter dem Kommando des 1. Sekretärs der Kreisleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) steht, gehören der Vorsitzende des Rates des Kreises als Leiter der "Zivilverteidigung" (ZV), der Leiter des "Volkspolizei-Kreisamtes" (VPKA) und der Kommandeur des "Grenztruppen-Regiments" Halberstadt. Die Funktionsträger der "Volkseigenen Betriebe", staatlichen Einrichtungen und Behörden unterliegen während der jeweiligen Übung, in der stets ein militärischer Angriff durch die NATO-Staaten mit ABC-Waffen simuliert wird, der militärischen Disziplin der Kreiseinsatzleitung. In Arbeitsgruppen der Kreiseinsatzleitung wird nach einem angenommenen militärischen Angriff die Umstellung der Volkswirtschaft und der zivilen Bereiche des Kreises auf den Verteidigungszustand geplant.
"Kampfgruppen der Arbeiterklasse"
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
"Kampfgruppen der Arbeiterklasse" - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Das "Hotel Steinerne Renne" geht, nachdem es seit 1969 aus hygienischen Mängeln ungenutzt war, in den Besitz des "VEB Glühlampenwerk Treptow" über. Von diesem Betrieb wird nach der Sanierung, das Haus als Ferienheim genutzt. Die öffentliche Gaststätte bleibt erhalten.
Hotel "Steinerne Renne" - Ferienheim des "VEB Glühlampenwerk Treptow"
- Dieter Oemler
Hotel "Steinerne Renne" - Ferienheim des "VEB Glühlampenwerk Treptow" - Dieter Oemler
  • Für das Neubaugebiet "Burgbreite" wird am 27. Januar der Grundstein gelegt.
das entstehende Neubaugebiet aus Richtung Halberstädter Straße
- Dieter Oemler
das entstehende Neubaugebiet aus Richtung Halberstädter Straße - Dieter Oemler
  • Am ersten Märzwochenende fallen im Stadtgebiet 50 cm Neuschnee. Der Fahrzeugverkehr ruht mehrere Tage fast vollständig.
Schneechaos durch 50 cm Neuschnee am ersten Märzwochenende
- Dieter Oemler
Schneechaos durch 50 cm Neuschnee am ersten Märzwochenende - Dieter Oemler
  • An der Demonstration in Wernigerode zum 1. Mai, dem "Kampf- und Feiertag der Werktätigen", nehmen wieder Tausende Bürger und Bürgerinnen teil.
Maidemonstration
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Maidemonstration - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • An die Maxim - Gorki - Schule wird ein Planetarium angegliedert, das erste Kleinplanetarium im Bezirk Magdeburg.
Maxim-Gorki-Schule
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Maxim-Gorki-Schule - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Wie überall in der DDR werden auch in Wernigerode "Halbstaatliche Betriebe" in Volkseigentum überführt. Die "Hasseröder Bierbrauerei" heißt nun "VEB Getränkekombinat Magdeburg - Betrieb Hasseröder Bierbrauerei", die Firma "Roch & Reiche" wird "VEB Getränkefabrik Wernigerode". Eine Besonderheit in der DDR im Gegensatz zu anderen sozialistischen Ländern bei der Überführung Halbstaatlicher Betriebe in Volkseigentum ist, dass ehemalige Eigentümer als Betriebsleiter des VEB eingesetzt werden, wie u.a. Susanne Kraus, die Tochter der ehemaligen Eigentümerin Sophie Roch.
 Bockbieranstich in der Brauerei Wernigerode
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Bockbieranstich in der Brauerei Wernigerode - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Ab Anfang der siebziger Jahre beginnt die Entwicklung zur Trennung von Wohn- und Erholungsgebieten und Industrie- und Gewerbegebieten. Der VEB Heiko für Schreibgeräte bezieht einen Neubau an der Weinbergstraße.
VEB Heiko Schreibgeräte
- Harzbücherei Wernigerode
VEB Heiko Schreibgeräte - Harzbücherei Wernigerode
  • In der Ilsenburger Straße richtet sich der VEB Stahlbau und Montage ein.
Blick vom Galgenberg auf das Industriegebiet Ilsenburger Straße/Veckenstedter Weg
- Dieter Oemler
Blick vom Galgenberg auf das Industriegebiet Ilsenburger Straße/Veckenstedter Weg - Dieter Oemler
  • Der VEB Kraftverkehr erfährt im Dornbergsweg eine bedeutende Erweiterung und Modernisierung.
Kraftverkehr 1977
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Kraftverkehr 1977 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Eine Gruppe von Gästen aus der italienischen Partnerstadt Carpi besucht Wernigerode. Die Partnerschaft ist einseitig, Gegenbesuche sind nicht möglich.
Italienische Gäste aus der Partnerstadt Carpi
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Italienische Gäste aus der Partnerstadt Carpi - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Durch den Rat des Kreises werden Maßnahmen zur Reproduktion der Tierbestände eingeleitet, um die Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch zu gewährleisten.
  • Die ersten 33 Wohnungen in der Burgbreite werden bezogen.
Wohngebietsgaststätte Burgbreite
- Dieter Oemler
Wohngebietsgaststätte Burgbreite - Dieter Oemler
  • Reste der Stadtmauer am Burgberg werden saniert und der davor liegende Wallgraben gärtnerisch umgestaltet.
Sanierung der Stadtmauer und gärtnerische Gestaltung des Wallgrabens
- Dieter Oemler
Sanierung der Stadtmauer und gärtnerische Gestaltung des Wallgrabens - Dieter Oemler
Vereidigung von Kampfgruppen aus den Wernigeröder Großbetrieben 1972
- Dieter Oemler
Vereidigung von Kampfgruppen aus den Wernigeröder Großbetrieben 1972 - Dieter Oemler
  • Auch Einheiten der Grenztruppen, die im Kreis Wernigerode stationiert sind, werden auf dem Nicolaiplatz vereidigt.
Parade von Grenzsoldaten vor ihrer Vereidigung
- Dieter Oemler
Parade von Grenzsoldaten vor ihrer Vereidigung - Dieter Oemler
Behrendsches Haus im Jahr 1964
- Dieter Oemler
Behrendsches Haus im Jahr 1964 - Dieter Oemler
  • Wie überall in der Deutschen Demokratischen Republik steht auch in den Schulen der Stadt Wernigerode neben einer auf hohem Niveau fußenden mathematisch-naturwissenschaftlichen Bildung die kommunistische Erziehung der Pioniere und FDJ-ler im Vordergrund. Der im KZ Buchenwald von den Nationalsozialisten ermordete KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann wird unter der Losung "Wie Ernst Thälmann stolz und kühn" Vorbild für die "Thälmann-Pioniere".
Pioniere am Thälmann-Denkmal
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Pioniere am Thälmann-Denkmal - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Reittouristik im Mühlental
- Dieter Oemler
Reittouristik im Mühlental - Dieter Oemler
  • Das Rathausfest zieht wieder tausende Besucher an.
9. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
9. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Das ehemalige Palmenhaus im Lustgarten wird als Produktionsstätte für den Betrieb für chemische Reinigung von Textilien, VEB Reintex, genutzt.
Zustand des ehemaligen Palmenhauses 2016
© Wolfgang Grothe
Zustand des ehemaligen Palmenhauses 2016 © Wolfgang Grothe
  • "Von April bis November werden aus dem Kreis Wernigerode im ehemaligen Bezirk Magdeburg in zwölf Aktionen insgesamt 25 Personen, darunter elf Angehörige der medizinischen Intelligenz, ausgeschleust. Sie kommen wohlbehalten in Westberlin an. Für die Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit muss diese Fluchtwelle ein Trauma gewesen sein." Das Haus der Staatssicherheit, ehemals Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Hesselbach, befindet sich in der Leninstraße 149, Ecke Goethestraße. Das Gebäude ist von einer Mauer umgeben. Die Zufahrt in die Goethestraße ist gesperrt.
    Volksstimme - 12.04.2016
Haus der Staatssicherheit Oktober 1987
- Gerhard Bombös
Haus der Staatssicherheit Oktober 1987 - Gerhard Bombös
Kollektorgang im Neubaugebiet "Burgbreite"
- Dieter Oemler
Kollektorgang im Neubaugebiet "Burgbreite" - Dieter Oemler
  • Das ehemalige "Hotel Lindenberg" dient als Ferienheim "Roter Stern" nach neuer zeitgemäßer Umgestaltung dem FDGB ("Freier Deutscher Gewerkschaftsbund") der Erholung der Werktätigen aus der DDR.
FDGB-Ferienheim "Roter Stern"
- Stadtarchiv Wernigerode
FDGB-Ferienheim "Roter Stern" - Stadtarchiv Wernigerode
  • Besonders in den Wintermonaten kommt es in Wernigerode immer wieder zu großer, oft unerträglicher Luftverschmutzung durch qualmende 5000 Schornsteine. Als Heizmaterial wird meist Rohbraunkohle und schwefelhaltiger Braunkohlenbrikett eingesetzt.
