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  • Die Christianisierung der polytheistischen sächsischen Urbevölkerung in der Nordharzregion durch die Franken und die Klöster (besonders Corvey und Fulda) ist mit teilweise erheblichen Widerständen der Sachsen verbunden. 785 erlässt Karl der Große eine Sondergesetzgebung für die Sachsen. Darin heißt es u.a.: "Wenn zukünftig im Sachsenvolk ein heimlich noch ungetaufter sich verbergen möchte und sich weigert, zur Taufe zu kommen, weil er Heide bleiben will, dann sterbe er des Todes".
    Uwe Lagatz/ Thorsten Schmidt "Wernigerode - Geschichte, Architektur, Kunst" 2000 - S.108
Kaiserstuhl von Karl dem Großen im Dom zu Aachen
© Wolfgang Grothe
  • Vermutlich wird Wernigerode im 9. Jahrhundert als Rodungssiedlung gegründet. Bodenfunde lassen darauf schließen, dass die Kernrodung auf dem heutigen Klint (Klint=Hügel) erfolgte. Im 9. Jahrhundert sind in unserer Region Mönche des Klosters Corvey missionierend unterwegs. Die Vermutung einiger Historiker, dass die Rodung im Auftrage des Abtes Warin vom Kloster Corvey, der 856 verstarb, erfolgt sein könnte, kann, da jeder Beweis für die Richtigkeit fehlt, nicht aufrecht erhalten bleiben. Unzweifelhaft ist die Tatsache, dass im 9. und 10. Jahrhundert viele kleine Siedlungen in der Rodungszeit im Harzgebiet entstehen, deren Ortsnamen die Nachsilbe "-rode" enthalten.
    Uwe Lagatz/ Thorsten Schmidt "Wernigerode - Geschichte, Architektur, Kunst" 2000 - S.5
Karolingisches Westwerk des Klosters Corvey an der Weser (UNESCO-Welterbe). Erbaut von 873 bis 885. Das 815 gegründete Kloster war das erste Kloster im Land der Sachsen. Vermutlich waren auch Mönche von Corvey in unserer Region missionierend unterwegs und nahmen Einfluss auf die Gründung von Rodungssiedlungen.
© Wolfgang Grothe
  • Heudeber und Reddeber werden erstmals urkundlich erwähnt. Als Kaiser Otto I. zu Quedlinburg das neugestiftete Jungfrauenkloster "S. Servatii" ausstattet, weist er ihm auch Einkünfte aus "Rudiburgi" zu.
    Uwe Lagatz/ Thorsten Schmidt "Wernigerode - Geschichte, Architektur, Kunst" 2000 - S. 5
Gasthaus "Reddeburg" in Reddeber
© Wolfgang Grothe
  • Als Kaiser Otto I. zu Quedlinburg das neu gestiftete Jungfrauenkloster S. Servatii ausstattet, weist er ihm auch Einkünfte aus Reddeber an.
    Heinrich Bergner / Eduard Jacobs "Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Grafschaft Wernigerode" 1913
  • Die früheste Erwähnung des "Nonnenklosters Drübeck" geht auf eine Urkunde Kaiser Otto I. vom 10. September zurück, der dem Kloster im Jahre 960 Land schenkt.
    wikipedia.org - Kloster Drübeck
Romanische Klosterkirche Drübeck 1997
© Wolfgang Grothe
  • Otto II. nimmt das Kloster Drübeck unter königlichen Schutz. Damit sind die Nonnen vor Eingriffen königlicher Beamten geschützt. Die Äbtissin kann als oberste Gerichtsherrin auftreten. Dadurch verfügt das Kloster über eine privilegierte Stellung.
    wikipedia.org - Kloster Drübeck
  • Kaiser Otto III. verfügt die Übergabe der Reichsburg "Elysianaburg" an Bischof Arnulf von Halberstadt zwecks Einrichtung eines Klosters hierselbst.
    Friedrich Stolberg "Befestigungsanlagen im und am Harz - Von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit" 1968
  • Bischof Arnulf von Halberstadt beruft Mönche aus dem Kloster Fulda nach Ilsenburg und lässt die kaiserliche Jagdpfalz zu einem Kloster ausbauen.
    wikipedia.org
  • Das Kloster Ilsenburg unter Abt Herrandus entwickelt sich zu einem Zentrum "der Gelehrsamkeit". "Viel feyne Leute" haben "ihre Kinder der Lehre und Zucht halber in das Closter gethan, es habe da eine rechte Schule von allerley Künsten angerichtet, gelehrte Männer zu sich gezogen und erhalten, eine herrliche Bibliothek daselbst zugerichtet".
