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  • Das gesamte Gebiet des heutigen Wernigerode und seiner Ortsteile gehört ab dem 8. Jahrhundert zum Harzgau ("hart" = Wald), einer mittelalterlichen Gaugrafschaft, die westlich von der Oker, nördlich vom "Großen Bruch", östlich von der Bode und südlich vom nahezu undurchdringlichen Urwald begrenzt wird. Nach dem Untergang des "Thüringer Reiches" im Jahr 531, zu dem auch die Region des Nordharzes gehörte, kam es zur Entvölkerung der Gegend. Alte Orts- und Flurnamen weisen noch heute auf die Mischbevölkerung der Harzregion hin, z.B. auf die aus dem heutigen Jütland eingewanderten Warnen (-leben, wie Minsleben) oder die Langobarden (-ingen, wie Süpplingen). Nach der endgültigen Unterwerfung der Sachsen durch die karolingischen Franken im Jahr 804 dringt in unsere Region aus Richtung Westen neben Sachsen die fränkische Oberschicht ein.
    Monatsschrift des Harzklubs "Der Harz" Jahrgang 1922
  • Das Spelhus geht am 15. April durch Schenkung aus gräflichem Besitz an die Stadt über mit der Auflage, "dass sie mögen bauen und einen Keller machen in der Erde des Bodens". Der Umbau erfolgt von 1427-1450 in Bruchstein. Ein massives Kellergeschoss wird gebaut. In der Urkunde "behält sich der Graf das Recht vor, mit seiner Mannschaft und den Bürgern den Fastnachtschmaus daselbst einzunehmen".
    Heimat und Geschichtsverein - Förderverein des Harzmuseums e.V. "Vom Spelhus zum Rathaus - Das Wernigeröder Rathaus in Geschichte und Gegenwart" 1998
Schenkungsurkunde
© Stadtarchiv Wernigerode
  • Besondere Aufregung herrscht hinter den Burgmauern der Burg in Hasserode, weil hier Elisabeth Horn ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hatte. Am 7. Juli kommen, um über die "Hurenbruchssache" zu beraten, mehrere Herren des Stadtrats von Wernigerode "uff der Burg zu Haßroda" zusammen.
    wikipedia.org
  • Vom "Bürgermeister und Rath beyder Städte allhier" wird eine "Wernigerödische Feuer-Ordnung" erlassen. In dieser ist konkret festgelegt, wie sich jeder Bürger und Gast der Stadt bei Ausbruch eines Brandes zu verhalten hat. 
    Uwe Lagatz/ Thorsten Schmidt "Wernigerode - Geschichte, Architektur, Kunst" 2000 - S.131
  • Die das Ende des 18. Jahrhunderts und den Anbruch einer neuen Zeit markierende Französische Revolution wirft ihre Schatten bis Wernigerode. da 1796 eine nicht geringe Zahl von Flüchtlingen vor dieser Revolution hier Zuflucht sucht. Die französischen Flüchtlinge scharen sich um den Abbé Hugues, der die Flüchtlinge in einer katholischen Gemeinde betreut. Damit hat Wernigerode seit der Reformation wieder eine katholische Gemeinde. Der streng evangelische Graf Christian Friedrich verhält sich gegenüber dem Abbé sehr tolerant und räumt ihm den "Wasmusturm" im Schloss zum Wohnen ein.
  • In die Begeisterung zum Aufbruch in die Freiheitskriege stimmt auch Wernigerode ein. 46 Wernigeröder Bürger, Förster, Handwerker, Studenten, schließen sich zu einem "Freiwilligen Jäger-Detachement" unter dem Kommando von Graf Ferdinand zu Stolberg-Wernigerode zusammen. Am 2. März verlassen sie die Heimatstadt und schließen sich einem Ulanen-Regiment an und reiten über den Rhein bis an die Maas.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik"
  • Am 27. März veröffentlicht das "Wernigeröder Intelligenzblatt" eine Bekanntmachung den "Holzverkauf aus freier Hand betreffend", die Erleichterungen für die Einheimischen beim Erwerb von Holz in Aussicht stellt. "Es ist zwar bei den im Wege der Auktion angeordneten Holz-Verkäufe zum besten der Unvermögenden und der Käufer kleiner Holzportionen die Einrichtung beibehalten worden, daß das fichtene Stuken- und Anbruchholz aus freier Hand verkauft wird: indessen haben Seine Durchlaucht, unser gnädigst regierender Graf und Herr zur Erleichterung des Holzhandels sich bewogen gesehen, folgende weitere Anordnung zu treffen, in den sämmtlichen Gräflichen Forst-Revieren an Eingesessene hiesiger Grafschaft zum eigenen... Bedarf wiederum aus freier Hand zum Verkauf gestellt... Allerdings: reichen die Holzvorräthe... nicht aus, so müssen die Käufer eine unverhältnismäßige Reduktion ihrer Anforderungen sich gefallen lassen."