Smog über Wernigerode durch Inversionswetterlage
- Dieter Oemler
Smog über Wernigerode durch Inversionswetterlage - Dieter Oemler
  • Der Palästinenserführer Yasser Arafat besucht Wernigerode und besichtigt das Schloss.
  • 53 Bauplätze an verschiedenen Plätzen der Stadt werden an kinderreiche Arbeiterfamilien zum Bau von Eigenheimen vergeben.
  • Bau einer größeren Halle für Trauerfeiern auf dem Zentralfriedhof.
  • Im Neubaugebiet Burgbreite wird zügig weitergebaut. 50 Wohnungen werden übergeben.
Im Neubaugebiet Burgbreite wird zügig weitergebaut. 50 Wohnungen werden übergeben.
- Dieter Oemler
Im Neubaugebiet Burgbreite wird zügig weitergebaut. 50 Wohnungen werden übergeben. - Dieter Oemler
10. Rathausfest
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
10. Rathausfest - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Um die Stadt noch attraktiver zu gestalten, werden in einigen Betrieben, Verwaltungen und Einrichtungen für ausgewählte Sonnabende (Subbotnik) Freiwillige für kostenlose Arbeitseinsätze gesucht.
Subbotnik
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Subbotnik - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Kindergarten im Zwölfmorgental
- Dieter Oemler
Kindergarten im Zwölfmorgental - Dieter Oemler
  • Am Ende des Jahres sind bisher 570 Wohnungen im Wohngebiet Burgbreite schlüsselfertig übergeben worden.
Am Ende des Jahres sind bisher 570 Wohnungen im Wohngebiet Burgbreite schlüsselfertig übergeben worden.
- Dieter Oemler
Am Ende des Jahres sind bisher 570 Wohnungen im Wohngebiet Burgbreite schlüsselfertig übergeben worden. - Dieter Oemler
  • Vier Gruppen mit je 40 Jugendlichen aus dem Kreisgebiet nehmen während der Sommerferien in der Stadt an "Lagern der Arbeit und Erholung" teil.
 Lager für Arbeit und Erholung
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Lager für Arbeit und Erholung - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Marktstraße 8 - heute Blumenuhr
- Dieter Oemler
Marktstraße 8 - heute Blumenuhr - Dieter Oemler
Ruhezone in der Marktstraße hinter dem Rathaus
- Dieter Oemler
Ruhezone in der Marktstraße hinter dem Rathaus - Dieter Oemler
  • Von Seiten der staatlichen Leitungen der Betriebe und Einrichtungen sowie SED-Parteiorganisationen wird darauf hingewirkt, dass möglichst alle Beschäftigten Mitglied der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft (DSF) werden. Dazu gehört jährlich ein Wettbewerb um den Titel "Kollektiv der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft". Bestandteil des Wettbewerbs ist oft ein organisiertes Treffen mit Angehörigen der sowjetischen Armee. Für den Kreis Wernigerode sind dies Militärangehörige der Funkeinheit auf dem Brocken und der Garnison in Quarmbeck bei Quedlinburg. Private Kontakte zwischen DDR-Bürgern und sowjetischen Militärangehörigen sind nicht erwünscht und kommen nur in Einzelfällen zustande.
Sowjetische Soldaten 1973 in Wernigerode
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Sowjetische Soldaten 1973 in Wernigerode - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In Wernigerode wird mit dem Bau einer Brotfabrik begonnen.
Ehemalige Großbäckerei am Kupferhammer 2016
© Wolfgang Grothe
Ehemalige Großbäckerei am Kupferhammer 2016 © Wolfgang Grothe
  • Neben dem bereits genutzten Gebäude der Agraringenieurschule in der Kurtsstraße wird in Hasserode ein neues Internat gebaut.
Sonderzug zum 75jährigem Bestehen der Harzquerbahn
- Dieter Oemler
Sonderzug zum 75jährigem Bestehen der Harzquerbahn - Dieter Oemler
  • Zur Demonstration anlässlich des 1. Mai sind neben den Arbeitern und Angestellten der Betriebe und Einrichtungen auch die "Hundertschaften der Kampfgruppen der Arbeiterklasse" aus den Wernigeröder Großbetrieben dabei.
Kampfgruppen-Hundertschaft zum 1. Mai
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Kampfgruppen-Hundertschaft zum 1. Mai - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Zur Pflege von öffentichen Grünanlagen und Kinderspielplätzen werden mit Bürgern Pflegeverträge abgeschlossen und Patenschaftsbeziehungen aufgebaut.
Tierpark Chistianental
- Dieter Oemler
Tierpark Chistianental - Dieter Oemler
  • Der Wildpark im Christianental wird eröffnet.
 Christianental
- Dieter Oemler
 Christianental - Dieter Oemler
Kreiskrankenhaus Wernigerode
© Wolfgang Grothe
Kreiskrankenhaus Wernigerode © Wolfgang Grothe
  • Seitens des Rates der Stadt, als auch in den Volkseigenen Betrieben und Einrichtungen wird der Betreuung der aus dem Arbeitsprozess ausgeschiedenen Bürger große soziale Aufmerksamkeit gewidmet.
Rentner-Weihnachtsfeier
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Rentner-Weihnachtsfeier - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
"Langrohholz - Entästungsmaschine" im Wernigeröder Forstwirtschaftsbetrieb
- Dieter Oemler
"Langrohholz - Entästungsmaschine" im Wernigeröder Forstwirtschaftsbetrieb - Dieter Oemler
  • In einer großen Festveranstaltung im Stadtgarten am 7. Oktober wird der 25. Jahrestag der Gründung der "Deutschen Demokratischen Republik,  dem ersten Arbeiter-und-Bauernstaat auf deutschem Boden", begangen.
Festveranstaltung "25 Jahre DDR"
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Festveranstaltung "25 Jahre DDR" - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Das 11. Rathausfest zieht wieder viele Einwohner und Gäste an.
11. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
11. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Die Musikschule feiert ihr 20jähriges Bestehen mit vielen öffentlichen Veranstaltungen.
     
Die Musikschule feiert ihr 20jähriges Bestehen
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Die Musikschule feiert ihr 20jähriges Bestehen - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Im Zwölfmorgental wird eine neue Kleinschanze für Spezialsprunglauf errichtet. Damit verfügt die Anlage über nunmehr drei Schanzen.
Sprungschanzen im Zwölfmorgental 18.02.76
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Sprungschanzen im Zwölfmorgental 18.02.76 - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Am Veckenstedter Weg wird in dem ehemaligen KZ-Außenlager eine Mahn- und Gedenkstätte für den antifaschistischen Widerstand eingeweiht.  Das ehemalige KZ-Außenlager am Veckenstedter Weg wurde nach der Befreiung kurzfristig als Sammel- und Quarantänelager genutzt und anschließend bis zur Einweihung als Mahn- und Gedenkstätte als Altenheim. ("Die ca. 30jährige Nutzung eines ehemaligen Konzentrationslagers als Altenheim mit primitiven Lebensverhältnissen für die dort Untergebrachten stellt kein Ruhmesblatt im Umgang der ehemaligen DDR mit der NS-Geschichte dar".)
Das ehemalige KZ-Außenlager wird 1975 Mahn-und Gedenkstätte
- Dieter Oemler
Das ehemalige KZ-Außenlager wird 1975 Mahn-und Gedenkstätte - Dieter Oemler
Erschließung des Industriegebietes Kupferhammer
- Dieter Oemler
Erschließung des Industriegebietes Kupferhammer - Dieter Oemler
  • Ein Großbrand in der Hasseröder Papierfabrik am Eichberg am 14. Juli führt zu erheblichen Zerstörungen.
    S.81
Durch den schwersten Brand der Papierfabrik am 14. Juli wird ganz Hasserode von Rauchschwaden eingehüllt
- Dieter Oemler
Durch den schwersten Brand der Papierfabrik am 14. Juli wird ganz Hasserode von Rauchschwaden eingehüllt - Dieter Oemler
  • Im Wohngebiet Burgbreite wird eine Kindertagesstätte mit 180 Kindergarten- und 80 Krippenplätzen übergeben.
Neubaugebiet Burgbreite
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Neubaugebiet Burgbreite - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Von Mai bis Oktober verkehrt wieder der Oldtimerzug der Harzquerbahn mit der alten Mallet - Dampf - Lok montags bis donnerstags vom Westerntorbahnhof nach Benneckenstein und zurück.
