Reinhard Jacobs "Terror unterm Hakenkreuz" - Orte des Erinnerns in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

  • In den letzten Kriegstagen passieren Häftlingskolonnen aus den Konzentrationslagern auf den Todesmärschen unsere Stadt. Der französische Schriftsteller und Resistancekämpfer Robert Antelme, beschäftigt sich später in seinen Erinnerungen mit der Gleichgültigkeit der Wernigeröder: "Als man gestern die Kameraden tötete, bummelten diese Leute ebenfalls über die Bürgersteige. Sie wissen, was sie tun, sie wissen, was man mit uns tut." 13 bis 14 Jahre alte Kinder beschimpfen die Häftlinge als Banditen und Verbrecher, einige ältere Männer gesellen sich zu den Jugendlichen.

Gedenkstein an der "Steinernen Renne"
© Wolfgang Grothe
Gedenkstein an der "Steinernen Renne" © Wolfgang Grothe
Gedenkstein auf dem Friedhof Minsleben
© Wolfgang Grothe
Gedenkstein auf dem Friedhof Minsleben © Wolfgang Grothe
  • Auf dem Waldfriedhof Hasserode befinden sich die Gräber von neun unbekannten KZ-Häftlingen aus dem Außenlager Harzungen des KZ Mittelbau-Dora, die während des Todesmarsches im April 1945 von Wachmannschaften in Minsleben ermordet und verscharrt worden waren. Ihre Leichname wurden jetzt nach Wernigerode überführt und ihnen ein Gedenkstein gesetzt. Ebenfalls auf dem Waldfriedhof befindet sich die Ehrenanlage für die Verfolgten des Naziregimes, die durch die Gräber von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aus sechs Nationen und von russischen und polnischen Kindern von Zwangsarbeiterinnen einschließt. Weiterhin sind 16 Besatzungsmitglieder englischer und amerikanischer Bombenflugzeuge beigesetzt.

Ehrenhain für die Verfolgten des Nazi-Regimes
© Wolfgang Grothe
Ehrenhain für die Verfolgten des Nazi-Regimes © Wolfgang Grothe
  • Am Veckenstedter Weg wird in dem ehemaligen KZ-Außenlager eine Mahn- und Gedenkstätte für den antifaschistischen Widerstand eingeweiht. 

    Das ehemalige KZ-Außenlager am Veckenstedter Weg wurde nach der Befreiung kurzfristig als Sammel- und Quarantänelager genutzt und anschließend bis zur Einweihung als Mahn- und Gedenkstätte als Altenheim. ("Die ca. 30jährige Nutzung eines ehemaligen Konzentrationslagers als Altenheim mit primitiven Lebensverhältnissen für die dort Untergebrachten stellt kein Ruhmesblatt im Umgang der ehemaligen DDR mit der NS-Geschichte dar".)

Das ehemalige KZ-Außenlager wird 1975 Mahn-und Gedenkstätte
- Dieter Oemler
Das ehemalige KZ-Außenlager wird 1975 Mahn-und Gedenkstätte - Dieter Oemler
Gedenken an die von den Nationalsozialisten 1933 bis 1945 ermordeten jüdischen Mitbürger
© Wolfgang Grothe
Gedenken an die von den Nationalsozialisten 1933 bis 1945 ermordeten jüdischen Mitbürger © Wolfgang Grothe