14. Jahrhundert

Wernigeröder Graf
- Konrad Breitenborn
Wernigeröder Graf - Konrad Breitenborn
  • In diesem Jahr kommt es zu einem Streit zwischen den Wernigeröder Grafen Albert und Friedrich und den Mönchen des Klosters Ilsenburg. Der Abt beklagt sich beim Papst, die Brüder würden sich immer stärker in die Verwaltung des Klosters einmischen. Sie hätten rechtswidrig die Steuern des Klosters erhöht und weitere Geldforderungen gestellt. Schließlich weigert sich der Abt zu zahlen. Der Streit weitet sich in eine blutige Fehde aus. Der Papst nennt die Brüder "Söhne des Bösen" und verhängt über die "Mordbrenner" den Kirchenbann.
  • Am 5. Februar stiftet Albrecht, Graf von Wernigerode, für die St. Nicolaikirche einen neuen Altar mit der Verpflichtung, dass der Vikar alltäglich seine Messe halten und zum "der Schlage der letzten Matudin singen, auch dem Dechenten zu Wernigerode die Obedienz leisten soll".
  • Am 12. September willigt Bischof Albrecht von Halberstadt ein, dass das Jungfrauenkloster zu Blankenburg eineinhalb "Malten Getreide zinsende Hufen zu Langeln für 28 Mark" an die "Rathmannen zu Wernigerode" verkauft, damit die "verschuldeten Jungfrauen von Gläubigern und Wucherern" verschont bleiben.
  • In einer Urkunde wird eine "Grafschaft Wernigerode" erwähnt (Landesheimatbund).
  • Hasserode wird als Hartisrode erwähnt.
Kirche Minsleben 2014
© Wolfgang Grothe
Kirche Minsleben 2014 © Wolfgang Grothe
Ältestes Siegel des Grafen Friedrich (II) von Wernigerode aus dem Jahre 1328
- Jan Habermann
Ältestes Siegel des Grafen Friedrich (II) von Wernigerode aus dem Jahre 1328 - Jan Habermann
  • Ein Ort "Dekeningerode" wird genannt. Die spätere Wüstung befand sich unter dem Ratskopf/Lüttgenfeldstraße.
  • Als urkundlich ältester Name wird eine Kirche St. Georgii genannt mit dem Bemerken, dass ihr die erste zinsfreie Hufe gehört, die nun an die Kirche St. Sylvestri übergegangen ist.
  • Wiederholt kommt es zu Kämpfen zwischen den Wernigeröder und Regensteiner Grafen.
  • Auf dem Schloss Wernigerode werden die Wehrtürme "Grauer Turm" und "Oberer Turm" sowie der Hausmannsturm gebaut.
Hausmannsturm
- Stadtarchiv Wernigerode
Hausmannsturm - Stadtarchiv Wernigerode
  • Im Vertrag zwischen dem Grafen von Wernigerode und dem als Raubgrafen berüchtigten Albrecht von Regenstein vom 26. Juni 1343 muss der Regensteiner die Dörfer Hasserode, Minsleben, Silstedt, Reddeber, Langeln und Wasserleben an die Grafschaft Wernigerode abtreten, deren Territorium sich dadurch um das Doppelte vergrößert. Von vielen Historikern wird dieser Tag als "eigentlicher Geburtstag der Grafschaft" bezeichnet.
Die Georgie-Kapelle auf einem Gemälde aus dem Jahr 1865
- Harzbücherei Wernigerode
Die Georgie-Kapelle auf einem Gemälde aus dem Jahr 1865 - Harzbücherei Wernigerode
  • Die Raubzüge der Wernigeröder Grafen, an denen auch die Bürger der Stadt teilnehmen müssen, reichen im Bündnis mit den Regensteinern bis ins thüringische Mühlhausen. Den Mühlhäusern gelingt es, die Wernigeröder und Regensteiner zu schlagen, Ritter und Knechte gefangen zu nehmen und reiche Beute zu machen.
  • Der "Schwarze Tod" hat vermutlich auch in Wernigerode, wie in großen Teilen Europas, die Hälfte der Bevölkerung dahingerafft. (Dies hatte für die demographische und ökonomische Entwicklung der Stadt in den folgenden Jahrhunderten verheerende Auswirkungen). Ein Chronist schreibt: "Was das Oberhartzische Bergwerck anlanget / so hat der Allerhöchste dasselbe eingestellet durch eine sonderliche Zornruthe / mit welcher er vier ganze Jahr angehalten und zugeschlagen. Sintemal im Jahr 1348 eine solche Pestilenz sich ereuget / daß gantze Flecken und Dörfer ausgestorben / und wüste worden / jung und alt ehe man sichs versehen und etwas Kranckheit an ihnen verspüret / in dem sie noch lustig und guter Dinge gewesen / sind hingefallen / und in einem Augenblick des Todes gewesen / ja es ist kaum der vierdte Theil dieser Menschen lebendig geblieben".