Harzquerbahn in der Kirchstraße
- Dieter Oemler
Harzquerbahn in der Kirchstraße - Dieter Oemler
  • Der VEB Reintex bietet einen "Mietwäschedienst" für junge Eltern und kinderreiche Familien an. Bei einer Nutzungsdauer von drei Wochen können Bettbezüge, Bettlaken, Frottierhandtücher, Tischdecken u.a. ausgeliehen werden.
Annahmestelle des VEB "Reintex"
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Annahmestelle des VEB "Reintex" - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Seit Anfang Oktober ist Wernigerode um eine Attraktion reicher. An der Marktstraße Ecke Klintgasse installiert Turmuhrmacher Paul Lis aus Ilsenburg eine Blumenuhr, die von Stadtgärtnern bepflanzt wird.
Blumenuhr
© Wolfgang Grothe
Blumenuhr © Wolfgang Grothe
  •  In diesem Jahr wird planmäßig begonnen, nach und nach Industrieanlagen aus der Innenstadt in das neu entstehende Industriegebiet am Kupferhammer umzusiedeln. Einer der ersten Betriebe ist der VEB Kleiderwerk Wernigerode in der Breiten Straße.
Nähsaal im VEB Kleiderwerk in der Breiten Straße
- Dieter Oemler
Nähsaal im VEB Kleiderwerk in der Breiten Straße - Dieter Oemler
Fachwerkvilla an der Brückengasse
- Dieter Oemler
Fachwerkvilla an der Brückengasse - Dieter Oemler
  • In verschiedenen Industriebetrieben der Kreisstadt bestehen "Kampfgruppen der Arbeiterklasse", die monatlich unter dem Kommando der "Kreiseinsatzleitung" trainieren. Der 1. Sekretär der Kreisleitung der SED ist Kommandeur der Kreiseinsatzleitung. Die Waffen der Kampfgruppenmitglieder werden zwischen den Übungen in der Waffenkammer des Volkspolizei-Kreisamtes aufbewahrt.
Kampfgruppenübung bei Wernigerode
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Kampfgruppenübung bei Wernigerode - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Der Sicherung der Staatsgrenze zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland wird ständig große Bedeutung beigemessen. Mit öffentlichen Vereidigungen von neuen Grenzsoldaten und Gesprächen in den Schulen zur Gewinnung von Berufsoffiziers- und Unteroffiziersbewerbern, soll die Bedeutung der Grenzsicherung im Bewusstsein der BürgerInnen wach gehalten werden.
Grenzsoldaten im Kreis Wernigerode
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Grenzsoldaten im Kreis Wernigerode - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Der Förderung des Massen- und besonders des Leistungssports wird in den Schulen verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet. Dazu gehört u.a. die Organisation von Spartakiaden.
 Spartakiade 1975 - Fahnenweihe
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Spartakiade 1975 - Fahnenweihe - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Die von Prof. Dr. Wolfgang Kiel geführte private Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in der Forckestraße wird aufgegeben und vom Kreiskrankenhaus übernommen. Professor Kiel hat aus Altersgründen seine ärztliche Tätigkeit beendet.
Kinderklinik Professor Kiel
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Kinderklinik Professor Kiel - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Das 12. Rathausfest ist ein besonderer kultureller Höhepunkt in der Stadt.
12. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
12. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Schnittholzstapel im Sägewerk auf dem Ochsenteichgelände
- Dieter Oemler
Schnittholzstapel im Sägewerk auf dem Ochsenteichgelände - Dieter Oemler
  • Eine erste Apotheke, an der Stelle der späteren Rathsapotheke, wird erwähnt.
  • Seit 50 Jahren ist "Busches Eis" in Wernigerode in der Pfarrstraße, als Familienbetrieb 1925 von Otto Busche gegründet, seit mehreren Generationen eine Institution, die bei den Wernigerödern und ihren Gästen sehr beliebt ist.
Eiskaffee Busche: auch schon 1975 beliebter Treffpunkt der Jugend
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Eiskaffee Busche: auch schon 1975 beliebter Treffpunkt der Jugend - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Bis zum Januar ist der Ausbau der restlichen Wohnungen des Neubaugebietes Burgbreite abgeschlossen. Seit dem 27. Januar 1972 wurden 2094 Wohnungen, fast nur in Fertigbaumontage, errichtet.
Neubaugebiet Burgbreite
- Dieter Oemler
Neubaugebiet Burgbreite - Dieter Oemler
  • Eine neue Mattenschanze wird im Zwölfmorgental fertig gestellt.
 Sprungschanze im Zwölfmorgental
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Sprungschanze im Zwölfmorgental - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Im Reit- und Fahrstützpunkt (Reittouristik) am Eingang des Friederikentales stehen 40 Hafflinger und 16 Warmblüter für Feriengäste bereit.
Ausritt des VEB Reittouristik im Mühlental
- Dieter Oemler
Ausritt des VEB Reittouristik im Mühlental - Dieter Oemler
  • 2500 Schüler, die Hälfte aller Schulpflichtigen der Stadt Wernigerode, können aus der Zentralküche versorgt werden, die Anfang Oktober eingeweiht wurde.
  • Langanhaltende Trockenheit und hochsommerliche Temperaturen (32,9 Grad am 16. Juli) führen zur Verknappung der Trinkwasserversorgung. Die Einwohner werden aufgerufen, sparsam mit Trinkwasser umzugehen, Rasen nicht sprengen und das Befüllen von Swimmingpools zu unterlassen.
  • Kleingärtner und Siedler werden aufgerufen, auch Kleinstmengen an Obst und Gemüse an die Verkaufstellen des Handels und an die Aufkaufstellen von OGS (VEB Großhandel Obst Gemüse Speisekartoffeln) zu verkaufen. FDJler und Pioniere beteiligen sich an Falläpfelsammelaktionen zur Herstellung von Fruchtsäften.
  • Eine Jugenddelegation aus der Partnerstadt Carpi (Mitglieder des Kommunistischen Jugendverbandes Italiens) besucht Wernigerode. Ein Gegenbesuch Wernigeröder Jugendlicher findet während der gesamten DDR - Zeit nicht statt.
Jugendgruppe aus der Partnerstadt Carpi
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Jugendgruppe aus der Partnerstadt Carpi - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Der VEB "Schokoladenverarbeitungsmaschinen" erhält für die neue "Differentialmühle 308" das "Gütezeichen Q". Der Betrieb beliefert die Schokoladen-, Süß- und Dauerbackwarenindustrie der DDR, der Sowjetunion, der übrigen sozialistischen Länder und exportiert darüber hinaus in das nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet.
  • Wernigerode hat als Kreisstadt eine Doppelfunktion. Sie ist sowohl bedeutendes Urlaubszentrum, als auch bekannte Industriestadt mit über 100 Betrieben. Alljährlich finden über 70000 Werktätige aus der DDR als auch viele ausländische Touristen Erholung und Entspannung. Etwa 1,5 Millionen Tagesgäste als Privatreisende oder in Reisegruppen besuchen jährlich die Stadt. Etwa 20000 Kinder verbringen jährlich ihre Ferien in den Heimen. Für die Unterbringung der Besucher stehen 938 Betten des FDGB - Feriendienstes, 540 Betten des DDR - Reisebüros, 476 Betten in betriebseigenen Heimen, 245 Betten in Jugendherbergen, 151 Betten des Kurwesens und sonstiger Heime und 202 Betten der Hotels zur Verfügung.
Anreisetag der FDGB-Urlauber am Bahnhofsvorplatz in Wernigerode
- Dieter Oemler
Anreisetag der FDGB-Urlauber am Bahnhofsvorplatz in Wernigerode - Dieter Oemler
  • Im Innenhof des Schlosses finden in den Sommermonaten Serenadenkonzerte des städtischen Orchesters Wernigerode statt, die sich bei Einwohnern und Urlaubern wachsender Beliebtheit erfreuen.
Serenadenkonzert im Schlosshof
- Dieter Oemler
Serenadenkonzert im Schlosshof - Dieter Oemler
  • An den Häusern Ecke Breite Straße/Große Bergstraße hatten sich die Schäden durch den Bombenangriff 1944 so verschlimmert, dass sie abgerissen werden mussten. Auf der Abrissstelle soll 1977 eine Grünanlage entstehen.
Abriss der Häuser Ecke Breite Straße/Große Bergstraße. Schäden durch Bombenangriff 1944.
- Dieter Oemler
Abriss der Häuser Ecke Breite Straße/Große Bergstraße. Schäden durch Bombenangriff 1944. - Dieter Oemler
Storchmühle 1976
- Dieter Oemler
Storchmühle 1976 - Dieter Oemler
  • Das 13. Rathausfest gestaltet sich wieder zu einem herausragenden kulturellen Ereignis in der Kreisstadt.
13. Rathausfest
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
13. Rathausfest - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Im VEB Elektromotorenwerk Wernigerode läuft der 4000000. Motor vom Band.