    Ralf Mattern "Die schwarze Grafschaft wird rot" 2005
  • Im März wird durch Graf Otto für alle im gräflichen Dienst stehenden Berg- und Hüttenleute, Köhler, Holzhauer, Forst-, Steinbruch-, Garten- und Waldarbeiter, Fuhrleute und Tagelöhner die Krankenfürsorge verbessert. Desweiteren wird eine "Arbeiter-Pensionskasse" gebildet, aus der Renten an Witwen, Invaliden und Waisen gezahlt werden.
    Konrad Breitenborn "Schwarzer Hirsch im goldenen Feld - Geschichten um Schloß Wernigerode aus neun Jahrhunderten" 1990 - S.116
Alte Köhlerkate im Harz
© Gerhard Bombös
  • Die Stadtverordneten beschließen nach dem Abbruch der Stadtmauer den Bebauungsplan für die heutige Albert-Bartels-Straße.
    Hermann Dieter Oemler "Zeitsprünge Wernigerode" 2011
Neugestaltung der Albert-Bartelsstraße 1994
© Horst Duve
  • Als "Besonderheiten" der Stadt werden in der "Statistik des Deutschen Reiches" genannt: "Bahnhof der Linie Heudeber, Wernigerode, Ilsenburg, Harzburg, der Preußischen Staatsbahn, Vorschussverein, Oberförsterei, Landratsamt, Amtsgericht, evangelische Pfarrkirche, fürstliches Konsistorium, Gymnasium, Waisenhaus, viele Stiftungen, Rathaus, Branntweinbrennerei, Eisen- und Kunstgalerie, Fabriken für Papierwaren, Wagen, Schokolade, Marmorwaren, Farbwaren, Zigarren, Kutschgeschirr, Mineralwasser, Konserven, Lampen, Käse, landwirtschaftliche Maschinen, Wollweberei, Steinbrüche, Bierbrauerei, Sägemühlen, Kunstschlosserei, Holzhandel, Sommerfrische mit bedeutendem Fremdenverkehr, unmittelbar bei Wernigerode auf einem 260m hohen Berg Schloss Wernigerode (312 Einwohner) des Fürsten zu Stolberg-Wernigerode mit Bibliothek und einem wildreichen Park, ferner bei Wernigerode der Flecken Nöschenrode und das Dorf Hasserode."
    Statistisches Reichsamt - "Statistik des Deutschen Reiches" Band 57, Band 150, Band 240, Band 401, Band 434, Band 450, Band 451
  • In Wernigerode existieren 39 Betriebe der Holzindustrie, 21 Stein verarbeitende Betriebe, 20 Steinbrüche, acht Metall verarbeitende Betriebe, vier Ziegeleien, vier Schokoladenfabriken, zwei Likör- und Schnapsfabriken.
Sägewerk "Niewerth" an der Freiheit
© Dieter Oemler
  • Das Wasserkraftwerk "Steinerne Renne" nimmt mit einer 90 kW-Turbine seinen Betrieb auf. Es dient der Stromversorgung für das neu erbaute Schotter- und Granitwerk. Die Elektroenergie wird für dessen Beleuchtung und den Antrieb einer Lorenbahn zwischen Steinbruch und dem Werksgelände sowie für die Verarbeitung des Gesteins in den Brüchen benötigt.
    Stadtwerke Wernigerode
Das Wasserkraftwerk "Steinerne Renne".
© Wolfgang Grothe
  • Nachdem der Landeskonservator die Zustimmung erteilt hat, beendet die Sprengung auch des Turmes in der Ringstraße die Abbrucharbeiten an der Stadtmauer.