    Jacob Heinrich Delius "Nachrichten zur Gelehrten Geschichte der Grafschaft Wernigerode" 1779
  • Bischof Burchard II. von Halberstadt schenkt dem "Kloster Huisburg" drei Hufen zu Minsleben.
    Heinrich Bergner / Eduard Jacobs "Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Grafschaft Wernigerode" 1913
  • Am 5. Juni wird durch Bischof Burchard II. von Halberstadt zur Reformierung des Klosterlebens in Ilsenburg die Kirche Peter und Paul geweiht.
    wikipedia.org
Klosterkirche Ilsenburg im Jahr 1995
© Wolfgang Grothe
  • 18. Oktober: Heinrich I. verfügt, dass der Graf von Wernigerode Fischmeister von Sachsen wird (erste urkundliche Nennung eines Grafen von Wernigerode, ein "Albertus comes de Wernigerode" - dieser nimmt an einer Herbstsynode in Halberstadt teil). Dieser Graf Albert ist Verwalter des dortigen Reichsbannforstes und übt Vogteirechte über die Klöster Drübeck und Ilsenburg aus.
    Gerline Schlenker, Gerd Lehmann, Artur Schellbach "Geschichte Sachsen-Anhalts in Daten" 1993 - S.31
  • Unter der Regierung Kaiser Lothars werden "verwilderte Nonnen von Königslutter nach Drübeck" geschickt. Das Kloster Drübeck steht im Reich "hoch in Ehren".
    Wernigerödisches Intelligenzblatt
  • Das Kloster Drübeck untersteht bis 1429 der Vogtei der Grafen von Wernigerode.
    Konrad Breitenborn "Schwarzer Hirsch im goldenen Feld - Geschichten um Schloß Wernigerode aus neun Jahrhunderten" 1990 - S.13
Romanische Klosterkirche Drübeck um 2000
© Wolfgang Grothe
  • Die "edle Frau (Domina) Hildeswind" übergibt "sich und fünftehalb Hufen in Minsleben" dem Jungfrauenkloster in Drübeck.
    Bergner, Heinrich/ Jacobs, Eduard "Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Grafschaft Wernigerode" 1913 - Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Grafschaft Wernigerode
  • Die Burg Wernigerode wird erstmals urkundlich erwähnt, als "castrum", und zwar in der Regierungszeit des Grafen Adalbert III. von Wernigerode. (Chronik des Klosters auf dem Petersberg). Die Burg war eine Höhenburg auf einem Bergsporn des Agnesberges. Ein möglicher Grafensitz des Großvaters des Grafen, Adalbert "comes de Wernigerothe" existierte als Wasserburg in der Siedlung Wernigerode.
    Jan Habermann "Die Herrschaftsausweitung der Grafen von Wernigerode am Nordharz (1249-1369)" 2006 - S.7
  • Weihe der Sylvestrikirche als dreischiffige gotische Basilika, wenig später zur Klosterkirche und Grablege der Wernigeröder Grafen umgebaut und 1833-1885 verändert.
    Uwe Lagatz/ Thorsten Schmidt "Wernigerode - Geschichte, Architektur, Kunst" 2000 - S.8
  • Graf Conrad zu Wernigerode übereignet dem Kloster Ilsenburg Ländereien in Danstedt.
    Stadtarchiv Wernigerode - Urkundenbuch der Stadt Wernigerode
  • Ritter Dietrich von Hartesrothe (Hasserode) stiftet das Augustinerkloster Himmelpforte. Die Augustinermönche widmen sich dem geistlichen Leben, der Wissenschaft, der Predigt und der Seelsorge in den umliegenden Dörfern. Sie betreiben die Teichanlagen, Gärten und Weinberge. Es ist eine der frühesten Ansiedlungen der Augustiner in Deutschland.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik" - S.12
Kloster Himmelpforte
© Wolfgang Grothe
  • Es wird ein "Hadebergeberg", heute Heudeberberg, südlich des zerstörten Augustiner-Eremitenklosters Himmelpforte erwähnt. Die Grafen von Wernigerode hatten dem regensteinischen Dorf Heudeber Holznutzungsrechte eingeräumt, um ihren Einflussbereich auszudehnen.
    wikipedia.org
  • Das Kloster Himmelpforte besitzt Häuser am Klint.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik" - S.4
Ehemalige Häuser des Klosters Himmelpforte (Heute Stadtarchiv)
© Wolfgang Grothe
  • In einer Schenkungsurkunde des Klosters Drübeck wird als Zeuge ein "Friedrich von Benzingerode" genannt.