Viermillionster Motor im Elmo
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Viermillionster Motor im Elmo - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Die Brauerei Wernigerode entwickelt sich zu einem der Leistungsträger der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.
 Brauerei 1976
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Brauerei 1976 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Die über die Grenzen des Landkreises angesehene traditionsreiche EOS (Erweiterte Oberschule) "Gerhard Hauptmann" ist im Kreis Wernigerode die einzige Schule, in der Schüler nach 12 Schuljahren das Abitur ablegen können. Nach der zehnjährigen Schulbildung an Allgemeinbildenden Polytechnischen Oberschulen (POS) erhalten die leistungsstärksten Schulabgänger auf Vorschlag der Lehrerkollegien der POS die Möglichkeit, an der EOS nach weiterer zweijähriger Schulbildung die Hochschulreife zu erwerben. Die Anzahl der EOS-Schüler wird vorgegeben und bei der Auswahl soziale Kriterien mit berücksichtigt. Wie überall in der DDR werden die Schüler und Schülerinnen nach vom Volksbildungsministerium festgelegten staatlichen Lehrplänen unterrichtet. Die Abiturprüfungen erfolgen nach einheitlichen Aufgabenstellungen, die landesweit eine Vergleichbarkeit des Abiturs gewährleisten.
Eine der Abiturklassen des Jahres 1976 der EOS "Gerhard Hauptmann" Wernigerode
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Eine der Abiturklassen des Jahres 1976 der EOS "Gerhard Hauptmann" Wernigerode - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Am 7. Juni verstirbt im Alter von 46 Jahren der am 14. Januar 1930 in Wernigerode geborene Schauspieler Eckart Friedrichson. Einen besonderen Bekanntheitsgrad erlangte er im DDR-Fernsehen als "Meister Nadelöhr".
  • Hinter dem Nicolaiplatz, entlang der Mittelstraße, Richtung Bahnhofstraße wird ein neues Wehrkreiskommando-Gebäude errichtet.
  • 48 junge Vietnamesen und Laoten sind zur Berufsausbildung gegenwärtig in Wernigerode. Nach dem Deutsch-Unterricht erhalten sie eine Ausbildung als Elektromaschinenbauer oder Elektroinstallateur. Untergebracht sind die Auszubildenden in der "Waldmühle" im Mühlental.
  • Für 643 Hochzeitspaare ist das Standesamt im Rathaus der Startplatz für das gemeinsame Leben.
Wernigerode - Mekka für Heiratswillige
© Wolfgang Grothe
Wernigerode - Mekka für Heiratswillige © Wolfgang Grothe
  • Schritt für Schritt wächst der Industriekomplex am "Kupferhammer", wo neue Betriebe, wie der VEB Kleiderwerk und der VEB Backwaren entstehen.
Industriekomplex KupferhammeI
- Dieter Oemler
Industriekomplex KupferhammeI - Dieter Oemler
  • Am 6. Oktober wird im Bereich der neuen Kaufhalle in der "Burgbreite" eine Fußgängerbrücke in Stahlkonstruktion zum gefahrlosen Überqueren der Fernverkehrsstraße 6 übergeben. Die Initiative geht vom Stadtarchitekten Wolfgang Köhler aus, dessen Projekt es auch ist. Die Notwendigkeit ergibt sich daraus, dass für den Bau der Turnhalle für die POS "Burgbreite" nur ein Platz nördlich der Fernverkehrsstraße zur Verfügung steht. Später entsteht im Volksmund der inoffizielle Begriff "Kiliankreisel".
Einweihung der Fußgängerbrücke (Bürgermeister Martin Kilian - 2. von links)

 

 

 

 
- Stadtverwaltung Wernigerode
Einweihung der Fußgängerbrücke (Bürgermeister Martin Kilian - 2. von links)         - Stadtverwaltung Wernigerode
  • Für den FDGB - Ferienkomplex "Hermann Matern" in Hasserode wird der Grundstein gelegt.
Ferienkomplex "Hermann Matern" in Hasserode
© Wolfgang Grothe
Ferienkomplex "Hermann Matern" in Hasserode © Wolfgang Grothe
  • Die HO (Staatliche Handelsorganisation) richtet in der Wernigeröder Westernstraße einen Ausleihdienst für Haushaltsgeräte "vom Eßbesteck bis zum Staubsauger" ein.
Ausleihdienst der HO in der Westernstraße 3 im Jahr 1977
- Dieter Oemler
Ausleihdienst der HO in der Westernstraße 3 im Jahr 1977 - Dieter Oemler
  • An der Ecke Breite Straße/Große Bergstraße wird eine Grünfläche angelegt.
An der Ecke Breite Straße/Große Bergstraße wird eine Grünfläche angelegt.
- Dieter Oemler
An der Ecke Breite Straße/Große Bergstraße wird eine Grünfläche angelegt. - Dieter Oemler
Übergabe der 1500. Neubauwohnung
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Übergabe der 1500. Neubauwohnung - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Die Bauarbeiten am künftigen Kulturzentrum werden fortgesetzt.
Bau am Kulturzentrum
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Bau am Kulturzentrum - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Der "Tag der Opfer des Faschismus" wird jährlich und in diesem Jahr am 12. September begangen.
 Tag der OdF 1977
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Tag der OdF 1977 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Marktstraße 13 (1977 abgerissen)
- Dieter Oemler
Marktstraße 13 (1977 abgerissen) - Dieter Oemler
  • In Wernigerode findet das 14. Rathausfest mit vielen Kulturgruppen und sehr vielen Gästen statt.
14. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
14. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Am "Tag der Republik" am 7. Oktober werden vom Rat des Kreises Gemeinden für "herausragende Leistungen" im "Sozialistischen Wettbewerb" ausgezeichnet.
Auszeichnung von Gemeinden
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Auszeichnung von Gemeinden - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Im "Stadtgarten" findet am 7. November eine von der Kreisleitung der SED organisierte Festveranstaltung anlässlich des Jahrestages der "Oktoberrevolution" statt. Die Veranstaltung wird verbunden mit der Aufnahme von neuen Mitgliedern in die SED.
Festveranstaltung im "Stadtgarten" zum Jahrestag der "Oktoberrevolution"
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Festveranstaltung im "Stadtgarten" zum Jahrestag der "Oktoberrevolution" - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Am Vormittag des 24. Dezember stürzt ein Sturm die bekannte "Marthabuche" im Salzbergtal.
  • Anfang Dezember werden in 24 Stützpunkten "Kohle-Gutscheine" an die Haushalte abgegeben.
  • Am 14. Dezember wird für den Wohnkomplex "Stadtfeld" der Grundstein gelegt. 2000 Wohnungen für mehr als 6000 Einwohner, einschließlich zwei Schulen, Kindergärten und -krippen, Kaufhalle und Ärztehaus sind vorgesehen.
Ärztehaus im "Stadtfeld" 2015
© Wolfgang Grothe
Ärztehaus im "Stadtfeld" 2015 © Wolfgang Grothe
Mit dem Preßluftmeißel wird im Bruch am "Kleinen Birkenkopf" ein Granitblock gespalten.
- Dieter Oemler
Mit dem Preßluftmeißel wird im Bruch am "Kleinen Birkenkopf" ein Granitblock gespalten. - Dieter Oemler
Begeisterter Empfang des ersten DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Begeisterter Empfang des ersten DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Der Boulevard "Westernstraße" nimmt mit dem Verlegen von Platten seine endgültige Gestalt an.
Ausbau der Westernstraße als Fußgängerzone
- Dieter Oemler
Ausbau der Westernstraße als Fußgängerzone - Dieter Oemler
  • Wie in jedem Jahr wird die straff organisierte Demonstration zehntausender Wernigeröder zum 1. Mai zu einem gesellschaftlichen Großereignis.
Demonstration am 1. Mai
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Demonstration am 1. Mai - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Der "Tag der Befreiung vom Faschismus" wird auch in Wernigerode jährlich am 8. Mai als Großveranstaltung begangen. An diesen Veranstaltungen nehmen die Beschäftigten aus Betrieben und aus dem "Staatsapparat" sowie die Pioniere und FDJ-ler der Schulen teil.
Großveranstaltung am Karl-Marx-Denkmal am 8. Mai 1978 anlässlich des Tages der Befreiung
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Großveranstaltung am Karl-Marx-Denkmal am 8. Mai 1978 anlässlich des Tages der Befreiung - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Aufmärsche der Kampfgruppen der Arbeiterklasse zu verschiedenen gesellschaftlichen Höhepunkten gehören auch in Wernigerode wie überall in der Deutschen Demokratischen Republik dazu. In diesem Jahr findet die Kampfgruppen-Parade am 6. November statt.