    Hermann Dieter Oemler "Archivbilder Wernigerode" 2007 - S.30
Stadtmauer-Turm in der Ringstraße vor dem Abriss 1901
© Dieter Oemler
  • Auf dem 478 Meter hohen Armeleuteberg wird am 1. September der Kaiserturm nach dreimonatiger Bauzeit zu Ehren Kaiser Wilhelm II. übergeben. Die Bausteine aus Harzer Granitstein stammen hauptsächlich aus dem Steinbruch Königsberg bei Schierke. Der 12 Meter hohe Turm wurde vom fürstlich-stolbergischem Baumeister Paul Kilburger entworfen und vom Wernigeröder Hotelier Eduard Lührmann finanziert.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik"
Einweihung des Kaiserturms
© Fotothek Harzbücherei
  • Am 1. Juni toben über der Stadt schwere Gewitter mit wolkenbruchartigen Niederschlägen. Der Marktplatz steht zeitweilig unter Wasser.
Markt nach einem Regenguss um 1930
© Stadtarchiv Wernigerode
  • Anfang der 30iger Jahre gibt es durch die Deutsche Reichspost erste erfolgreiche Sendeversuche zur drahtlosen Bildübertragung. Der Brocken wird auf Grund seiner exponierten Lage als Senderstandort ausgewählt. Mitte des Jahrzehnts wird ein Versuchsbetrieb mit einem transportablen Fernsehsender gefahren, der erfolgreich ist, so dass ein Jahr später mit dem Bau des ersten Fernsehturms der Welt auf dem Brocken begonnen wird. Dieser ist 1938 fertig gestellt und erreicht eine Höhe von 95 Metern. Ein Sendebetrieb als regulärer Fernsehsender erfolgt allerdings durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges nie.
    Old Time Radio
Sendeturm auf dem Brocken 1938
© Frank Wiesner
  • Am 3. April erscheint in der "Wernigeröder Zeitung - Amtliches Organ der NSDAP und der Behörden" ein Artikel mit der Überschrift "Kampf bis zum letzten Atemzug". Der Leiter der Parteikanzlei der NSDAP gibt dazu die folgende Anordnung aus: "Nationalsozialisten, Parteigenossen! Nach dem Zusammenbruch von 1918 verschrieben wir uns mit Leib und Leben dem Kampfe um die Daseinsberechtigung unseres Volkes. Jetzt ist die höchste Stunde der Bewährung gekommen: Die Gefahr erneuter Versklavung, vor der unser Volk steht, erfordert unseren letzten und höchsten Einsatz! Von jetzt an gilt: Der Kampf gegen den ins Reich eingedrungenen Gegner ist überall mit aller Unnachgiebigkeit und Unerbittlichkeit zu führen. Gauleiter und Kreisleiter, sonstige Politische Leiter und Gliederungsführer in ihrem Gau und Kreis, siegen oder fallen. Ein Hundsfott, wer seinen vom Feind angegriffenen Gau ohne des ausdrücklichen Befehl des Führers verläßt, wer nicht bis zum letzten Atemzuge kämpft, er wird als Fahnenflüchtiger geächtet und behandelt. Reißt hoch die Herzen und überwindet alle Schwächen! Jetzt gilt nur noch eine Parole: Siegen oder fallen. Es lebe Deutschland! Es lebe Adolf Hitler!" Acht Tage später endet für unsere Stadt mit der bedingungslosen Kapitulation des "Tausendjährigen Reiches" der blutigste und verbrecherischste aller Kriege.
    Wernigeröder Zeitung
Kriegsschäden in Wernigerode
© Dieter Oemler
  • Am 4. Juni werden bei einem Einbruch im Schloss wertvolle Fayencen und Ölbilder gestohlen.
Luftaufnahme vom Schloss Wernigerode
© Fotothek Harzbücherei
  • Am 7. November wird das "Karl-Marx-Denkmal" in einer propagandistischen Großveranstaltung enthüllt. Anlass der Enthüllung war der Jahrestag des Ausbruchs der "Großen Sozialistischen Oktoberrevolution".
Gedenkfeier zum "Tag der Befreiung" am Karl-Marx-Denkmal in Wernigerode am 8. Mai 1978
© Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Am 28. Juni wird Hasserode nach einem Wolkenbruch von Hochwasser heimgesucht. Die Wassermassen überfluten auch den Zillierbach an der Schönen Ecke.
     
Hochwasser in Wernigerode an der "Schönen Ecke" nach extremen Niederschlägen
© Dieter Oemler
  • Bürgermeister Martin Kilian lädt verdienstvolle Veteranen zu einem Treffen der "Aktivisten der ersten Stunde" in das Rathaus ein, um deren Wirken in den ersten Wochen und Monaten nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes zu würdigen. Unter anderem nehmen Otto Deutsch, Max Otto und Diczius daran teil.