    Benzingerode - Geschichte und Geschichten eines Dorfes am Harzrand 2013 - S.22
  • Für die Schule wird erstmals ein "rector scolarum", Klosterbruder Johannes, genannt, der Priester im Kloster Himmelpforte ist. Wegen ihres guten Wandels und geistlichen Lebens erfreuen sich die Klosterbrüder von Himmelpforte eines allgemeinen Wohlwollens: man "wallfahrt gern zu dem lieblich gelegenen Kloster", das reich mit "Ablaßbriefen begnadet" ist. Ihrer Predigt und Seelsorge vertrauen sich Herrschaft und Bürger gern an.
    Heinrich Bergner / Eduard Jacobs "Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Grafschaft Wernigerode" 1913 - S. 108
  • Am 21. April weiht Bischof Volrad von Halberstadt das Kloster Himmelpforte ein.
  • In einer Schenkungsurkunde des Klosters Drübeck ist ein "Heinrich von Benzingerode" als Zeuge genannt.
    Benzingerode - Geschichte und Geschichten eines Dorfes am Harzrand 2013 - S.22
  • Am 7. Februar stiften die Brüder Johann, Dietrich und Anno von "Hartesrode", heute Hasserode, das Grundstück, auf dem die Heiligenblutkapelle erbaut worden war, dem "Kloster Waterler", heute Wasserleben.
    wikipedia.org
  • Am 26. November verkauft der in Wernigerode ("incivitata wernigerod commorans") wohnende Ritter Bernhard von Olvenstedt dem Jungfrauenkloster Stötterlingenburg den Zehnten zu "Biscopingerod".
    Stadtarchiv Wernigerode - Urkundenbuch der Stadt Wernigerode
  • Die Wernigeröder, Hohnsteiner, Mansfelder und Regensteiner Grafen überfallen das Kloster Walkenried.
    Deutschlands Städtebau; Kreis Grafschaft Wernigerode, 1922
  • In diesem Jahr kommt es zu einem Streit zwischen den Wernigeröder Grafen Albert und Friedrich und den Mönchen des Klosters Ilsenburg. Der Abt beklagt sich beim Papst, die Brüder würden sich immer stärker in die Verwaltung des Klosters einmischen. Sie hätten rechtswidrig die Steuern des Klosters erhöht und weitere Geldforderungen gestellt. Schließlich weigert sich der Abt zu zahlen. Der Streit weitet sich in eine blutige Fehde aus. Der Papst nennt die Brüder "Söhne des Bösen" und verhängt über die "Mordbrenner" den Kirchenbann.
    Konrad Breitenborn "Schwarzer Hirsch im goldenen Feld - Geschichten um Schloß Wernigerode aus neun Jahrhunderten" 1990 - S.12
  • Am 12. September willigt Bischof Albrecht von Halberstadt ein, dass das Jungfrauenkloster zu Blankenburg eineinhalb "Malten Getreide zinsende Hufen zu Langeln für 28 Mark" an die "Rathmannen zu Wernigerode" verkauft, damit die "verschuldeten Jungfrauen von Gläubigern und Wucherern" verschont bleiben.
    Stadtarchiv Wernigerode - Urkundenbuch der Stadt Wernigerode
  • Die Wernigeröder Grafen beginnen eine Fehde gegen das Kloster Ilsenburg.
    Deutschlands Städtebau; Kreis Grafschaft Wernigerode, 1922
  • Die Grafschaft und die Stadt werden durch den Papst mit "Bann und Interdikt" belegt und der Graf selbst mit seiner Mannschaft als "Mordbrenner und Söhne der Bosheit" bezeichnet. Hintergrund war ein Überfall des Grafen auf das Kloster Ilsenburg.