Kampfgruppen-Parade im November auf dem Marktplatz
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Kampfgruppen-Parade im November auf dem Marktplatz - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Wie in jedem Jahr seit Gründung der DDR nehmen auch in diesem Jahr am 27. März die meisten Jugendlichen mit 14 Jahren an der Jugendweihe teil, nachdem sie in mehreren Veranstaltungen auf dieses Ereignis vorbereitet worden sind. Die Feiern gestalten sich zu wichtigen familiären Höhepunkten.
 Jugendweihe
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Jugendweihe - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Die "Sozialistische Wehrerziehung" ist in den POS ("Polytechnische Oberschule"), EOS ("Erweiterte Oberschule") und Fachschulen fester Bestandteil der Bildung und Erziehung.
Wehrerziehung an einer Wernigeröder Schule
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Wehrerziehung an einer Wernigeröder Schule - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ist die führende politische Kraft in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), so auch in Wernigerode. In allen Volkseigenen Betrieben, Genossenschaften, Einrichtungen, Organisationen und Schulen gibt es Parteiorganisationen, in denen monatlich Parteiversammlungen und Parteilehrjahre stattfinden. In den größten Betrieben, wie dem Elmo, Megu u.a. mit jeweils einem hauptamtlichen Parteisekretär, untergliedert sich die Betriebsparteiorganisation (BPO) in Abteilungsparteiorganisationen (APO) und diese wiederum in Parteigruppen.
SED-Parteiversammlung
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
SED-Parteiversammlung - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Ausbau der Westernstraße
- Dieter Oemler
Ausbau der Westernstraße - Dieter Oemler
  • Die Stadt zählt am 30. Juni 35 435 Einwohner. 194 Wohnungen für junge Eheleute wurden durch Modernisierungsarbeiten neu gewonnen und für ältere Bürger mit Hilfe von Betrieben und Wohnbezirken 517 Wohnungen renoviert.
Marktstraße 13
- Dieter Oemler
Marktstraße 13 - Dieter Oemler
 Harzgegirgslauf
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
 Harzgegirgslauf - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Wernigerode ist nach der Bezirksstadt die zweitwichtigste Industriestadt des Bezirkes Magdeburg (Elektromotorenwerk, Metallgusswerk, Getriebewerk, Galvano, Industriebaukombinat, Dienstleitungskombinat, Kreisbaubetrieb, Schokoladenmaschinen u.v.a.).
Elektromotorenwerk 1979
- Dieter Oemler
Elektromotorenwerk 1979 - Dieter Oemler
  • Durch einen Brand, verursacht durch einen Tauchsieder, wird das Heim "Zum guten Hirten" zerstört und geräumt.
Der Busbahnhof am Hauptbahnhof wird ausgebaut und mit Überdachungen versehen.
- Dieter Oemler
Der Busbahnhof am Hauptbahnhof wird ausgebaut und mit Überdachungen versehen. - Dieter Oemler
Häuserabriss an der Pfarrstraße
- Dieter Oemler
Häuserabriss an der Pfarrstraße - Dieter Oemler
Kulturzentrum in der Albert-Bartels-Straße
- Dieter Oemler
Kulturzentrum in der Albert-Bartels-Straße - Dieter Oemler
  • Wernigerode ist die erste Stadt in der DDR, die eine Fußgängerzone erhält. Sie wird anlässlich der 750-Feier eingeweiht.
erste Fußgängerzone
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
erste Fußgängerzone - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • In den letzten Jahren konnten die Straßen im Zentrum das geringe Verkehrsaufkommen noch verkraften. Durch die entstandene Fußgängerzone muss nun die Innenstadt für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.
Schluß mit dem Durchgangsverkehr in der Innenstadt
- Dieter Oemler
Schluß mit dem Durchgangsverkehr in der Innenstadt - Dieter Oemler
  • Ein Markt, ursprünglich "Gemüsemarkt", wird erstmalig eröffnet. Er befindet sich auf dem ehemaligen Bauhofgelände an der Bahnhofstraße (heute Sparkasse). Verwendet werden dabei gleich die Stände und Buden die noch von der 750 Jahrfeier vorhanden sind.
Gemüsemarkt in der Ringstraße
- Dieter Oemler
Gemüsemarkt in der Ringstraße - Dieter Oemler
  • Die Stadt Wernigerode begeht festlich ihren 750. Jahrestag mit Festumzug (ca. 100 000 Besucher) und historischem Markt.
Festumzug zum 750sten Stadtjubiläum
- Dieter Oemler
Festumzug zum 750sten Stadtjubiläum - Dieter Oemler
  • Der "Harzgebirgslauf" wird zur zweitgrößten Laufveranstaltung der DDR. Bedenken des 1. Kreissekretärs der SED gegen den "Massenauflauf an der Grenze zur imperialistischen BRD" bleiben unberücksichtigt.
 Harzgebirgslauf
- Dieter Oemler
 Harzgebirgslauf - Dieter Oemler
Fußgängerzone 1980 zwischen Marktplatz und Nicolaiplatz
- Dieter Oemler
Fußgängerzone 1980 zwischen Marktplatz und Nicolaiplatz - Dieter Oemler
  • Zwischen der Feldstraße und dem Hundertmorgenfeld entsteht ein neuer Berufsschulkomplex. Zum eigentlichen Schulgebäude, in dem die 27 Fachkabinette mit den Vorbereitungsräumen für den fachtheoretischen und allgemeinbildenden Unterricht untergebracht sind, gehört noch eine Turnhalle mit Kleinsportplatz. Der Neubau am Kupferhammer war erforderlich, da die Bausubstanz der Kommunalen Berufsschule "Karl Marx" nicht mehr den Erfordernissen nach wissenschaftlichen Lern- und Arbeitsbedingungen entsprach.
Berufsbildende Schulen Wernigerode
© Wolfgang Grothe
Berufsbildende Schulen Wernigerode © Wolfgang Grothe
Grundsteinlegung für das zweite Neubaugebiet "Stadtfeld" am 17.01.1980
- Dieter Oemler
Grundsteinlegung für das zweite Neubaugebiet "Stadtfeld" am 17.01.1980 - Dieter Oemler
  • In der Mittelstraße wird durch das Ehepaar Hütter die kleinste Porzellanmanufaktur Europas gegründet. Künstler können hier Porzellane vom Entwurf bis zum Brennen als echte Unikate herstellen.
  • Der Schulersatzbau in Hasserode wird ausgeführt.
Francke-Grundschule in Hasserode 2016
© Wolfgang Grothe
Francke-Grundschule in Hasserode 2016 © Wolfgang Grothe
Industriegebiet "Am Kupferhammer"
- Dieter Oemler
Industriegebiet "Am Kupferhammer" - Dieter Oemler
  • 81 Eigenheime befinden sich im Bau. 2115 Kubikmeter Sperrmüll werden in der Frühjahrsaktion abgefahren.
  • Zwischen dem 10. und 15. Juni wird der Kreis Wernigerode von folgenschweren Wolkenbrüchen und Orkanen heimgesucht. Benneckenstein erlebt am 10. Juni das schwerste Hochwasser seit Menschengedenken. Es werden 100 Liter pro qm registriert. Das Wasser steht teilweise im Stadtgebiet 1,20 m hoch. Der Wasserstand der Ilse von über 2 Meter verursacht in Ilsenburg, Wasserleben und Veckenstedt große Schäden. Die Reichsbahnstrecke Halberstadt-Ilsenburg, Streckenabschnitte der Harzquerbahn und einige Straßenabschnitte sind blockiert. 3000 Festmeter Bäume fallen dem Orkan zum Opfer.
Blick auf das Industriegebiet Elmo und Megu
- Dieter Oemler
Blick auf das Industriegebiet Elmo und Megu - Dieter Oemler
Die neu gestaltete Westernstraße mit einer Pergola.
- Dieter Oemler
Die neu gestaltete Westernstraße mit einer Pergola. - Dieter Oemler
  • Die Stadt hat 35.572 Einwohner. 1405 Kinder werden 1981 im Kreisgebiet geboren, 1380 waren es im Jahr 1980.
  • Die Stadtfeldturnhalle, die größte Turnhalle der Stadt, und das neue Sportforum Kohlgarten werden ihrer Bestimmung übergeben.
Neubaugebiet Stadtfeld mit Sportforum
- Dieter Oemler
Neubaugebiet Stadtfeld mit Sportforum - Dieter Oemler
  • Das HO - Hotel "Weißer Hirsch" wird nach zweijähriger Renovierung neu eröffnet.
Blick zum "Weißen Hirsch" Farblithographie von Arno Fleischer
- Harzmuseum Wernigerode
Blick zum "Weißen Hirsch" Farblithographie von Arno Fleischer - Harzmuseum Wernigerode
  • Die Stadt hat 35 572 Einwohner. Neben der "Bezirkshauptstadt" Magdeburg ist Wernigerode die bedeutendste Industriestadt des Bezirkes mit einem breitgefächerten Produktionsprofil.
