Wernigerode im Jahr 1893

  • Die SPD hat in Wernigerode ein erstes eigenes Parteilokal. Unter Leitung des Malers Albert Bartels wird auf dem Gelände der ehemaligen "Schmelzerschen Sägemühle" zwischen Feldstraße und Schmatzfelder Straße ein "Volksgarten" errichtet. Die Einweihung erfolgt am 20. August. Es ist damit das erste der "Volkshäuser" in Deutschland, die mit eigenen Mitteln errichtet werden. Der Saal fasst 300, der Garten mehr als 1000 Personen.
    Die Verwaltung des Wirtschaftsbetriebs liegt in der Hand des Vereins "Arbeiterkasino Wernigerode", der 117 Mitglieder zählt.

ehemaliges "Volkshaus" 2015
© Wolfgang Grothe
ehemaliges "Volkshaus" 2015 © Wolfgang Grothe
  • Das Palais Lindenallee 27 dient dem jeweiligen fürstlichen Kammerpräsidenten als Dienstsitz.

  • Am 22. Januar wird Otto Christoph Heinrich Herfurth in Hasserode als Sohn des Lehrers Otto Herfurth und dessen Ehefrau Elise Herfurth, geb. Scheibel, geboren. Die Familie bewohnt das Haus Triangel 2a.
    Wegen seiner Teilnahme am Hitler- Attentat am 20. Juli 1944 als Generalmajor wird er zum Tode verurteilt und am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

  • Otto Herfurth wird am 22. Januar 1893 in Hasserode geboren. Er ist die sehr wahrscheinlich einzige Person aus dem heutigen Stadtgebiet Wernigerodes, die nach dem missglückten Hitler-Attentat vom 20.07.1944 hingerichtet wird. Nach dem Attentat vom 20.07.1944 weigert sich Herfurth anfangs, in Abwesenheit seines Vorgesetzten die Befehle der Verschwörer weiterzugeben. Zwischen 18 Uhr und 20:30 Uhr führt er die Befehle dann aber doch aus. Im weiteren Verlauf des Abends versucht er, diese rückgängig zu machen, was ihn allerdings nicht vor der späteren Verhaftung bewahrt. Am 14. August wird er aus der Wehrmacht ausgeschlossen, sodass das „Reichskriegsgericht“ für die Aburteilung nicht mehr zuständig ist. Am 28. und 29.09.1944 findet die „Verhandlung“ vor dem „Volksgerichtshof“ unter dessen Präsidenten Roland Freisler (1893-1945) statt.