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  • In den letzten Kriegstagen passieren Häftlingskolonnen aus den Konzentrationslagern auf den Todesmärschen unsere Stadt. Der französische Schriftsteller und Resistancekämpfer Robert Antelme, beschäftigt sich später in seinen Erinnerungen mit der Gleichgültigkeit der Wernigeröder: "Als man gestern die Kameraden tötete, bummelten diese Leute ebenfalls über die Bürgersteige. Sie wissen, was sie tun, sie wissen, was man mit uns tut." 13 bis 14 Jahre alte Kinder beschimpfen die Häftlinge als Banditen und Verbrecher, einige ältere Männer gesellen sich zu den Jugendlichen. Am 7. April beschießen zwei Kampfjäger der Alliierten zwei Personenzüge und einen Güterzug mit Häftlingen aus dem KZ-Lager "Dora" auf dem Bahnhof Minsleben. 32 Todesopfer und zahlreiche Schwerverletzte sind zu beklagen. 500 Lagerinsassen des KZ-Außenlagers Steinerne Renne, die amerikanische Armee steht bereits vor Wernigerode, werden am 10. April zu Fuß von der SS zum Bahnhof Wegeleben getrieben. Auf dem Todesmarsch erreichen nur 57 das KZ Leitmeritz (heute Tschechische Republik).
    Reinhard Jacobs "Terror unterm Hakenkreuz" - Orte des Erinnerns in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt - S.50
Gedenkstein an der "Steinernen Renne"
© Wolfgang Grothe
  • Laut Befehl Nr.3 des Alliierten Kontrollrates werden auch in der Stadt Wernigerode alle sich im arbeitsfähigen Alter befindlichen Personen registriert. Bei Nichtbeachtung drohen Geldstrafen in Höhe von 1000 RM und Gefängnis bis zu einem Jahr.
  • In Wernigerode findet am 29. Oktober eine Volks- und Berufszählung statt. Grundlage ist eine Anordnung des Alliierten Kontrollrates für alle Besatzungszonen Deutschlands.
    Stadtarchiv Wernigerode - Gesetz Nr. 33 des Alliierten Kontrollrates vom 20.07.1946