Reifenformbau im VEB "Metallgusswerk Wernigerode"
- Dieter Oemler
Reifenformbau im VEB "Metallgusswerk Wernigerode" - Dieter Oemler
Altes Hasseröder Schulgebäude in der Friedrichstraße
- Dieter Oemler
Altes Hasseröder Schulgebäude in der Friedrichstraße - Dieter Oemler
  • Die Erweiterung des Industriegebietes "Elmo/Megu" wird in Richtung Westen mit dem Bau der Halle V des Elektromotorenwerkes abgeschlossen.
Im Wildpark Christianental
- Dieter Oemler
Im Wildpark Christianental - Dieter Oemler
  • Zum 19. Mal findet das Rathausfest statt.
  • Am Pfingstsonntag organisiert die FDJ (Freie Deutsche Jugend) eine "Friedensdemonstration", an der Tausende Jugendliche aus dem gesamten Kreisgebiet teilnehmen.
     
"Friedensdemonstration" der FDJ zum Pfingstsonntag
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
"Friedensdemonstration" der FDJ zum Pfingstsonntag - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Mit der Übergabe der letzten 570 Wohnungen wird die Fertigstellung des Wohngebietes "Stadtfeld" abgeschlossen. 4144 fernbeheizte Neubauwohnungen sind damit in den beiden Wohngebieten "Burgbreite" und "Stadtfeld" gebaut worden.
Neubaugebiet Stadtfeld 1982
- Dieter Oemler
Neubaugebiet Stadtfeld 1982 - Dieter Oemler
  • 6 neue Schulen und 4 neue Turnhallen wurden in den zurückliegenden 12 Jahren gebaut.
  • Auch in diesem Jahr fährt Dienstags und Freitags der "Oldtimer - Zug der Harzquerbahn" mit Mallet - Dampflock und Personenwagen Baujahr 1898 nach Benneckenstein.
Mallett - Lokomotive
- Wassen
Mallett - Lokomotive - Wassen
  • Rund 150 000 Urlauber und 2 Millionen Touristen und Tagesbesucher statten der "Bunten Stadt am Harz" einen Besuch ab. 4136 Betten stehen in Wernigerode für die Unterbringung von Urlaubern und Touristen zur Verfügung. Sie befinden sich in vier FDGB-Heimen, fünf Hotels, zwölf Betriebsferienheimen, zwei Jugendherbergen, zwei Kurheimen und bei 820 Privatvermietern.
FDGB Ferienheim "Hermann Mattern"
© Wolfgang Grothe
FDGB Ferienheim "Hermann Mattern" © Wolfgang Grothe
  • Durch Betoninjektionen soll den alten Ringmauern des Schlosses Halt gegeben werden. Risse und Verformungen machten dies erforderlich.
Schloss Wernigerode
- Dieter Oemler
Schloss Wernigerode - Dieter Oemler
  • Nach mehrjähriger Schließung und Bauarbeiten wird der "Eselskrug" wieder eröffnet.
  • Der 200 000. Rasenmäher vom Typ "Trolli" verlässt das Montageband des VEB Elektromotorenwerk. Dieser Rasenmäher wird im Zusammenhang mit dem Unterrichtsfach "Produktive Arbeit" der Polytechnischen Oberschulen produziert.
  • In der Großgaststätte "Storchmühle" wird das Restaurant "Alte Mühle" eröffnet.
Storchmühle früher
- Gerhard Bombös
Storchmühle früher - Gerhard Bombös
Maikundgebung 1983
- Dieter Oemler
Maikundgebung 1983 - Dieter Oemler
  • Dem 100. Todestag von Karl Marx am 14. März wird mit einer Feierstunde im April am Karl-Marx-Denkmal gedacht.
Feierstunde zum 100. Todestag am Karl-Marx-Denkmal
- Dieter Oemler
Feierstunde zum 100. Todestag am Karl-Marx-Denkmal - Dieter Oemler
Das Kolonistenhaus Friedrichstraße 20 aus dem 18. Jahrhundert.
- Dieter Oemler
Das Kolonistenhaus Friedrichstraße 20 aus dem 18. Jahrhundert. - Dieter Oemler
  • Eine Delegation aus der Partnerstadt Carpi in Italien wird vom Bürgermeister in Wernigerode empfangen. Die Städtepartnerschaft zwischen Carpi und Wernigerode ist eingleisig. Gegenbesuche von Wernigeröder Bürgern in Carpi sind nicht möglich.
Delegation aus der Partnerstadt Carpi
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Delegation aus der Partnerstadt Carpi - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Das 20. Rathausfest ist wieder ein voller Erfolg.
20. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
20. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Der "VEB Schreibgerätewerk Heiko Wernigerode" ist in der DDR Alleinproduzent von Schulfüllern und Tintenpatronen. Ein großer Teil der Produktion wird auch exportiert.
Arbeit an einem Füllautomaten für Tintenpatronen im Heiko Wernigerode
- Dieter Oemler
Arbeit an einem Füllautomaten für Tintenpatronen im Heiko Wernigerode - Dieter Oemler
Bronzeplastik im Christianental 
- Dieter Oemler
Bronzeplastik im Christianental  - Dieter Oemler
  • Das Heizhaus des "VEB Metallgußwerk" versorgt 18 Betriebe mit Fernwärme, darunter die "Hasseröder Brauerei", das Kreiskrankenhaus, "Heiko" und die "Volksschwimmhalle". Durch die Nutzung von Kohlenruß und Rohkohle, die andere Betriebe nicht verwenden können, ist eine jährliche Einsparung von 3000 Tonnen Rohbraunkohle und Koks möglich.
Seniorenheim "Stadtfeld" 2015
© Wolfgang Grothe
Seniorenheim "Stadtfeld" 2015 © Wolfgang Grothe
  • Die Gaststätten "Vier Jahreszeiten", "Zur Post", "Weißer Hirsch", "Cafe Wien" und "Haus des Handwerks" werden umgestaltet.
  • Der 1. Sekretär der Kreisleitung der SED, Werner Toerne, wird Ehrenbürger der Stadt Wernigerode.
  • Für den Wohnkomplex "Harzblick" am Veckenstedter Weg wird der Grundstein gelegt. 1420 Wohnungen sollen entstehen.
  • In Minsleben wird ein Kohleumschlagplatz, 800m von Wohnsiedlungen entfernt, eingerichtet. Damit ist das vielfach kritisierte Problem der Staubbelästigung im Wernigeröder Bahnhofsbereich bei Kohleentladung beseitigt.
  • 777 Brautpaare heiraten im Rathaus Wernigerode. Es ist zur Tradition geworden, dass die Brautleute nach der Trauung ihre Brautsträuße an der "Gedenkstätte der Arbeiterklasse" ablegen.
Eheschließung im Rathaus Wernigerode© Wolfgang Grothe
Eheschließung im Rathaus Wernigerode© Wolfgang Grothe
  • In der oberen Marktstraße werden die Fachwerhäuser der gesamten Häuserzeile saniert.
In der oberen Marktstraße werden die Fachwerhäuser der gesamten Häuserzeile saniert.
- Dieter Oemler
In der oberen Marktstraße werden die Fachwerhäuser der gesamten Häuserzeile saniert. - Dieter Oemler
 ehemaliges "Kammer-Tor" am Vorwerk
- Dieter Oemler
 ehemaliges "Kammer-Tor" am Vorwerk - Dieter Oemler
  • Am 5. August verstirbt in München der am 31. März 1893 in Wernigerode geborene Historiker Otto zu Stolberg-Wernigerode.
  • Auf dem Brocken wird am 24. November ein Rekordwert gemessen. Windgeschwindigkeit: 263 km/h.
  • Das Ambulatorium im "Stadtfeld" wird übergeben. Das Senioren- und Pflegeheim Stadtfeld wird am 11. März eröffnet.
Seniorenheim "Stadtfeld" 2015
© Wolfgang Grothe
Seniorenheim "Stadtfeld" 2015 © Wolfgang Grothe
  • In Wernigerode werden in diesem Jahr 265 Wohnungen neu gebaut, 390 modernisiert und 2600 baulich instand gesetzt.
Seigerhüttenweg
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
Seigerhüttenweg - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Am 30. März gründen in Wernigerode unter dem Dach des "Kulturbundes der DDR" 30 Natur- und Umweltschützer, Angler und Binnenfischer die "Fachgruppe Wildfische Wernigerode der Gesellschaft für Natur und Umwelt". Das Ziel der Mitglieder der Arbeitsgruppe ist die Aufwertung der Fließgewässer rings um Wernigerode.
Logo Wildfisch e.V.
