Dr. A. Friederich "Geschichte der Wohlthätigkeits-Anstalten Wernigerodes"  1863

  • Das "Hospital Sankt Georg" wird während des 30jährigen Krieges in verschiedenen Berichten erwähnt:

    "ist den 17. Juli 1626 des Obersten Serboni Regiment von dem Rimbke-Thor über dem Burgberg hinan durch Eichenrod, die Bagagewagen aber durch die Burgstraße nach Elbingerode marschirt, haben bei 100 Kranke, mit Weib und Kind gerechnet, hier aufm St. Georgihofe hinterlassen, solche zu pflegen, derhalben der Oberst dem Konsul 10 Ducaten zugestellt."

  • Heinrich Georg Reuß gründet in einem Gartenhaus "dicht am Westenthore" gelegen, "unter Approbation gnädiger Herrschaft", eine Waisenanstalt.
    Sechs Mädchen und Jungen finden darin Aufnahme, erhalten Verpflegung, Erziehung und Unterricht im Christentum, Rechnen und Schreiben, die Jungen aber auch Lateinisch und Griechisch sowie Musik.
    Finanziert wird das Haus durch Geschenke und freiwillige Gaben an Naturalien und Geld.

  • Eine "Schullehrer-Witwencasse" wird gegründet. Alle angestellten Volksschullehrer der Grafschaft Wernigerode können Mitglied werden. Jedes neue Mitglied zahlt Einrittsgeld und einen jährlichen Beitrag. Bei einem eintretenden Sterbefall zahlt jedes Mitglied außerdem einen Taler. Die Witwe erhält zur Bestreitung der Begräbniskosten 50 Taler und eine jährliche Witwenpension von 23 Talern.

St. Johannistor
- Stadtarchiv Wernigerode
St. Johannistor - Stadtarchiv Wernigerode
  • Das alte und baufällige Nicolai-Hospital wird abgerissen und durch einen großen dreistöckigen Bau ersetzt, das das Nicolai-Hospital und Salvatori-Hospital sowie das vom Feuer zerstörte Witwenhaus unter einem Dach vereint.

    "Die Länge des Hauses beträgt 173 Fuß, jeder der beiden Flügel 86 Fuß, bei einer Tiefe von 44 Fuß."

  • Am 1. Juli wird in Nöschenrode ein "Mädchen-Rettungshaus" mit sieben Kindern eröffnet.
    Nach den Statuten der "Anstalt" sollen Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren, die sittlich verwahrlost sind oder in Gefahr sittlicher Verwahrlosung stehen, aufgenommen und christlich erzogen und zu häuslichen und weiblichen Arbeiten aller Art angehalten werden, um sie später als Haushaltshilfen einsetzen zu können.

    Das Haus sorgt für die Bedürfnisse der Kinder, sie erhalten Schulunterricht von hiesigen Pädagogen und sie bleiben bis zur Einsegnung oder darüber hinaus in Einzelfällen bis zum 16. Lebensjahr im Haus.

  • Am 1. Juli wird der "Knappschafts-Verein des Gräflich Stolbergschen Bergamts-Verein Wernigerode" gegründet.

    Der Knappschafts-Verein umfasst die Hüttenarbeiter zu Ilsenburg und Schierke, die Arbeiter beim Eisenstein-Bergbau zu Büchenberg und die Arbeiter der Marmor- und Alabasterfabrik zu Voigtstieg. Die Vereinsmitglieder sind eingeteilt in "unständige und ständige Mitglieder I.,II. und III. Klasse".