Hans Behm "Manuskript Harzbücherei"

  • Friedrich Heuer aus Jeetze in der Altmark übernimmt die "Wolfssche Handstrichziegelei" in der Benzingeröder Straße ("Heuers Hütte").

    Heuer baut zwei Sumpfgruben und stellt eine Tonmühle auf, die mit Pferdeantrieb (Göpel) betrieben wird. Weiterhin baut er einen Feldbrandofen und beschäftigt 6 Mann in der Handstrichziegelei.

  • Am 19. Januar wird die Firma "Lauenstein und Franke GmbH" in "Lauenstein & Co GmbH" umbenannt. Hergestellt werden Pralineneinschlag- und Temperiermaschinen und später Schokolade-Verarbeitungsmaschinen.

  • Am 1. Oktober geht die ehemalige "Argenta-Schokoladenfabrik AG" mit 53 Arbeitern und Angestellten in das Eigentum der Provinz Sachsen über und ist damit unter dem Namen "VEB Argenta" eine der ersten Volkseigenen Betriebe in Wernigerode.

ehemaliger "VEB Argenta" 2016
© Wolfgang Grothe
ehemaliger "VEB Argenta" 2016 © Wolfgang Grothe
  • Als größter Betrieb der Stadt Wernigerode wird am 31. Januar das Elektromotorenwerk, hervorgegangen aus dem enteigneten ehemaligen Rüstungsbetrieb "Leichtmetallwerke Rudolf Rautenbach GmbH - Rautal-Werke", gegründet.

  • Trotz eisiger Temperaturen im Winter 1946/47 wird im Elektromotorenwerk Wernigerode der Grundaufbau der Halle I ohne irgendwelche technischen Hilfsmittel, mit mangelhaften Materialien und dazu ungenügender Versorgung der Beschäftigten mit Grundnahrungsmitteln in Angriff genommen.

  • Am 1. Mai wird auf einer Mai-Kundgebung im Elektromotorenwerk Wernigerode bekannt gegeben, dass die ersten 200 Motoren mit einer Größe von 11 kW fertiggestellt sind.

  • Im Fotopapierwerk beginnen umfangreiche Bauarbeiten. Für die Rohstoffe und die Fertigprodukte gibt es bessere Lagermöglichkeiten. Außerdem wird ein Labor geschaffen.

  • Am 1. April geht das Elektromotorenwerk Wernigerode in Volkseigentum über und nennt sich "VEB Elektromotorenwerk".

    Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) hatte angeordnet, dass der Betrieb mit der Produktion von Elektromotoren bis zu einer Größenordnung von 11 kW zu beginnen habe.

  • Im Juni wird das Stadttheater Wernigerode unter der Leitung des Intendanten Walter Baetz wieder eröffnet. Spielstätte ist der Stadtgarten.

    Die Stadtverordnetenversammlung fasst den Beschluss, dass das Theater von der Stadt einen wesentlichen finanziellen Zuschuss erhält und dafür auf die Spielplangestaltung Einfluss nimmt.

  • Am 13. Oktober werden im VEB Elektromotorenwerk die ersten "Aktivisten" für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Diese Auszeichnung ist mit einer Urkunde, einer Medaille und einer Geldprämie verbunden.

    Durch seine Produktionsergebnisse hat sich der Betrieb zu einem der wichtigsten Zulieferbetriebe von elektrischen Antrieben in der Industrie entwickelt.

  • Im Fotopapierwerk Wernigerode werden bei staatlichen Kontrollen finanzielle Unregelmäßigkeiten in Höhe von einer Million Mark festgestellt. Mit 90 Männern und Frauen wird das Werk als Treuhandbetrieb weitergeführt.

  • Die "Hohlglasveredelungs-Genossenschaft eGmbH Wernigerode", gegründet nach dem Zweiten Weltkrieg von Umsiedlern aus Böhmen, wird am 1. Mai in Volkseigentum übernommen und führt unter der Bezeichnung "VVB der Leichtindustrie Sachsen-Anhalt - Hohlglasveredelung Wernigerode" ihre Tätigkeit fort.

Kindergarten Elmo in der Ilsenburger Straße
- Harzbücherei
Kindergarten Elmo in der Ilsenburger Straße - Harzbücherei
  • Am 1. Januar wird aus dem Privatbetrieb "Heise & Co." der "VEB Füllhalterfabrik" gebildet.
    180 Beschäftigte produzieren in zwei Betriebsteilen in Wernigerode Kolbenfüllhalter, Kugelschreiber und Drehbleistifte.

  • Am 4. Oktober wird die Kindertagesstätte des Elektromotorenwerkes in der Ilsenburger Straße mit 120 Kindergartenlätzen, darunter 20 Wochenplätzen, und 40 Krippenplätzen, darunter 14 Wochenplätzen, übergeben.

In einer Wernigeröder Kinderkrippe 1978
- Fotothek Harzbücherei
In einer Wernigeröder Kinderkrippe 1978 - Fotothek Harzbücherei
  • Der VEB Schokoladenfabrik "Argenta" erweitert die 1951 aufgenommene eigene Bonbon-Produktion mit der Produktion mit Schokolade überzogener Erzeugnisse.

    Es werden bis Jahresende u.a. 11 Tonnen "Harzer Tröpfchen" und 9 Tonnen "Brockensplitter" produziert.

"Argenta" Schokoladenfabrik 1961
- Mahn-und Gedenkstätte Archiv
"Argenta" Schokoladenfabrik 1961 - Mahn-und Gedenkstätte Archiv
  • Nach dem Tod des Gründers der Firma "Lauenstein & Co. GmbH", Otto Lauenstein, wird dessen Tochter Charlotte Lenz Alleinerbin. Die Firma nimmt am 1. Januar staatliche Beteiligung auf.

  • Im Zuge der technisch-ökonomischen Entwicklung im VEB Elmo Wernigerode war es notwendig, dem gestiegenen Informationsbedürfnis gerecht zu werden. Eine elektronische Datenverarbeitungsanlage, "Rechner R 21" wird in Betrieb genommen.

  • Dem "VEB Füllhalterfabrik Wernigerode" gelingt der endgültige Durchbruch zu einem der führenden Schreibgerätewerke der DDR.
    Der Schulfüllhalter "Primus" erhält das staatliche Gütesiegel "Q".

VEB Schreibgerätewerk Wernigerode 1972
- Archiv Mahn- und Gedenkstätte
VEB Schreibgerätewerk Wernigerode 1972 - Archiv Mahn- und Gedenkstätte
  • Im VEB Elektromotorenwerk Wernigerode sind für die Herstellung eines Elektromotors 128 Minuten erforderlich, während es im Jahr 1956 noch 536 Minuten waren.

  • Im VEB Elektomotorenwerk, dem größten Betrieb der Stadt, sind 3.748 Arbeitskräfte tätig.
    Die Jahresproduktion an Motoren hat sich auf 407.824 Stück erhöht. Täglich verlassen über 1.500 Motoren die Montagebänder.

  • Das Elmo Wernigerode ist auch ein wichtiger Exportbetrieb der DDR.
    30 Prozent der Warenproduktion geht in 8 "sozialistische" Länder (RGW - Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) und 31 "kapitalistische" Länder (NSW - Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet).

  • In der Stadt Wernigerode konzentriert sich ein beachtliches Arbeitsvermögen.

    Am 21. März gibt es im VEB Elmo 3303, im VEB Metallgusswerk 1178, im VEB Kleiderwerk 1366, im VEB Vereinigte Holzindustrie 437, im VEB Schreibgerätewerk 495, im VEB Industriebau 756 und im VEB Ysat 231 Beschäftigte.