- Verein Wildfische
Logo Wildfisch e.V. - Verein Wildfische
  • Die bisher als Pflegeheim genutzen Baracken des ehemaligen Konzentrationslagers Veckenstedter Weg werden zum 40. Jahrestag der Befreiung zur Mahn- und Gedenkstätte für den antifaschistischen Widerstandskampf umgestaltet.
Mahn- und Gedenkstätte am Veckenstedter Weg
- Dieter Oemler
Mahn- und Gedenkstätte am Veckenstedter Weg - Dieter Oemler
  • Einige Häuser am Marktplatz erhalten einen neuen Anstrich.
     
Neuanstrich am Marktplatz
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
Neuanstrich am Marktplatz - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
FDGB - Ferienkomplex "Hermann Matern"
© Wolfgang Grothe
FDGB - Ferienkomplex "Hermann Matern" © Wolfgang Grothe
  • Wernigerode hat 36300 Einwohner. Auf dem Marktplatz finden regelmäßig Wochenmärkte statt.
Auf dem Marktplatz finden regelmäߟig Wochenmärkte statt.
- Dieter Oemler
Auf dem Marktplatz finden regelmäߟig Wochenmärkte statt. - Dieter Oemler
  • In der Salzbergstraße entsteht ein neues Internat für die Schüler der Spezialklassen für Musikerziehung an der EOS "Gerhart Hauptmann".
Internat der EOS "Gerhard Hauptmann"
© Wolfgang Grothe
Internat der EOS "Gerhard Hauptmann" © Wolfgang Grothe
  • Die letzte Etappe des Wohnungsprogramms wird eingeleitet. 265 Wohnungen werden gebaut, 390 modernisiert und 2600 instand gesetzt.
  • Der Bau eines Ambulatoriums im Neubaugebiet "Stadtfeld" wird vollendet.
  • In der Stadt gibt es 183 Handwerksbetriebe mit 213 Dienstleistungsarten.
Konzert eines Chores aus der Volksrepublik Polen
- Dieter Oemler
Konzert eines Chores aus der Volksrepublik Polen - Dieter Oemler
  • Die Studenten und Studentinnen der Agraringenieurschule (AIS) Wernigerode beteiligen sich unter Anleitung und Betreuung von Lehrern und Fachleuten der Landwirtschaft aus dem Kreis Wernigerode jährlich an der "Messe der Meister von Morgen" (MMM). Ziel der Bewegung ist die schöpferische und innovative Verbindung von Theorie und Praxis durch die Bearbeitung selbst ausgewählter Projekte.
MMM an der AIS Wernigerode - Preisträger 1986
- AIS Wernigerode
MMM an der AIS Wernigerode - Preisträger 1986 - AIS Wernigerode
  • Am 15. Mai begeht das Schierker Hotel "Heinrich Heine", das früher als "Fürst zu Stolberg" bekannt war, sein 40-jähriges Jubiläum unter dem jetzigen Namen.
Ruine des ehemaligen Hotels "Heinrich Heine" in Schierke im Jahr 2015
© Wolfgang Grothe
Ruine des ehemaligen Hotels "Heinrich Heine" in Schierke im Jahr 2015 © Wolfgang Grothe
  • In Wernigerode existiert seit Jahresbeginn eine Wohnungstauschzentrale.
  • Das historische Rathaus übt auf Heiratswillige aus der ganzen DDR eine große Anziehungskraft aus. Im 1. Halbjahr allein sind es 351 Paare. Dabei ist es üblich, dass die Brautpaare nach der Eheschließung ihren Brautstrauß am Karl-Marx-Denkmal am Westerntor oder in der Gedenkstätte am Veckenstedter Weg ablegen.
Frischvermähltes Ehepaar im Lustgarten
© Wolfgang Grothe
Frischvermähltes Ehepaar im Lustgarten © Wolfgang Grothe
  • Die Rekonstruktion des OP - Trakts im Kreiskrankenhaus ist abgeschlossen.
  • Im Kleiderwerk Wernigerode arbeiten seit 1987 185 Vietnamesen. Fünf Jahre werden die zwischen 18 und 35 Jahre alten Ostasiaten, die teilweise schon eigene Familien haben, in der DDR bleiben. Dazu wird am Dornbergsweg eine eigene Unterkunft gebaut, das "gelbe Haus" (heute Nutzung durch die Kreisverwaltung).
Mitbegründerin des Kulturbundes Gertrud Sasse zu Gast
- Dieter Oemler
Mitbegründerin des Kulturbundes Gertrud Sasse zu Gast - Dieter Oemler
  • Sanitätsrat Dr. med. Hans Braulke, Sohn des fürstlichen Kammerrat Otto Braulke, stirbt am 29. November im Alter von 77 Jahren.
Sanitätsrat Dr. med. Hans Braulke
- Gerhard Bombös
Sanitätsrat Dr. med. Hans Braulke - Gerhard Bombös
  • Das bisherige Seniorenwohnheim "Plemnitzstift" in der Alten Poststraße 2 wird als Behindertenwohnheim genutzt.
4. Landschaftstag Harz
- Dieter Oemler
4. Landschaftstag Harz - Dieter Oemler
  • Das Neubaugebiet "Harzblick" entsteht mit 1471 Wohnungen in fünf- und sechsgeschossigen Häusern, sowie zwei Schulen, zwei Gaststätten und einem Jugendklub. Gleichzeitig sind jedoch in der Altstadt 100 Wohnungen baupolizeilich gesperrt.
Harzblick im Jahr 2014
© Wolfgang Grothe
Harzblick im Jahr 2014 © Wolfgang Grothe
  • Seit Anfang der 80er Jahre hat sich langsam und kontinuierlich auch in den größeren Volkseigenen Produktionsbetrieben der Stadt Wernigerode, wie Elektromotorenwerk, Metallgusswerk, Getriebewerk, Galvano u.a., die ökonomische Situation verschärft. Die Arbeitsproduktivität ist rückläufig, es gibt ständig Probleme mit der Materialbereitstellung und damit zu dramatischen Produktionsausfällen. Leistung und Verbrauch stimmen nicht überein. Der Kaufkraftüberhang der Bürger kann auch durch ein zusätzliches Konsumgüterprogramm nicht abgebaut werden.
  • Die 25.000. Ehe wird am 2. April im Rathaus seit Gründung der DDR geschlossen.
Hochzeits-Mekka Wernigerode
© Wolfgang Grothe
Hochzeits-Mekka Wernigerode © Wolfgang Grothe
  • Die 70 - Meter - Schanze im Zwölfmorgental wird zu einer Mattenschanze umgebaut.
  • Die Umweltbelastungen in der Stadt und im Harz haben sich in den letzten zwanzig Jahren weiter dramatisch negativ erhöht. Wernigerode ist z.b. nach der Bezirksstadt Magdeburg die Stadt mit der schlechtesten Luftemission (Schwefeldioxid durch schwefelhaltige Rohbraunkohle und häufiger Inversionswetterlage). Die Holtemme ist hinter Wernigerode nur noch ein stinkender Abwassergraben, da biologisch tot.
Die Holtemme hinter Wernigerode 2012
© Wolfgang Grothe
Die Holtemme hinter Wernigerode 2012 © Wolfgang Grothe
  • In Wernigerode gibt es acht zehnklassige polytechnische Oberschulen (POS) mit 213 Unterrichtsräumen und einer durchschnittlichen Klassenfrequenz von 23 Schülern.  Neben mehreren Berufs- und Betriebsberufsschulen existiert die zur VVB Tierzucht gehörende Agraringenieurschule.
Weiterführung der Baumaßnahmen an der Agraringenieurschule in der Friedrichstraße
- Dieter Oemler
Weiterführung der Baumaßnahmen an der Agraringenieurschule in der Friedrichstraße - Dieter Oemler
  • In Wernigerode findet das 25. Rathausfest statt.
25. Rathausfest
- Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
25. Rathausfest - Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Am 4. Oktober informiert der Chef des Bundeskanzleramtes den Oberbürgermeister von Neustadt an der Weinstraße darüber, dass die DDR auf die Bemühungen des Bundeskanzlers und des Kanzleramtsministers eingegangen ist und für Neustadt an der Weinstraße eine Partnerschaft mit Wernigerode im Bezirk Magdeburg in Aussicht gestellt hat.
Ärztehaus 2015
© Wolfgang Grothe
Ärztehaus 2015 © Wolfgang Grothe
  • Der Oberbürgermeister von Neustadt an der Weinstraße übermittelt dem Bürgermeister von Wernigerode am 7. November den Wunsch nach Aufnahme einer Partnerschaft. Gleichzeitig wird für das kommende Jahr eine kleine Delegation aus Wernigerode zu einem Informationsbesuch eingeladen.
