Wernigerode im Jahr 1937

  • Die "Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt" widmet am 24. Februar der "Zuchthausstrafe für einen Rassenschänder" einen ausführlichen Artikel.

    Nach der Anzeige durch den Wernigeröder SA-Mann Ernst P. einer "rasseschänderischen Beziehung" wurde der jüdische Kaufmann Max Kirchstein aus der Breiten Straße festgenommen und "einer gerechten Bestrafung zugeführt". Kirchstein habe in "echt jüdischer Gerissenheit und Gemeinheit" die "Notlage der deutschblütigen" Erna L. "in gemeinster Weise ausgenutzt, um an einer deutschen Frau seine Lust zu fröhnen".
    Grundlage der Zuchthausstrafe von zwei Jahren ist das "Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" vom 15. September 1935. Nach der Haftentlassung Kirchsteins aus der Strafanstalt Kassel-Wehlheiden verliert sich seine Spur. Sein Name erscheint noch einmal 1942 auf einer Liste Berliner Juden im Ghetto Riga.