Westerntor von Südosten gesehen 1906
- Harzbücherei Wernigerode
Westerntor von Südosten gesehen 1906 - Harzbücherei Wernigerode
  • Letzte urkundliche Erwähnung eines Ritters Dietrich von Hasserode.
  • Am 24. Februar geht das Haus Oberpfarrkirchhof 5, heutiges Stadtarchiv, an das Kloster Drübeck.
  • Der Markt wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt und stellt die einzige Handels- und Verkaufstätte der Stadt dar. Es besteht Marktzwang, über dessen Einhaltung der Marktmeister und Stadtvogt wachen.
Marktplatz
- Fotothek Harzbücherei
Marktplatz - Fotothek Harzbücherei
  • Die Lage ist gekennzeichnet von Feindseligkeiten zwischen den Wernigeröder Grafen auf der einen und den Braunschweigern und Magdeburgern auf der anderen Seite. Graf Conrad wird gefangen genommen. Darauf gibt sich Graf Dietrich in die Gnade des Erzbischofs Ludolff von Magdeburg und erwirkt für "490 Mark" die Freilassung Conrads. Die Wernigeröder Grafen Conrad und Dietrich erkennen den Erzbischof von Magdeburg als Lehnsherrn an.
Theobaldikapelle, die als Sühnekapelle für den Wernigeröder Grafen Dietrich erbaut worden sein soll
- Dieter Oemler
Theobaldikapelle, die als Sühnekapelle für den Wernigeröder Grafen Dietrich erbaut worden sein soll - Dieter Oemler
  • Graf Conrad zu Wernigerode gibt dem Spital, vermutlich "St. Nicolai", in Wernigerode vier Hufe Land, drei Hufe zwischen der Stadt und dem Reddeberholze und eine auf dem Marklingeröder Felde.
Urkunde des Grafen Cord von Wernigerode vom 29.09.1386
- Stadtarchiv Wernigerode
Urkunde des Grafen Cord von Wernigerode vom 29.09.1386 - Stadtarchiv Wernigerode
  • Das 1356 erwähnte "spetal in der stad to wernigerode" wird in einer Urkunde mit der Standortangabe "Hospitalis op sente Nycolaus kerchove" genannt. Es liegt also unmittelbar neben dem Kirchhof der Sankt-Nicolai-Kirche. Besitzer und "vormunde des hospitalis" ist der Rat der Stadt.
  • Eine "Enghenstrate" heute Oberengengasse (aufgrund der Enge der Häuser) wird erwähnt.
Ruine der Stapelburg 2017
© Wolfgang Grothe
Ruine der Stapelburg 2017 © Wolfgang Grothe
  • Der Halberstädter Domvikar Bernhart von Silstedt stirbt. Er ist der letzte derer von Silstedt. Nach seinem Tod fällt der Silstedter Junkerhof an den Regensteiner Grafen.
  • In der Urkunde bestätigt Graf Cord zu Wernigerode, dass der "Rat zu Wernigerode gegeben habe dem Capitel Unser Lieben Frauen zu Halberstadt 2 1/2 Hufe Landes zu Zillingen, dienst- und schossfrei, wofür er dem Rat 2 Hufe auf dem Felde zu Waterleve mit allem Zubehör, auch dienst- und schossfrei" überlassen hat.
 Urkunde aus dem Jahr 1396
- Stadtarchiv Wernigerode WR I/I/A/1
 Urkunde aus dem Jahr 1396 - Stadtarchiv Wernigerode WR I/I/A/1
  • Der Neustädter Markt wird erstmalig genannt.
  • Über die Einhaltung der Ordnung zur Holzgewinnung und den Holztransport in Hasserode wacht ein dem Ritter von Hasserode unterstehendes Gericht, das auf Burg Hasserode tagt. Mit dem Aussterben der Ritter wird das Gericht aus der Burg in ein Gebäude bei der (heute) "Hohe Warte" genannten Anhöhe verlegt.
  • Die "Breite Straße" ist seit 1399 als durchquerende Straße in Ost-West-Richtung bekannt. Sie verbindet das "Rimbecker Tor" und das "Westerntor" und folgt dem Haupthandelsweg, der Jahrhunderte am Nordharz entlang führt.
Rimbecker oder Neustädter Tor um 1830
- Dieter Oemler
Rimbecker oder Neustädter Tor um 1830 - Dieter Oemler
Graf Dietrich von Wernigerode
- Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Graf Dietrich von Wernigerode - Hessisches Landesmuseum Darmstadt
  • Die Zunft der Leineweber wird gebildet.