Vorbereitung der Städtepartnerschaft mit Neustadt/Weinstraße
- Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
Vorbereitung der Städtepartnerschaft mit Neustadt/Weinstraße - Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
  • Am 7. Dezember teilt der Bürgermeister von Wernigerode, Martin Kilian, dem Oberbürgermeister von Neustadt an der Weinstraße mit, dass er die Stadtverordnetenversammlung über die Städtepartnerschaft informiert habe und von deren Seite es eine generelle Zustimmung gibt.
Empfang der ersten Delegation aus Wernigerode in Neustadt/Weinstraße
- Neustadt an der Weinstraße Pressestelle
Empfang der ersten Delegation aus Wernigerode in Neustadt/Weinstraße - Neustadt an der Weinstraße Pressestelle
  • Am 31. Dezember hat Wernigerode 36.909 Einwohner. Mit 22.000 Arbeitsplätzen in 80 Betrieben, Genossenschaften und Institutionen mit einem breiten Produktionsprofil ist Wernigerode die Kreisstadt des wichtigsten Industriekreises des Bezirkes Magdeburg.
Füllhalterfabrik in der Weinbergstraße
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
Füllhalterfabrik in der Weinbergstraße - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • In Neustadt/Weinstraße empfängt Bundeskanzler Helmut Kohl gemeinsam mit Oberbürgermeister Dieter Ohnesorge am 26. Februar eine Delegation der Stadt Wernigerode unter Leitung der Ersten Stellvertreterin des Bürgermeisters Rita Ahrens zur Vorbereitung einer weiteren deutsch-deutschen Städtepartnerschaft.
Helmut Kohl empfängt die Delegation aus Wernigerode in Neustadt/Weinstraße zur Vorbereitung der Städtepartnerschaft.
- Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
Helmut Kohl empfängt die Delegation aus Wernigerode in Neustadt/Weinstraße zur Vorbereitung der Städtepartnerschaft. - Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
Die Häuser links fallen der Erweiterung des "Gothischen Hauses" zum Opfer
- Dieter Oemler
Die Häuser links fallen der Erweiterung des "Gothischen Hauses" zum Opfer - Dieter Oemler
  • Das Hotel "Gothisches Haus" soll zu einem modernen Vier - Sterne - Hotel für ausländische Gäste ("Devisenhotel") umgebaut werden. Die Absicht führt zu starken Protesten unter der Bevölkerung (für DDR - Bürger ohne "Westgeld" wäre das Hotel "tabu") und wird im Herbst aufgegeben. Beim Umbau werden die angrenzenden Gebäude einbezogen, was schwere Eingriffe in die historische Bausubstanz mit sich bringt. Nur das eigentliche Hotelgebäude bleibt erhalten, die angrenzenden Häuser werden mit abgerissen und mit vorgeblendetem Fachwerk völlig neu errichtet.
Umbau des Hotels "Gothisches Haus" zu einem Interhotel.
- Dieter Oemler
Umbau des Hotels "Gothisches Haus" zu einem Interhotel. - Dieter Oemler
  • Am 31. März richtet Bürgermeister Martin Kilian ein Schreiben an den Oberbürgermeister von Neustadt an der Weinstraße mit Übersendung eines Textentwurfs zur "Vereinbarung über die Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Wernigerode in der Deutschen Demokratischen Republik und der Stadt Neustadt an der Weinstraße in der Bundesrepublik Deutschland".
Eine der ersten Städte-Partnerschaften DDR-BRD
- Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
Eine der ersten Städte-Partnerschaften DDR-BRD - Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
  • Am 7. Mai finden in der DDR, so auch im Kreis und in der Stadt Wernigerode Kommunalwahlen statt. Zur Wahl steht ein "gemeinsamer Vorschlag" der "Nationalen Front". Die Wahlbeteiligung im Kreis Wernigerode liegt bei 99,22%. Für den "gemeinsamen Vorschlag" stimmen 99,98 % der Wernigeröder. Die beiden Tageszeitungen "Volksstimme" und "LDZ" bezeichnen das Wahlergebnis als "Votum für die Politik des Friedens und des Sozialismus im 40. Jahr des Bestehens der DDR". Die Bürger konnten bei persönlichen Gründen schon einige Wochen vor der Wahl im "Sonderwahllokal" im Rathaus ihre Stimme abgeben. Bei dieser Wahl waren es über 40% der Wähler. In einer "Parteiaktivtagung" mit SED-Parteisekretären verlangt der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung, künftig dafür zu sorgen, dass "der eigentliche Wahltag" der gesellschaftliche Höhepunkt werden muss.
Bürgermeister Kilian (2. von links) beim Empfang einer Delegation aus Neustadt/Weinstraße
- Neustadt/Weinstraße
Bürgermeister Kilian (2. von links) beim Empfang einer Delegation aus Neustadt/Weinstraße - Neustadt/Weinstraße
Wohngebiet Harzblick 2015
© Wolfgang Grothe
Wohngebiet Harzblick 2015 © Wolfgang Grothe
  • Vom 23. bis 26. Juni empfängt der Bürgermeister von Wernigerode eine Ratsdelegation aus Neustadt an der Weinstraße unter Leitung des Oberbürgermeisters Dieter Ohnesorge. Die Partnerschaftsvereinbarung wird in Wernigerode paraphiert.
Empfang der Neustadter in Wernigerode 
- Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
Empfang der Neustadter in Wernigerode  - Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
  • Vom 9. bis 12. September hält sich unter Leitung des Bürgermeisters Martin Kilian eine Delegation aus Wernigerode in Neustadt an der Weinstraße zur Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung auf.
Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit Neustadt an der Weinstraße
- Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit Neustadt an der Weinstraße - Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
  • Am 25. September unterzeichnen in Wernigerode der Bürgermeister von Wernigerode, Martin Kilian, und der OB von Neustadt an der Weinstraße, Dieter Ohnesorge, den Städtepartnerschaftsvertrag noch vor der Wende.
Am 25. September unterzeichnen in Wernigerode der Bürgermeister von Wernigerode, Martin Kilian, und der OB von Neustadt/Weinstraße, Dieter Ohnesorge, den Partnerschaftsvertrag.
- Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
Am 25. September unterzeichnen in Wernigerode der Bürgermeister von Wernigerode, Martin Kilian, und der OB von Neustadt/Weinstraße, Dieter Ohnesorge, den Partnerschaftsvertrag. - Stadtverwaltung Neustadt an der Weinstraße
  • Am 7. und 8. Oktober kommt es zu "Zusammenrottungen" von Jugendlichen (Protokoll der Sicherheitskräfte). Es werden Losungen gerufen, wie: "Wir sind das Volk" oder "Wir sind nicht die Fans von Egon Krenz". Von den "Sicherheitskräften" wird mit Gummiknüppeln die Demonstration aufgelöst und Verletzte in Handschellen zum Krankenhaus gebracht.
  • Am Abend des 11. Oktober versammeln sich ca. 800 Personen vor dem Seniorenheim "Harzfriede", um das "Neue Forum" für die Stadt zu gründen. Da der Saal nicht ausreicht, ziehen die Teilnehmer in einer stillen Demonstration zur Johanniskirche. Obwohl das "Neue Forum" noch verboten ist, werden Arbeitsgruppen gebildet und ein vorläufiger Sprecherrat gegründet.
    Volksstimme - 11.10.2014 S. 13
  • Politische "Wende" auch in Wernigerode. Am 22. Oktober findet eine Sitzung des "Demokratischen Blocks" statt. Im Kommunique der Beratung heißt es: "Im Mittelpunkt dieser Beratungen standen aktuelle Fragen und Probleme in Auswertung der 9. Tagung des ZK der SED und der sich daraus ergebenden Aufgaben für den Kreis Wernigerode. In der anschließenden Tagung des Demokratischen Blocks begrüßten die Vorsitzenden und Kreissekretäre der befreundeten Parteien und Massenorganisationen die von der 9. ZK - Tagung gegebene klare Orientierung und hoben die Bereitschaft ihrer Mitglieder hervor, die von der Partei der Arbeiterklasse eingeleitete Wende zur attraktiveren Gestaltung des Sozialismus in der DDR verantwortungsvoll mit zu tragen. Alle Teilnehmer bekannten sich zur Weiterführung des offenen Dialogs über alle Fragen." "Der Demokratische Block wendet sich an alle Bürger, mit Besonnenheit und Verantwortungsbewußtsein die jetzt anstehenden Fragen zu klären und an politischen Lösungen mitzuwirken." "Am Dienstag fand in den Abendstunden in Wernigerode eine Demonstration von Bürgern zum Marktplatz statt. Sie verlief ruhig und ohne Ausschreitungen. Die Demonstranten ließen auf der rekonstruierten Rathaustreppe zahlreiche Kerzen abbrennen..." In einer "streng vertraulichen Information" des Ministeriums für Staatssicherheit ist von 800 Personen in Wernigerode die Rede, die an der Demonstration teil nahmen.
    Volksstimme - 26.10.1989
  • Die SED verzichtet auf ihren Führungsanspruch.