    Uwe Lagatz "Wernigerode - Die Bunte Stadt am Harz" Euro-Tour 1991 -    
  • Am 19. Januar fällt der als "erbetener Schiedsrichter" in den großen Streitigkeiten zwischen den Grafen zu Wernigerode und dem Kloster Ilsenburg hinzugezogene Markgraf Woldemar zu Brandenburg auf der Grundlage des "Sachsenspiegels" ein Urteil gegen die Grafen.
    Jacob Heinrich Delius "Nachrichten zur Gelehrten Geschichte der Grafschaft Wernigerode" 1779 - S.24
  • Der Abt des Ilsenburger Klosters erkennt auf der Burg Wernigerode die Vogteirechte der Grafen an.
    Konrad Breitenborn "Schwarzer Hirsch im goldenen Feld - Geschichten um Schloß Wernigerode aus neun Jahrhunderten" 1990 - S.13
  • Am 24. Februar geht das Haus Oberpfarrkirchhof 5, heutiges Stadtarchiv, an das Kloster Drübeck.
    Stadtarchiv Wernigerode
  • Graf Heinrich zu Wernigerode übereignet am 29. Juni sein "hoff unde dorp Hartesrode", Hasserode, das weitestgehend wüst ist, der Stadt Wernigerode. Die Sankt Andreaskirche des Dorfes verbleibt im Besitz des Klosters Drübeck.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik" - S. 10
Übereignung des Dorfes Hasserode
© Stadtarchiv Wernigerode WR/I/I/E/!/ab
  • An der sich im 15. Jahrhundert in den deutschen Ländern entwickelnden Bemühung der Kirche, sich selbst zu reformieren, beteiligen sich die Grafschaft und die Stadt beispielhaft. Besonders sind dabei die Vorstellungen des regierenden Grafen Botho ein bedeutender Impulsgeber für die eingeleitete Reformierung der Kirche und insbesondere der Klöster.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik"
  • Das "Augustiner-Eremiten- Kloster Himmelpforte" spielt eine herausragende Rolle in der geistigen Bewegung der Kirche dieser Zeit. Heinrich Zolter, einer der führenden Köpfe dieser deutschen Kongregation, tritt von Himmelpforte aus an die Spitze der sächsischen Provinz dieses Ordens und festigt die reformierte Klosterzucht und geistliche Ordnung.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik"
  • In einer letztwilligen Verfügung, die der Graf zu Stolberg und Wernigerode aufsetzt, als er im Begriff ist, "über Meer nach dem heiligen Land zu fahren", legt er fest, was mit der Grafschaft zu geschehen hat, wenn er von dieser Reise nicht lebend zurück kommt. "Seine rothe Sammetschaube soll die Pfarrkirche S.Martini in Stolberg haben, die graue Schaube das Stift zu S.Georgi und Sylvestri zu Wernigerode u.a. das klasse Roß solle dem Kloster Himmelpforten zufallen. Geht er mit dem Tode ab, so soll die Herrschaft Wernigerode nicht so leicht abgetreten und wenigstens 1000 Gulden dafür erlangt werden, wovon ein Teil zu Gottes Ehre verwendet werden, das übrige an seine Gemahlin, die Mutter und seine Tochter fallen soll".
    Stadtarchiv Wernigerode - Urkundenbuch Teil II Band 1 (1461-1487) - Nr.3
  • Das Augustinerkloster Himmelpforte übt scheinbar etliche seelsorgerische Aktivitäten in Hasserode/Wernigerode aus. Hinweis darauf ist eine 1471 an das Kloster herangetragene Bitte "umme de sermone und predikinge in unser Stadt" und das Vorhandensein eines eigenen "monkenhof" in der Stadt.
    Uwe Lagatz/ Thorsten Schmidt "Wernigerode - Geschichte, Architektur, Kunst" 2000 - S.108
  • Am 25. Februar verschreiben der Bürgermeister und der Rat von Wernigerode dem Jungfrauenkloster Adersleben mit Zustimmung von Heinrich, Graf zu Stolberg, für 100 "rheinische Gulden vier Gulden Zins auf Oster".
