Suche nach kommandant

  • Das Haus Westernstraße 38a, mit Eingang zu "Unter den Zindeln" hin, wird für den französischen Stadtkommandanten gebaut.
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik" - S.38
  • Oberst Gustav Petri, Kommandant für das rückwärtige Armeegebiet der 11. Armee im Harz, wird am 12. April vermutlich bei Drei Annen-Hohne von Mitgliedern des Armeeoberkommandos (darunter auch SS) erschossen, nachdem er den Befehl verweigert, Wernigerode in eine Kampfzone einzubeziehen und gegen die anrückenden amerikanischen Einheiten zu verteidigen. Die Stadt bleibt weitgehend verschont und Tausende Menschenleben gerettet.
    Peter Lehmann "geachtet - geleugnet - geehrt - Oberst Gustav Petri, Retter von Wernigerode" 2013
aaOberst Gustav Petri - "Retter von Wernigerode"
© Privatarchiv Petri
  • Am 18. April läßt der amerikanische Stadtkommandant nach ehemaligen Stadtverordneten suchen, die nicht Mitglied der NSDAP waren. Die gefundene Gruppe aus Kommunisten, Bürgerlichen und Sozialdemokraten schlägt zunächst den früheren 2. Bürgermeister, Herrmann Reichard (SPD) vor. Der amerikanische Stadtkommandant bestimmt dann aber Max Otto (SPD) zum 1. Bürgermeister. Am 20. April bestätigt der Kommandant den neuen Magistrat, dem weiter angehören: Otto Deutsch (KPD), 2. Bürgermeister, Stadtverordnetenvorsteher Otto Büchting, Rechtsanwalt Momsen und Plander (Bürgerliche), Richard Bartels, Paul Menger, Walter Niemann (alle SPD) und August Willecke (KPD).
    Dr. von Gynz-Rekowski "Wernigerode Chronik" - S.105
aaOtto Deutsch (KPD) wird als 2. Bürgermeister eingesetzt.
© Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Der englische Stadtkommandant bewilligt am 20. Juni die Zulassung von Gewerkschaften, die Parteien bleiben verboten.
  • Einheiten der Roten Armee übernehmen am 1. Juli die Stadt. Der sowjetische Kommandant nutzt bis 1956 das durch die Bodenreform enteignete Erbprinzenpalais.
aaDer erste sowjetische Stadtkommandant in Wernigerode, Oberst Stepan Maksimowitsch Misko, besucht mit seiner Gattin 1979 Wernigerode zum 750. Stadtjubiläum
© Dieter Oemler
  • Am 19. April erreicht das 29. Infanterieregiment der USA Schierke und besetzt den Brocken, nachdem am gleichen Tag in der 6. Abendstunde etwa 20 englische und amerikanische Bomber denselben zerstört hatten. Die Kampfhandlungen werden beendet. Ein Vergeltungsschlag der Amerikaner wird durch den Ortskommandanten Drube und den Pfarrer Ritscher verhindert. Bei der Verteidigung von Schierke fallen 50 deutsche Soldaten.
aaBombardierung des Brockens
© Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Die amerikanischen Besatzungstruppen übernehmen als erste nach der Kapitulation die Macht. In den sechs Wochen ihrer Anwesenheit wechseln sie siebenmal den Kommandanten, dessen erste Amtshandlung jeweils die Einbestellung des Bürgermeisters ist verbunden mit ständig neuen Wünschen und Forderungen, wie Ablieferung von Fotoapparaten, Musikinstrumenten, Tennisschläger und -bälle u.a..
    Max Otto "Erinnerungen an den Umbruch 1945" - Harzbücherei
aaAmerikaner in Wernigerode
© Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Im Oktober spricht die sowjetische Kommandantur die Gründungsgenehmigung für den Volkschor Wernigerode aus.
    Wernigeröder Männerchor 1848 e.V.
  • Die Kreiskommandantur der Roten Armee lässt am 20. Dezember vom Schloss alle Ritterrüstungen und Gemälde, auf denen Uniformen und Orden zu sehen sind, vernichten.
aaAufgang zum Schloss
© Stadtarchiv Wernigerode
  • Auf Befehl "des Herrn Kreiskommandanten" ordnet der Bürgermeister am 17. Oktober die "Ausmerzung der Naziliteratur" an. Aus allen öffentlichen Bibliotheken und Büchereien von Privatpersonen sind die in den Übersichten genannten Bücher, Filme und Zeitschriften zu entfernen und bis 23. Oktober im Logenhaus Bahnhofstraße (früher "Haus der deutschen Frau") abzuliefern.
    Stadtarchiv Wernigerode
aaBefehl 134 des sowjetischen Militärkommandanten von Wernigerode
© Stadtarchiv Wernigerode WR III 6/2
  • Am 12. November empfängt der sowjetische Kreiskommandant Oberst Besrutschenko den Vorsitzenden des Landkreises, Landrat Falkenbach, um ihm mitzuteilen, dass die Kreiskommandantur als Organ der Sowjetischen Militärverwaltung ihre Verwaltungstätigkeit eingestellt hat und die einschlägigen Funktionen mit allen Rechten und Pflichten in der Hand der deutschen Selbstverwaltung läge.
  • Der sowjetische Kreiskommandant verfügt die Verhängung des Ausnahmezustandes. "Zur Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und zum Schutze der Bevölkerung des Kreises sind ab 18. Juni 1953 alle Demonstrationen, Versammlungen, Kundgebungen und Ansammlungen von mehr als drei Personen auf Plätzen, Straßen und in öffentlichen Gebäuden verboten. Jeglicher Verkehr von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens von Fußgängern und Kraftfahrzeugen ist verboten." Während einer stürmischen Versammlung im Karl-Marx-Haus gehen vor dem Betrieb bewaffnete sowjetische Soldaten mit schwerem Gerät in Stellung. Die Streikenden verzichten auf eine Demonstration in die Stadt und vermeiden damit vermutlich ein Blutvergießen.
    Konrad Breitenborn "Tage zwischen Hoffnung und Angst - Der 17. Juni 1953 im Kreis Wernigerode" 2013
  • Gustav Petri wird in verschiedenen Veranstaltungen anläßlich seines 125. Geburtstages geehrt. Der am 12. April 1945 bei Drei Annen Hohne vermutlich von der SS erschossene letzte Stadtkommandant von Wernigerode, hat "Verantwortung übernommen, als Befehle und Gehorsam den Alltag bestimmten und folgte damit seinem Gewissen", wie der Oberbürgermeister erklärte.
    Peter Lehmann "geachtet - geleugnet - geehrt - Oberst Gustav Petri, Retter von Wernigerode" 2013
aaGedenkstein für Oberst Petri am Bahnhof Drei Annen Hohne
© Wolfgang Grothe