     
 Treffen der "Aktivisten der ersten Stunde"
© Stadtarchiv Wernigerode (Archiv Dieter Möbius)
  • Nach der Wachstumsphase in der 2. Hälfte der 60er Jahre verschärfen sich auch im Industriekreis Wernigerode die durch die Kommandowirtschaft verursachten Widersprüche, die schließlich bis zum Ende der 80er Jahre zum Zusammenbruch des gesamten sogenannten sozialistischen Wirtschaftssystems führen. Ursachen dieser wirtschaftlichen und ideologischen Insolvenz sind u.a. die Beschränkung von Eigeninitiative mit der Folge von andauernder Abwanderung und Innovationsstau, jahrzehntelange zu geringe Investitionsquote zugunsten überzogener Subventionen, zu große Fertigungstiefe in den Unternehmen, unwirtschaftliche Energiewirtschaft, Umweltzerstörung und ein sich wie ein Krebsgeschwür ausbreitender Sicherheits- und Militärapparat.
     
Blick auf Wernigerode
© Dieter Oemler
  • Seit über einhundert Jahren wird im Oberharz Granit abgebaut. Zu den bedeutendsten Steinbrüchen gehört weiterhin der Bruch unterhalb des "Trudensteins".
    Hermann Dieter Oemler "Bilder aus der DDR - Wernigerode 1949 bis 1989" 2009 - S.46
Granit-Steinbruch am "Trudenstein"
© Dieter Oemler
  • Dem "VEB Füllhalterfabrik Wernigerode" gelingt der endgültige Durchbruch zu einem der führenden Schreibgerätewerke der DDR. Der Schulfüllhalter "Primus" erhält das staatliche Gütesiegel "Q".
    Hans Behm "Manuskript Harzbücherei"
VEB Schreibgerätewerk Wernigerode 1972
© Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Zwischen dem 10. und 15. Juni wird der Kreis Wernigerode von folgenschweren Wolkenbrüchen und Orkanen heimgesucht. Benneckenstein erlebt am 10. Juni das schwerste Hochwasser seit Menschengedenken. Es werden 100 Liter pro qm registriert. Das Wasser steht teilweise im Stadtgebiet 1,20 m hoch. Der Wasserstand der Ilse von über 2 Meter verursacht in Ilsenburg, Wasserleben und Veckenstedt große Schäden. Die Reichsbahnstrecke Halberstadt-Ilsenburg, Streckenabschnitte der Harzquerbahn und einige Straßenabschnitte sind blockiert. 3000 Festmeter Bäume fallen dem Orkan zum Opfer.
    Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt - 183/1980
  • Die Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2008/2009 beschert der "PSFU Wernigerode GmbH" einen starken Einbruch im Betriebsergebnis, sodass sich die Geschäftsleitung im Juli für eine im Rahmen eines Insolvenzantrages durchgeführte Sanierung und bilanzielle Restrukturierung entscheidet. Laut Insolvenzverwalter sollen die Arbeitsplätze erhalten bleiben sowie das Tagesgeschäft in vollem Umfang fortgeführt werden. Die PSFU GmbH exportiert 80 Prozent seiner Erzeugnisse in alle Welt.
    wikipedia.org
  • Am 21. Dezember wird vom "Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Wernigerode im Wernigeröder Geschichts- und Heimatverein e.V." eine Broschüre über die Stadtgeschichte am Kriegsende 1944-1946 mit dem Titel "Das Ende eines tiefen Falls" vorgestellt. Fünf Autoren schildern darin Zusammenbruch und Wiederaufbau der Stadt.
Vorstellung der Broschüre "Das Ende eines tiefen Falls"

von links: Wolfgang Dannheim (Autor), Peter Lehmann (Autor), Kirsten Fichtner (Geschäftsführerin Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH), Ludwig Hoffmann (Autor), Wolfgang Grothe (Autor), nicht auf dem Bild: Matthias Meißner (Autor)

 
© Katrin Schröder
  • Sieben Monate nach dem Dammbruch können die Einwohner von Silstedt wieder sicher sein. Für 370 000 € ist eine neue Schutzwand an der Holtemme fertiggestellt worden. Der massive Damm aus Granit und Beton ist knapp zwei Meter hoch. Beim Sommer-Hochwasser 2017 war Silstedt von den Wassermassen überflutet worden.
    Volksstimme - 16. Februar 2018, S. 2
Fertigstellung der Schutzwand an der Holtemme in Silstedt
© Holger Manigk