    Stadtarchiv Wernigerode - Urkundenbuch Teil II Band 1 (1461-1487) - Nr.181
  • Die Brüder des Einsiedler-Klosters Himmelpforte verkaufen für zweieinhalb Mark "Halberstädtischer Währung" ihr Haus hinter der Liebfrauenkirche zum Erbenzins von neun Schilling an Bürgermeister und Rat zu Wernigerode.
    Stadtarchiv Wernigerode - Findbuch zum Bestand
  • Obwohl viele Höfe in Hasserode in den letzten Jahren aufgegeben wurden und andere verfallen, werden noch einige dem Kloster Drübeck zinspflichtige Höfe genannt. Doch auch diese verfallen in den nächsten Jahrzehnten.
    wikipedia.org
  • Heinrich Caspar und die Grafen Heinrich und Botho geben ihre Zustimmung dazu, dass Magister Ulrich Rispen, Pfarrer zu Stolberg, dem Prior Andreas Proles das Einsiedlerkloster Himmelpforte für 170 Rheinische Gulden verkauft.
    Stadtarchiv Wernigerode - Findbuch zum Bestand
  • Johannes Wedder und sein Sohn Heinrich kaufen vom Kloster Himmelpforte ein Haus in Wernigerode bei der Münze.
    Stadtarchiv Wernigerode - Findbuch zum Bestand
  • Am 6. August besucht Martin Luther das Kloster Himmelpforte, wo er sich mit seinem Freund, dem Generalvikar Johann von Staupitz, trifft.
Martin Luther
© Wikipedia
  • Zur Zeit des Bauernkrieges rauben aufständische Bauern das Kloster Himmelpforte aus. Die Bausubstanz bleibt zunächst weitestgehend erhalten. Der Haupträdelsführer, der gräfliche Leibarzt (in anderen Quellen als Barbier bezeichnete) Wilhelm Wiardes wird zum Tode verurteilt, aber schließlich mit Landesverrat begnadigt.
    Uwe Lagatz/ Thorsten Schmidt "Wernigerode - Geschichte, Architektur, Kunst" 2000 - S.10
  • In das leere Gebäude des ehemaligen Klosters Himmelpforte wird zunächst eine Ziegelei eingerichtet zur Herstellung von Baumaterial für den Wiederaufbau der Stadt nach dem Stadtbrand.
  • Der Rat zu Wernigerode beurkundet, dass Prior und Convent des Klosters Himmelpforte deren Hauptverschreibung an sich gebracht haben. Der Bürgermeister Albrecht Meiger zu Halberstadt tritt mit diesem "Contract" diese wiederum ab.
    Stadtarchiv Wernigerode - Findbuch zum Bestand
  • "Harsrode", Hasserode, wird aus dem Patronat Drübeck entlassen. Die Kirche ist schon zerfallen. Die Äbtissin des Klosters, Anna Spangenberg, bezeichnet den Zustand von Hasserode als "desolat". Künftig sollen die Einkünfte an die St. Nicolaikirche in Wernigerode gehen.
    Stadtarchiv Wernigerode - WR I/VII/B/4/7
  • Vom Kloster Drübeck erwirbt die Stadt den Schützenberg und die Knechtsköpfe für 400 Taler.
    Stadtverwaltung Wernigerode/ Sachgebiet Stadtforst
  • Zum 7. Juli zitiert der Graf die Landstände der Grafschaft Wernigerode zu Verhandlungen. In der Zusammenkunft geht es insbesondere um die Verteilung der Lasten, die die Stadt Wernigerode, die Dörfer und Klöster der Grafschaft zu tragen haben. Es gibt erhebliche Differenzen mit dem Kurfürsten von Brandenburg hinsichtlich der Finanzierung der Militärausgaben.
    Christian Heinrich Delius "Nachrichten zur Geschichte der Landstände in der Grafschaft Wernigerode" Verlag Struck 1817
  • Fortdauer der Einquartierungen bis zum 27. Oktober 1649. Gesamtkosten der Kriegsentschädigung und der schwedischen Einquartierung in der Grafschaft Wernigerode: 13.404 Taler. Alle diese Geldleistungen werden aus den Untertanen herausgepresst, während Graf, Adel, Klöster und Freihöfe für ihre großen Besitzungen frei waren von Einquartierungen und Kriegskontributionen. Erst 1656 hören die Geldleistungen auf.
  • Am 27. Februar beruft die Gräfliche Regierung wegen der neuen Kriegsgefahr die Stände, die Inhaber und Verwalter der Klöster, den Adel, die Freisassen, die Güter-Pachtinhaber, den Bürgermeister und Rat, Viermannen und Geschworene in den Flecken und Dörfern zu einer Beratung.
    Stadtarchiv Wernigerode - Findbuch zum Bestand
Johannistor (lag am westlichen Ende der heutigen Pfarrstraße und bildete den Stadtausgang Richtung Westen)
© gemeinfrei
  • Die Klostergebäude des Benediktinerinnenklosters Drübeck werden den Grafen von Stolberg-Wernigerode übereignet.
    Stadtarchiv Wernigerode - Findbuch zum Bestand
Romanische Klosterkirche in Drübeck 2002
© Wolfgang Grothe
  • Das noch bestehende Klostergemäuer Himmelpforte brechen Wernigeröder Bürger zum eigenen Wiederaufbau ihrer durch den Stadtbrand vernichteten oder beschädigten Häuser ab.
Reste der Klostermauer "Himmelpforte"
© Frank Wiesner
  • Gräfin Louise zu Stolberg-Wernigerode (am 24. November 1771 auf Schloss Wernigerode als zweitälteste Tochter des Grafen Christian-Friedrich zu Stolberg-Wernigerode und ältere Schwester des Erbgrafen Heinrich zu Stolberg-Wernigerode geboren) wird Äbtissin von Kloster Drübeck (bis 1800). Am 21. Dezember 1807 heiratet sie auf Schloss Wernigerode Moritz Haubold von Schönberg, zieht sich auf seine Besitzungen zurück und verstirbt dort 1856.
Romanische Klosterkirche Drübeck 1995
© Wolfgang Grothe
  • Bei Ausgrabungsarbeiten auf der Harburg, bis 16. Jahrhundert "Hardenberg" genannt, werden Mauerreste gefunden. Vermutlich befand sich die Burg im Besitz des Klosters Ilsenburg.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik" - S.5
  • Am 31. Oktober wird hinter dem ehemaligen Kloster Himmelpforte der "von Se. Durchlaucht dem Fürsten gestiftete Luther-Gedenkstein eingeweiht" und persönlich enthüllt. Der Fürst führt in seiner Rede in etwa aus: Er habe hier oben auf der hohen Warte, auf althistorischem Boden, wo vor 400 Jahren D. Martin Luther eingekehrt sei, um sich mit seinem Mitarbeiter Staupitz zu beraten, im Jubeljahre der Reformation einen Gedenkstein zu errichten entschlossen. Damals, unter der Regierung seines Vorfahren, des Grafen Botho des Glückseligen, der der Reformation größtes Verständnis entgegengebracht habe, sei die Grafschaft Wernigerode Fels und Hort der evangelischen Kirche geworden und da sei es unsererseits Pflicht, das Gedenken an die Reformation zu begehen. "Und wenn die Welt voll Teufel wär!" habe Luther gesungen und sich seiner Feinde gewehrt. Auch heute habe sich eine Welt von Feinden gegen uns verbunden, um uns zu vernichten. Es werde ihnen nicht gelingen.
    Wernigeröder Tageblatt - Wernigeröder Tageblatt - Volksblatt für die werktätige Bevölkerung des Harzes
Inschrift auf dem Gedenkstein von Martin Luther
© Wolfgang Grothe
  • Im März wird die Baumkrone der als "Naturdenkmal" ausgewiesenen nahezu 300 Jahre alten "Mönchsbuche" entfernt, um den übrigen Baum vor der Fällung wegen Absterbens zu retten. Der Baum befindet sich an einem im 13. Jahrhundert angelegten Verbindungsweg zwischen dem Kloster Himmelpforten und dem Kloster Ilsenburg.
    wikipedia.org
Mönchsbuche 2016
© Wolfgang Grothe
  • Ein Landesprojekt "Luther war hier" vernetzt 66 Orte in Sachsen-Anhalt, an denen der Reformator weilte, darunter das Kloster Himmelpforte bei Hasserode. Dazu wird am Lutherstein, den Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode im Jahr 1917 aufstellen ließ, eine Plakette aufgestellt.
    Harzer Volksstimme - 5. August 2016 S.17
Plakette neben dem Lutherstein in der Himmelpforte
© Wolfgang Grothe